Dein Motiv kennen

In den letzten paar Jahren war ich jetzt schon x-hundert Mal in der Gegend um die Belchenflue am fotografieren. Und immer wieder entdeckte ich was neues. Ich erkannte aber schon bei meinem ersten Besuch das mögliche Potential dieser Landschaft im solothurnischen und Baselbieter Jura. Auch hatte ich damals schon die eine oder andere Bildidee und Vision.
Es ist zwar meiner Meinung nach nicht zwingend eine Landschaft gut zu kennen um gute Bilder zu machen, aber es ist auf jeden Fall ein grosser Vorteil. Erstens ist nicht immer die erst beste Komposition die Beste, auch ist nicht immer der erste ausgewählte Kamerastandpunkt der optimalste. Zweitens öffnen einem immer wieder neue Blickwinkel welche vielleicht noch interessanter sind und die Lichtverhältnisse sind auch jedes Mal wieder anders. Man kann schon sagen, je besser man sein Motiv kennt, je besser kann man das Endergebnis  bis zu einem gewissen Grad steuern. Wenn ich das erste Mal an einem Ort fotografiere, ich vorher noch nie dort war, weiss ich nicht unbedingt wie meine Landschaft (mein Motiv) im Morgenlicht oder Abendlicht wirkt. Dazu kommt noch die Jahreszeit. Das Licht im Sommer ist nicht gleicht wie das Licht im Herbst und dies ist wiederum anders als das Licht im Winter oder Frühjahr. Viele Faktoren spielen eine Rolle welche wir nicht beeinflussen können. Aber wir können lernen wie & wann man evt. welche Lichtsituation an diesem Ort antrifft. Wann und wo geht die Sonne unter und wann und wo geht sie auf. Wie sieht es mit dem Mond oder den Sternen aus. Vielleicht eignet sich dieses Motiv besonders gut für Nacht-Fotografie. Oder trifft man abhängig von der Jahreszeit häufig Nebelstimmungen an oder eignet es sich besonders gut die Farbenpracht im Herbst zu fotografieren. Alles Sachen die man beim ersten Mal vor Ort nicht unbedingt weiss, vor allem wenn es ein relativ unbekanntes Landschaftsmotiv ist welches nicht tausendmal schon fotografiert wurde.
Ein paar Infos kann man sich heute natürlich schon im Internet holen. Ich persönlich finde das eine gute Hilfe und auch Informationsquelle bevor man sich selber vor Ort begibt. Aber je unbekannter ein Motiv, desto weniger findet man natürlich auch im Web. Das Internet ist aber für den Anfang eine gute Möglichkeit sich über sein Motiv ein wenig zu informieren aber es ersetzt auf keinen Fall die Erfahrung vor Ort
Eine andere Möglichkeit etwas über einen möglichen Ort zu erfahren den man gerne einmal fotografieren möchte, ist durch andere Fotografen. Sie geben Tipps zu welcher Jahres und Tageszeit es dort am besten ist zu fotografieren. Aber auch dies ersetzt auf gar keinen Fall die eigene Erfahrungen vor Ort.
Ein anderer wichtiger und nicht zu vernachlässigen Faktor ist, dass man das Wetter so zu sagen „Vorausahnen“ kann. Wie wird sich die Situation Wettermässig in den nächsten 20 bis 30 Minuten entwickeln. Mit der Zeit einwickelt man dafür ein wenig ein Gespür.
Es ist von Vorteil wenn man weiss, wann man sein Vorhaben umsetzten möchte, sich ein paar Tage vorher über die Wetterlage informiert . Man wird im Voraus nie ganz genau wissen können welche Wetterbedingungen man antreffen wird, aber man kann einen Fehlentscheid evt. Vermeiden und die Erfolgsaussichten auf das gewünschte Vorhaben sind grösser.
Ich bin mir sicher das ich das Potential dieser Gegend um die Belchenflue noch lange nicht ausgeschöpft habe und immer wieder neue Kompositionen finden werde und auch immer wieder neue interessante und dramatische Lichtsituationen antreffen werde.Ankenballen-Belchen
Technische Details: Nikon D700, Nikkor AFS 70-200/f2.8G IF VR ED (@200mm), ISO 200, f 13, 1/2 Sekunde, Polarizer