Australia

Wohl jeder Landschafts-Fotograf hat sein/ihre persönliche bevorzugte Landschaft zum fotografieren. Dort wo er am liebsten ist und wo es ihn/sie immer wieder hinzieht. In dieser Landschaft fühlt er/sie sich einfach zu Hause. Für mich ist das die Fotografische Heimat. Für die allermeisten wird dies sehr wahrscheinlich die Landschaft in der näheren Umgebung des Wohnortes sein. In den letzten Jahren hat für mich das australische Outback diese Rolle übernommen. Diese Landschaft hat es mir angetan und ist meine fotografische Heimat geworden.
Bis vor 10 Jahren hatte ich mit Australien nicht viel am Hut. Hatte nicht mal die Absicht dieses Land zu bereisen, obwohl, so wie ich von den Bildern in Magazinen und Büchern beurteilen konnte landschaftlich sehr schön wäre. Damals war ich fokussiert auf die USA. Ich bereiste dieses Land von Nord bis Süd und von Ost bis West. Ein faszinierendes Land: auch heute noch.
Doch dann lernte ich Julie kennen, meine heutige Lebenspartnerin. Sie ist gebürtige Australierin und Sie ist verantwortlich dafür, dass ich dieses Land Downunder lieben gelernt habe. Auch in etwa zu dieser Zeit lief im TV Steve Irwin mit seinen Abenteuer mit wilden Tieren. Fasziniert schaute ich Woche für Woche seine Sendung. Krokodile, Koalas, Kängurus, Schlangen, Spinnen und Warane……und Australien. Dieses Land bedeutet Abenteuer, Freiheit, unberührte Natur und Traumlandschaften. Also, ich musste dieses Land kennen lernen. Als ich dann das erste Mal Australien besuchte, war es wie Liebe auf den ersten Blick. Der Duft von Eukalyptus, das Klima, das Wetter…….es war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich fühlte mich zu Hause angekommen. Ich weiss noch als ich mein erstes Salzwasser Krokodil sah – es war Respekt, Ehrfurcht und zugleich eine innere Freude und Zufriedenheit. Die Küste von Queensland: atemberaubend schön. Morgens früh zum Gesang der Vögel erwachen und die Sonne geht über der unendliche Weite des Ozeans auf.
Abends 100 Meter von unserem Zelt entfernt sehen wir eine Riesenpython……ein mulmiges Gefühl. Doch auch wieder ein Glücksgefühl, dass alles sehen und erleben zu dürfen.
Abendessen fernab der Zivilisation, mitten im australischen Outback und von Wallabies umgeben. Ein Dingo der durch unser Camp läuft. Mit dem Toyota Landcruiser durch ein Fluss fahren der von Krokodilen „bewohnt“ ist, Sonnenuntergang über dem Yellow Water Billabong im Kakadu Nat’l Park, das feucht heisse Klima am Top End, Sonnenuntergang am Uluru, das leuchten der Devil’s Marbles in der Abenddämmerung, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Aussie’s, die Great Ocean Road, Pavlova, Solo……alles das ist Australien……aber es ist noch viel mehr. Morgens vor Sonnenaufgang im Litchfield Nat’l Park, Bodennebel, Termitenhügel und der Himmel beginnt sich zart rosa zu färben: ein Gefühl welches ich nur schwer beschreiben kann. Es ist Glück dies sehen und fotografieren zu dürfen. Ein Farbenspiel, ein Lichtspiel und ein Wunder der Natur – und ich darf Zeuge sein. Es ist aber auch die Hitze, der Schweiss der dir den Körper runter läuft wenn du unter der gleissenden Sonne des Outbacks zu deinem nächsten  Motiv wanderst, die nervigen Fliegen welche dir in die Augen, Ohren und Nasenlöcher fliegen, auch fliegen sie dir vor das Objektiv beim fotografieren, der rote Sand der überall ist; im Auto, im Zelt und sogar im Kamerarucksack, die Feuchtigkeit im tropischen Norden, die Mücken die Nachts am Moskitonetz kleben und um die Lichtquellen kreisen und juckende Arme und Beine weil dich am vorigen Abend ein paar Insekten attackierten. Es ist aber auch das Essen unter freiem Himmel und Nachts der Sternenhimmel über der unendlichen Weite des Outbacks.
Für mich ist das Outback zugleich auch immer wieder inspirierend.
Dieser Blog Artikel ist der erste Beitrag einer Serie über das australische Outback. Ich freue mich Euch hiermit unsere Erlebnisse dieser (Foto)-Reise von 2009 durch das Northern Territory zu präsentieren. In den nächsten Wochen wird es immer wieder einen neuen Blog Beitrag dazu geben.Yellow Water Kakadu National Park