Dolomiten Workshop 2017

Vor fast 2 Jahren begann bei mir und Adrian die Planung für diesen Workshop. Im Vorfeld unseres ersten Dolomiten Besuches im Sommer 2016 erkundigte ich mich übers Internet, in Magazinen und bei anderen Fotografen über diese Berglandschaft in den italienischen Alpen.
Da gibt es einiges zu planen, wie z.B. den genauen Zeitpunkt für eine Reise, damit alles bis auf das letzte stimmt. Obwohl man das Wetter nicht voraussagen kann, vor allem nicht ein halbes Jahr oder ein Jahr voraus, kann man doch gewisse Wetterlagen in den bestimmten Jahreszeiten abschätzen. So haben wir bis jetzt bei jedem Besuch in den Dolomiten das «perfekte» Fotowetter gehabt. Doch da gehört natürlich auch sehr viel Glück dazu. Dennoch, glaube ich, ist gerade die Wetterplanung auch ein wichtiger Bestandteil einer solche Reise, bzw. eines solchen Workshops.
Ein paar Tage vor Workshopbeginn schlug das Wetter um, und die hochsommerlichen Temperaturen waren vorbei. In den Dolomiten fiel schon der erste Schnee und wir behielten die Wetterentwicklung ganz gut im Auge. Doch es sollte für uns alles perfekt kommen.
Am Montagmorgen, 4.September 2017 ging es endlich los. Ich freute mich schon lange auf diesen Workshop. Die Temperaturen waren angenehmer als vorhergesagt. Auch der Schnee war kein Thema mehr. Als wir gegen 16 Uhr am Montagnachmittag am Pragser Wildsee ankamen, sahen die Bedingungen für den ersten Abend schon vielversprechend aus. Die meisten waren überrascht and der Anzahl der Touristen die um den See wanderten und die Ufer des Sees «bevölkerten». Ja, das waren wir vor gut einem Jahr auch. Doch ist es inzwischen so, wie überall anders auch, dass es an bekannten Orten nur noch so von Touristen und Fotografen wimmelt. Das ist in Island, in Norwegen, in der Schweiz und eben auch in den Dolomiten der Fall. Dennoch, ist es ein schöner Ort. Nach der Ankunft bezogen wir die Zimmer und nach der Begrüssung und den Infos ging es dann zum See und die Teilnehmer konnten die Gegend erkunden. Nach dem Sonnenuntergang ging es dann zum gemütlichen Teil über, dem Abendessen.

Hotelzimmer im Hotel Pragser Wildsee

Aussicht vom Hotelzimmer am Pragser Wildsee

Das Essen in den Dolomiten gehört für uns schon seit unserem ersten Besuch, natürlich neben der faszinierenden Landschaft, zu unseren Highlights. Meistens gibt es 4-gängige Menus – ja sogar in den Alphütten gibt es mehrgängige Mahlzeiten.

Abendessen im Hotel Pragser Wildsee

Nachdem Abendessen ging es dann wieder an den See zum Mondschein-Fotografieren. Schön finde ich immer wieder wie sich die Teilnehmer begeistern können und kreativ ihre Motive auf den Sensor bannen. Für uns ist es wichtig, dass wir den Teilnehmern die Freiheit lassen, die Motive selber zu sehen – doch zeigen wir ihnen natürlich auch die bekannten Kompositionen. Ein paar verbrachten die Zeit bis um 1.30 Uhr morgens am See mit der Vollmondfotografie. Am anderen Morgen ging es gleich weiter. Um 5.15 Uhr war Treffpunkt beim Hotel-Haupteingang. Der Morgen sollte uns etwas Regen bringen, doch sollte dies der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Nach dem Morgenessen ging es dann weiter zum nächsten Höhepunkt, den Drei Zinnen. Ich denke, eigentlich der Höhepunkt unseres einwöchigen Workshops in den Dolomiten. Nach einem kurzen Aufenthalt am Lago Misurina um Kleinigkeiten zu kaufen, fuhren wir dann zum Rifugio Auronzo auf ca. 2320 Meter über Meer.

Zwischenstopp am Lago Misurina

Die Temperaturen waren angenehmer als erwartet. Leider war uns auf der Fahrt dorthin ein Teilnehmer «abhanden» gekommen und wir wussten vorübergehend nicht wo er sich befand. Oft hatte man nur einen schlechten Empfang mit dem Smartphone. Adrian wanderte dann mit der Gruppe schon einmal los Richtung Paternkofelsattel und schlussendlich zur Drei Zinnenhütte während ich noch auf den «vermissten» Teilnehmer wartete. Nach ca. 2 Stunden Verspätung tauchte er dann auch auf und wir konnten uns auf die ca. 2-stündige Wanderung zur Drei Zinnenhütte machen. Das Wetter war gerade perfekt zum Wandern. Und es sollte immer besser werden.
Um ca. 17 Uhr erreichte dann auch ich mit unserem «verloren gegangenem» Teilnehmer die Drei Zinnenhütte.
Der Abend war etwas «stressig» zum Fotografieren, obwohl uns das Team der Drei Zinnenhütte sehr entgegenkam, uns schon um 18 Uhr das Abendessen servierte und viele Sonderwünsche erfüllte. Doch jeder der Teilnehmer konnte ein schönes und gutes Bild von der atemberaubenden Szenerie der Sextner Dolomiten machen.

