Nachtfotografie in Les Pres d’Orvin

Ein Arbeitskollege von mir organisierte Ende Februar eine Schneeschuhwanderung in Les Pres d’Orvin mit einem Fondue-Essen in der Métairie de Gléresse . An einem Freitagabend Ende Februar um 18.30 Uhr starteten wir vom Langlaufzentrum in Les Pres d’Orvin mit den Schneeschuhen Richtung Métairie de Gléresse. Die Wanderung ist nicht anstrengend und geht nicht steil Bergauf, so ist es auch geeignet für nicht sportlich Aktive. Nach gut einer Stunde Wanderung in der Dämmerung erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Métairie. Auf dem Weg zur Métairie de Gléresse fand ich das eine oder andere interessante Motiv. Auch in dieser Gegend hat es diese bizarren Bäume. Die Nacht war Sternenklar und somit auch ideal für Nachtaufnahmen. Für alle Fälle nahm ich meine Ausrüstung mit an diesem Abend.
Die Métairie de Gléresse liegt inmitten der wilden idyllischen Bergwelt des Berner Juras auf ca. 1300 Meter. Ein sehr gemütliches Ambiente mit einer 300 jährigen Geschichte, dazu ein wirklich hervorragendes Fondue, ist die Métairie de Gléresse wirklich sehr empfehlenswert.
Nachdem Fondue packte ich mich meine Kamera und wollte die Gelegenheit nutzen für ein paar Nachtfotos zu machen. Nicht weit entfernt von der Métairie fand ich einen interessanten und fotogenen Baum. Dieser wollte ich als Hauptmotiv nutzen für mein Nachtbild mit Sternenhimmel. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe und meiner Stirnlampe komponierte ich mein Bild. In der Dunkelheit ein Bild zu komponieren ist sicher nicht das idealste und vor allem auch nicht das einfachste vorhaben. Ich machte ein paar Probebilder und kontrollierte und korrigierte immer wieder meine Komposition bis ich zufrieden war. Dabei achtete ich noch nicht auf die technische Umsetzung. Ich belichtete extra lange um wirklich jedes Detail im Bild zu erkennen, damit ich meine Komposition beurteilen konnte. Diesmal wollte ich keine Sternspuren fotografieren. Dass bedeutete ich musste eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen von max. 20 bis 30 Sekunden. Das sollte genügen um die Sternen als einzelne Punkte abzubilden. Dafür muss man natürlich die Iso erhöhen und erhöht dadurch auch die Gefahr des Bildrauschens. Zum Glück hat die D700 ein hervorragendes Rauschverhalten. Ich wählte hier einen Iso-Wert von 1000 mit einer Blende von 6.3 und einer Belichtungszeit von 38 Sekunden. Ich hätte hier durchaus noch einen höheren Iso-Wert wählen können und eine kürzere Belichtungszeit. Den Baum beleuchtete ich dann noch während den letzten 12 Sekunden der Belichtungszeit mit einer starken Taschenlampe, damit sich der Baum vom Rest des Bild abhebt und man Strukturen und Details erkennt. Ich habe hierfür eine LED-Taschenlampe benutzt mit kaltem Licht. Bei dieser Technik sollte man auf eine regelmässige Ausleuchtung achten.
Entwickelt habe ich das Bild mit Lightroom und Photoshop, wobei ich in Lightroom die RAW-Konvertierung vorgenommen habe und in Photoshop so zu sagen das Feintuning gemacht habe. Im Photoshop habe ich unter anderem auch die hellen Bereiche und die dunkleren Bereiche im Baum und im VG angepasst um es harmonischer zu machen. Dazu verwendete ich TK-Luminosity’s Masken (Dodge & Burn).  Für dieses Bild machte ich diesmal auch noch eine Schwarz/Weiss Version da mich persönlich im ersten Moment das Farbbild nicht so recht überzeugen konnte.Les Pres d'Orvin
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@200mm), ISO 1000, f 6.3, 38 Sekunde davon letzte 12 Sekunden Baum belichtet mit Taschenlampe