Shortcuts Lightroom

Damit mir das Arbeiten in Lightroom schneller geht und dazu erst noch komfortabler ist, arbeite ich öfters mit Shortcuts(Tastatur-Kürzel). So habe ich mir im Laufe der Jahre die für mich wichtigsten Tastatur-Befehle für Lightroom eingeprägt!
In diesem Blog-Artikel möchte ich Euch nun die für mich wichtigsten Shortcuts auflisten.
Shortcuts-Lightroom
Shortcuts-Lightroom-900px

Belchen Sunrise (Fotografieren bei starkem Wind)

Ganz spontan ging ich an diesem Morgen auf die Belchenfluh – eines der wenigen Male diesen Winter nur für mich um zu fotografieren. Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne doch zwei Fotografen-Kollegen, Roger Andres und Sandra Eigenheer, fragten mich spontan an, ob ich mitkommen würde.
Die Bedingungen an diesem Morgen sollten ja gut sein: und in der Tat waren sie es auch!
Aber es war auch wieder einmal sehr windig, als ich auf dem Kilchzimmersattel aus dem Auto stieg an diesem Februar-Morgen. Na ja, wann ist es dort oben schon nicht windig, dachte ich nur für mich. Zumindest geht dort oben immer ein recht zügiger Wind wenn ich auf der Belchenfluh bin.

Windige Tage können für Landschaftsfotografen eine grosse Herausforderung sein, aber der Wind kann auch dafür sorgen, dass man spannende und dynamische Bilder machen kann, welche ohne Wind so nicht möglich gewesen wäre. Wind erzeugt Bewegung und gibt uns somit die Möglichkeit diese Energie einzufangen.
Man kann entweder die Bewegung einfrieren, das heisst eine sehr kurze Verschlusszeit wählen, oder man kann mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung einfangen, was ich persönlich bevorzuge oder meinem Stil eher entspricht.
Längere Belichtungszeiten eignen sich besonders gut bei Gräsern, Getreidefeldern, Wiesen oder auch Bäumen. Aber auch mit Wolken und Nebel geht dies besonders gut, wobei dazu starker Wind nicht zwingend nötig ist.
Mit einer längeren Belichtungszeit erreicht man eine etwas abstraktere und künstlerische Darstellung der Landschaft was mir sehr gut gefällt. Die Herausforderung hierbei ist, dass man das Stativ sicher aufstellen muss, wenn möglich nicht noch die Beine aufs Maximum ausziehen sollte um Bewegungen und Schwingungen zu vermeiden. Das kann je nach Windstärke eine sehr grosse Herausforderung und evtl. sogar fast unmöglich sein!

Aber auch kurze Verschlusszeiten können zusammen mit Wind sehr reizvoll sein. Man kann damit die Bewegung einfrieren, wie zum Beispiel, Blätter welche in der Luft vom Wind herumgewirbelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten wie man den Wind zu seinen Gunsten nutzen kann.

An diesem Morgen auf der Belchenfluh schien es wieder einmal perfekt zu sein: der Nebel der wie eine schwungvolle Welle über die Jurahügel fliesst, traumhaftes Licht und schöne Farben. Wenn nur dieser starker Wind nicht wäre, dachte ich für mich! Auf dem Belchen habe ich bis heute noch keine Lösung gefunden, wie ich bei starkem Wind – und den hat es meistens bei diesen Bedingungen – meine Bildidee umzusetzen. Ich habe einfach noch keine Idee gehabt, wie ich mein Stativ gegen diesen Wind sichern kann, aber trotzdem frei sein kann um mein Bild zu komponieren. Habe schon viele, schon sehr viele Möglichkeiten ausprobiert um mein Stativ vor dem Wind und den Schwingungen zu schützen. Bis heute noch ohne Erfolg. Erschwerend kommt, dass ich das Bild mit meinem 70-200/f2.8 machen muss, damit ich den geeigneten Ausschnitt wählen kann und mit einer Belichtungszeit zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten!
Nach ein paar Versuchen, entschied ich mich an diesem Morgen, für eine andere Bildidee, welche sich trotz starkem Wind umsetzen lassen sollte.
Ich suchte mir einen etwas Windgeschützten Standpunkt um Kamera zu positionieren und komponierte dann mein Bild. Allerdings entschied ich mir für eine kürzere Belichtungszeit, sonst wäre es technisch sehr schwer gewesen dies auch umzusetzen. Es war auch so nicht einfach. Auch so stellte mich der Wind vor eine sehr grosse Herausforderung. Für dieses Bild brauchte ich 4 einzelne Belichtungen um die technischen Anforderungen zu erfüllen. 3 Belichtungen für die Tiefenschärfe von vorne bis an den Horizont und eine weitere Belichtung für den Dynamikumfang. Mit etwas Geduld und Glück, hatte ich ein paar Sekunden wo der Wind etwas nachliess und konnte in dieser Zeit meine 4 Belichtungen machen. Diese 4 Bilder überblendete ich dann mit verschiedenen Techniken manuell in PhotoshopBelchen-Sunrise
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@48mm), ISO 64, f 14, 4 Belichtungen für Tiefenschärfe & Kontrastumfang (3x 1/8 sec für DOF & 1×1/13 sec für Dynamic Range), manuell überblendet in Photoshop, 0.6 soft Grad Filter

Shortcuts (Tastatur-Kürzel) Photoshop

Ist es für Euch auch des Öfteren Mühsam mit der Maus von einem Ende des Bildschirms an das andere zu gelangen?
Um mir das Arbeiten auf Adobe Photoshop schneller und komfortabler zu machen, arbeite ich ausschliesslich mit Shortcuts. Ich habe mir deswegen im Laufe der Jahre die für mich wichtigsten Tastatur-Befehle eingeprägt. In diesem Blog-Artikel möchte ich Euch die Tastatur-Kürzel, welche ich am häufigsten verwende, auflisten! Beschleunigt und vereinfacht Eure Arbeit in Photoshop durch den Einsatz von Tastaturkürzel. Somit habe Ihr mehr Zeit um wirklich die wichtige Arbeit genau und mit Geduld zu erledigen!
Ihr könnt übrigens auch Eure eigene Shortcuts in Adobe Photoshop erstellen! Dafür müsst Ihr nur im Hauptmenü auf Bearbeiten/Tastaturbefehle gehen. Danach öffnet sich ein grosses Dialogfenster und Ihr könnt Eure Einstellung vornehmen. Es empfiehlt sich die Voreinstellungen nicht zu überschreiben und stattdessen auf den Button Neues Set aus aktuellem Tastaturbefehlssatz erstellen klicken.
Mac-Anwender benutzen übrigens an Stelle von der „Ctrl-Taste“ die „Befehls-Taste“ und anstatt die „Alt-Taste“ die „Wahltaste“!
Tastatur Kürzel für Photoshop
Tastatur-Shortcuts-Photoshop

Lightroom Tipps & Tricks 1

Lightroom11.) Lightroom ist eigentlisch schon übersichtlich gestaltet, doch sind die einzelnen Funktionsgruppen in den ausblendaren Panels ausgeklappt, führt dies zu überlangen Panels und man muss scrollen. ABHILFE: Man aktiviert den Solo-Modus indem man mit der Maus einen rechtsklick auf eine freie Fläche im Panel macht und Solomodus aktivieren wählt. somit klappt immer nur eine Funktionsgruppe aus, während sich die bisher aktive automatisch wieder eingerollt wird

2.) Wie ihr sicher auch schon festgestellt habt, wirken Fotos auf unterschiedlichen Hintergrundfarben anders. Betrachtet man ein Bild zum Beispiel auf einem dunklen Hintergrund, wirken die Farben viel kräftiger. Betrachtet man ein Bild dagegen auf einem weissen Hintergrund, verstärken sich die Kontraste. Am besten nimmt man ein mittleres Grau für die Bildbearbeitung – will man es in Lightroom doch mal ändern, zum Beispiel weil man wissen will, wie ein Bild auf diesem Hintergrund wirkt, dann geht man entweder in Voreinstellungen oder man macht einen rechten Mausklick auf den Hintergrund und wählt die entsprechende Farbe aus.Lightroom-2