An dieser Stelle möchte ich aber jetzt einmal das Team der Drei Zinnenhütte lobend erwähnen. Was dieses Servierpersonal und die Küche dort leisten, ist phänomenal. Da muss man lange suchen, um eine solche Gastfreundschaft zu finden. Sie setzten alles daran, damit wir gemütlich Essen konnten, aber dennoch wieder genug früh draussen waren um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Am zweiten Tag setzten sie uns sogar an einen anderen Tisch um uns noch schneller bedienen zu können. Obwohl dieser Job dort oben sehr hektisch und während dem Frühstück, Mittagszeit und Abendessen sehr stressig ist, hatten sie immer ein Lächeln und einen guten Spruch für uns und die anderen Gäste übrig. Auch im grössten Stress und Gedränge nahmen Sie für uns Zeit. Mich hat dies sehr stark beeindruckt. Ein grosses Dankeschön an das Drei Zinnenhütte-Team!!!
Auch die Qualität des Essens liess keine Wünsche offen. Wenn man bedenkt, dass die Drei Zinnenhütte auf ca. 2500 Meter oben liegt und weit abgelegen ist, hätte ich eigentlich nur einfache Menus erwartet. Weit gefehlt! War einfach der Wahnsinn!

Abendessen Drei Zinnenhütte

Abendessen am Dolomiten Workshop in der Drei Zinnenhütte

Abendessen am Dolomiten Workshop in der Drei Zinnenhütte

Nachdem wir den Sonnenuntergang und die Dämmerung fotografiert hatten, ging es dann zurück in die Hütte und uns wurde noch das Dessert serviert. Anschliessend ging der Grossteil wieder raus und fotografierte diese eindrückliche Bergwelt im Licht des Mondscheins. Ich bin zwar nicht der typische Nachtfotograf, weder Milchstrasse noch Vollmond sind meine bevorzugten Sujets, dennoch fasziniert mich das Licht des Vollmondes in den Bergen. Alles wirkt dann so gespenstisch. Das ist was ich wollte für meine Bildidee.
Auch der nächste Morgen segnete uns mit fantastischem Licht, obwohl es zuerst einmal nicht danach aussah. Der Mittwoch verbrachten wir dann mit erkunden nach neuen und interessanten Spots. Auch zeigten wir den Teilnehmer Spots die etwas weiter weg waren. So kamen dann 4 Teilnehmer mit mir abends nach dem Nachtessen zum Sonnenuntergang zum Sextner Stein, eine Aussichtsplatform oberhalb der Drei Zinnenhütte auf halbem Weg zum Toblinger Knoten.

Erkunden am Dolomiten Workshop

Auch an diesem Abend schien es sehr vielversprechend zu sein – doch kippte das Wetter nur wenige Minuten nach unserer Ankunft auf dem Sextner Stein auf die andere Seite und es begann zu regnen. So beschlossen wir, noch bevor es richtig begann zu schütten, uns auf den Rückweg zur Hütte zu begeben. Ein richtiger Entscheid, wie sich später dann herausstellen sollte. So verbrachten wir einen gemütlichen Abend in der Drei Zinnenhütte.
Der nächste Morgen war dann wieder einmal phänomenal. Zwei unserer Teilnehmer wollten noch einmal auf den Sextner Stein hinauf, so machte ich mich mit Ihnen um 5.15 Uhr auf den Weg auf diese wunderschöne Aussichtsplatform. Oben angekommen, befasste ich mich erstmal mit dem Toblinger Knoten, ein faszinierender Berg, während sich die anderen zwei mit den Drei Zinnen und dem Paternkofel Gebirge befassten. Ich denke, egal wo man sich an diesem Morgen befand, jeder konnte ein schönes Bild dieser Bergwelt machen.

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Voller Einsatz unserer Workshop Teilnehmer

Nach dem Morgenessen ging es dann wieder zurück zur Auronzohütte wo sich unsere Autos befanden. Leider kamen dann wieder zwei weitere Herausforderungen auf Adrian und mich zu. Adrian musste mit einem Teilnehmer frühzeitig nach Hause fahren und ich musste mit einem Teilnehmer ins Spital. An dieser Stelle «Danke» an unseren Workshop-Teilnehmer Claudio, dass er mir hier zur Seite stand und mit dem Teilnehmer ins Spital fuhr und sprachlich mir zur Seite stand. Obwohl wir den letzten Abend ohne Adrian und unserer einzigen Teilnehmerin verbringen mussten, war die Stimmung fantastisch.

