Holdrifälle

Es war ein bewölkter regnerischer Tag an diesem Samstag im Juli(2012). Gerade perfekt für mein Schlechtwetterprogram: entweder es mich zu Hause gemütlich zu machen und TV schauen…..vielleicht läuft eine lustige Sitcom, ein guter Film…..oder vielleicht eine Outdoor/Tier- Dokumentation…..oder Sport. Die andere alternative, eine Wanderung durch eine Schlucht oder zu den Holdrifällen im hinteren Lauterbrunnental. Diese Fälle stehen schon lange auf meiner „Photography-to-do-Liste“. Ich entschied mich für die aktive Variante und beschloss zu den Holdrifälle zu wandern. In Stechelberg, meinem Ausgangspunkt für die Holdrifälle, angekommen, schien zu meiner Überraschung sogar die Sonne. Doch dies sollte sich schon bald ändern. Ich war gut eine Stunde unterwegs als ich von einem Platzregen überrascht wurde. Doch für das gibt es gute Regenkleidung. Nach gut einer Viertelstunde war die Regendusche auch schon vorbei. Nach ca. 1 ¾ Stunden Wanderzeit erreichte ich die Holdrifälle. Nicht wie der Staubbachfall oder die anderen markanten Wasserfälle im hinteren Lauterbrunnental welche schon von weitem Sichtbar sind, sind die Holdrifälle vielmehr versteckt im Wald. Nur durch das tosende Rauschen des Wassers kann man einen Wasserfall erahnen..
Wasserfälle zu fotografieren brauchen immer besonders Geduld und man muss öfters das Objektivglass reinigen, vorallem wenn man den Wasserfall aus der Nähe fotografieren möchte. Doch ich hatte kaum das Stativ aufgestellt war ich schon von oben bis unten komplett durchnässt, da der Wind vom Berg herab kam und die Gischt direkt zu meinem Kamerastandpunkt wehte. Keine Minute und meine Kleider waren so nass als ob ich gerade im Bergbach ein Bad genommen hätte. Also komponierte ich mein Bild so gut es ging und reinigte dann das Objekt um anschliessend das erste Bild zu machen. Nach Betrachten des Bildes auf dem Display korrigierte ich meine Komposition, reinigte das Objektiv erneut um ein weiteres Bild zu machen. Anschliessend wieder Korrektur der Komposition und der Verschlusszeit, reinigen und fotografieren….so ging es die nächsten paar Minuten weiter.
Mittlerweile hat es wieder zu regnen begonnen. So öffnete ich noch meinen kleinen Regenschirm um die Kamera vor dem strömenden Regen etwas zu schützen. Nach gut ¾ Stunden fotografieren unter strömendem Regen und zwei verschiedenen brauchbaren Kompositionen entschloss ich mich abzubrechen und zum Ausgangspunkt zurück zu wandern. Nach gut 90 Minuten unter strömendem Regen erreichte ich Stechelberg. Zum Glück hatte ich Ersatzkleider mit, so musste ich nicht in den völlig durchnässten Kleider nach Hause fahren. Zu Hause angekommen, musste ich meine komplette Ausrüstung trocknen. Ein Trip der buchstäblich einwenig „zu stark“ in Wasser gefallen ist.Holdrifälle
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 500, f 13, 1/100 Sekunde

Smell Of Eucalyptus

Wer schon einmal das Glück hatte einen Morgen am Didj Billabong, mitten im australischen Busch, umgeben von all den Eukalyptus Bäumen den Tagesanbruch zu erleben, der wird diesen bestimmten Moment sicher nie mehr vergessen! Die hohe Luftfeuchtigkeit mit dem intensiven Duft von Eukalyptus in der Luft: ein unbeschreibliches Gefühl welches mich nie mehr wieder loslassen sollte. Bevor ich dies das erste Mal riechen durfte und bevor ich diesen Ort das erste Mal besuchte, dachte ich sowas könne gar nicht möglich sein.
Jeder Mensch verbindet sicher einen bestimmten Duft mit einem Ort, einem Erlebniss in seinem Leben oder einem bestimmten Moment.

Es war Ruhe, die Wildnis, ein Gefühl von Freiheit, ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit, die Farben der Natur, der Duft, Frieden und sicher auch einwenig die Lust nach Abenteuer. Es war aber auch das unbekannte und die Ungewissheit wo ein Krokodil lauern könnte, wo sich eine Schlange versteckt hält oder ob mir ein Wasserbüffel den Weg kreuzt. Ein wenig wie kalkulierbare Gefahr wenn es denn so etwas gibt. Doch es war der Duft der Eukalyptus Bäume der mich am meisten faszinierte und für mich diesen Morgen auch unvergesslich machte. Es war auch eine Art „ein heilender Duft“ und eine Wohltat für meine Nase, suchte mich doch ein Tag vorher im tropischen australischen Norden eine Erkältung auf.

