Blending Technik (Frühling Baselbiet)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mehrere Belichtungen zu überblenden. Viele benutzen heute spezielle HDR Software, welche zwar zu schnellen Ergebnissen führt, doch meist unnatürlich und übertrieben aussieht – zumindest für meine Bedürfnisse. Besser ist das manuelle überblenden. Dies dauert zwar etwas länger und braucht auch etwas Erfahrung, doch sprechen die Ergebnisse für sich selbst. Das Resultat sieht viel natürlicher und präziser aus.
Beim manuellen Überblenden gibt es nicht eine Lösung für alle Fälle. Manchmal reicht schon eine einfache Verlaufsmaske, doch in den meisten Fälle ist es doch etwas komplexer. Knifflig wird es bei Übergängen von Bäumen zum Himmel. Da muss die Maske sehr präzise sein. Ich war zwar schon bei einem früheren blog Eintrag auf diese Üblendtechnik eingegangen, doch
möchte ich an Hand dieses Bildes zeigen mit welcher Technik ich das Problem hier gelöst habe. Die Basis hier sind zwei RAW Aufnahmen von 1/15 Sekunden und ¼ Sekunden Belichtungszeit mit einer Blende von f13 mit Iso 200 bei einer Brennweite von 16mm. Aufnahmezeit war Abends bei Sonnenuntergang. Weissabgleich habe ich manuell eingestellt und ist natürlich für beide Aufnahmen gleich.
Beide Aufnahmen habe ich in Lightroom importiert für die RAW Konvertierung. Näher möchte ich hier auf diesen Arbeitsschritt nicht eingehen. Anschliessend an die RAW Konvertierung habe ich die Aufnahmen als Ebenen in Photoshop geladen, wobei die hellere Belichtung mein Basis Bild (Hintergrund-Bild) war. Nun brauchte ich eine gute Basis Maske und dazu verwende ich oft TK’s Luminosity Masks (Tony Kuyper). Interessierten empfehle ich seine Website http://goodlight.us/
Hierfür verwendete ich einer seine „Lights Masken“. Man muss es einwenig im Gefühl haben welche Basis Maske man jetzt verwenden soll. Es gibt hier nicht ein „Richtig“ oder „Falsch“. Diese Maske dient mir aber lediglich als Basis welche ich jetzt noch verfeinern muss.
Hierfür verwendete ich jetzt nochmals eine TK’s Luminosity Mask und wählte die entsprechende Maske für meinen Zweck aus und male mit einer geringen Deckkraft mit dem Pinselwerkzeug und weisser Farbe über die entsprechenden Stellen damit von der dunkleren Belichtung in den hellen Bereichen mehr zum Vorschein kommt. Hier muss man sehr vorsichtig vorgehen, damit man es nicht übertreibt und der Übergang natürlich aussieht. Jetzt sah das Ganze schon mal nicht schlecht aus. Aber die Übergänge von den Ästen zum Himmel ist jetzt noch nicht perfekt. Hier hat sich ein Saum um die Äste gebildet und zum Teil sind gewisse Tonwerte grau was nicht sein sollte. Für dieses Problem zu beheben benutzte ich das Abwedler und Nachbelichter Werkzeug und arbeitete mit Tiefen oder Lichter mit geringer Deckkraft bis die Übergänge in der 100% Ansicht sauber sind. Welche Deckkraft man benutzen sollte, ist von Situation zu Situation verschieden. Hier verwendete ich ca. eine Deckkraft von 20-25. Falls das Ergebnis nach diesem Arbeitsschritt noch nicht zufriedenstellend sein sollte, dann kann man noch die Funktion „Option – Maskenkante“ verwenden, damit man es noch verfeinern kann. Die Einstellungen sind auch bei dieser Anwendung von Bild zu Bild verschieden und man muss einfach ausprobieren bis man zufrieden ist. Bei diesem Bild war es jetzt nicht nötig diese Option zu benutzen. Anschliessend verwendete ich noch die Gradationskurve um beide Aufnahmen noch besser aufeinander abzustimmen, damit das Ganze auch harmonisch wirkte.
Somit wäre das Überblenden abgeschlossen und es geht weiter mit der „normalen“ Bearbeitung.Kirschbaum Baselland
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 200, f 13, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/15 Sekunde & 1/4 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop