Impressions from Aletsch Glacier

Bilder sagen mehr als 1000 Worte!!!Aletschgletscher
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@20mm), ISO 200, f 13, 1/60 Sekunde,PolarizerAletschgletscher-Alpenrose
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@23mm), ISO200, f 20, 1/6 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft, PolarizerAletschgletscher-Wallis
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@24mm), ISO 200, f 13, 1/60 Sekunde,  Polarizer

Dein Motiv kennen

In den letzten paar Jahren war ich jetzt schon x-hundert Mal in der Gegend um die Belchenflue am fotografieren. Und immer wieder entdeckte ich was neues. Ich erkannte aber schon bei meinem ersten Besuch das mögliche Potential dieser Landschaft im solothurnischen und Baselbieter Jura. Auch hatte ich damals schon die eine oder andere Bildidee und Vision.
Es ist zwar meiner Meinung nach nicht zwingend eine Landschaft gut zu kennen um gute Bilder zu machen, aber es ist auf jeden Fall ein grosser Vorteil. Erstens ist nicht immer die erst beste Komposition die Beste, auch ist nicht immer der erste ausgewählte Kamerastandpunkt der optimalste. Zweitens öffnen einem immer wieder neue Blickwinkel welche vielleicht noch interessanter sind und die Lichtverhältnisse sind auch jedes Mal wieder anders. Man kann schon sagen, je besser man sein Motiv kennt, je besser kann man das Endergebnis  bis zu einem gewissen Grad steuern. Wenn ich das erste Mal an einem Ort fotografiere, ich vorher noch nie dort war, weiss ich nicht unbedingt wie meine Landschaft (mein Motiv) im Morgenlicht oder Abendlicht wirkt. Dazu kommt noch die Jahreszeit. Das Licht im Sommer ist nicht gleicht wie das Licht im Herbst und dies ist wiederum anders als das Licht im Winter oder Frühjahr. Viele Faktoren spielen eine Rolle welche wir nicht beeinflussen können. Aber wir können lernen wie & wann man evt. welche Lichtsituation an diesem Ort antrifft. Wann und wo geht die Sonne unter und wann und wo geht sie auf. Wie sieht es mit dem Mond oder den Sternen aus. Vielleicht eignet sich dieses Motiv besonders gut für Nacht-Fotografie. Oder trifft man abhängig von der Jahreszeit häufig Nebelstimmungen an oder eignet es sich besonders gut die Farbenpracht im Herbst zu fotografieren. Alles Sachen die man beim ersten Mal vor Ort nicht unbedingt weiss, vor allem wenn es ein relativ unbekanntes Landschaftsmotiv ist welches nicht tausendmal schon fotografiert wurde.
Ein paar Infos kann man sich heute natürlich schon im Internet holen. Ich persönlich finde das eine gute Hilfe und auch Informationsquelle bevor man sich selber vor Ort begibt. Aber je unbekannter ein Motiv, desto weniger findet man natürlich auch im Web. Das Internet ist aber für den Anfang eine gute Möglichkeit sich über sein Motiv ein wenig zu informieren aber es ersetzt auf keinen Fall die Erfahrung vor Ort
Eine andere Möglichkeit etwas über einen möglichen Ort zu erfahren den man gerne einmal fotografieren möchte, ist durch andere Fotografen. Sie geben Tipps zu welcher Jahres und Tageszeit es dort am besten ist zu fotografieren. Aber auch dies ersetzt auf gar keinen Fall die eigene Erfahrungen vor Ort.
Ein anderer wichtiger und nicht zu vernachlässigen Faktor ist, dass man das Wetter so zu sagen „Vorausahnen“ kann. Wie wird sich die Situation Wettermässig in den nächsten 20 bis 30 Minuten entwickeln. Mit der Zeit einwickelt man dafür ein wenig ein Gespür.
Es ist von Vorteil wenn man weiss, wann man sein Vorhaben umsetzten möchte, sich ein paar Tage vorher über die Wetterlage informiert . Man wird im Voraus nie ganz genau wissen können welche Wetterbedingungen man antreffen wird, aber man kann einen Fehlentscheid evt. Vermeiden und die Erfolgsaussichten auf das gewünschte Vorhaben sind grösser.
Ich bin mir sicher das ich das Potential dieser Gegend um die Belchenflue noch lange nicht ausgeschöpft habe und immer wieder neue Kompositionen finden werde und auch immer wieder neue interessante und dramatische Lichtsituationen antreffen werde.Ankenballen-Belchen
Technische Details: Nikon D700, Nikkor AFS 70-200/f2.8G IF VR ED (@200mm), ISO 200, f 13, 1/2 Sekunde, Polarizer

