Geduld zahlt sich aus

Es war Ende Oktober und die Wetterlage schien perfekt zu sein um Nebelstimmungen in der Belchen-Region zu fotografieren.
Ich packte gerade meine Ausrüstung in mein Auto und wollte losfahren als ich eine Nachricht von Adrian Wirz erhalte:“Jetzt ist wieder alles dicht! Die Ankenballen sind nicht sichtbar, der Nebel ist zu hoch. Ich gehe jetzt nach Hause!“
Als ich die Nachricht gelesen habe, war ich mir etwas unsicher ob ich jetzt trotzdem gehen soll oder nicht, doch entschied ich mich mal schauen zu gehen, da ich weiss, dass sich das Wetter wieder schnell ändern kann.
Ohne grosse Erwartung fuhr ich dann zu meinem Ausgangspunkt auf dem Chilchzimmersattel. Etwas unterhalb des Chilchzimmer’s liess ich dann der Nebel unter mir  und die Sonne erwartete mich. Ich schöpfte etwas Hoffnung und dachte vielleicht würde es doch noch Interessant werden heute Abend.
Die Nebelobergrenze schien ideal zu sein um den kleinen Ankenballen zu fotografieren, so machte ich mich auf den Weg Richtung Schattenbergweid. Da sich das Licht und somit auch die Nebelgrenze minütentlich wechseln können, rannte ich  beinahe schon zu meinem Standpunkt, welcher ich durch meine unzähligen Besuche ausfindig gemacht habe.
Dort angekommen, war schon ein andere Fotograf vor Ort. Die Stimmung, die Dramatik, das Licht und das Motiv – alles war in diesem Moment stimmig.
Ein paar Minuten später senkte sich der Nebel und zog sich stark zurück. Alles schien schon vorbei zu sein. Der andere Fotograf packte seine Sachen zusammen und meinte „So das war’s. Das Licht ist nicht mehr gut und wird nicht mehr besser und der Nebel hat sich gesenkt! Heute gibt es keine guten Bilder mehr.“
Ich wechselte noch ein paar Worte mit Ihm, dann war ich alleine.
Während ich auf interessantes Licht wartete und darauf hoffte, dass der Nebel wieder anstieg, suchte ich nach einer etwas anderen Bildkomposition.
Als ich schon dachte, dass es heute tatsächlich nichts mehr gebe, ging es plötzlich schnell.
Die Sonne stand schon sehr tief, der Himmel färbte sich durch den Dunst gelb-rot und der Nebel stieg wieder an und schlich das Tal hinauf und liess die höheren Hügel als Inseln erscheinen. Alle Bestandteile fanden sich im richtigen Moment zusammen. Es war wie Zauber, wie Magie!
So eine Stimmung und so ein Moment erlebt man selbst als Fotograf nicht alle Tage. Doch für mich bewahrheitete sich wieder einmal, dass sich Geduld und Durchhaltewille irgendwann bezahlt macht!Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@175mm), ISO 200, f 9, 1/50 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft