Daly Waters

Schon mal was von Daly Waters gehört? Ich denke jeder der sich schon einmal mit Australien befasst hat, kennt diesen kleinen Ort im Outback. Oder sollte ich besser sagen, kennt das Pub im Outback. Mitten im nirgendwo ist eine kleine Siedlung mit ca. 20 Einwohner. Doch dieser kleine Ort ist auf vielen australischen Karten verzeichnet. Daly Waters liegt gut 600 Kilometer südlich von Darwin und einige Kilometer westlich des Stuart Highways in weitgehend unbesiedeltem Gebiet. Im Outback, eben! Im Laufe der Zeit wurde Daly Waters vorallem durch das Pub weltweit bekannt. Neben diesem Pub ist Daly Waters gerade noch für seinen „Stuart’s Tree“ berühmt, in welchen John McDouall Stuart 1862 auf seiner erfolgreichen Durchquerung des Kontinents von Süd nach Nord einen „S“ in die Rinde schnitzte. Daly Waters verdankt seinen Namen an den natürlichen Quellen welche John McDoull 1862 hier fand und benannte diese nach dem damaligen Gouverneur von South Australia Sir Dominick Daly.
Frisches Wasser war für die Viehtreiber lebenswichtig und Daly Waters war das letzte Wasserloch vor der gefährlichen Murranji Stock Route. Als die Durak Brüder ihre ganze Herde von Queensland an die australische Westküste trieb, war Daly Waters ein bekannter Rastplatz. Das Vieh konnte sich ausruhen und die Männer stillten ihren Durst.
Diese Tradition änderte sich bis heute nicht – doch heute sind es Reisende und Touristen die hier einen Halt machen um ihre Fahrzeuge aufzutanken und sich eine Pause gönnen auf der Fahrt von Darwin nach Alice Springs.
Vor dem zweiten Weltkrieg war Daly Waters der Standort der ersten Internationalen Landebahn in Australien und die Fluggesellschaft Qantas tankte hier ihre Flugzeuge bei Zwischenstopps auf. In dieser Zeit wurde auch der Daly Waters Pub eröffnet, der die Flugpassagiere der Qantas versorgte.
Während dem zweiten Weltkrieg spielte Daly Waters eine bedeutende Rolle zum Schutz der australischen Nordküste. Die australische und amerikanische Luftwaffe waren hier mit Mitchell Bombers, Kitty Hawks und einem Jagdgeschwader stationiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg war das Pub dann für viele Jahre geschlossen bis es Anfang der 1970er Jahre wieder eröffnet wurde. Seit der „Wiedereröffnung“ Anfang der 70 er Jahre wurde das urige Pub ein richtiger Touristenmagnet. Doch was macht dieses Pub so einzigartig: Daly Waters Pub lebt und erzählt über seine Vergangenheit. Es ist ein Stück Outback aus vergangener Zeit und doch schreibt es tagtäglich wieder eine neue Geschichte. Überall an den Wänden und Decken hängen Souvenirs und Andenken, Geschäftskarten und Banknoten aus der ganzen Welt. Sogar zurückgelassene BH’s schmücken die Wänden und zeugen von der lebendigen Geschichte dieses Pub‘s inmitten des australischen Outbacks.
Wir übernachteten eine Nacht auf dem Campground von Daly Waters, welcher gerade auf der gegenüberliegender Strassenseite des Pub’s war. Sicher nicht einer der schönsten Campgrounds in Australien, doch für eine Nacht allemal gut genug. Während unseres Aufenthalts spielte am Abend sogar eine Band im Daly Waters Pub. So speziell wie das Pub ist, so „Schräg“ war auch diese Band, welche an diesem Abend spielte. Noch nie hatte ich so eine spezielle Bühnenshow gesehen kombiniert mit hochkarätiger Musik. Die Musiker mischten sich unters Publikum und „spazierten“ im ganzen Lokal hin und her. Doch irgendwie passte die Gruppe zu diesem Pub – auf jeden Fall blieb uns dieser Abend in sehr guter Erinnerung und noch heute bin ich von dieser Band beeindruckt. Aus fotografischer Sicht ist dort natürlich das Daly Waters Pub im Mittelpunkt – und das war es auch, was ich hier hauptsächlich fotografieren wollte.20130922-_DSC1998-Daly-Waters-Pub-220130923-_DSC2016-Daly-Waters-Sunrise  20130922-_DSC1981-Daly-Waters Daly Waters Pub Daly Waters Pub

