Into The Light

Ein für mich sehr ereignisreiches und auch erfolgreiches Fotojahr neigt sich dem Ende zu.
Der Höhepunkt dieses Fotojahres war unser Trip durch das Northern Territory, South Australia und zum Abschluss noch die Great Ocean Road und Melbourne. Viele dieser Bilder werdet Ihr im nächsten Jahr hier auf meinem Blog oder auch auf Facebook, Google+, 500px und anderen Sozialen Netzwerke auch zu sehen bekommen. Die besten werde ich dann auch auf meine Website nature-moments.com hochladen.
Ein paar Bildideen konnte ich in diesem Jahr wieder verwirklichen, aus Visionen wurden Bilder, manchmal machte das Wetter mit, manchmal auch wieder nicht, einige Ideen liessen sich (noch) nicht umsetzen und viele neue Ideen kamen dazu.
Ich danke allen welche mich durch mein Fotojahr 2013 begleitet haben und wünsche allen ein gutes 2014!
Dieses Bild hier machte ich gestern Morgen auf dem Creux Du Van im Neuenburger Jura.
Ich war an diesem Tag das erste Mal mit Martin Maegli unterwegs, einen Fotografen dessen Bilder ich schon ein paar Jahre bewundere aber selber noch nie getroffen hatte.

Bis jetzt war ich auf dem Creux Du Van nicht gerade mit Glück überhäuft worden. So schien es zuerst auch diesen Morgen wieder zu sein. Angekommen etwas unterhalb von Le Soilat, dem Ausgangspunkt – von dort aus ging es mit Schneeschuhen weiter – war der Himmel zwar noch Sternenklar, doch je näher wir dem Creux Du Van kamen, desto mehr kamen wir in dichten Nebel. Oben angekommen warteten wir dann auf „das Licht“, welches dann tatsächlich auch kam. Und was für ein Licht und was für eine Stimmungen! Solche Momente sind einfach nur „Magie“ und die Belohnung für manache Stunde die man im Nebel wartend verbracht hat oder das Wetter einfach nicht stimmte und man schlussendlich ohne ein Bild wieder nach Hause gegangen ist. Zwar konnte ich auch an diesem Morgen meine urprüngliche Bildideen nicht umsetzen, aber dafür ergaben sich total neue Bildideen und Lichtstimmungen die einfach nur atemberaubend waren.
Oft geht es auch nicht darum, dass man mit unzähligen Bildern auf der Speicherkarte heimkommt – natürlich, jeder Fotograf wünscht sich das – doch vielmehr zählt auch solche Naturwunder erleben zu dürfen.
Was uns die Natur an diesem Tag bot, war einfach nur atemberaubend. Den ganzen Tag lang konnte man fotografieren, das Licht und die Stimmung änderte sich ständig – natürlich musste man Geduld haben, wenn man wieder ein Motiv entdeckt hat, doch meistens wurde man an diesem Tag dafür auch belohnt.
Auch dieses Bild hier war nicht geplant! Es hat sich einfach so ergeben als wir darauf warteten, dass der Nebel sich etwas lichtet – und plötzlioch kamen diese Tannen zum Vorschein! Mancham hat man das Glück eben auf seiner Seite!Creux Du Van -Into The Light                          Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@58mm), ISO 100, f 11, 1/40 Sekunde

Nebellicht(„Im Auge des Fotografen“)

Wer kennt das nicht! Man hat soeben sein Bild fertig „entwickelt“ und zeigt es einem Fotografen-Kollegen oder lädt es auf sein bevorzugte Fotografie-Forum hoch und das Bild wird „negativ“ kritisiert. Man zeigt es ja auch anderen um hoffentlich ein ehrliches Feedback zu kriegen und andere Meinungen zu dem betreffenden Bild zu hören. Wenn möglich mit Begründung und Anregung was der oder die andere anders gemacht hätte.
Doch oft genug bekommt man nur zu hören, dass die Farben nicht stimmen, das Bild nicht der Realität entspreche und es in „Natura“ nicht so aussehen würde. Jeder ist nur von seiner Ansicht der Realität überzeugt und versucht die anderen zu belehren wie es auszusehen hat. Wer darf den von sich aus Behaupten, dass nur seine Ansicht der Wirklichkeit entspricht!
In Wahrheit können auch beide Ansichten, die des Fotografen sowie die des Betrachters der Realität entsprechen. Die Realität, dass heisst die Wahrnehmung einer Stimmung ist bei jedem einzelnen anders. Sie liegt auch im Auge des Betrachters.
Um eine Szene so realistisch wie möglich und vorallem so wie ich sie erlebt habe, wiederzugeben, fotografiere ich seit Jahren nur noch im RAW-Format. Das bedeutet, ich übernehme die volle Kontrolle über jeden einzelnen Parameter  der Aufnahme. Dies erlaubt mir die Stimmung so zu zeigen wie ICH sie gesehen habe und überlasse die Kontrolle über Farbgebung, Sättigung, Weissabgleich und Tonwerte nicht einer „kopflosen“ Kamera oder Software. In Wahrheit geben Jpeg’s nie einen einzigen Parameter korrekt wieder.
Da aber jetzt jeder Mensch eine andere Wahrnehmung einer Szene hat, anders fühlt und jeder Parameter selber einstellt, würde jetzt auch ein Bild welches mit der gleichen Kamera, gleiches Objektiv zur gleichen Zeit, bei gleichem Licht sowie dieselbe Hardware und Software beim „postprocessing“ verschieden aussehen. Doch beide Bilder würden oder können sicher der Wirklichkeit entsprechen.
Vielleicht sollten wir darüber Nachdenken wenn wir das nächste Mal ein Bild von einem Kollegen kommentieren und kritisieren. Das einzige was doch wirklich wichtig ist, ist dass der Fotograf mit seiner Interpretation der Szene zufrieden ist und er die Stimmung so wiedergibt so wie er sie erlebt und gefühlt hat. Jeder Fotograf interpretiert eine Landschaft mit der gleichen Stimmung anders als der andere.Belchen
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@35mm), ISO 200, f 11, 1/500 Sekunde, polarizer