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Nachdem wir mit dem Sessellift zum Rifugio Scoiatolli fuhren, verbrachten wir einen schönen und gemütlichen Abend bei einem feinen Abendessen in der Alphütte. Natürlich nachdem wir die Abendstimmung fotografierten. Das Wetter wollte zwar nicht so recht mitspielen, doch für gerade mal 2 Minuten war alles perfekt. Gerade lange genug um ein einmaliges Bild zu machen. Was mich besonders gefreut hat, jeder unserer Teilnehmer war vorbereitet und konnte dieses kleine Zeitfenster nutzen und das Licht auf den Sensor bannen.

Blick von der Sesselbahn zum Cinque Torri

Gemütliches Beisammensein im Rifugio Scoiatolli

Gemütliches Beisammensein im Rifugio Scoiatolli

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impression vom Dolomiten Workshop – Stative bei den Cinque Torri

Abendessen im Rifugio Scoiatolli

Abendessen im Rifugio Scoiatolli

Der letzte Morgen schien zuerst einmal total ins Wasser zu fallen. Als ich um 5.15 Uhr aufstehen wollte, sah man nichts ausser Nebel. Doch aus Erfahrung wusste ich, dass das noch nichts bedeutet. Dennoch gingen die Teilnehmer wieder zurück ins Bett. Um ca. 5.45 Uhr sah ich den Vollmond durch den Nebel schimmern und sah auch die Umrisse der Cinque Torri. Schnell weckte ich die Teilnehmer und sagte ihnen, dass ich jetzt rausgehe und wer mitkommen wolle, sollte jetzt aufstehen. Es könnte gewaltig werden.                Nur eine halbe Stunde später waren wir Zeuge eines atemberaubenden Naturschauspiels. Zum zweiten Male durfte ich das bei den Cinque Torri erleben. Was für ein gewaltiger Abschluss für unseren ersten Dolomiten Workshop. Mich freute es für jeden einzelnen Teilnehmer, dass sie so ein Naturschauspiel erleben durften. Die ganze Woche hatten wir ausgezeichnetes Fotografenwetter.

Es war unser erster Workshop im Ausland und unser erster 5-tägigen Workshop den wir geleitet und organisiert haben. Wettermässig war es absolut perfekt. Daran werden wir nächstes Jahr nichts ändern. Ich denke, jeder Teilnehmer ist auf seine Kosten gekommen und hat sicher ein paar schöne Bilder mit nach Hause gebracht.
Was man einfach immer bedenken muss, bei so einem Workshop/Fotoreise: in solchen Berghütten gibt es keinen grossen Luxus. Obwohl gerade das Essen auf sehr hohem Niveau ist, sind doch solche Hütten sehr einfach eingerichtet. Es hat nur kaltes Wasser und es kann vorkommen, dass man wegen Wassermangel nicht duschen kann. Auch gibt es keine Einzelbettzimmer und man muss die Zimmer mit mehreren Personen teilen. Das bedeutet, dass man aufeinander angewiesen ist und aufeinander Rücksicht nehmen muss. Doch die atemberaubende Bergwelt entschädigt für die Anstrengungen und sämtliche Entbehrungen welche man auf sich nehmen muss um diese Gegend zu erleben.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer. Es hat mega Spass gemacht mit euch. Auch einen Dank an meinen Kollegen Adrian Wirz für die tolle Zusammenarbeit. Ohne eine gute Zusammenarbeit und das nötige Vertrauen ist so ein reibungsloser Ablauf nicht möglich.

Nächstes Jahr werden wir diesen Workshop in etwas abgeänderter Form auch wieder anbieten. In diesem Workshop werden wir dann auch von der Krete aus fotografieren. Dazu werden wir auch noch einen zweiten Dolomiten Workshop anbieten. Dieser wird etwas weniger anstrengend sein, weil die Drei Zinnen darin nicht enthalten sein werden. Dafür aber andere atemberaubende Locations.
Mehr Infos werden in nächster Zeit folgen.

Morgenstimmung bei den Cinque Torri

Technische Details: Nikon D810, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11, 1/200Sekunde

Bild des Monats: August 2017 (Evening Splendor)