Deadly Silence

Stille! Nebelschwaden schweben über das Wasser und Grasland des Feuchtgebietes. Der Himmel färbt sich pink und der Mond geht gerade über dem Wetland des Yellow Water Billabongs unter. Ein Seeadler sitzt auf der Baumkrone und ab zu fliegen Eisvögel auf um sich dann wieder auf einem Zweig nieder zu lassen und eine kleine Gruppen von Magpie Geese zieht am Himmel friedlich ihre runden. Pandanus Palmen und Papierrindenbäume(Paperbark Trees) spiegeln sich im ruhigen Wasser des Billabongs. Alles wirkt so friedlich und ruhig. Ruhig gleiten wir auch auf dem kleinen Boot mit unserem Führer auf dem Yellow Water in den neuen Tag hinein. Ein Morgen am Yellow Water Billabong ist einfach unbeschreiblich und lässt sich mit nichts vergleichen. Man ist so verzaubert von dieser Landschaft und so in Gedanken versunken, dass man alles Drumherum vergisst. Ich habe das Gefühl, dass es nirgendwo auf dieser Welt einen Ort gibt, wo man mehr Ruhe und Frieden empfinden kann als hier auf dem Yellow Water Billabong. Dieser Moment mit dieser Ruhe und dieser Schönheit ist geradezu surreal!
Doch in dieser Idylle lauert auch Gefahr!……und dann sehen wir diese Gefahr! Ruhig und friedlich gleitet sie im Wasser und man hat das Gefühl es lässt sich einfach treiben. Nichts deutet darauf hin, dass diese Begegnung tödlich enden könnte. Nichts deutet darauf hin, dass diese Ruhe trügerisch sein kann. Es ist auch eine tödliche Stille, fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Doch es ist auch faszinierend. Gerade diese Spannung zwischen Ruhe, Schönheit, innerlichem Frieden und Gefahr macht es auch aus, dass dieser Ort so eine Anziehungskraft auf mich hat. Vielleicht ist es auch die Abenteuerlust in mir – doch hier draussen wird einem wirklich bewusst, dass wir Menschen nichtig und klein und nur ein kleiner Teil dieses Universums sind.
Friedlich gleitet es dahin, das Salzwasser Krokodil, man sieht nur seinen Kopf über dem Wasser und man kann sich kaum vorstellen, dass es mit der friedlichen Ruhe jeden Moment vorbei sein kann. Beobachtet es uns?
Ich erlebte dies einmal, wie innert Sekunden aus einer harmonischen ruhigen Situation, tödlicher ernst geworden ist. Damals war ich ebenfalls im Kakadu Nat’l Park und es war meine erste Begegnung mit einem in freier Wildbahn lebenden „Saltie“. Auch dieses Erlebnis werde ich niemals mehr vergessen (nachzulesen in meinem Blog-Artikel „My first Saltie“ in der Kategorie Australia vom 22.7.2013)
Diese Reptilien haben schon mein ganzes Leben lang immer eine Faszination auf mich gehabt, doch seit dem Moment wo ich diesen Kontinent das erste Mal betrat und diese Ur-Tiere auch das erste Mal in ihrer Umgebung begegnet bin, ist meine Faszination noch stärker geworden.
Dieser bemerkenswerte „Saltie“ liess sich von uns nicht stören und er gleitet im ruhigen Gewässer „friedlich“ an uns vorbei……….doch wurde ich von unserem Führer darauf aufmerksam gemacht, dass ich die Kamera nicht zu weit aus dem Boot halten sollte! Sie sind schnell! Sie kommen aus dem nichts! Sie beobachten uns lange bevor wir überhaupt wissen, dass sie da sind und wenn wir sie sehen, dann kann es schon zu spät sein. Ein Saltie den wir nicht sehen ist gefährlicher als einer den wir sehen…….das Boot biegt in einen anderen Arm des Billabong und wieder öffnet sich eine faszinierende Welt. Und wieder bin ich hingerissen und stark beeindruckt von dieser Landschaft. Und wieder Ruhe, Ruhe und Ruhe……man könnte sicher eine Stecknadel zu Boden fallen hören……… und wieder sehe ich ein Saltie im Wasser gleiten…….“Deadly Silence“20130919-_DSC5066-Deadly-Silence

Technische Details: Nikon D700, 70-200/f2.8, 2x Converter (@280mm), ISO 500, f 7.1, 1/640 Sekunde, Polfilter