Winter’s Eve

Ende November 2012 war ich an einem Freitag Nachmittag mit Adrian Wirz in der Belchenregion/Schweiz unterwegs. Wir entschieden uns auf den Grossen Ankenballen zu gehen. Der Schnee der vergangenen Tage machte den Aufstieg mühsam doch sehr lohnenswert. Leider war die Stimmung für mein vorgesehenes Vorhaben nicht unbedingt ideal, doch als ich mich dann mal umdrehte und Richtung Kilchzimmer schaute, präsentierte sich der Ruchen und der Belchen in einem wundervollen weichen Licht.
Mit den beleuchteten Gebäuden beim Kilchzimmer vermittelte mir dieses Sujet ein weihnächtliches Gefühl.Belchen

Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@35mm), ISO 200, f 8, 20 Sekunden, polarizer

Litchfield

Noch aus dem Northern Territory Trip von 2009.
Eigentlich stand der Litchfield Nat’l Park diesmal nicht auf der Wunschliste zum fotografieren. Doch inspiriert von einem Bild vom australischen Fotografen Craig Lamotte entschied ich mich auf dem Weg zurück nach Darwin, falls wir noch Zeit hatten, einen Abstecher in den Litchfield Nat’l Park zu machen um die die „Magnetic Termite Mounds“ zu fotografieren. Ich bereue diesen Entscheid nicht, den der Litchfield Nat’l Park bietet einiges und die Landschaft ist faszinierend. Wir besuchten allerdings nur einen kleinen Teil des Nationalparks und fotografisch beschränkte ich mich vor allem auf die „Magnetic Termite Mounds“, welche weltweit nur in diesem Gebiet vorkommen. Diese Termitenhügel sind alle in Nord-Süd Richtung ausgerichtet und dies dient der Klimatisierung der Hügel. Einige dieser Termiten Hügel sind bis zu 3 Meter hoch.
Unser Camp schlugen wir diesmal etwas ausserhalb des Nationalparks auf. Nachdem wir am Nachmittag die Florence Falls und die Tolmer Falls besuchten, kamen wir gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu den Magnetic Termite Mounds. Die Abendstimmung mit dem golden warmen Licht über dem Buschland mit den Termitenhügeln war schön, aber nicht was ich erwartet hatte. Wahrscheinlich ist das Licht für dieses Motiv am Morgen besser zu dieser Jahreszeit. Doch der Cathedral Termite Mounds leuchtete rot-orange im Abendlicht – perfektes Licht um diesen Termitenhügel zu fotografieren. Also wendete ich mich ab von meiner ursprünglichen Bild-Idee und widmete mich diesem Termiten.
Am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang war ich dann schon wieder vor Ort um dieses Mal die Morgenstimmung bei den Magnetic Termite Mounds zu fotografieren. Ich liebte diese frühe Morgenstunden im australischen Outback, der Duft von Eukalyptus, die Stille und Einsamkeit sowie ein unbeschreibliches Gefühl von Glück liessen mich alles andere klein und unwichtig erscheinen. Manchmal ist das grösste Glück eines Fotografen nicht, mit einer Vielzahl von Bildern nach Hause zu kommen, sondern einfach nur das Gefühl all dies Erleben zu dürfen und die Stimmung vor Ort in diesem Moment im vollsten Sinne zu geniessen und zu realisieren was für ein Glück man eigentlich hat.
Litchfield