Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde

 

 

Ghost Gum

Normalerweise ist ja das harte Licht um die Mittagszeit nicht gerade das idealste für uns Fotografen. Doch hier bei diesem Motiv fand ich das harte Licht und der wolkenlose Himmel geradezu perfekt. Der blaue Himmel ist ein perfekter Kontrast zum Weiss des Ghost Gum’s.

Wir waren unterwegs in den East McDonnell Ranges. Auf dem Weg zur Trephina Gorge begegnet man diesem Ghost Gum. Der Ghost Gum ist ein Eukalyptus Baum und trägt diesen Namen wegen seiner gespenstischen kalkweissen Farbe der Rinde. . Diese weissen Bäume in Verbindung mit der roten Farbe der Erde und dem blauen Himmel machte dieses Sujet zu beliebten und attraktiven Fotomotive. Dieser „Ghost Gum“ hier soll angeblich 300 Jahre alt sein und ist mit 33 Meter Höhe der grösste bekannte Ghost Gum in den East McDonnell Ranges. Ein Wunderwerk der Natur.Giant Ghost Gum
Bei diesem Platz hatte es noch ein anderer fotogener Ghost Gum, meiner Meinung nach fotogener als die eigentlich Attraktion. So machte ich eine Serie von Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven und verschiedene Kompositionen beider Bäume.
Zur technischen Seite der Aufnahme: da die Rinde sehr hell ist, besteht die Gefahr, dass man Zeichnung verliert, mit anderen Worten die Lichter ausfressen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr der Unterbelichtung. Je nach Situation kann das eine oder andere eintreffen. Am besten überprüft man die Aufnahme am Monitor und schaut sich das Histogramm an.Ghost Gum II#3-2065

Stadtansichten Solothurn

Nach einer gut 3-wöchigen Sommerpause gib es jetzt wieder in regelmässigen Abständen neue Blog Beiträge. Neue Hintergrunberichte, „making of’s“ und Foto-Reiseberichte warten auf Euch. Auch werden viele Beiträge in nächster Zeit auch über meine letzjährigeFoto-Tour durch das Northern Territory in australien sein. Es gibt auf jeden Fall viele interessante Berichte und Hintergrundinformationen über die Landschaftfotografie.

Der erste Beitrag nach der Sommerpause wird über Solothurn sein – die schönste Barockstadt der Schweiz.
Ein Projekt welches mich jetzt schon einige Jahre begleitet, ist die Stadt Solothurn. Immer wieder besuche ich die Stadt Solothurn und schaue mich nach neuen Stadtansichten um. Andere Stimmungen und Jahreszeiten ergeben auch immer wieder neue Kompositionen und Bildideen. Da die Wetterlage in den Alpen eher schlecht und unsicher war zum fotografieren und nur selten gutes Licht lieferte, setzte ich mich wieder einwenig mit Solothurn auseinander. Hier konnte ich schnell handeln, wenn die Wetterlage interessant wurde. Aus dieser Sicht betrachtet bot mir das wechselhafte Wetter der letzten Wochen, auch immer wieder interessante Stimmungen und somit ergaben sich wieder neue Ideen und Ansichten der Barockstadt. Hier eine Auswahl der neusten Stadtansichten von Solothurn.20140721-_DSC5982-Stadtmauer-Solothurn
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 100, f 9,                10 Sekunde20140720-_DSC5916-Solothurn-im-Morgenlichtn
Technische Details: Nikon D800e, 24-70 Objektiv (@24mm), ISO 100, f 11, 1/6 20140720-_DSC5927-Kunst-in-SolothurnSekunde
Technische Details: Nikon D800e, 14-24 Objektiv (@18mm), ISO 100, f 9, 1/8020140719-_DSC5883-St-Ursen-Cathedral Sekunde
Technische Details: Nikon D800e, 70-200 Objektiv mit 2x Converter (@400mm), ISO 320, f 13, 1/20 Sekunde