Ayers Rock

Noch nie hatten wir so viel Mühe ein Zelt aufzustellen wie an diesem Tag auf dem Campground in Yulara beim Uluru. Wir erreichten Yulara in der Nähe des berühmten Ayers Rock oder wie er heute wieder heisst, Uluru, Mitte Nachmittag. So hatten wir genügend Zeit das Zelt aufzustellen und uns einzurichten, bevor es dann erst einmal zum Sunset View Point am Uluru ging. Doch das Zelt aufzustellen nahm mehr Zeit in Anspruch als gewöhnlich und es war ein Abenteuer für sich selbst. Der Wind war so dermassen stark, dass man nichts, aber auch gar nichts herumliegen lassen durfte, was man noch behalten wollte. Unser Zelt schien dem Wind nicht stand zu halten. Jedes Mal wenn wir dachten, „so jetzt haben wir es geschafft“, kam die nächste kräftige Windböe und machte unsere Arbeit zu nichte. Das Zelt lag wieder flach gedrückt am Boden. Dazu kam noch, das die Erde so ausgetrocknet war, dass man die Zeltpflöcke kaum einschlagen konnte ohne sie zu verbiegen.
Damit unser Zelt sich einigermassen dem Wind entgegensetzten konnte, kam Julie auf die Idee, es wenigstens an einem Ende an einem Baum zu befestigen. So hatten wir endlich nach langer Anstrengung und mehrmaligen Wiederbeginn  unser Lager für die nächsten paar Tage aufgeschlagen.
Danach fuhren wir los, Richtung Uluru zum Sunset Viewing Point. Ein guter Anfang um dieses Wahrzeichen Australiens zu fotografieren und kennen zu lernen.
Es war schon ein einmaliges Gefühl und ich war stark beeindruckt als ich den Uluru sah wie er sich von der endlosen Weite des Outbacks erhebt.
Wir erreichten den Sunset Viewing Point frühzeitig, so hatte ich genügend Zeit mir meine Kameraposition zu suchen und mein gewünschtes Bild in aller Ruhe zu komponieren. Die Komposition hier ist nichts neues. Ich wollte einen interessantes Vordergrund, die Weite des Outbacks und im Hintergrund den Uluru im Abendlicht. Der Himmel war wieder Wolkenlos, wie meistens in den letzten 2 Wochen. Hätte mir schon etwas einen dramatischeren  Himmel gewünscht.
Es war schon faszinierend zu sehen wie sich die Farben des Uluru änderten und immer intensiver wurden. Langsam aber stetig füllte sich „leider“ auch der Sunset Viewing Point. Als wir hier ankamen, waren wir alleine mit ein paar anderen Touristen. Mittlerweile hat sich aber der ganze Parkplatz mit Autos gefüllt. Leute stellten ihre Campingstühle auf, andere wiederum sassen auf der Motorhaube ihres Jeeps oder auf dem Dach des Wohnmobils. Es kam mir vor wie in einem „Outdoor-Theater“: der Uluru ist die Bühne und der Viewing Point die Tribüne. Keine Ahnung wie viele Menschen dort waren, aber es müssen mehrere Hundert gewesen sein. Vielleicht sogar noch mehr.
Trotzdem, das Naturschauspiel war faszinierend. Der Himmel am Horizont färbte sich mit einem zarten Rosa, welches sanft in ein Blau verlief. Und das Gestein des Uluru leuchtete in den schönsten Erdtönen mit einer unglaublichen Intensität. Der Höhepunkt war der „Afterglow“ nach Sonnenuntergang.
Wieder bewusst wurde mir die Menschenmenge als wir auf der Rückfahrt waren zu unserem Campground. „Rushhour“ im Outback! Das gab mir dann schon zu denken. So eine Naturschönheit, eine faszinierende Landschaft mitten im Nichts, doch ich kam mir vor auf der Rückfahrt wie in einer amerikanischen oder europäischen Grossstadt im Feierabendverkehr. Doch ich freute mich auch auf die kommende Tage hier am Uluru fotografieren zu dürfen. Wieder beim Campground angekommen, fühlten wir auch schon wieder die unendliche Weite des Outbacks……..die Ruhe, die frische Luft und der endlose Nachthimmel. Es wurde langsam kalt, so zogen wir uns in unsere Schlafsäcke zurück.

Am nächsten Morgen wollen wir vor Sonnenaufgang am „Sunrise Viewing Point“ sein. „Wird es da wieder so eine Menschenansammlung geben?“ , frage ich mich als ich in meinem Schlafsack lag und die Stille des Outbacks genoss.
Uluru, sunset