Meine Vorstellung

Um meine Visionen umzusetzen versuche ich immer wieder verschiedene und neue Techniken beim fotografieren wie auch in der digitalen Dunkelkammer aus, wobei die Dunkelkammer nur die Arbeit des „Entwickelns“ übernimmt. Bei diesem Bild hier  habe ich die vorhandenen Farben zu meinen Gunsten benutzt. Von der Bildkomposition her ist es noch nicht was ich mir schon seit Jahren vorstelle, doch von der Stimmung, Farben und Dynamik kommt es an meine ursprüngliche Idee sehr nahe ran. Um diese Idee umzusetzen musste ich etwa bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang warten mit fotografieren. Die Zeitspanne kurz nach Sonnenuntergang bis kurz vor Finsternis schien ideal dafür zu sein, doch sollte ich noch genügend Restlicht haben um den gewünschten Effekt zu bekommen. Es sollte auch leicht dunstig sein, damit sich der Himmel gelb, rötlich färben kann. Da die Wolken in der blauen Stunde vom Restlicht des reflektierenden Himmel bläulich schimmert, nutzte ich diesen Effekt für meine Zwecke. Meine Absicht war den Warm/Kalt-Kontrast zu betonen. Damit der Nebel Dynamik bekommt, benötigte ich eine längere Verschlusszeit. Allerdings auch nicht eine zu lange Verschlusszeit, sonst gehen die Strukturen und die Details in der Nebeldecke verloren. Also musste ich den Moment genau abwarten und mit Hilfe der Iso die richtige Belichtungszeit wählen, welche zwischen 30 Sekunden und maximal 60 Sekunden liegt. Durch die längere Verschlusszeit werden die Farben auf dem Kamerasensor noch intensiver welches die Farbstimmung noch verstärkte. Auch dies wollte ich für meine Vision nutzen.
Um die von mir gewünschte Verschlusszeit von ca. 45 Sekunden einzustellen, verwendetet ich für diese Aufnahme den „Big Stopper“ von Lee. Das Bild wollte ich auf das wesentliche beschränken und somit die Formen, Linien und Farbe des Nebels zu betonen. Auch, wie schon erwähnt, zielte ich hier auf den Farbkontrast des bläulich schimmernden Nebels zum warmen Farbton des Himmels. Um dies optimal umzusetzen entschied ich mich beim „Entwickeln“ für die „double processing“ Technik. Dass heisst, ich entwickle die RAW-Datei in Lightroom und lege ein Kopie davon an, welche ich dann wiederum neu entwickle. Somit habe ich zwei RAW-Dateien aus einem Bild – eine für den Nebel und eine andere für den Himmel. Beide Dateien werden dann in Photoshop geladen und manuell überblendet. Die Kameratechnik ist bei solchen Stimmung oft überfordert und kann nicht Schatten und Licht zusammen korrekt wiedergeben. Hier suchte ich natürlich auch die zwei extremen: Das kalte Blau der Nacht und das warme Licht.
Nebelmeer