Lange war es wieder einmal ruhig hier auf diesem Kanal. Ich wollte schon lange wieder mal einen Beitrag schreiben doch ich kam einfach nie dazu. Landschaftsfotografen sind, so glaube ich, die meist-beschäftigsten Leute. Zeit ist immer mangelware und man rennt ständig irgendetwas hinterher. Kaum hat der Sommer begonnen neigt er sich schon wieder dem Ende zu. Morgen ist schon der meteorologische Herbstanfang und genau zeitgleich haben die sommerlichen Hitzetage ein abruptes Ende gefunden. Über das Wochenende soll es ja in den höheren Regionen der Berge Schnee geben. Doch ich freue mich auch auf die kommende Jahreszeit. Für mich immer wieder die schönste Zeit im Jahr. Doch jetzt freue ich mich ersteinmal auf den bevorstehenden Workshop in den Dolomiten. Bin gespannt was uns am Montag erwartet. Hoffe auf verschneite Berggipfel und interessante Lichtstimmungen. Als ich Anfang Juli mit Andreas Gerth und Adrian Wirz in den Dolomiten waren, hatten wir es ja fantastisch getroffen. Schon am ersten Abend durften wir eine atemberaubende Stimmunge auf dem auf der Krete etwas oberhalb vom Paternkofelsattel erleben. Es war ein krönender Abschluss eines langen und turbulenten Tages. Ich war froh, als wir nach gut 11 Stunden Autofahrt mit Werkstattaufenthalt wegen einem unverschuldeten Auffahrunfall am späteren Nachmittag endlich bei der Auronzohütte bei den Drei Zinnen ankamen. Doch war ich auch voller Energie und konnte es kaum erwarten endlich loszuziehen und die Gegend zu erkunden. Nach dem Abendessen, welches ich eigentlich nicht so richtig geniessen konnte, da ich irgendwie das Gefühl hatte, ich könnte etwas verpassen, zogen wir dann endlich auch los Richtung Paternkofelsattel von wo man einen schönen Blick auf die Drei Zinnen hat. Diesen Standpunkt erkundeten Adrian und ich schon ein Jahr zuvor und ich hatte eine bestimmte Bildidee die ich gerne umsetzten wollte. Die Bedingungen dafür schienen sehr gut zu sein, zog doch der Nebel vom Tal empor. Während dem ganzen Abend hatten wir immer wieder faszinerende Licht- und Nebelstimmungen und manchmal wusste man gar nicht wo man jetzt fotografieren sollte. Es hätte überall gut sein können. An diesem Abend gab es schon zwei meiner Lieblingsbilder dieser Dolomiten-Reise. Eines davon ist dieses hier; eine schon fast unwirkliche Stimmungen bei den Drei Zinnen.Tre Cime di Lavaredo
Technische Details: Nikon D810, 14-24f2.8mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 13,
45 Sekunden
, Polarizer, 0.6 ND Grad-Filter

