Autumn Fragrance

Der Oktober 2012 war nicht reichlich mit schönem goldigen Oktober Wetter gesegnet. So machte ich mich an einem regnerischen Tag Richtung Schwarzwassergraben auf um dort Herbstfotos zu machen. Dachte mir, dies könnte auch eine gute Location bei „Schlecht-Wetter“ sein. Doch machte ich die Rechnung ohne den Dauerregen der die Bäche und Flüsse zum überlaufen brachte. So war am Schwarzwassergraben nur eine braune Brühe anstatt schön klares Wasser und die Gesteinsformationen waren alle Unterwasser. Da war nichts zu machen. Also dachte ich mir, ich könnte mal zum Räbloch fahren. Eine Schlucht zwischen Schangnau und  Eggiwil im Emmental. Ich war noch nie dort – wollte aber schon lange mal dorthin, denn das Räbloch steht auf meiner „to-do-Liste“. Hatte eigentlich keine Ahnung was mich dort erwartet, so fuhr ich ohne grosse Hoffnung mit ein paar Bilder nach zu kommen ins Emmental. Dachte dies gebe bloss eine Erkundungstour damit ich dann später mal die ausfindig gemachten Locations fotografieren könnte. Doch das Räbloch erreichte ich an diesem Tag nicht mehr. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich das Hochmoor Steinmösli und blieb dort hängen. Das Hochmoor im Oberemmental gelegen ist ein Juwel. Die Bergen konnte ich zwar nur erahnen, ab und zu gaben die Wolken einen kleinen Blick auf einen Gipfel frei, doch meist war alles Wolkenverhangen und es regnete in Strömen. Doch die Herbstfarben standen in einem schönen Kontrast zu dem Grau der Wolken. Sicher eine Location welche ich noch mehrmals besuchen werde. Doch die Erlebnisse von diesem Tag bestätigten wieder einmal, dass es kein schlechtes Licht und kein schlechtes Wetter für Fotografen gibt, sondern bloss, das falsche Motiv zum falschen Zeitpunkt bei unpassenden Licht- & Wetterverhältnissen. Hier bei diesem Moor war das Wetter für mich gerade „perfekt“…..die Herbstfarben kamen durch das Regenwetter richtig zum Leuchten und die Wolken brachten Dramatik ins Bild. Im Gegensatz dazu waren die Verhältnisse im Schwarzwassergraben nicht ideal zum fotografieren.Emmental
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@24mm), ISO 320, f 13, 1/6 Sekunde, polarizer

Glücksgefühle

Es gibt Momente im Fotografen Alltag die kann man mit Worten kaum oder gar nicht beschreiben. Man steht morgen früh zu unchristlichen Zeiten auf um sich auf den Weg zur gewünschten Location zu machen damit man noch vor Tagesanbruch vor Ort ist. Irgendwie würde man aber lieber noch im warmen Bett liegen bleiben, doch man weiss, wenn man jetzt nicht aufbricht dann verpasst man das schöne weiche Morgenlicht und evt. auch das Foto des Lebens. Also macht man sich auf den Weg!
Im warmen Auto geht’s dann zunächst Mal mit leiser und angenehmer Musik aus dem Autoradio zum Ausgangspunkt. Dort angekommen der nächste „Schock“! Man steigt aus dem Auto, ein starker und kalter Wind weht einem um die Ohren und man würde sich am liebsten gerade wieder ins warme Auto setzen. Doch man überwindet sich immer wieder und macht sich auf den Weg…..und immer wieder wird man dafür auch belohnt!
Genau so erging es mir auch an diesem Septembermorgen.
Das schweizerische Mittelland lag unter einen dünnen Nebeldecke, irgendwie fiel mir das aufstehen an diesem Morgen besonders schwer obwohl ich mich auf die kommenden Stunden heute Morgen auf der Belchenfluh zu fotografieren freute. Doch jedes Mal immer wieder: bin ich einmal auf der Belchenfluh angekommen überwältigt mich ein unheimliches Glücksgefühl und vergessen ist die Müdigkeit. Das wird je nach Wetterlage und Nebelobergrenze noch verstärkt. In solchen Momenten bin ich einfach nur noch Dankbar, dass ich sowas erleben und sehen darf. Tausende von Gründe weshalb ich Dankbar sein sollte für mein Leben. Ich denke dann oft wie wir hier privilegiert sind im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf diesem Planeten. Oft beklagen wir uns über Dinge welche eigentlich kein Anlas wären sich darüber zu beklagen. Solche Momente voller Glück alleine sind es sich schon Wert – auch wenn man ohne ein Bild nach Hause fährt weil die Stimmung und das Licht nicht der Erwartung entsprochen haben.
Doch an diesem Morgen war alles perfekt.Belchenfluh
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@26mm), ISO 200, f 14, 1/8 Sekunde, ND Grad Filter 0.9 soft, „double processing“ RAW File

…..über Pleiten, Pech und Pannen

Sicher jedem Fotograf sind schon Missgeschicke und Pannen passiert……….ich habe schon Bilder ruiniert da ich in der Hektik vergessen habe, die Iso zurückzustellen. Auch hatte ich schon mal meine ganzen Speicherkarten zu Hause liegen lassen und war schon unterwegs mit einem fast leeren Akku und als dann die Stimmung und das Licht perfekt war, war auch mein Akku leer. Doch diese Sachen sind ärgerlich, doch schlussendlich ist nichts kaputt ausser vielleicht die eigenen Nerven. Doch ich habe auch ein sehr hoher Verbrauch an Fernauslöser. Irgendwie werden diese bei mir nie alt. Erst kürzlich habe ich meinen dritten neuen Fernauslöser in 4 Jahren gekauft. Der vorletzte ging baden und der letzte fiel am Schluss von selber auseinander. Ich habe bis heute noch keinen Auslöser gefunden welcher meinen Einsatzbedingungen über längere Zeit stand hält. Die Sonnenblende ist ein weiterer Artikel den ich gerne in grösseren Mengen kaufe, da ich sie öfters verliere, liegen lasse oder in einem See versenke. Letzten Winter war ich früh morgens am Etang de la Gruère fotografieren. Ein perfekter morgen. Die Landschaft war tief verschneit, der See war zum Teil zugefroren und es war ein klarer frostiger Morgen. Ich war eigentlich schon auf dem Rückweg zum Auto als ich noch das eine Foto machen wollte. Ich musste dafür aber einige Meter übers Eis laufen. Ich fixierte die Kamera auf meinem Stativ und nahm es auf die Schulter…….und plötzlich rutschte ich auf dem Eis aus. Mein einziger Gedanke war die Kamera mit Stativ hoch in die Luft zu halten, damit diese nicht zuerst auf dem Eis aufschlagen. Ich drehte mich irgendwie noch um, so dass ich auf dem Rücken landete und die Kamera schützen konnte. Glück gehabt! Die Kamera und auch das Stativ nahmen keinen Schaden, doch mein Rücken hatte nicht so Freude daran.
Doch die Hitparade meiner Pannen führt seit neustem das Ereignis auf der Belchenfluh an. Irgendwann musste es ja mal soweit kommen. Es war ein phänomenaler Oktobermorgen. Einziger Wehrmutstropfen war, dass die Nebelobergrenze sehr Tief lag. Doch das Morgenrot entschädigte mich dafür mehr als genug. Da der Nebel sehr Tief lag entschied ich mich nicht ganz hinauf zu gehen, sondern zu einer Stelle etwas unterhalb, welche mir Adrian zuvor mal  zeigte. Dieser markante Felsen eignet sich sehr gut als Vordergrund. Doch ist dieser Platz nicht ganz einfach um ein Bild zu komponieren, da viele Bäume mit Ästen und Zweige ins Bild kommen. An diesem Morgen stellte ich mein Stativ auf dem Grat auf. Keine ideale Stelle um ein Stativ sicher aufzustellen. Doch dachte ich sollte es halten. Ich komponierte mein Bild und anschliessend nahm ich die Einstellung vor. Um die Helligkeitsunterschiede auszugleichen und um die Himmel korrekt zu belichten entschied ich mich für einen Grauverlaufsfilter. Nun, machte ich eine Probeaufnahme um das Bild danach zu prüfen und Änderungen vorzunehmen. Da die Zweige welche von rechts ins Bild ragten als störend empfand, versuchte ich diese etwas zur Seite zu rücken, was aber nicht so einfach war, da ich selber auf dem Grat stand und das Gleichgewicht halten musste. Irgendwie berührte ich das nicht hundertprozentig standsichere Stativ welches sofort zur Seite kippte und mit dem Filterhalten auf dem Felsen aufschlug. Glück im Unglück. Die Kamera hätte auch so gut 100 Meter in die Tiefe fallen können. Der Filter sowie auch der Adapterring waren zerbrochen. Auch die Filterhalterung hat Schaden genommen. Objektiv und Kamera bleibe dafür zum Glück verschont. Doch die Stimmung und das Morgenrot erreichten ihren Höhenpunkt. Ich kümmerte mich momentan noch nicht um den Schaden, wollte ich doch das Licht und die Farben am Himmel noch für ein Bild nutzen. Schnell komponierte ich mein Bild neu und da ich keine Filter mehr nutzen konnte machte ich eine Belichtungsreihe um den Dynamikumfang zu kontrollieren. Erst als ich dann mein Bild auf dem Sensor hatte, realisierte ich  welches Glück ich hatte.Belchenfluh
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 400, f 8, 0.5Sek, 1/50 Sek, 1/13 Sek, 3 single exposure manually blended in photoshop & 1 exposure double processed