3.) Sehr kritische Parameter sind die Detaileinstellungen und man sollte mit der Rauschunterdrücken und der Bildschärfe vorsichtig umgehen.. Hält man die „Alt-Taste“ gedrückt während man an einem der Regler dreht, sieht man die Auswirkung in einem Graustufenbild. So erkennt man sehr gut auf welche Bildbereiche sich die Schärfe, der Radius oder die Maskierung auswirkt.Lightroom-3

 

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde

 

 

Landschaftsfotografie-Workshop „Herbst am Belchen“

Zusammen mit Adrian Wirz, Landschafts-& Wildtierfotograf aus Sissach/Schweiz führe ich dieses Jahr im Oktober 2014 in der Belchen Region einen Workshop für Landschaftfotografen durch. Der Workshop ist für all diejenigen die sich für Landschafts-& Naturfotografie interessieren, ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Adrian Wirz und ich kennen die Region sehr gut, so ist es uns möglich, Sie zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen, damit Sie schöne stimmungsvolle Aufnahmen machen können. Der Sonnenaufgang auf der Belchenfluh gehört im Herbst zu den Highlights in der Nordwestschweiz – doch ist dies nicht der einzige Höhepunkt an diesem Tag. Wir werden Sie den ganzen Tag von einem schönen Ort zum anderen bringen und mit etwas Wetterglück werden Sie einen unvergesslichen Sonnenuntergang am Ankenballen erleben.

Weitere Infos finden Sie auf unserem PDF Flyer!  Workshop Belchen-Oktober 2014

Was ist ein gutes Bild

In einer Zeit wo wir regelrecht mit Bildern im Internet überflutet werden, stellt sich doch oft die Frage was ist für mich ein gutes Bild! Als Landschaftfotograf machte ich mir für diesen Blog Artikel einmal ein paar Gedanken darüber. Natürlich mache ich mir bei jedem von meinen Bilder Gedanken, aber ich mache mir keine Gedanken was dem Betrachter gefallen könnte oder was sich verkaufen lässt. Ein beliebtes Bild muss nicht auch zwingend ein gutes Bild sein. Und ein „gutes Bild“ ist für jeden wieder was anderes. Was ein gutes Bild ist, hängt, meiner Meinung nach auch stark von der Perspektive ab, aus der ein Bild betrachtet wird. Da wäre zum Beispiel mal der Fotograf – der Fotograf lässt sich noch in Hobby- und Berufsfotograf unterteilen, dann wäre der Bildjournalist, der Verleger und Ersteller von Druckerzeugnissen und noch die Kamerahersteller. Für jeden von diesen genannten „mitwirkenden“ zur Entstehung eines Bildes ist die Betrachtungsweise eines guten Bildes anders. Für einen Künstler sollte das Bild eine ansprechende Komposition haben und seine Gefühle und Emotionen von diesem Moment beinhalten.
Für den Verleger ist es wiederum wichtig ob sich das Bild verkaufen lässt und wie auch für den Ersteller von Druckerzeugnissen ob das Bild technisch einwandfrei ist. Das Material, ob die Farben, Tonwerte und Verläufe korrekt sind sowie ob die Lichter und Schattenzeichnung sauber sind. Für die Kamerahersteller wiederum im Vordergrund sind, dass ihre Bilddateien  technisch hochwertig sind, Farben korrekt wiedergegeben werden und das Bild viele Details zeigt.
Für mich persönlich als Landschaftfotograf beinhaltet ein gutes Bild alle diese Punkte. Ein Bild ist ein Produkt aus vielen kleinen wichtigen Bauteilen. Es fängt schon beim erkunden an und hört bei der Präsentation auf. Alles was dazwischen liegt ist entscheidend für ein gutes Bild. Dies ist auch ein Grund weshalb ich bei jedem Schritt bei meinen Bildern selber Hand anlegen will oder zumindest bei der Arbeit mit einbezogen sein will. Grossartige Bilder sind  aber in erster Linie auch ein Produkt aus Vision, Technik und Nachbearbeitung – alle diese drei Elemente müssen in einem Bild harmonisch vereint werden und die Mischung daraus kreiert ein grossartiges Bild. Jede einzelne Disziplin muss man beherrschen, denn ein Defizit eines Arbeitsschrittes kann nicht durch den anderen behoben werden. Ein gutes Bild vereint Handwerk und Kunst. Ein Bild muss Gefühl haben, vermittelt Emotionen und Stimmungen von diesem bestimmten Moment und auch eine kurze Geschichte.
Es gibt so viele wunderschöne Bilder von unserer unendlich schönen Welt, aber es sind die Bilder welche mehr zeigen als bloss eine dokumentarische Abbildung eines Momentes. Es sind die Bilder welche die visuelle Wahrnehmung überschreiten und die Gedanken, Emotionen und Gefühle des Fotografen von diesem bestimmten einmaligen Moment im Bild wiedergeben, kombiniert mit technischem Können und schöpferischem Einfühlungsvermögen was für mich schlussendlich ein eindrucksvolles Foto macht!

