Belchenfluh „Golden Morning“

Wir hatten hier eine Traumhafte zweite Septemberhälfte mit Temperaturen weit über dem Durchschnitt. Am Morgen hatten wir hier im schweizerischen Mittelland schon der gefürchteten und nicht sehr beliebten Nebel, doch für Fotografen genau die perfekte Stimmung, wenn man sich an die Nebelgrenze oder darüber begibt. Auch unter dem Nebel kann es sich für dementsprechende Motive lohnen fotografieren zu gehen. Aber heute hatte ich vor in die Höhe zu gehen und hoffte auf eine interessante Morgenstimmungen. Die letzten zwei Wochen hatten wir morgens jeweils Nebel mit einer Obergrenze zwischen ca. 600 und 900 Meter und somit dachte ich an diesem Samstagmorgen  früh auf die Belchenflue zu fahren, respektive auf den Chilchzimmersattel und von dort aus auf die Belchenflue zu wandern. Da es am Morgen jetzt wieder länger dunkel ist, musste man auch nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen um vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein – zumindest nicht wenn man in der Nähe wohnt. Eine halbe Stunde Autofahrt durch den dicken Nebel und ich war auf dem Chilchzimmersattel. Auf dem Chilchzimmersattel angekommen war ich schon Oberhalb der Nebelgrenze. Dachte die Nebelgrenze sei etwas Höher an diesem Morgen. Meine Vision für diesen morgen war die Jura Hügel oder einer davon im Nebelmeer, zum Teil noch von Nebel umhüllt, um die Sonnenaufgangszeit zu fotografieren. Was mich dort oben erwartet wusste ich nicht, so war ich offen für meine genaue Komposition und würde meine Komposition nach der Situation richten. Der Fussmarsch vom Chilchzimmersattel bis auf die Belchenflue dauert ca. 20 bis 25 Minuten. Oben angekommen, die blaue Stunde hatte noch nicht begonnen, war ich überrascht, dass schon ein junges Pärchen oben auch am fotografieren war. Es war mir sofort klar, als ich oben angekommen war, dass sich „meine Vision“ an diesem Morgen nicht umsetzten liess. Trotzdem hoffte ich  auf eine interessante Morgenstimmung. Ich versuchte verschiedene Kompositionen aus aber nicht schien mich wirklich zu überzeugen. Kurz vor Sonnenaufgang gesellte sich noch ein anderer Fotograf zu uns. Die Sonne war schon relativ hoch als sich dann doch noch eine interessante und schöne Stimmung ergab. Die Sonne verschwand hinter einer dünnen Nebelwand und das diffuse Sonnenlicht färbte die Nebelbänke in den Tälern gelb-rötlich und strahlenförmig brach der Nebel das Licht. Ich hatte zum Glück schon mein 200mm Tele-Zoom auf meiner Kamera montiert und konnte somit gerade rechtzeitig mein Bild komponieren. Gerne hätte ich die Kamera noch etwas mehr nach links geschwenkt, doch störte mich dort ein Hochspannungsleitungsmast welcher aus dem Nebel ragte und mir meiner Meinung nach das Bild zerstört hätte. Somit ist diese Komposition hier ein Kompromiss. Was mich an dieser Komposition hier so gefällt sind die verschiedenen Ebenen, das diffuse direkte Sonnenlicht(Gegenlicht), die Farben und die Intimität durch das 200mm Zoom Objektiv. Diese Lichtsituation dauerte etwa knappe 3 Minuten, danach war es für diesen morgen auf der Belchenflue vorbei. Der Nebel löste sich dann in den Jura Tälern sehr schnell auf und das Licht wurde grell. Also machte ich mich wieder auf den Rückweg. Ich werde ganz bestimmt diesen Herbst noch ein paar Mal den Weg auf die Belchenflue machen und hoffen „meine Vision“ umsetzten zu können.

Das Bild brauchte sehr wenige Anpassungen in Photoshop: RAW Konvertierung in Lightroom und ein wenig Kontrastkorrektur & Farbsättigung mit TK’s Luminosity Masks.BelchenfluhTechnische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@135mm), ISO 200, f 11, 1/250 Sekunde, keine Filter,