Winter Impressionen

Seit letzten Freitag dem 20.März 2015, der Tag an dem man hier eine partielle Sonnenfinsternis sehen konnte hat nun auch offiziell der astronomische Frühling begonnen. Doch gerade auch zu diesem Frühlingsbeginn kam auch wieder das nasse und kalte Wetter zurück und in gewissen Teilen sogar der Winter. Obwohl ich mich jetzt auch auf den Frühling freue und mich schon vorbereite auf die kommende Kirschblütenzeit und mir Gedanken mache auf den fotografischen Frühling und Sommer, hier zum Abschluss des Winters 2014/2015 noch meine persönlichen Favoriten des vergangenen Winters. Dieser Winter war eigentlich aus fotografischer Sicht gar nicht so schlecht, obwohl er lange auf sich warten liess. Einige Ideen  welche ich schon seit ein paar Jahren versuchte umzusetzen konnte ich auch verwirklichen. Auch konnte ich diesen Winter mal die Cascade des Tufs besuchen: die Wetterverhältnisse schienen perfekt zu sein, doch vor Ort war es dann nicht ganz so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt haben. Dennoch war es faszinierend diese traumhaften Wasserfälle auch im Winter mal zu fotografieren – doch werde ich nächsten Winter wenn die Bedingungen wieder stimmen sie erneut aufsuchen. Einer der schönsten Momente diesen Winter war der Morgen im Dezember auf dem Grenchenberg als der Himmel sprichwörtlich über dem Schweizer Mittelland brannte und das Licht und die Farben auf dem Grenchenberg einfach magisch waren. Es sind genau diese Momente wo man für alles entschädigt wird – für alle diese Momente wo das Licht nicht so war wie man es sich vorstellte und man ohne ein Bild wieder den Heimweg antrat. Ein anderes Highlight waren die Tage an dem es geschneit hatte wie man es hier selten erlebt. Auch an diesen Tagen konnte ich einige der schönsten Winterbilder des vergangenen Winters machen. Neben den magischen und atemberaubenden Momenten, gab es auch genügend aufregende und abenteuerliche Erlebnisse im fotografischen Alltag in den letzten paar Monaten wie zum Beispiel dieser Morgen wo wir auf die Stallfluh wollten, doch schon 100 Meter ausserhalb des Dorfes in einer Schneeverwehung stecken blieben. Auch die alternativ Route brachte uns nicht viel weiter. Ein anderes Mal gingen wir fast im Jura oben bei dichtem Nebel und Schneegestöber verloren, als wir in der Dunkelheit bei dichtem Nebel mit nur ein paar Meter Sicht in Kniehohem Schnee wieder zurück zum Auto wandern wollten. Auch die Rückfahrt von den Cascade des Tufs bleibt unvergessen, als wir auf einer offiziell gesperrten Strasse plötzlich in einen ca. fast 2 Meterhohen Schneewalm fuhren und das Auto dann mit blossen Händen und Stative aus dem Schnee befreien mussten, da wir keine Schaufel dabei hatten. Zu viert brauchten wir dafür gut eine Stunde!  Folgend eine kleine Auswahl meiner persönlichen Favoriten von diesem Winter.Birnbaum RünenbergNeu Falkenstein CandylandBerner AlpenCascade des Tufs-Winter

Grenchenberg

Dinner with Skippy

Erinnert Ihr euch noch an Skippy? Ich fand diese Tiere schon immer sehr niedlich. Wie war ich dann aufgeregt als ich endlich mein erstes wild lebendes Wallaby gesehen habe. Ein fantastisches Erlebnis. Das war 2006 in Queensland. Und heute essen sie mit uns zu Abend in unserem Bush-Camp.
Wir haben unser Zelt auf einem Campground in Mataranka aufgeschlagen. Oben am Himmel fliegen Fledermäuse und „fliegende Hunde“ und um unser Zelt hüpfen ein paar Wallabies umher. Der Lärm der Fledermäuse ist Ohrenbetäubend aber zu Wissen im australischen Busch zu sein, der Duft von Eukalyptus in der Luft und die Wallabies, der unendliche Himmel geben einem das Gefühl der Freiheit und des Glücks. Am Nachmittag besuchten wir die heissen Quellen von Mataranka die inmitten eines tropischen anmutenden Regenwaldes liegen. In den Bäumen lassen sich je nach Jahreszeit tausende von Fledermäusen nieder. Zurück auf dem Campground kochte Julie in unserer „Outback-Küche“ das Abendessen während ich Jagd auf die Wallabies machte die um den ganzen Campground herum verstreut sind. Das ist natürlich ein Paradies für mich…….mein 70-200mm Zoom auf meiner Kamera montiert, versuchte ich ein perfektes Portrait eines Wallabies zu schiessen.Wallaby Gar nicht so einfach wie man vielleicht meinen könnte. Erstens ist es nicht mehr so hell, zweitens sind sie recht flink und schnell und drittens warten diese auch nicht bis ich mein Bild geschossen habe. Das bedeutet: die Iso höher stellen, VR einschalten, den Autofokus auf „Continuous“ und Serienfunktion. In der Landschaftsfotografie hat man Zeit sein Bild in aller Ruhe auf dem Stativ zu komponieren…….hier musste man schnell sein, ein Gefühl entwickeln wie sich das Tier verhält. Man muss so zu sagen „Voraussehen“ können. Ich machte mir keine grosse Hoffnung ein Super-Perfektes-Tier Portrait zu machen, doch hoffte ich auf einen Glückstreffer. Um gute Wildlife Fotos zu machen, muss man die Tiere gut kennen und auch Geduld und Zeit haben.
Das Abendessen ist fertig, der Tisch gedeckt und so geniessen wir unser „Bush-Dinner“ mit den Wallabies. Scheu sind sie gar nicht. Sie näherten sich uns bis auf ein paar Meter und hofften auf einen Happen von uns. Es war so süss wie sie sich immer näher an uns heranwagten. Ein geniales Erlebnis auf das ich nicht verzichten wollte. Outback Pur!!! Nach dem Essen und dem Abwasch versuchte ich weiterhin mein Glück, doch wurde es langsam zu dunkel um noch passable Bilder zu machen.
WallabyWallaby Wallaby