Mein aktuelles Bild entstand vor wenigen Wochen in der Nähe der Aare zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland. Es war ein perfekter Morgen für diese Location. Der Nebel reduzierte das Bild auf das nötigste und verdeckte unschöne und ungewollte Objekte. Dazu hatten wir gerade noch Sahara Staub in der Luft was den morgendlichen Himmel gelb orange färben liess. Der Sahara Staub gab dem Bild schlussendlich auch den Titel „Sahara’s Licht“!Sahara's-Licht
Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 100, f 11, 1/60Sekunde

Day’s End

Eine Bildidee die ich jetzt doch schon etwas länger in meinem Kopf hatte. Inspiriert von einem Bild von Ian Plant. Der Himmel mit den warmen Farben der untergehenden Sonne und das Nebelmeer im kalten Farbton, dazu die Jurahügel welche aus dem Nebelmeer ragen. Die Nebelobergrenze sollte an diesem Tag ca. bei 1000 bis 1100 Meter über Meer sein. So war es auch. Als ich an diesem Nachmittag auf der Passhöhe des „Chilchzimmersattel’s“ ankam waren die Bedingungen dazu gerade perfekt. Oberhalb des Nebels blauer Himmel und man konnte auf das unendliche Nebelmeer blicken welches sich unterhalb wie ein Fluss durch die hügelige Landschaft schlängelt. Als ich dann ca. eine viertel Stunde später auf der Geissflue ankam, musste ich mich schon fast beeilen. Die Sonne stand schon sehr Tief und bevor ich meine Bildidee umsetzte, wollte ich die Gelegenheit noch nutzen den Sonnenuntergang zu fotografieren. Was mir hier die Natur bot, war ein unglaubliches Schauspiel aus Farben und Licht. Um diese Stimmung fest zu halten benötigte ich eine Belichtungsreihe von 2 Aufnahmen kombiniert mit einem ND Hard Filter von 0.6.  2 Aufnahmen waren hier genug um den ganzen Dynamik-Umfang einzufangen.
Zur Entwicklung zu Hause am PC: Da ich hier eine Belichtungsreihe von 2 Belichtungen machen musste, muss ich diese 2 Belichtungen nun überblenden. Viele verwenden dazu die HDR Technik (HDR Software) welche zwar relativ schnell zu einem Ergebnis führt aber für mich nicht befriedigend und zu ungenau ist. Dazu wirkt es noch unrealistisch und künstlich. Aus diesem Grunde überblende ich immer manuell. Dies nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch, doch liefert dies natürlichere und genauere Resultate. Dabei mache ich die RAW Konvertierung wie immer in Lightroom und öffne anschliessend die einzelnen Belichtungen als Ebenen in Photoshop. Dabei ist das dunklere Bild über dem helleren platziert. Danach erzeugte ich eine Maske. Dazu verwende ich oft die Luminosity Masks von Tony Kuyper. Ich wählte die passende Maske aus und verfeinerte sie anschliessend noch mit einem Pinsel (schwarz oder weiss) und dann noch mit dem Abwedler- und Nachbelichterwerkzeug. Eine genaue Regel dazu gibt es hier bei mir nicht. Das ist jedes Mal wieder etwas anders. Bei diesem Bild war das überblenden etwas schwieriger da der Kontrast zwischen den Bäumen und dem viel hellerem Nebelmeer sehr hoch war und ich einen Saum um die Äste der Bäume hatte. Dieser musste ich jetzt noch entfernen. Dazu verwendete ich die Option „Maskenkante“ – aber auch hier musste ich einfach ausprobieren welche Einstellungen das Beste Ergebnis lieferten. Anschliessend wurde dann wieder mit dem Pinsel entweder mit weiss oder mit schwarz und der passenden Deckkraft und Pinselgrösse Feinarbeit gemacht. Auch habe ich dann noch eine Verlaufsmaske erstellt um die beiden Bilder noch besser mit einander zu