My Backyard

Es hat bestimmt einen Grund wieso der Stellisee mit dem Matterhorn eines der meist fotografierten Landschaften der Schweiz ist. Sicher sind auch die touristisch beliebten Gebiete wie das Berner Oberland, das Engadin, das Wallis und das Tessin immer wieder eine Reise wert. Diese bekannten Landschaften sind nicht umsonst beliebt bei den Fotografen sowie Touristen. Auch ich reise immer wieder gerne in diese Gebiete um zu fotografieren. Doch hat die Schweiz vielmehr zu bieten als nur diese touristischen Landschaften und die x-tausend mal fotografierten Landschaften. Es gibt viele versteckte Perlen. Diese zu suchen und zu entdecken macht für mich den Reiz aus. Da ist man noch nicht voreingenommen von einer bestimmten Komposition und man gestaltet das Bild so wie man es sieht. Und genau das macht das fotografieren für mich noch interessanter. Da gibt es viel Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt…….das ist auch der Unterschied zwischen einer Landschaft dokumentieren und „seine eigene Ansicht schaffen“ . Um diese Perlen zu finden muss man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, nicht nur von bekannter Landschaft zu bekannter Landschaft hetzen, offen sein für Neues und die Schönheit erkennen können. Genau bei solchen Landschaften welche noch nicht „tot-fotografiert“ sind, kann man seiner eigenen Kreativität unvoreingenommen freien Lauf lassen. Eine solche Landschaft ist für mich die Belchen Region im südlichen Baselbiet in der Schweiz. Ich bin zwar am Fusse des Juras aufgewachsen und verbrachte die meiste Zeit meines Lebens am Jura Südfuss, doch dauerte es 40 Jahre bis ich diese Landschaft lieben lernte. Der Belchen war mir eigentlich immer nur als Autobahntunnel und somit als Verbindung nach Basel bekannt. Ich fotografierte die USA, Australien und endlich in den letzten Jahren auch die Walliser und Berner Alpen und andere bekanntere oder weniger bekannte Landschaften der Schweiz. Mit der Zeit fragte ich mich „was ist mit dem Rest der Schweiz?“. Da muss es doch noch mehr geben. Etwas das man fotografisch noch entdecken kann. Da nahm ich mir die Zeit, diese andere Schweiz, welche fotografisch weit weniger fotografiert wird, für mich zu entdecken. Eines der schönsten Gebiete welche ich dadurch entdeckte, ist die Belchen Region.  Ironischerweise und zu meinem Glück liegt diese Gegend noch fast vor meiner Haustüre, so zu sagen in meinem Garten.
Vor gut einem Jahr entdeckte ich diese Gegend im südlichen Baselbieter Jura für mich und mir war sofort bewusst welches fotografische Potential diese Gegend noch bereit hält. Also wieso immer hunderte von Kilometer fahren um eine imposante Landschaft zu fotografieren, wenn man ebenso eine im eigenen Garten, sprich in seiner Region hat, welche man kaum kennt. Der Vorteil ist, wenn man sich auf eine Gegend im Umfeld des eigenen Wohnortes konzentriert, ist, dass man schnell vor Ort ist. Man kann vor Ort sein wenn „die Magie“ passiert. Man kann auch zu jeder Zeit die Gegend nach neuen Motiven erkunden gehen. Je besser man die Gegend kennt, je besser man das Wetter vorahnen kann, je besser man vorbereitet ist desto besser sind die Erfolgsaussichten um einmalige Fotos zu machen. Diese Möglichkeit habe ich im Engadin mit einer 5 stündigen Anreise nicht. Jedes Mal wenn ich wieder in der Belchen-Region bin, kommen mir immer wieder neue Bildideen. Nicht alle davon lassen sich auch umsetzen – auch habe ich sicher nicht alle Ideen schon versucht umzusetzen, doch gibt es dafür immer wieder viele unvorhergesehene Stimmungen.Jurazeit/Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 320, f 11,               1/15 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft

Kleiner Ankenballen

Zwei Tage zuvor erkundete ich mit Adrian Wirz die Gegend um die Ankenballen. Adrian zeigte mir unter anderem auch diesen Platz von wo aus ich dieses Bild hier machte.
Eigentlich beabsichtigte ich an diesem Freitagmorgen Anfang Oktober 2012 nicht fotografieren zu gehen, doch per Zufall schaute ich, als ich kurz vor 6 Uhr Morgens erwachte, aus unserem Schlafzimmerfenster und sah das es Nebel hatte. Kurz entschlossen packte ich meine Fotoausrüstung und fuhr mit dem Auto zur ca. 25 minütigen entfernten Belchen-Region im südlichen Baselbiet. Ich hatte eigentlich noch keine genaue Vorstellung was ich an diesem Morgen fotografieren wollte. Ich kannte die Gegend mittlerweile sehr gut durch meine unzähligen Besuche im letzten Jahr und habe auch die eine oder andere Bildidee, doch würde ich mich je nach Nebelsituation mich dann am Ausgangspunkt für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden. Beim Chilchzimmer angekommen entschied ich mich nach kurzer Lagebeurteilung auf den „Grossen Ankenballen“ zu gehen und die „Kleine Ankenballe“ mit Nebelmeer zu fotografieren. Doch aus dem Nebelmeer wurde an diesem Morgen nichts, den es hatte keine einheitliche Nebeldecke sondern vielmehr Nebelschwaden. Trotzdem, der Entscheid auf die Grossen Ankenballen zu gehen erwies sich als richtig!
Doch oben angekommen, stand ich zuerst einmal in einer Nebelsuppe. Der Nebel war teilweise so dick, dass ich manchmal kaum noch einen Meter weit sehen konnte. Zwischendurch lichtete sich der Nebel dann wieder und gab den Blick auf die „Kleine Ankenballe“ frei, nur um Sekunden später wieder vom Nebel verhüllt zu werden. Ich dachte schon, dass es nichts würde mit einer ansprechenden und spannenden Lichtstimmung an diesem Morgen bis nach ca. einer Stunde warten, sich der Nebel vor dem Ankenballen auflöste, sowie gegen Osten die Sonnenstrahlen sich durch die dünne Nebelschicht kämpfen konnten und diese die Felsen warm leuchten lies, während gegen Süden und Westen, gleich hinter dem Felsvorsprung, der Nebel hängen blieb…………………..und Sekunden später war ich wieder vom Nebel umhüllt.Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@32mm), ISO 200, f 9, 1/15 Sekunde, Polarizer