Silent Prayer

Schon lange einmal wollte ich in die Dolomiten fotografieren. Letztes Jahr im Sommer konnte ich diesen lang ersehnten Traum endlich realisieren. An einem Samstagmorgen Anfangs Juli 2016 früh fuhren Adrian Wirz und ich los Richtung Österreich, Brennerautobahn, Südtirol zu unserem ersten Spot, dem Pragser Wildsee. Für mich ein «Must See», nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein schöner Bergsee, doch die vielen Touristen schreckten etwas ab. Dennoch fand ich, dieser See ist ein Besuch wert – deshalb ist er auch in diesem Jahr in unserem Dolomiten Workshop mit dabei. Die frühen Morgenstunden verpassten wir leider am Pragser Wildsee, da wir uns vorher nicht informiert hatten, um welche Zeit der Campingplatz auf welchem wir übernachteten morgens öffnet. Ich bin mir eigentlich von Australien gewohnt, dass man die Campingplätze immer verlassen kann – doch hier öffneten die Schranken nicht vor 7 Uhr morgens. So standen wir mit unserem Auto morgens um 5 Uhr vor geschlossenen Schranken und konnten nicht durchfahren. Das war schon ziemlich ärgerlich. Von diesem Zeitpunkt fragten wir überall, auch in Berghütten, ob wir auch sicher morgens zeitig vor Sonnenaufgang hinauskönnen! Nach einer Kaffeepause ging es dann weiter Richtung Cortina d’Ampezzo zu unserem zweiten Spot in dieser Woche. Wir wählten extra nicht zu viele Fotospots aus, damit wir uns auch Zeit nahmen für die einzelnen Motive. So hatten wir nur drei verschiedene Motive, aber natürlich bei jedem verschiedene Standorte und Kompositionen eingeplant. So hatten wir auch genügend Zeit jeden einzelnen Ort zu erkunden. Als wir nach Cortina d’Ampezzo Richtung Falzarego Pass fahren wollten, hielt uns die Polizei auf und machte uns darauf aufmerksam, dass die Strasse wegen einem Radrennen für ein paar Stunden gesperrt sei. So kamen wir etwas später als gewollt in der Berghütte Rifugio 5 Torri an. Die Abzweigung zur Berghütte mussten wir noch suchen, da nur eine Schotterpiste zur Berghütte führte. Dort angekommen fing es gerade zu regnen an und nur Minuten später goss es wie aus Kübeln. So machten wir in der gemütlichen Gaststube eine Kaffeepause und warteten bis der Regen nachliess. Danach packten wir unsere Ausrüstung und wanderten zu den ca. 30 Minuten entfernten Cinque Torri. Angekommen sahen wir wegen Nebels nicht viel von den Felstürmen der Cinque Torri. Dennoch konnten wir die Umgebung schon etwas erkunden. Kurz vor Sonnenuntergang lockerte die Bewölkung etwas auf und die Sicht auf die Felsen der Cinque Torri wurde besser und interessanter. Dennoch die grosse Abendstimmung blieb aus. Am nächsten Morgen wollten wir zeitig vor Sonnenaufgang wieder oben bei den Cinque Torri sein, so holte uns der Wecker schon wieder früh aus dem Schlaf. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und dann hüpfte ich wieder ins Bett. Ausser Nebel sah ich nicht viel. Doch plötzlich sagte Adrian zu mir, bist du sicher, dass es neblig ist und mit einem erneuten Blick aus dem Fenster stellten wir fest, dass es keine geschlossene Nebeldecke war und man sogar die Sterne erkennen konnte. Wir beeilten uns, damit wir noch rechtzeitig vor der einsetzenden Dämmerung bei den Cinque Torri ankamen. Was wir dann oben sahen als wir vor den Cinque Torri standen, konnten wir selber fast nicht glauben. Es war unbeschreiblich und ich kann das nicht in Worten fassen. Nie in meinen Träumen hätte ich mir eine solche Stimmung gewünscht, weil ich nicht an so etwas glaubte. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir so etwas vorstellen können. Atemberaubend schön! Die Cinque Torri ragen aus dem Nebel heraus. Die Dämmerung setzte kurz danach ein und zauberte die schönsten Farben an den Himmel welche sich wiederum im Nebel reflektierten. Jede Minute war der Nebel wieder anders und das Licht änderte sich ständig, doch während fast 2 Stunden hatten wir dort perfekte Bedingungen um einmalige Bilder zu machen. Ich habe diesen Spot schon genauestens geplant, doch so etwas kann man nicht planen. Das ist einfach Glück! Die Alpenrosen waren gerade am Blühen und am Abend zuvor entdeckte ich einen Spot wo ich einen Busch blühender Alpenrosen als Vordergrund für meine Komposition verwenden konnte. Manchmal hielt ich nur inne und bestaunte diese Szenerie und dann wieder war ich beschäftigt, das nächste Bild zu kreieren. Für mich persönlich einer meiner eindrücklichsten Momente als Landschaftsfotograf. Wir verbrachten dann noch den ganzen Tag in der Gegend der Cinque Torri, doch ca. 2 Stunden nach Sonnenaufgang zog der Nebel wieder komplett über die 5 Felstürme und wir verbrachten den ganzen Tag in der Nebelsuppe. Auch einen Ausflug auf den Monte Nuvolau auf 2574 Meter brachte mich nicht über die Nebelgrenze hinaus. Gerade wieder rechtzeitig zum Sonnenuntergang löste sich der Nebel wieder auf und so hatten wir wieder schönes Licht mit guter Stimmung bei den Cinque Torri. Nicht mehr so genial wie am Morgen, doch so eine Jahrhundertstimmung darf und kann man nicht zweimal an einem Tag erwarten. Diese Nacht verbrachten wir im Rifugio Scoiatolli von wo aus man einen schönen Blick auf die Türme der Cinque Torri hat. Am anderen Morgen verbrachten und fotografierten wir nochmals ein paar Stunden in der Gegend der Cinque Torri bevor es dann am späteren morgen weiter Richtung Drei Zinnen ging. Ich wusste schon als wir von den Cinque Torri zu den Drei Zinnen fuhren, dass ich in diese Gegend wieder zurückkommen werde. Es gibt noch viele andere Ansichten und Kompositionsmöglichkeiten von dieser eindrücklichen Bergwelt.
Teil 2 folgt!Sonnenaufgang bei den Cinque Torri in den Dolomiten                                                                                                                Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@15mm), ISO 64, f 13,
2 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Im Fokus: Roland Bill Moser

Vor einigen Tagen hat mich Adrian Wirz angefragt, ob ich Interesse hätte in seiner neuen Serie „In Fokus“ mitzumachen, genauer gesagt Fragen von ihm zu beantworten um das Thema Fotografie welche er dann in seinem Blog veröffentlicht. Da musste ich natürlich nicht lange überlegen, war es zum einen für mich eine Ehre dabei sein zu dürfen in seiner neuen Serie und erst noch den Anfang machen zu dürfen. Ich bin gespannt auf die weiteren Interviews welche er macht mit anderen Fotografen.
Wer sich Interessiert, ich rede in dem Interview wie ic zur Fotografie gefunden habe, welches für mich persönlich meine drei schönsten bilder sind, wieso sie es sind und wie diese entstanden sind. Auch spreche ich über mein Equipment und was wichtig ist bei der Landschaftsfotografie. Auch erzähle ich was ich auf meinen Foto Touren so alles erlebt habe.
Hier ist der Link zum Blog „Im Fokus: Roland Bill Moser“ von Adrian Wirz!
Adrian Wirz ist ein guter Fotografenkollege und mein Workshop-Partner. Zusammen haben wir in den letzten paar Jahren so manches Abenteur erlebt. Adrian ist ein begnadeter Fotograf, welcher schon sehr lange fotografiert. Angefangen hat er mit der Fotografie in der Formel 1. Damals suchte er den Lärm und die Power: heute sucht er die Ruhe und die Kraft in der Natur. Er hatte so manch bekannter Formel 1 Star vor der Linse.
www.adrian-wirz.com