überblenden. Auch hier wieder: es gibt kein Patentrezept. Es braucht einfach Erfahrung und mit der Erfahrung geht es auch immer wie einfacher. Danach habe ich noch einzelne Stellen im Bild abgewedelt und nachbelichtet. Dazu verwende ich aber nicht die in Photoshop zur Verfügung gestellten Werkzeuge, sondern arbeite da auch mit einer eigens dafür erzeugten Maske und male dann mit dem Pinsel entweder mit Schwarz oder Weiss auf die gewünschten Bereiche. Damit nur die von mir gewünschten Tonwerte betroffen werden, wähle ich die zu bearbeitende Helligkeitsbereiche mit Hilfe von Tony Kuyper’s Masken aus. Danach noch die Sättigung einstellen – dies ebenfalls mit speziellen Masken damit man nur dort die Farben sättigt wo man es auch will.Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 200, f 11, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/80 Sekunde & 1/25 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard, manuell überblendet in Photoshop

Nebellicht(„Im Auge des Fotografen“)

Wer kennt das nicht! Man hat soeben sein Bild fertig „entwickelt“ und zeigt es einem Fotografen-Kollegen oder lädt es auf sein bevorzugte Fotografie-Forum hoch und das Bild wird „negativ“ kritisiert. Man zeigt es ja auch anderen um hoffentlich ein ehrliches Feedback zu kriegen und andere Meinungen zu dem betreffenden Bild zu hören. Wenn möglich mit Begründung und Anregung was der oder die andere anders gemacht hätte.
Doch oft genug bekommt man nur zu hören, dass die Farben nicht stimmen, das Bild nicht der Realität entspreche und es in „Natura“ nicht so aussehen würde. Jeder ist nur von seiner Ansicht der Realität überzeugt und versucht die anderen zu belehren wie es auszusehen hat. Wer darf den von sich aus Behaupten, dass nur seine Ansicht der Wirklichkeit entspricht!
In Wahrheit können auch beide Ansichten, die des Fotografen sowie die des Betrachters der Realität entsprechen. Die Realität, dass heisst die Wahrnehmung einer Stimmung ist bei jedem einzelnen anders. Sie liegt auch im Auge des Betrachters.
Um eine Szene so realistisch wie möglich und vorallem so wie ich sie erlebt habe, wiederzugeben, fotografiere ich seit Jahren nur noch im RAW-Format. Das bedeutet, ich übernehme die volle Kontrolle über jeden einzelnen Parameter  der Aufnahme. Dies erlaubt mir die Stimmung so zu zeigen wie ICH sie gesehen habe und überlasse die Kontrolle über Farbgebung, Sättigung, Weissabgleich und Tonwerte nicht einer „kopflosen“ Kamera oder Software. In Wahrheit geben Jpeg’s nie einen einzigen Parameter korrekt wieder.
Da aber jetzt jeder Mensch eine andere Wahrnehmung einer Szene hat, anders fühlt und jeder Parameter selber einstellt, würde jetzt auch ein Bild welches mit der gleichen Kamera, gleiches Objektiv zur gleichen Zeit, bei gleichem Licht sowie dieselbe Hardware und Software beim „postprocessing“ verschieden aussehen. Doch beide Bilder würden oder können sicher der Wirklichkeit entsprechen.
Vielleicht sollten wir darüber Nachdenken wenn wir das nächste Mal ein Bild von einem Kollegen kommentieren und kritisieren. Das einzige was doch wirklich wichtig ist, ist dass der Fotograf mit seiner Interpretation der Szene zufrieden ist und er die Stimmung so wiedergibt so wie er sie erlebt und gefühlt hat. Jeder Fotograf interpretiert eine Landschaft mit der gleichen Stimmung anders als der andere.Belchen
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@35mm), ISO 200, f 11, 1/500 Sekunde, polarizer

