Rheinfall

Nachdem wir eine Woche vorher am Rheinfall waren um mich mit der Gegend etwas vertraut zu machen und mögliche Bildkompositionen zu eruieren – ich war ja schon etliche Jahre nicht mehr am Rheinfall in Schaffhausen – fuhr ich Anfang Juni früh morgens Richtung Schaffhausen an den Rheinfall. Ich kalkulierte meine Abfahrtszeit so, dass ich um ca. 4:30 am Rheinfall ankam. Meine Absicht war den Rheinfall in den frühen Morgenstunden in weichem Licht zu fotografieren. Natürlich hoffte ich auch auf einen evt. dramatischen Sonnenaufgang mit rot gefärbtem Himmel. Leider hatten wir an diesem Morgen eine hochnebelartige Bewölkung. Trotzdem gutes Licht für Wasserfälle zu fotografieren.

Ich überlegte mir lange ob Morgen oder Abends besser wäre um den Rheinfall zu fotografieren. Da ich annahm, dass es am Morgen weniger Besucher oder sogar gar keine haben würde, entschied ich mich für die frühen Morgenstunden. Und so war es auch. Es gesellten sich später dann nur ein paar Fischer dazu, die mich aber nicht weiter störten.
Zum Glück war ich eine Woche zuvor schon dort um die Gegend zu erkunden, so wusste ich schnell wo ich hingehen sollte um meine gewünschten Bildkompositionen zu machen.

Als erstes entschied ich mich für einen Gesamtanblick von oben herab. Zu dieser Zeit fing gerade die „Blaue Stunde“ an, dass heisst die Zeit zwischen nächtlicher Dunkelheit und Sonnenaufgang. Diese Lichtstimmung wollte ich nutzen für mein erstes Bild vom Rheinfall.

Ich ging also zu einer kleinen Plattform von wo aus man einen schönen Ausblick auf den Rheinfall und dessen Umgebung hatte. Für den Vordergrund wählte ich die Bäume unterhalb des Aussichtspunktes welche mir eine Tiefe im Bild vermitteln sollten. Da es an diesem Morgen noch relativ windig war, wollte ich dies auch noch zusätzlich nutzen. Mit Iso 200 und dem „Availbale Light“ (dem verfügbaren Licht der Dämmerung) hatte ich gerade eine gute Belichtungszeit um den Windeffekt in den Bäumen sichtbar zu machen und auch das Wasser des Rheins schön weich werden zu lassen. So machte ich ein paar Fotos bis ich mit dem Resultat zufrieden war. Ich wollte, dass das Wasser sich Strahlenförmig vom Fall entfernte. Dies gelang mir schon nach wenigen Versuchen. Natürlich braucht es dazu Glück.
DSC_3583Rheinfall
Für das zweite Bild ging ich hinter den Fall, dass heisst ich wollte den Fall in Fliessrichtung fotografieren. Für diese Aufnahme hoffte ich auf den Sonnenaufgang oder eben auf den dramatisch gefärbten Himmel, was sich aber leider nicht einstellte. So musste ich mich mit dem begnügen was mir das Wetter bot. Mit einem Grauverlaufsfilter wollte ich erreichen, dass ich im Himmel die Struktur nicht verliere. Auch wollte ich hier wieder das Wasser weich und dynamisch haben. Als Vordergrund wählte ich die Pools und das „Seitenbächlein“ des Rheinfalls welche das Auge ins Bild und zu den zwei Inseln führen sollte.
DSC_3591Rheinfall

Schlussendlich noch zum dritten und letzten Bild dieses Morgens: da wollte ich eine Detail-Aufnahme vom Rheinfall. Ich setzte hierfür den Weissabgleich absichtlich auf Tageslicht, da ich gerne den blauen und kalten Farbton des morgens hervorheben wollte. Ich montierte mein 70-200mm Objektiv plus Konverter auf die Kamera um mich in den Rheinfall hinein zu zoomen. Als Hauptobjekt in meiner Komposition wählte ich ein Schild welches mitten im Wasser war .Ich wollte hier nur Wasser und dieses Schild in meiner Komposition haben. Ich montierte noch zusätzlich meinen Polfilter auf das Objektiv um evt. Reflexionen zu mindern und für etwas kräftigere Farben zu bekommen.

DSC_3594Rheinfall

Technische Details:

DSC_3583: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@35mm), ISO 200, f 13, 13 Sekunden
DSC_3591: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 13, 3 Sekunden, Polarizer
DSC_3594: Nikon D700, 70-200 Objektiv (@200mm)& Konverter (2x), ISO 200, f 8,     1/8 Sekunden, Polarizer