Ageless Beauty

Ein Ort den ich immer wieder gerne Besuche wenn wir durchs Northern Territory fahren und unterwegs sind auf dem Weg von Katherine nach Alice Springs sind die Devils Pebbles oder Kunjarra wie sie von den Aborigines genannt werden. So war es auch das letzte Mal wieder. Wir übernachten dann immer im Three Ways Roadhouse welches auch einen Campingplatz hat und nur ca. 30 Minuten Autofahrt von den Pebbles entfernt liegt. Wir erreichten Three Ways Roadhouse, ein wichtiger Knotenpunkt im australischen Outback für Reisende und Trucker im frühen Nachmittag. Nachdem wir unser Zelt aufgestellt hatten, machten wir uns dann auf den Weg zu den Devils Pebbles. Nach ca. 20km Fahrt auf dem Stuart Highway südwärts geht es dann auf eine relativ gut ausgebaute Piste (kommt immer auf die Witterung an) Richtung Devils Pebbles. Es schien alles perfekt zu sein. Nachdem wir bei unserem letzten Besuch dort nur tief blauen Himmel ohne Wolken hatten, sollte ich diesmal perfekte Bedingungen haben. Blauer Himmel mit vielen zerstreuten Cumulus Wolken am Himmel und interessantes Lichtspiel……natürlich nicht zu vergessen sind die zum Outback gehörenden Fliegen. Dort angekommen waren wir wieder einmal die einzigen Menschen weit und breit. Später gesellte sich dann noch ein älteres Australisches Ehepaar mit ihrem Hund dazu, welche gerade eine grössere Reise durch das Outback machten. Zwischendurch machen immer wieder ein paar vereinzelnde Touristen auf der Durchreise einen kleinen Abstecher zu den Pebbles – doch blieben diese meist nicht lange. Ein paar Erinnerungsfotos und weg waren sie meist schon wieder. Während ich mir mögliche Motiv suchte unterhielt sich Julie mit dem australischen Ehepaar. Inzwischen war es schon später Nachmittag und das Licht wurde immer besser. Die rötlichen Granitsteinen fingen bereits im Licht des späten Nachmittags an zu leuchten und im Kontrast zu dem tief blauen Himmel, den zerstreuten Wolken und der tief stehenden Sonne ein wunderbares Motiv. Zwischendurch wurde die Sonne immer wieder durch die Wolken verdeckt und das Sonnenlicht wurde dadurch gebrochen was wiederum interessante Lichtsituation ergab. Ein fantastisches Lichtspiel bot sich mir in den nächsten 2 Stunden mit immer wieder anderen Bedingungen. Diese Landschaft ist Inspiration pur und immer wieder ergab sich eine fantastische Lichtstimmung und der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Wieder einmal so einer dieser Momente wo man einfach nur restlos glücklich ist, dies alles erleben zu dürfen und Zeuge sein kann wenn die Natur anfängt mit Licht und Farben zu spielen. Leider verzogen sich die Wolken je näher die Sonne dem Horizont kam und somit war der Sonnenuntergang nicht so spektakulär. Doch hatte ich genügend schöne und einmalige Lichtstimmungen in den vergangenen 2 Stunden festhalten können.Devils Pebbles - Ageless Beauty
Technische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@19mm), ISO 160, f 10, 1/500 Sekunde, Polfilter