Meine Vorstellung

Um meine Visionen umzusetzen versuche ich immer wieder verschiedene und neue Techniken beim fotografieren wie auch in der digitalen Dunkelkammer aus, wobei die Dunkelkammer nur die Arbeit des „Entwickelns“ übernimmt. Bei diesem Bild hier  habe ich die vorhandenen Farben zu meinen Gunsten benutzt. Von der Bildkomposition her ist es noch nicht was ich mir schon seit Jahren vorstelle, doch von der Stimmung, Farben und Dynamik kommt es an meine ursprüngliche Idee sehr nahe ran. Um diese Idee umzusetzen musste ich etwa bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang warten mit fotografieren. Die Zeitspanne kurz nach Sonnenuntergang bis kurz vor Finsternis schien ideal dafür zu sein, doch sollte ich noch genügend Restlicht haben um den gewünschten Effekt zu bekommen. Es sollte auch leicht dunstig sein, damit sich der Himmel gelb, rötlich färben kann. Da die Wolken in der blauen Stunde vom Restlicht des reflektierenden Himmel bläulich schimmert, nutzte ich diesen Effekt für meine Zwecke. Meine Absicht war den Warm/Kalt-Kontrast zu betonen. Damit der Nebel Dynamik bekommt, benötigte ich eine längere Verschlusszeit. Allerdings auch nicht eine zu lange Verschlusszeit, sonst gehen die Strukturen und die Details in der Nebeldecke verloren. Also musste ich den Moment genau abwarten und mit Hilfe der Iso die richtige Belichtungszeit wählen, welche zwischen 30 Sekunden und maximal 60 Sekunden liegt. Durch die längere Verschlusszeit werden die Farben auf dem Kamerasensor noch intensiver welches die Farbstimmung noch verstärkte. Auch dies wollte ich für meine Vision nutzen.
Um die von mir gewünschte Verschlusszeit von ca. 45 Sekunden einzustellen, verwendetet ich für diese Aufnahme den „Big Stopper“ von Lee. Das Bild wollte ich auf das wesentliche beschränken und somit die Formen, Linien und Farbe des Nebels zu betonen. Auch, wie schon erwähnt, zielte ich hier auf den Farbkontrast des bläulich schimmernden Nebels zum warmen Farbton des Himmels. Um dies optimal umzusetzen entschied ich mich beim „Entwickeln“ für die „double processing“ Technik. Dass heisst, ich entwickle die RAW-Datei in Lightroom und lege ein Kopie davon an, welche ich dann wiederum neu entwickle. Somit habe ich zwei RAW-Dateien aus einem Bild – eine für den Nebel und eine andere für den Himmel. Beide Dateien werden dann in Photoshop geladen und manuell überblendet. Die Kameratechnik ist bei solchen Stimmung oft überfordert und kann nicht Schatten und Licht zusammen korrekt wiedergeben. Hier suchte ich natürlich auch die zwei extremen: Das kalte Blau der Nacht und das warme Licht.
Nebelmeer