Standley Chasm

Dass sich Geduld beim fotografieren ausbezahlt, wurde mir wieder einmal bestätigt. Gut, es war auch etwas Glück dabei.

Die Gegend um Alice Springs ist ein Paradies für Natur- und Landschaftsfotografen.
Die West- als auch die East McDonnell Ranges haben sehr viele schöne Motive zu bieten.
Zuoberst auf meiner „To Do“ Liste in den McDonnell Ranges war „Standley Chasm“.
Erst einmal ein paar Infos: Standley Chasm ist nicht weit von Alice Springs entfernt in den West McDonnell Ranges gelegen.
Die Schlucht, benannt nach der Missionarin Ida Standley, ist Aboriginal Land und Teil des Iwupataka Land Trust.
Etwa 100m Hoch sind die Felswände im Standley Chasm welcher am eindrücklichsten ist während der Mittagszeit an einem sonnigen Tag. Wenn die Sonne senkrecht über der Schlucht steht, strahlen die Quarzit-Wände in leuchtenden orange & rotbraunen Farben.
Der Einschnitt der Kluft ist nur einige Meter breit und entstand über tausende von Jahren als Flutwasser das weichere Gestein zwischen dem harten Quarzit ausgewaschen hat.

Für mich ist Standley Chasm die beeindruckendste Schlucht der McDonnell Ranges.

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerding: die Menschenmenge die um die Mittgaszeit dort ist.
Trotzdem auf jeden Fall ein „must to see“ wenn man in den West McDonnell Ranges ist und ohne Zweifel sehr beeindruckend und wunderschön.

Wir hatten unser Camp für einige Tage in Alice Springs auf einem Campground aufgestellt.
Da das Licht am Standley Chasm am besten während der Mittagszeit ist, war für einmal nicht früh aufstehen angesagt. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum etwa 20 Kilometer entfernten Standley Chasm. Natürlich brauchte ich einen sonnigen Tag um mein Motiv so zu fotografieren wie ich mir das vorstellte.
Wir erreichten die Schlucht kurz nach 10 Uhr morgens, so hatte ich noch genügend Zeit die Kluft zu erkunden und nach geeigneten Kompositionen zu suchen. Während ich nach guten Kompositionen suchte, machte ich immer wieder Probeaufnahmen aus verschiedenen Perspektive. Man konnte sehr gut beobachten wie die Quarzit-Wände immer mehr in den Erdton-Farben strahlten. Allerdings hatte es auch immer mehr Menschen und ich musste meine Kameraposition ändern, da ich realisierte, dass meine Wunschkomposition wegen den vielen Menschen nicht machbar ist. Also beschränkte ich mich vorläufig auf mehr abstrakte Kompositionen. Standley Chasm bietet einem ja förmlich viele verschiedene Kompositionsmöglichkeiten aus vielen verschiedenen Perspektiven an.

Allmählich stand die Sonne fast senkrecht über der Kluft und das Quarzit-Gestein leuchtete in den schönsten Farbtönen und das Licht betonte die Formen und Strukturen der Felswände.
Nachdem ich mich auf mehr oder weniger abstrakte Bildkompositionen beschränkte, wollte ich doch noch versuchen mein Wunschbild zu machen.

Also stellte ich mein Stativ wieder am Eingang der Schlucht auf und komponierte danach mein Bild. Danach begann das lange warten und immer wieder schaute ich auf den Sonnenstand, die Felswände, auf die Uhr und die Menschenmenge die in der Kluft ihre Erinnerungsfotos machte und das Naturschauspiel genoss.

Da ich keine Menschen im Bild haben wollte, und das unwahrscheinlich zu machen schien, entschloss ich mich einmal, verschiedene Aufnahmen zu machen und diese dann in Photoshop übereinander zu legen und die passenden Stellen im Bild mit dem Pinsel frei zu malen, so dass ich schlussendlich mein gewünschtes Bild ohne Menschen habe. Doch ich gab auch nicht auf zu Hoffen, dass es dennoch klappen würde mit einer einzigen Aufnahme, da die Menschenmenge langsam abnahm.

Lange hatte ich nicht mehr Zeit und das Licht wäre nicht mehr gut. Doch dann hatte ich eine Zeitspanne von wenigen Sekunden wo kein einziger Mensch im Bild zu sehen war. Es war schon beinahe 12.30 Uhr und diesen Moment nutze ich aus. Ich konnte gerade eine Aufnahme machen und dann hatte ich wieder einen „Tourist“ im Bild……dann verdeckte eine Wolke die Sonne und als die Sonne wieder hinter der Wolke hervorkam, war das Licht nicht mehr gut. Ich kontrollierte mein Bild auf dem Monitor der Kamera und war überglücklich, dass dieser einziger Versuch zu einem guten Bild führte.

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