Belchen Sunrise (Fotografieren bei starkem Wind)

Ganz spontan ging ich an diesem Morgen auf die Belchenfluh – eines der wenigen Male diesen Winter nur für mich um zu fotografieren. Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne doch zwei Fotografen-Kollegen, Roger Andres und Sandra Eigenheer, fragten mich spontan an, ob ich mitkommen würde.
Die Bedingungen an diesem Morgen sollten ja gut sein: und in der Tat waren sie es auch!
Aber es war auch wieder einmal sehr windig, als ich auf dem Kilchzimmersattel aus dem Auto stieg an diesem Februar-Morgen. Na ja, wann ist es dort oben schon nicht windig, dachte ich nur für mich. Zumindest geht dort oben immer ein recht zügiger Wind wenn ich auf der Belchenfluh bin.

Windige Tage können für Landschaftsfotografen eine grosse Herausforderung sein, aber der Wind kann auch dafür sorgen, dass man spannende und dynamische Bilder machen kann, welche ohne Wind so nicht möglich gewesen wäre. Wind erzeugt Bewegung und gibt uns somit die Möglichkeit diese Energie einzufangen.
Man kann entweder die Bewegung einfrieren, das heisst eine sehr kurze Verschlusszeit wählen, oder man kann mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung einfangen, was ich persönlich bevorzuge oder meinem Stil eher entspricht.
Längere Belichtungszeiten eignen sich besonders gut bei Gräsern, Getreidefeldern, Wiesen oder auch Bäumen. Aber auch mit Wolken und Nebel geht dies besonders gut, wobei dazu starker Wind nicht zwingend nötig ist.
Mit einer längeren Belichtungszeit erreicht man eine etwas abstraktere und künstlerische Darstellung der Landschaft was mir sehr gut gefällt. Die Herausforderung hierbei ist, dass man das Stativ sicher aufstellen muss, wenn möglich nicht noch die Beine aufs Maximum ausziehen sollte um Bewegungen und Schwingungen zu vermeiden. Das kann je nach Windstärke eine sehr grosse Herausforderung und evtl. sogar fast unmöglich sein!

Aber auch kurze Verschlusszeiten können zusammen mit Wind sehr reizvoll sein. Man kann damit die Bewegung einfrieren, wie zum Beispiel, Blätter welche in der Luft vom Wind herumgewirbelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten wie man den Wind zu seinen Gunsten nutzen kann.

An diesem Morgen auf der Belchenfluh schien es wieder einmal perfekt zu sein: der Nebel der wie eine schwungvolle Welle über die Jurahügel fliesst, traumhaftes Licht und schöne Farben. Wenn nur dieser starker Wind nicht wäre, dachte ich für mich! Auf dem Belchen habe ich bis heute noch keine Lösung gefunden, wie ich bei starkem Wind – und den hat es meistens bei diesen Bedingungen – meine Bildidee umzusetzen. Ich habe einfach noch keine Idee gehabt, wie ich mein Stativ gegen diesen Wind sichern kann, aber trotzdem frei sein kann um mein Bild zu komponieren. Habe schon viele, schon sehr viele Möglichkeiten ausprobiert um mein Stativ vor dem Wind und den Schwingungen zu schützen. Bis heute noch ohne Erfolg. Erschwerend kommt, dass ich das Bild mit meinem 70-200/f2.8 machen muss, damit ich den geeigneten Ausschnitt wählen kann und mit einer Belichtungszeit zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten!
Nach ein paar Versuchen, entschied ich mich an diesem Morgen, für eine andere Bildidee, welche sich trotz starkem Wind umsetzen lassen sollte.
Ich suchte mir einen etwas Windgeschützten Standpunkt um Kamera zu positionieren und komponierte dann mein Bild. Allerdings entschied ich mir für eine kürzere Belichtungszeit, sonst wäre es technisch sehr schwer gewesen dies auch umzusetzen. Es war auch so nicht einfach. Auch so stellte mich der Wind vor eine sehr grosse Herausforderung. Für dieses Bild brauchte ich 4 einzelne Belichtungen um die technischen Anforderungen zu erfüllen. 3 Belichtungen für die Tiefenschärfe von vorne bis an den Horizont und eine weitere Belichtung für den Dynamikumfang. Mit etwas Geduld und Glück, hatte ich ein paar Sekunden wo der Wind etwas nachliess und konnte in dieser Zeit meine 4 Belichtungen machen. Diese 4 Bilder überblendete ich dann mit verschiedenen Techniken manuell in PhotoshopBelchen-Sunrise
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@48mm), ISO 64, f 14, 4 Belichtungen für Tiefenschärfe & Kontrastumfang (3x 1/8 sec für DOF & 1×1/13 sec für Dynamic Range), manuell überblendet in Photoshop, 0.6 soft Grad Filter