Nachtfotografie in Les Pres d’Orvin

Ein Arbeitskollege von mir organisierte Ende Februar eine Schneeschuhwanderung in Les Pres d’Orvin mit einem Fondue-Essen in der Métairie de Gléresse . An einem Freitagabend Ende Februar um 18.30 Uhr starteten wir vom Langlaufzentrum in Les Pres d’Orvin mit den Schneeschuhen Richtung Métairie de Gléresse. Die Wanderung ist nicht anstrengend und geht nicht steil Bergauf, so ist es auch geeignet für nicht sportlich Aktive. Nach gut einer Stunde Wanderung in der Dämmerung erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Métairie. Auf dem Weg zur Métairie de Gléresse fand ich das eine oder andere interessante Motiv. Auch in dieser Gegend hat es diese bizarren Bäume. Die Nacht war Sternenklar und somit auch ideal für Nachtaufnahmen. Für alle Fälle nahm ich meine Ausrüstung mit an diesem Abend.
Die Métairie de Gléresse liegt inmitten der wilden idyllischen Bergwelt des Berner Juras auf ca. 1300 Meter. Ein sehr gemütliches Ambiente mit einer 300 jährigen Geschichte, dazu ein wirklich hervorragendes Fondue, ist die Métairie de Gléresse wirklich sehr empfehlenswert.
Nachdem Fondue packte ich mich meine Kamera und wollte die Gelegenheit nutzen für ein paar Nachtfotos zu machen. Nicht weit entfernt von der Métairie fand ich einen interessanten und fotogenen Baum. Dieser wollte ich als Hauptmotiv nutzen für mein Nachtbild mit Sternenhimmel. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe und meiner Stirnlampe komponierte ich mein Bild. In der Dunkelheit ein Bild zu komponieren ist sicher nicht das idealste und vor allem auch nicht das einfachste vorhaben. Ich machte ein paar Probebilder und kontrollierte und korrigierte immer wieder meine Komposition bis ich zufrieden war. Dabei achtete ich noch nicht auf die technische Umsetzung. Ich belichtete extra lange um wirklich jedes Detail im Bild zu erkennen, damit ich meine Komposition beurteilen konnte. Diesmal wollte ich keine Sternspuren fotografieren. Dass bedeutete ich musste eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen von max. 20 bis 30 Sekunden. Das sollte genügen um die Sternen als einzelne Punkte abzubilden. Dafür muss man natürlich die Iso erhöhen und erhöht dadurch auch die Gefahr des Bildrauschens. Zum Glück hat die D700 ein hervorragendes Rauschverhalten. Ich wählte hier einen Iso-Wert von 1000 mit einer Blende von 6.3 und einer Belichtungszeit von 38 Sekunden. Ich hätte hier durchaus noch einen höheren Iso-Wert wählen können und eine kürzere Belichtungszeit. Den Baum beleuchtete ich dann noch während den letzten 12 Sekunden der Belichtungszeit mit einer starken Taschenlampe, damit sich der Baum vom Rest des Bild abhebt und man Strukturen und Details erkennt. Ich habe hierfür eine LED-Taschenlampe benutzt mit kaltem Licht. Bei dieser Technik sollte man auf eine regelmässige Ausleuchtung achten.
Entwickelt habe ich das Bild mit Lightroom und Photoshop, wobei ich in Lightroom die RAW-Konvertierung vorgenommen habe und in Photoshop so zu sagen das Feintuning gemacht habe. Im Photoshop habe ich unter anderem auch die hellen Bereiche und die dunkleren Bereiche im Baum und im VG angepasst um es harmonischer zu machen. Dazu verwendete ich TK-Luminosity’s Masken (Dodge & Burn).  Für dieses Bild machte ich diesmal auch noch eine Schwarz/Weiss Version da mich persönlich im ersten Moment das Farbbild nicht so recht überzeugen konnte.Les Pres d'Orvin
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@200mm), ISO 1000, f 6.3, 38 Sekunde davon letzte 12 Sekunden Baum belichtet mit Taschenlampe