Diese Eindrücke, Gedanken, Sinne und Gefühle auf ein zweidimensionales Bild zu bringen ist eine Herausforderung und keine leichte Aufgabe. Doch für mich geht es in der Landschaftsfotografie unter anderem auch gerade darum, diese Gefühle und das erlebte in diesem bestimmten Moment auf das Bild zu bringen. Dazu haben wir verschiedene Werkzeuge: diese Werkzeuge müssen wir nun dementsprechend einsetzen damit wir dem Betrachter unser Gefühl und Eindruck von diesem Moment vermitteln können. Für dieses Bild suchte ich mir entsprechend interessante Eukalyptus Bäume – da ich die Gegend schon etwas kannte von meinem letzten Besuch wusste ich schon wo ich in etwa suchen musste, danach versuchte ich eine interessante Komposition und Perspektive zu finden. Der Nebel sollte die Luftfeuchtigkeit aufzeigen und zusammen mit dem Eukalyptus Bäumen den Duft nach Eukalyptus aufzeigen. Mit der Weitwinkel-Ansicht wollte ich die Weite des Outbacks vermitteln sowie mein Gefühl der Freiheit in diesem Moment bildlich festhalten. Die morgendlichen Farben sollten Glück, Ruhe und Frieden zeigen………sowie auch das Raue Terrain und die Gefahren welche in dieser unwirklichen Landschaft auf einem warten können. Alles zusammen kombiniert mit der Wilden Landschaft, soll auch einen Hauch von Abenteuer und Crocodile Dundee aufkommen.
Smell of Eucalyptus-Kakadu Nat'l ParkTechnische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@15mm), ISO 100, f 11, 1/30 Sekunde, ND Soft Grad Filter

Was ist ein gutes Bild

In einer Zeit wo wir regelrecht mit Bildern im Internet überflutet werden, stellt sich doch oft die Frage was ist für mich ein gutes Bild! Als Landschaftfotograf machte ich mir für diesen Blog Artikel einmal ein paar Gedanken darüber. Natürlich mache ich mir bei jedem von meinen Bilder Gedanken, aber ich mache mir keine Gedanken was dem Betrachter gefallen könnte oder was sich verkaufen lässt. Ein beliebtes Bild muss nicht auch zwingend ein gutes Bild sein. Und ein „gutes Bild“ ist für jeden wieder was anderes. Was ein gutes Bild ist, hängt, meiner Meinung nach auch stark von der Perspektive ab, aus der ein Bild betrachtet wird. Da wäre zum Beispiel mal der Fotograf – der Fotograf lässt sich noch in Hobby- und Berufsfotograf unterteilen, dann wäre der Bildjournalist, der Verleger und Ersteller von Druckerzeugnissen und noch die Kamerahersteller. Für jeden von diesen genannten „mitwirkenden“ zur Entstehung eines Bildes ist die Betrachtungsweise eines guten Bildes anders. Für einen Künstler sollte das Bild eine ansprechende Komposition haben und seine Gefühle und Emotionen von diesem Moment beinhalten.
Für den Verleger ist es wiederum wichtig ob sich das Bild verkaufen lässt und wie auch für den Ersteller von Druckerzeugnissen ob das Bild technisch einwandfrei ist. Das Material, ob die Farben, Tonwerte und Verläufe korrekt sind sowie ob die Lichter und Schattenzeichnung sauber sind. Für die Kamerahersteller wiederum im Vordergrund sind, dass ihre Bilddateien  technisch hochwertig sind, Farben korrekt wiedergegeben werden und das Bild viele Details zeigt.
Für mich persönlich als Landschaftfotograf beinhaltet ein gutes Bild alle diese Punkte. Ein Bild ist ein Produkt aus vielen kleinen wichtigen Bauteilen. Es fängt schon beim erkunden an und hört bei der Präsentation auf. Alles was dazwischen liegt ist entscheidend für ein gutes Bild. Dies ist auch ein Grund weshalb ich bei jedem Schritt bei meinen Bildern selber Hand anlegen will oder zumindest bei der Arbeit mit einbezogen sein will. Grossartige Bilder sind  aber in erster Linie auch ein Produkt aus Vision, Technik und Nachbearbeitung – alle diese drei Elemente müssen in einem Bild harmonisch vereint werden und die Mischung daraus kreiert ein grossartiges Bild. Jede einzelne Disziplin muss man beherrschen, denn ein Defizit eines Arbeitsschrittes kann nicht durch den anderen behoben werden. Ein gutes Bild vereint Handwerk und Kunst. Ein Bild muss Gefühl haben, vermittelt Emotionen und Stimmungen von diesem bestimmten Moment und auch eine kurze Geschichte.
Es gibt so viele wunderschöne Bilder von unserer unendlich schönen Welt, aber es sind die Bilder welche mehr zeigen als bloss eine dokumentarische Abbildung eines Momentes. Es sind die Bilder welche die visuelle Wahrnehmung überschreiten und die Gedanken, Emotionen und Gefühle des Fotografen von diesem bestimmten einmaligen Moment im Bild wiedergeben, kombiniert mit technischem Können und schöpferischem Einfühlungsvermögen was für mich schlussendlich ein eindrucksvolles Foto macht!

Mein aktuelles Bild entstand vor wenigen Wochen in der Nähe der Aare zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland. Es war ein perfekter Morgen für diese Location. Der Nebel reduzierte das Bild auf das nötigste und verdeckte unschöne und ungewollte Objekte. Dazu hatten wir gerade noch Sahara Staub in der Luft was den morgendlichen Himmel gelb orange färben liess. Der Sahara Staub gab dem Bild schlussendlich auch den Titel „Sahara’s Licht“!Sahara's-Licht
Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 100, f 11, 1/60Sekunde