My Backyard

Es hat bestimmt einen Grund wieso der Stellisee mit dem Matterhorn eines der meist fotografierten Landschaften der Schweiz ist. Sicher sind auch die touristisch beliebten Gebiete wie das Berner Oberland, das Engadin, das Wallis und das Tessin immer wieder eine Reise wert. Diese bekannten Landschaften sind nicht umsonst beliebt bei den Fotografen sowie Touristen. Auch ich reise immer wieder gerne in diese Gebiete um zu fotografieren. Doch hat die Schweiz vielmehr zu bieten als nur diese touristischen Landschaften und die x-tausend mal fotografierten Landschaften. Es gibt viele versteckte Perlen. Diese zu suchen und zu entdecken macht für mich den Reiz aus. Da ist man noch nicht voreingenommen von einer bestimmten Komposition und man gestaltet das Bild so wie man es sieht. Und genau das macht das fotografieren für mich noch interessanter. Da gibt es viel Arbeit bevor man auf den Auslöser drückt…….das ist auch der Unterschied zwischen einer Landschaft dokumentieren und „seine eigene Ansicht schaffen“ . Um diese Perlen zu finden muss man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, nicht nur von bekannter Landschaft zu bekannter Landschaft hetzen, offen sein für Neues und die Schönheit erkennen können. Genau bei solchen Landschaften welche noch nicht „tot-fotografiert“ sind, kann man seiner eigenen Kreativität unvoreingenommen freien Lauf lassen. Eine solche Landschaft ist für mich die Belchen Region im südlichen Baselbiet in der Schweiz. Ich bin zwar am Fusse des Juras aufgewachsen und verbrachte die meiste Zeit meines Lebens am Jura Südfuss, doch dauerte es 40 Jahre bis ich diese Landschaft lieben lernte. Der Belchen war mir eigentlich immer nur als Autobahntunnel und somit als Verbindung nach Basel bekannt. Ich fotografierte die USA, Australien und endlich in den letzten Jahren auch die Walliser und Berner Alpen und andere bekanntere oder weniger bekannte Landschaften der Schweiz. Mit der Zeit fragte ich mich „was ist mit dem Rest der Schweiz?“. Da muss es doch noch mehr geben. Etwas das man fotografisch noch entdecken kann. Da nahm ich mir die Zeit, diese andere Schweiz, welche fotografisch weit weniger fotografiert wird, für mich zu entdecken. Eines der schönsten Gebiete welche ich dadurch entdeckte, ist die Belchen Region.  Ironischerweise und zu meinem Glück liegt diese Gegend noch fast vor meiner Haustüre, so zu sagen in meinem Garten.
Vor gut einem Jahr entdeckte ich diese Gegend im südlichen Baselbieter Jura für mich und mir war sofort bewusst welches fotografische Potential diese Gegend noch bereit hält. Also wieso immer hunderte von Kilometer fahren um eine imposante Landschaft zu fotografieren, wenn man ebenso eine im eigenen Garten, sprich in seiner Region hat, welche man kaum kennt. Der Vorteil ist, wenn man sich auf eine Gegend im Umfeld des eigenen Wohnortes konzentriert, ist, dass man schnell vor Ort ist. Man kann vor Ort sein wenn „die Magie“ passiert. Man kann auch zu jeder Zeit die Gegend nach neuen Motiven erkunden gehen. Je besser man die Gegend kennt, je besser man das Wetter vorahnen kann, je besser man vorbereitet ist desto besser sind die Erfolgsaussichten um einmalige Fotos zu machen. Diese Möglichkeit habe ich im Engadin mit einer 5 stündigen Anreise nicht. Jedes Mal wenn ich wieder in der Belchen-Region bin, kommen mir immer wieder neue Bildideen. Nicht alle davon lassen sich auch umsetzen – auch habe ich sicher nicht alle Ideen schon versucht umzusetzen, doch gibt es dafür immer wieder viele unvorhergesehene Stimmungen.Jurazeit/Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 320, f 11,               1/15 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft