Creux Du Van

Richtiges April Wetter hatten wir an diesem Tag Ende Juli 2011. So entschied ich mich, nachdem ich den Nachmittag in der Twannbachschlucht verbracht hatte, noch zum Creux Du Van zu gehen. Obwohl der Creux Du Van am faszinierendsten bei Morgenlicht ist wenn die Sonne die Kalksteinwand anstrahlt, dachte ich dies könnte heute noch eine spektakuläre Stimmung geben. Und so war es auch. Lange Zeit sah es doch danach aus, als sich die Wolken am Horizont nicht mehr auflösen würden, doch dann kurz vor Sonnenuntergang lösten sich die Wolken zum Teil auf am Horizont und zur gleichen Zeit formatierten sich über dem Creux Du Van beachtliche und dramatische Wolken. Zwischendurch fielen auch ein paar vereinzelnde Regentropfen vom Himmel. Meine Komposition war schnell gefunden, war ich doch schon ein paar Mal dort oben  und kannte somit die Location recht gut.
Creux Du Vans war und ist für mich bis jetzt ein wenig ein „verfluchter“ Ort.  Ich war über ein paar Jahre hinweg schon mehrmals oben, doch irgendetwas kam immer dazwischen und ich war mit den gemachten Bildern nie so recht glücklich. Letzten Sommer hatte ich den perfekten Morgen, doch als ich hier am Morgen abfuhr war alles Wolkenbedeckt und ich dachte das wird heute nicht viel. Ging zwar trotzdem aber ich war zeitlich etwas knapp dran. Als ich dann oben auf dem Parkplatz ankam, realisierte ich, dass dies eine perfekte phänomenale Morgenstimmung geben würde. Schnell stieg ich aus dem Auto und packte meine Sachen und wanderte die 15 Minuten bis zu den Klippen des Creux Du Vans. Oben angekommen, machte ich in der Eile eine Fehlentscheidung und entschied mich an das andere Ende des Creux Du Vans zu gehen……….ich hatte einfach diese Kompositionsidee im Kopf. Ich ignorierte alle anderen möglichen Kompositionen die ich an diesem Morgen sah……..als ich dort ankam und meine Kamera aufstellen wollte, war die ganze Stimmung schon vorbei. Manchmal ist man so fixiert auf eine Komposition, dass man dabei blind wird für die anderen möglichen Bildideen. Ich finde „Pre-Visualizing“ sehr hilfreich und zum Teil auch erforderlich für gute Landschaftsfotografie; doch sollte man sich dabei nicht erblinden lassen und andere gute Motiv im besten Licht entgehen lassen. Es ist eine Lektion die ich immer wieder von neuem lernen muss. Manchmal sollte man seine Vorstellung eines Bildes beiseite legen und sich auf das Fokussieren was wirklich um uns herum ist.
Dies hier ist bis jetzt das stimmungsvollste Bild vom Creux Du Vans. Zu der technischen Seite des Bildes: da dies eigentlich eine Gegenlicht Aufnahme ist und damit ich das Licht besser kontrollieren konnte benutzte ich einen ND Grad Filter von Lee (ND-Grad Soft 0.6). Da eine einzige Aufnahme nicht genügte um den ganzen Dynamik Umfang einzufangen machte ich eine Aufnahme mit 1/6 Sekunde für den VG und eine zweite von 1/15 Sekunde für den Himmel. Die beiden RAW Dateien wurden in Lightroom angepasst und danach als Ebenen in Photoshop geladen und manuell überblendet. Anschliessend wurden noch Anpassungen an den Tonwerten mit den Luminanz Masken vorgenommen sowie die Sättigung eingestellt.Creux Du Vans
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 13, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/6 Sekunde & 1/15 Sekunde, ND Grad Filter 0.6, manuell überblendet in Photoshop

Gletscherschlucht Rosenlaui

Für die letzte Juli und erste August Woche hatte ich mir vorgenommen verschiedene Foto-Touren zu unternehmen. Ich habe mir ein schlecht Wetter und ein gut Wetter Programm zusammengestellt. Da es an diesem Wochenende Ende Juli nach mehr oder weniger „Schlecht-Wetter“ aussah, entschied ich mich an diesem Tag für die Gletscherschlucht Rosenlaui im Berner Oberland. Als ich am Morgen hier Richtung Berner Oberland abfuhr schien das Wetter gerade ideal zu sein um in einer Schlucht zu fotografieren.
Als ich in Rosenlaui ankam setzte Nieselregen ein und es war alles Wolkenverhangen. Für mich perfekte Verhältnisse um in der Schlucht zu fotografieren.
Während Jahrtausende hat das Gletscherwasser hier sich mit seiner unbändigen Kraft den Weg durch die Felsen „erarbeitet“ und gleichzeitig ein Kunstwerk geformt.
Ein gut ausgebauter Steg führt über Steinstufen und durch Tunnels durch die 500 Meter lange Gletscherschlucht und anschliessend geht ein Wanderweg durch lichten Bergwald  wieder zurück zum Ausgangspunkt. Etwa eine knappe Stunde sollte man schon einberechnen um diese atemberaubende Schlucht zu „erforschen“.
Die Felswände erreichen eine maximale Höhe von 70 bis 80 Meter.
Die Gletscherschlucht gehört übrigens zum UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn.
Eine sehr fotogene Schlucht aber es ist auch nicht einfach in der Schlucht zu fotografieren – vor allem wenn man den gut ausgebauten und gesicherten Weg nicht im Bild haben will. Dazu kommt noch das Wasser. Es ist zum fotografieren eine feuchte Angelegenheit. Ich war ausgerüstet mit Regenschirm und einem Plastiksack um meine Kamera einigermassen etwas besser zu schützen. Wie schon erwähnt, war es eine Herausforderung ansprechende Kompositionen zu finden ohne Kompromisse eingehen zu wollen.
Zu meinem Glück fanden an diesem Tag nicht viele „Touristen“ den Weg in die Rosenlaui Schlucht. So konnte ich in aller Ruhe fotografieren.
Mein ausgesuchtes Bild für diesen Beitrag ist vom Wasserfall am oberen Ende der Gletscherschlucht kurz bevor man aus der Schlucht kommt. Tosend fällt das Wasser dort über Steinstufen hinunter und lässt einen erahnen mit welcher Kraft das Wasser diese Felsen geformt hat. Was mich besonders gereizt hat an dieser Stelle ist der Lichteinfall von oben und die Formen und Strukturen welche das reissende Wasser kreiert – immer wieder ähnlich und trotzdem anders und immer wieder von neuem.Rosenlaui Gletscherschlucht