Day’s End

Eine Bildidee die ich jetzt doch schon etwas länger in meinem Kopf hatte. Inspiriert von einem Bild von Ian Plant. Der Himmel mit den warmen Farben der untergehenden Sonne und das Nebelmeer im kalten Farbton, dazu die Jurahügel welche aus dem Nebelmeer ragen. Die Nebelobergrenze sollte an diesem Tag ca. bei 1000 bis 1100 Meter über Meer sein. So war es auch. Als ich an diesem Nachmittag auf der Passhöhe des „Chilchzimmersattel’s“ ankam waren die Bedingungen dazu gerade perfekt. Oberhalb des Nebels blauer Himmel und man konnte auf das unendliche Nebelmeer blicken welches sich unterhalb wie ein Fluss durch die hügelige Landschaft schlängelt. Als ich dann ca. eine viertel Stunde später auf der Geissflue ankam, musste ich mich schon fast beeilen. Die Sonne stand schon sehr Tief und bevor ich meine Bildidee umsetzte, wollte ich die Gelegenheit noch nutzen den Sonnenuntergang zu fotografieren. Was mir hier die Natur bot, war ein unglaubliches Schauspiel aus Farben und Licht. Um diese Stimmung fest zu halten benötigte ich eine Belichtungsreihe von 2 Aufnahmen kombiniert mit einem ND Hard Filter von 0.6.  2 Aufnahmen waren hier genug um den ganzen Dynamik-Umfang einzufangen.
Zur Entwicklung zu Hause am PC: Da ich hier eine Belichtungsreihe von 2 Belichtungen machen musste, muss ich diese 2 Belichtungen nun überblenden. Viele verwenden dazu die HDR Technik (HDR Software) welche zwar relativ schnell zu einem Ergebnis führt aber für mich nicht befriedigend und zu ungenau ist. Dazu wirkt es noch unrealistisch und künstlich. Aus diesem Grunde überblende ich immer manuell. Dies nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch, doch liefert dies natürlichere und genauere Resultate. Dabei mache ich die RAW Konvertierung wie immer in Lightroom und öffne anschliessend die einzelnen Belichtungen als Ebenen in Photoshop. Dabei ist das dunklere Bild über dem helleren platziert. Danach erzeugte ich eine Maske. Dazu verwende ich oft die Luminosity Masks von Tony Kuyper. Ich wählte die passende Maske aus und verfeinerte sie anschliessend noch mit einem Pinsel (schwarz oder weiss) und dann noch mit dem Abwedler- und Nachbelichterwerkzeug. Eine genaue Regel dazu gibt es hier bei mir nicht. Das ist jedes Mal wieder etwas anders. Bei diesem Bild war das überblenden etwas schwieriger da der Kontrast zwischen den Bäumen und dem viel hellerem Nebelmeer sehr hoch war und ich einen Saum um die Äste der Bäume hatte. Dieser musste ich jetzt noch entfernen. Dazu verwendete ich die Option „Maskenkante“ – aber auch hier musste ich einfach ausprobieren welche Einstellungen das Beste Ergebnis lieferten. Anschliessend wurde dann wieder mit dem Pinsel entweder mit weiss oder mit schwarz und der passenden Deckkraft und Pinselgrösse Feinarbeit gemacht. Auch habe ich dann noch eine Verlaufsmaske erstellt um die beiden Bilder noch besser mit einander zu überblenden. Auch hier wieder: es gibt kein Patentrezept. Es braucht einfach Erfahrung und mit der Erfahrung geht es auch immer wie einfacher. Danach habe ich noch einzelne Stellen im Bild abgewedelt und nachbelichtet. Dazu verwende ich aber nicht die in Photoshop zur Verfügung gestellten Werkzeuge, sondern arbeite da auch mit einer eigens dafür erzeugten Maske und male dann mit dem Pinsel entweder mit Schwarz oder Weiss auf die gewünschten Bereiche. Damit nur die von mir gewünschten Tonwerte betroffen werden, wähle ich die zu bearbeitende Helligkeitsbereiche mit Hilfe von Tony Kuyper’s Masken aus. Danach noch die Sättigung einstellen – dies ebenfalls mit speziellen Masken damit man nur dort die Farben sättigt wo man es auch will.Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 200, f 11, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/80 Sekunde & 1/25 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard, manuell überblendet in Photoshop