Mohnsucht

Lange war ich auf der Suche nach einem für mich geeignetem und gut gelegenen Mohn- und Wildblumenfeld. Gut gelegen heisst hier, dass Möglichkeiten bestehen ein Bild ohne „Manmade“ Elemente im Bild zu haben oder eben dann diese auch zu meiner Komposition und Bildidee passen würden. Nicht ein einfaches Unterfangen in der Schweiz, welche doch dicht besiedelt ist. Dazu kommt noch, dass es solche Felder nicht wie Sand am Meer gibt.
Ich wollte eigentlich am diesem Tag meine Motiv-Suche beenden und nach Hause fahren als ich auf einmal in der Distanz einen roten quadratischen Fleck in der Landschaft erkennen konnte. Das machte mich schon ein wenig neugierig und so wollte ich es wissen. Als ich mich diesem Fleck näherte, wurde meine Hoffnung bestätigt: dieser roter Fleck ist ein Mohnblumenfeld. Perfekt gelegen im südlichen Baselbieter Jura, eine offene Landschaft mit sanften Hügeln begrenzt im Süden von den ersten Jura-Ketten. Weit und breit keine Häuser und keine Hochspannungsleitungen.
Das Licht war alles andere als ideal an diesem Früh-Sommernachmittag. Was für andere ein perfekter Sommertag ist, ist für einen Fotografen nicht vorteilhaft: hartes und grelles Licht. Trotzdem, zum erkunden der Gegend und des Mohnblumenfeldes dennoch perfekt. So machte ich mich daran die Gegend und das Feld nach geeigneten Kompositionen zu erkunden, damit ich am darauf folgenden Morgen meine Bildideen umsetzten konnte.
Die Wetterprognosen war zumindest schon einmal vielversprechend: nach einer klaren Nacht sollen dann am Morgen erste Wolken von Westen her über das Land ziehen welche dann auch Gewitter bringen. Ich stellte den Wecker auf 4:45 Uhr und machte mich dann auf die 30minütigen Autofahrt ins südliche Baselbiet. Das Wetter war genau so wie es vorausgesagt wurde. Angekommen beim Mohnfeld wollte ich als erstes das Feld im ersten Morgen/Sonnenlicht fotografieren. Der Vorteil des Erkundens liegt auch darin, dass man schon ungefähr weiss welche Bedingungen man vor Ort hat und was machbar ist oder eben nicht. Kurz bevor die Sonne über den Horizont kommen sollte, hatte ich mein Equipment aufgestellt und ich beriet zum fotografieren. Doch leider wurde die Sonne kurz darauf von dünnen Schleierwolken bedeckt. Trotzdem das Licht an diesem Morgen war für mich perfekt. Einfach nur schönes diffuses Morgenlicht mit einem dramatisch schönem Himmel.
Nach gut einer Stunde fotografieren im Feld wurde es plötzlich dunkel und wie aus dem nichts wurde ich von einem Gewitter überrascht. Zuerst dachte ich noch, ich könnte noch einen Moment weiter fotografieren, doch daran war gar nicht mehr zu denken. Der Regen war so heftig und intensiv, dass ich schon nach einer Minute total durchnässt war. Also machte ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Als ich nach einer viertelstunden beim auto ankam, war nicht nur ich durch und durch nass, sondern auch meine komplette Ausrüstung. Zu Hause trocknete ich zuerst mal meine Kamera und meine Objektive und putze das ganze Equipment. Doch dies war wieder einmal ein perfekter „Foto-Morgen“.Mohnfeld Baselland 8
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@20mm), ISO 400, f 16, 0.6 Sekunde, PolarizerMohnfeld Baselland 7
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@19mm), ISO 400, f 16, 1/4 Sekunde, Polarizer