Ayers Rock

Noch nie hatten wir so viel Mühe ein Zelt aufzustellen wie an diesem Tag auf dem Campground in Yulara beim Uluru. Wir erreichten Yulara in der Nähe des berühmten Ayers Rock oder wie er heute wieder heisst, Uluru, Mitte Nachmittag. So hatten wir genügend Zeit das Zelt aufzustellen und uns einzurichten, bevor es dann erst einmal zum Sunset View Point am Uluru ging. Doch das Zelt aufzustellen nahm mehr Zeit in Anspruch als gewöhnlich und es war ein Abenteuer für sich selbst. Der Wind war so dermassen stark, dass man nichts, aber auch gar nichts herumliegen lassen durfte, was man noch behalten wollte. Unser Zelt schien dem Wind nicht stand zu halten. Jedes Mal wenn wir dachten, „so jetzt haben wir es geschafft“, kam die nächste kräftige Windböe und machte unsere Arbeit zu nichte. Das Zelt lag wieder flach gedrückt am Boden. Dazu kam noch, das die Erde so ausgetrocknet war, dass man die Zeltpflöcke kaum einschlagen konnte ohne sie zu verbiegen.
Damit unser Zelt sich einigermassen dem Wind entgegensetzten konnte, kam Julie auf die Idee, es wenigstens an einem Ende an einem Baum zu befestigen. So hatten wir endlich nach langer Anstrengung und mehrmaligen Wiederbeginn  unser Lager für die nächsten paar Tage aufgeschlagen.
Danach fuhren wir los, Richtung Uluru zum Sunset Viewing Point. Ein guter Anfang um dieses Wahrzeichen Australiens zu fotografieren und kennen zu lernen.
Es war schon ein einmaliges Gefühl und ich war stark beeindruckt als ich den Uluru sah wie er sich von der endlosen Weite des Outbacks erhebt.
Wir erreichten den Sunset Viewing Point frühzeitig, so hatte ich genügend Zeit mir meine Kameraposition zu suchen und mein gewünschtes Bild in aller Ruhe zu komponieren. Die Komposition hier ist nichts neues. Ich wollte einen interessantes Vordergrund, die Weite des Outbacks und im Hintergrund den Uluru im Abendlicht. Der Himmel war wieder Wolkenlos, wie meistens in den letzten 2 Wochen. Hätte mir schon etwas einen dramatischeren  Himmel gewünscht.
Es war schon faszinierend zu sehen wie sich die Farben des Uluru änderten und immer intensiver wurden. Langsam aber stetig füllte sich „leider“ auch der Sunset Viewing Point. Als wir hier ankamen, waren wir alleine mit ein paar anderen Touristen. Mittlerweile hat sich aber der ganze Parkplatz mit Autos gefüllt. Leute stellten ihre Campingstühle auf, andere wiederum sassen auf der Motorhaube ihres Jeeps oder auf dem Dach des Wohnmobils. Es kam mir vor wie in einem „Outdoor-Theater“: der Uluru ist die Bühne und der Viewing Point die Tribüne. Keine Ahnung wie viele Menschen dort waren, aber es müssen mehrere Hundert gewesen sein. Vielleicht sogar noch mehr.
Trotzdem, das Naturschauspiel war faszinierend. Der Himmel am Horizont färbte sich mit einem zarten Rosa, welches sanft in ein Blau verlief. Und das Gestein des Uluru leuchtete in den schönsten Erdtönen mit einer unglaublichen Intensität. Der Höhepunkt war der „Afterglow“ nach Sonnenuntergang.
Wieder bewusst wurde mir die Menschenmenge als wir auf der Rückfahrt waren zu unserem Campground. „Rushhour“ im Outback! Das gab mir dann schon zu denken. So eine Naturschönheit, eine faszinierende Landschaft mitten im Nichts, doch ich kam mir vor auf der Rückfahrt wie in einer amerikanischen oder europäischen Grossstadt im Feierabendverkehr. Doch ich freute mich auch auf die kommende Tage hier am Uluru fotografieren zu dürfen. Wieder beim Campground angekommen, fühlten wir auch schon wieder die unendliche Weite des Outbacks……..die Ruhe, die frische Luft und der endlose Nachthimmel. Es wurde langsam kalt, so zogen wir uns in unsere Schlafsäcke zurück.

Am nächsten Morgen wollen wir vor Sonnenaufgang am „Sunrise Viewing Point“ sein. „Wird es da wieder so eine Menschenansammlung geben?“ , frage ich mich als ich in meinem Schlafsack lag und die Stille des Outbacks genoss.
Uluru, sunset