Schärfere Bilder machen

Ich denke für die meisten Anfänger in der Fotografie ist eine der grössten Herausforderungen ein Scharfe Bild zu machen. Viele machen sich darüber Anfangs auch noch keine Gedanken, doch wenn man mit der Zeit immer wie besser wird, fällt einem dann einmal auf, dass viele Bilder nicht so Scharf sind wie sie sein könnten.
Ich habe hier einmal ein paar Tipps zusammengestellt wie Sie zu schärferen Bilder kommen.

  • Blog Landschaftsfotograf Roland MoserStativ
    Etwas vom wichtigsten für absolut scharfe Bilder in der Landschaftsfotografie ist das Stativ. Viele fotografieren ohne Stativ, oder sind zu bequem es mitzunehmen. Ich kann nicht genug betonen wie wichtig ein Stativ ist. Nicht nur damit man schärfere Bilder macht, sondern man macht sich auch mehr Gedanken über die Komposition. Wenn mich Workshop-Teilnehmer fragen, wie oft ich das Stativ brauche, dann antworte ich «in 99.99% der Fälle fotografiere ich mit Stativ». Es ist egal ob ich am Tag bei strahlendem Sonnschein, in der Dämmerung oder in der Nacht fotografiere. Die Kamera ist immer auf dem Stativ!
    Dabei ist es auch wichtig, dass man ein stabiles Stativ hat. Ein gutes und solides Stativ steht fest und hat sicher auch viel weniger Schwingungen als ein billiges Stativ.
    Dann ist es natürlich auch wichtig wo und wie man ein Stativ stellt. Steht das Stativ fest und stabil auf dem Boden? Beachten Sie wo sie die Stativ-Beine platzieren. Vermeiden Sie das Stativ am Rand eines rutschigen Felsens oder einer anderen instabilen Oberfläche welche sich während der Belichtung bewegen könnte zu platzieren. Falls Sie in einem Moorgebiet sind und der Boden weich ist, versuchen Sie das Stativ fest in den Boden zu drücken bis es stillsteht. Ich weiss es ist manchmal mühsam, bis das Stativ perfekt und stabil steht, vor allem dann, wenn man noch in einem Fluss fotografiert oder auch auf Schnee. Doch es ist sich die Mühe wert, das Stativ stabil aufzustellen.
    Beachtet bitte auch, dass das Stativ geradesteht und nicht auf eine Seite kippt. Das hat zwar, wenn es stabil steht, auf die Schärfe keinen Einfluss, doch es ist eine Vorsichtsmassnahme damit ihr sicher seid, dass das Stativ nicht auf eine Seite umkippt.
    Landscape Photographer Roland MoserViele Stative haben in der Mitte zwischen den Stativbeinen einen Hacken um etwas dranzuhängen. Dieser Hacken ist eigentlich dafür gemacht, dass wenn man bei starkem Wind, den Kamerarucksack dranhängen kann, damit man das Stativ stabilisieren kann. Ich rate davon ab. Wenn man bei windigen Bedingungen dort etwas dranhängt, verursacht dies nach meiner Erfahrung nur noch mehr Schwingungen. Nehmt in diesem Fall den Kamerarucksack und hängt in von oben herab über die Stativbeine. So ist er fix und kann nicht hin und her schwingen und drückt gleichzeitig mit dem Gewicht das Stativ gegen den Boden.
  • Fernauslöser
    Bei dem Fernauslöser ist es nicht so wichtig was sie für einen haben. Es gibt unzählige Modelle, von Programmierbaren bis einfache Fernauslöser. Achten Sie darauf, dass sie einen Auslöse-Taste haben welche auch verriegelbar ist für wackelfreie Landschaftsfotografie EquipemntLangzeitaufnahmen über 30 Sekunden (Bulb). Der Grund das wir einen Fernauslöser wollen ist der, dass wir ja so scharfe Bilder wie nur möglich haben wollen, somit muss jedes nur so geringe Risiko einer Erschütterung der Kamera vermieden werden.Landschaftsfotograf Roland Moser-Fernauslöser Wenn wir den Auslöser an der Kamera betätigen verursachen wir Vibrationen und gerade dies möchten wir ja vermeiden. Eine alternative zum Fernauslöser wäre der Selbstauslöser, doch hat dieser auch Nachteile. Mit einem Fernauslöser können wir den genauen Zeitpunkt der Auslösung bestimmen, mit dem Selbstauslöser muss man die gewählte Verzögerung einberechnen.
  • Spiegelvorauslösung
    Die Spiegelvorauslösung sorgt dafür das der Spiegel vor der Belichtung hochklappt und die Belichtung etwas zeitverzögert ausgelöst wird. Somit vermeiden wir, dass die Erschütterung der Kamera welche durch das hochklappen des Spiegel entstehen kann, ein unscharfes Bild verursacht. Oftmals hört man, dass die Spiegelvorauslösung gerade bei Langzeitbelichtungen Sinn macht. Aus meiner Erfahrung habe ich aber gerade das Gegenteil festgestellt. Eine Spiegelvorauslösung ist gerade bei kurzen Verschlusszeiten sinnvoll. Bei einer Mittelformatkamera macht sich der Spiegelschlag recht gut bemerkbar. Bei den filigran gebauten DSLR’s macht sich aber der Spiegelschlag weit weniger bemerkbar, da es nicht so eine starke Erschütterung gibt durch das hochklappen des Spiegels. Dennoch würde ich sicherheitshalber empfehlen bei langen sowie auch bei kurzen Verschlusszeiten die Spiegelvorauslösung zu aktivieren.
  • Landschaftsfotograf Roland Moser unterwegs im AlpsteinKamera-Gurt (Schlaufe)
    Etwas das viele immer vernachlässigen ist der Kamera-Gurt. Bei vielen Kameras sehe ich diesen immer an der Kamera montiert. Ich würde diesen entfernen, wenn man mit dem Stativ arbeitet. Gerade bei langen Belichtungszeiten ist es sehr wichtig das der Kamera-Gurt entfernt worden ist, vor allem dann wenn es noch windig ist. Der Kamera-gurt flattert im Wind und verursacht Vibrationen was sich dann schlussendlich auf die Schärfe des Bildes negativ auswirkt. Falls man ihn nicht entfernen will, dann fixiert diesen mit Gummibänder, damit er nicht im Winde hin und her flattert.

