Lichtspiele

Ich sass zu Hause vor meinem PC und entwickelte Bilder als ich eine kleine Pause machte und aus dem Fenster schaute: Dies wird ein guter Abend für Landschaftsfotografie.

So packte ich meine Fotoausrüstung, stieg ins Auto und fuhr zum Burgaeschisee. Immer wenn ich zu Hause bin und sich eine interessante Stimmung ankündigt gehe ich zu diesem kleinen See. Ich parkte mein Auto beim Schwimmbad und marschierte am See entlang bis ich zu einem guten Platz kam für Abend-Stimmungs-Fotos. Die Sonne stand noch etwas hoch, so hatte ich genügend Zeit das Bild durch den Sucher der Kamera zu komponieren. Da der Himmel sehr dramatisch war und ich einen spektakulären Sonnenuntergang erwartete, wollte ich das Bild so komponieren, dass der Himmel einen wichtigen Teil des Bildes wird.

Da die Spiegelung im Wasser nicht so schön war und ein  grosser Teil davon mit Seerosenblätter zugedeckt war, entschloss ich mich den Steg als Vordergrund Objekt zu benutzen der mich auch ins Bild hineinführen sollte. So hatte ich einen interessanten Vordergrund und dennoch reflektierendes Licht auf dem Wasser.Lichtspiele

Um den Kontrastumfang zu kontrollieren entschloss ich mich für einen Lee Grad Filter von 0.9ND. Auch so war es noch sehr delikat richtig zu belichten ohne das die dunklen Stellen zu schwarz sind und der Streifen über dem Horizont ausfrisst. Ich entschied mich zuerst einmal für eine einzige Aufnahme und dann einem „double processing“ der „RAW-Datei“.

Als ich dann alles fertig eingerichtet habe, gesellten sich noch 3 Fischer zu mir, die gerade Köder ins Wasser werfen wollten um in den nächsten Tagen Karpfen zu fangen.

So während ich auf das perfekte Licht wartete, bekam ich einen Lehrgang im Karpfen fischen.

Die Wolken zogen vorbei und das Licht wechselte sich ständig und schlussendlich färbten sich die Wolken rot. Es gab zwei Fotos an diesem Abend – keine schlechte Ausbeute für ca.   2 ½  Stunden „Arbeit“.

Ich machte versuche mit verschiedenen Belichtungszeiten als auch mit einer Belichtungsreihe. Ich wollte dann zu Hause entscheiden welches Ausgangsmaterial das Beste ist, um das Bild zu „entwickeln“. Schlussendlich entschied ich mich, als ich die Bilder zu Hause am PC gutachtete, für ein „double processing“ einer „RAW-Datei“. Im RAW-Converter entwickelte ich zuerst das Bild für die dunkleren Tonwerte und lade es als „Smart Object“ in Photoshop wo ich die Ebene als neue „Smart Object Ebene“ kopiere und anschliessend das diese Ebene für die hellen Tonwerte „anpasse“. Danach werden die zwei Ebenen manuell mit Hilfe von Ebenen-Masken zu einer zusammengefügt. Danach noch meine Standard Korrekturen und Anpassungen von Farben, Sättigung und Tonwerte.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@16mm), ISO 200, f 16, 1/25 Sekunde, ND Grad Filter 0.9, „double processing“ einer RAW Datei