Grimsel

Grimselpasshöhe, 1Uhr Nachmittags, es war kalt, neblig, Sichtweite beträgt wenige Meter, leichter Nieselregen und eine depressive Stimmung………..und es war Sommer. Genauer gesagt Hochsommer. Doch von Sommerwetter weit und breit keine Spur! Doch in den Alpen kann solches Wetter auch im Sommer durchaus vorkommen. So wartete ich mal ab wie sich das Wetter in den nächsten paar Stunden entwickeln wird. Nach einer Stunde immer noch keine Verbesserung in Sicht. Im Gegenteil: inzwischen regnet es richtig stark. Erste Gedanken über eine Alternative gehen mir durch den Kopf. Ich hatte eigentlich die Absicht am Abend und am darauf folgenden Morgen in der Oberaar-Region zu fotografieren. An diesem Nachmittag wollte ich die Gegend, doch bei diesen Sichtverhältnissen war daran nicht zu denken. Doch ich wusste auch wie schnell das Wetter in den Alpen umschlagen kann. Also entschied ich mich geduldig zu bleiben. Als der Regen dann langsam nachliess, entschied ich mich mit dem Auto zum Oberaarsee zu fahren, Ausgangspunkt für meine Erkundungstour am Nachmittag und Lager für die kommende Nacht. Angekommen am Oberaarsee präsentierte sich das Wetter schon erfreulicher und ich machte mich auf die Gegend zu erkunden. Bildidee war die Berge mit dem Oberaargletscher im Hintergrund mit einem ansprechenden Vordergrund. Langsam öffnete sich die Wolkendecke und die Sonne blinzelte durch und auch der Blick auf die umliegenden Berggipfel wurde frei.
Ich war noch nicht lange am erkunden als ich mein Vordergrund für meine Bildidee gefunden hatte. Es war ein kleiner Tümpel mit Wollgras, Gräser und Blumen und einer schönen Spiegelung wenn der Wind nachlassen würde. So wie ich mir ausrechnete würde diese Stelle als Abend- sowie auch Morgen Location eignen. Doch dachte ich mir schon, dass es am Morgen ein schönes und eindrückliches Alpenglühen geben könnte, wenn dann alles zusammen passte. Es kommt eher selten vor, dass ich nach so kurzer Zeit meine Location und Komposition für meine Bildidee gefunden habe. Da ich noch genügend Zeit hatte bis am Abend erkundete ich die Gegend noch weiter. Zwei Stunden vor Sonnenuntergang war ich dann wieder bei meiner Location welche ich an diesem Nachmittag gefunden hatte. So hatte ich genügend Zeit mich einzurichten, in aller Ruhe das Bild zu gestalten und alle Kameraeinstellungen vorzunehmen. Um den Kontrastumfang vom dunklen Vordergrund zu den Berggipfeln im Hintergrund zu kontrollieren benutzte ich einen ND Grad Filter 0.6.
Jetzt konnte ich nur noch Hoffen, dass das Wetter auch mitspielen möchte. Und in der Tat, es meinte es gut mit mir. Das Wetter hatte sich für mich zum positiven entwickelt: Wolken und Sonne wechselten sich immer ab und sorgten immer wieder für schöne, dramatische und interessante Stimmungen.
Nachdem ich die Nacht im Auto verbracht hatte, mehr oder weniger gut geschlafen hatte, machte ich mich um 4 Uhr morgens wieder auf den Weg zum gut 30 minütigen entfernten Tümpel. Es war kalt, sehr kalt. Oben beim kleinen See angekommen stellte ich fest, dass sich über Nacht am Rand des Teiches eine dünne Eisschicht gebildet hat. Obwohl ich über das Eis und den Frost aus fotografischer Sicht erfreut war, wünschte ich mir trotzdem, dass es schnell wärmer würde. Die Kamera zu bedienen bei dieses frostigen Temperaturen war ohne Handschuhe alles andere als angenehm. Ich konnte die Finger vor Kälte kaum noch bewegen. Doch das gehört zum „Fotografen-Leben“ dazu. Und was nehmen wir nicht alles in Kauf um „das besondere Bild“ zu schiessen.Grimselgebiet
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@35mm), ISO 200, f 13, 1 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard, polarizer