    Kameragurt Blog Landschaftsfotografie

    Unbefestigter Kameragurt. Bei Wind kann der Gurt Vibrationen verursachen was sich in Unschärfe auswirkt.

Kameragurt befestigt. Der Gurt kann bei Wind nicht hin und her flattern und somit gibt es auch keine Vibrationen.

 

Bildbearbeitungs-Kurse (Private-Coachings)

BILDBEARBEITUNGSKURSE – LIGHTROOM/PHOTOSHOP
Bildbearbeitung ist keine Hexerei. Heutzutage kann man sich vieles selber beibringen oder es gibt für alles irgendwo Tutorials! Wieso denn noch Bildbearbeitungskurse besuchen? Viele Sachen macht man unbewusst falsch und kann im schlimmsten Fall das Bild zerstören.Was in Facebook und Co. noch gut ausschauen kann, sieht dann plötzlich ausgedruck nicht mehr so toll aus. Es gibt viele Wege ans Ziel – nicht nur ein Weg ist richtig. Aber es gibt Wege die liegen einem mehr als andere. Ich beschäftige mich jetzt seit gut 10 Jahren mit der digitalen Bildbearbeitung. Mein Ziel ist es nicht ein Bild zu manipulieren, sondern vielmehr aus den vorhandenen Daten das maximum heraus zu holen. In den letzten Jahren habe ich mich viel und lange damit befasst, die Bilder für Fine Art Prints zu optimieren. Dieses Erfahrung und Wissen möchte ich jetzt neu auch weitergeben. Ich gebe Privat-Kurse an Anfänger sowohl auch Fortgeschrittene.Falls der eine oder andere Interesse hat, sich weiter zu bilden, darf er mich gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Würde mich freuen mein Wissen weiter zu geben

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Landschafts-Fotografie-Workshops 2017

LANDSCHAFT-FOTOGRAFIE WORKSHOPS 2017
Zusammen mit Adrian Wirz führe ich im nächsten Jahr verschiedene Workshops durch. Die Workshop-Programme und Online-Anmeldungen sind jetzt online. Anmeldungen und mehr Infos unter folgendem Link: http://www.nature-moments.com/photography-workshops.html
Im April findet der beliebte „Blütenzauber-Workshop statt wo wir die Workshop-Teilnehmer durch schöne Baselbiet führen während der Kirschblütenzeit.
Im August führen wir dieses Jahr neu einen dreitägigen Workshop am Matterhorn durch.
Im September entführen wir unsere Teilnehmer in die Dolomiten wo wir neben den berühmten Drei Zinnen, ebenfalls am Pragser Wildsee und bei den Cinque Torri fotografieren.
Im Oktober findet dann wiederum der Belchen-Workshop statt, wo man mit etwas Wetterglück die inzwischen berühmte Belchenwelle fotografieren kann.

Sense of Awe

Es gibt Momente im Leben eines jeden Fotografen die er wohl nie mehr vergisst. Genau so ein Moment ist dieser Morgen in den Dolomiten bei den Cinque Torri. Eigentlich fing der Morgen nicht vielversprechend an. Der Wecker klingelte und ich schaute aus dem Fenster raus. Adrian fragte mich „Na, wie sieht’s aus?“ Und ich antwortete „Nichts, es hat immer noch Nebel!“ Dann einige Minuten später. Adrian schaute zum Fenster hinaus und fragte verwundert „Wo um Himmelswillen siehst Du acuh Nebel! Das ist Sternenklar!“ Also los ging es! Knapp 20 Minuten später standen wir vor den Cinque Torri und wir glaubten nicht was wir da vorfanden: mehr als perfekte Bedingungen. Die Cinque Torri umgeben von Nebel. Einfach atemberaubend! Da war nichts mit warten auf das perfekte Licht – natürlich wussten wir, dass das Licht immer noch besser werden konnte, doch die Bedingungen waren schon absolut genial und wir konnten gleich loslegen mit fotografieren. So etwas findet man höchst selten vor. Ich stand einfach nur da und kam aus dem staunen nicht mehr heraus. Einen Moment der Ehrfurcht und der unendlichen Dankbarkeit sowas erleben zu dürfen. Natürlich auch die Freude die Gelegenheit zu haben es noch zu fotografieren. Dieser Morgen in den Dolomiten ist sicher für mich das Highlight vom 2016!
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 @34mm, Iso64, f11, 3 Sekunden

 

Das echte RAW

Wenn man es ganz genau nehmen will, dann ist jedes, aber auch jedes Bild manipuliert! Ja Ihr lest richtig! Jedes Bild! Das mag jetzt viele vielleicht schockieren und wenn jetzt ein «Purist» denkt, das betrifft mich nicht, muss ich ihn jetzt leider enttäuschen. Leider wissen viele immer noch nicht das RAW nicht gleich RAW ist und somit ein RAW eigentlich schon ein bearbeitetes Bild ist. Viele wissen das heute immer noch nicht, darunter sind auch viele Fotografen! Was ist denn nun ein RAW? Das wirkliche RAW-Original ist Schwarz/Weiss, ist sehr Kontrastarm und sehr gräulich. Eigentlich kann man das gar nicht ansehen. Viele wissen das überhaupt nicht. Das Original-RAW hat wenig bis nichts zu tun, mit der Datei welche viele als RAW und somit als Original-Bild bezeichnen. Das echte RAW wird als «Linear Gamma» bezeichnet und ist das eigentliche «Digitale Negative» Das ist die echte RAW-Datei und nicht diejenige welche wir in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen!!! Das will heissen, alles darüber hinaus ist eine massive Manipulation der „Original“ Raw-Datei.  Selbst wenn Sie in Lightroom oder Adobe Camera RAW mit den Standardeinstellungen geladen werden oder Sie das Bild auf dem Kamera-Monitor betrachten, sehen Sie ein stark vom ursprünglichen „Original-RAW“ geändertes Bild. Dies in der Regel meist noch auf eine langweilige Art und Weise.
Für mich geht es nicht darum Bilder zu manipulieren, sondern vielmehr diese zu optimieren. Wollen wir eine gute Kontrolle über jeden Prozessparameter haben, damit das Bild schlussendlich so aussieht wie wir es erlebt und gesehen haben. Es geht auch darum es in bester Qualität zu „entwickeln“! Optimiert Ihr eure Bilder auch in Lightroom oder Adobe Camera RAW? Macht Ihr auch noch „Fine Tuning“ in Photoshop damit Ihr noch die letzten 10-20% mehr Bildqualität aus eurer Datei herauskitzeln könnt? Wenn nicht, vergeudet Ihr in den meisten Fällen Bildqualität und Ihr könnt nicht das Maximum aus eurer Datei herausholen.
Wenn man glaubt das „Out of Cam“ das reale Bild ist welche der Wirklichkeit entspricht, hat man sich gewaltig getäuscht. Nichts entspricht weniger der Wirklichkeit als das Original-RAW und das Bild welches direkt aus der Kamera kommt! Wer daran immer noch Zweifel hat, dem kann ich nur das Buch „The Real World Camera RAW“ von Bruce Fraser weiterempfehlen.
In meinen Workshops, ob Privat oder Gruppen-Workshops, sowie auch in speziellen „Bildbearbeitungs-Coachings“ zeige ich Euch Schritt für Schritt wie ihr aus eurer RAW Datei ein hochwertiges Bild macht. Bei Interesse könnt Ihr mich einfach kontaktieren unter office@nature-moments.com
Zum Bild: Das Bild zeigt die Drei Zinnen-Hütte in den Dolomiten an einem Sommerabend vor einem heftigen Gewittersturm. Ich habe bewusst hier eine Langzeitbelichtung gemacht um die Dramatik noch hervorzuheben. Entsprechend habe ich dann das Bild im RAW Converter bearbeitet und in Photoshop fertig gestellt.20160705-_dsc2018-bergwelt-dolomiten
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11,                  53 Sekunden, Big Stopper & Little Stopper