Bild des Monats: August 2017 (Evening Splendor)

Lange war es wieder einmal ruhig hier auf diesem Kanal. Ich wollte schon lange wieder mal einen Beitrag schreiben doch ich kam einfach nie dazu. Landschaftsfotografen sind, so glaube ich, die meist-beschäftigsten Leute. Zeit ist immer mangelware und man rennt ständig irgendetwas hinterher. Kaum hat der Sommer begonnen neigt er sich schon wieder dem Ende zu. Morgen ist schon der meteorologische Herbstanfang und genau zeitgleich haben die sommerlichen Hitzetage ein abruptes Ende gefunden. Über das Wochenende soll es ja in den höheren Regionen der Berge Schnee geben. Doch ich freue mich auch auf die kommende Jahreszeit. Für mich immer wieder die schönste Zeit im Jahr. Doch jetzt freue ich mich ersteinmal auf den bevorstehenden Workshop in den Dolomiten. Bin gespannt was uns am Montag erwartet. Hoffe auf verschneite Berggipfel und interessante Lichtstimmungen. Als ich Anfang Juli mit Andreas Gerth und Adrian Wirz in den Dolomiten waren, hatten wir es ja fantastisch getroffen. Schon am ersten Abend durften wir eine atemberaubende Stimmunge auf dem auf der Krete etwas oberhalb vom Paternkofelsattel erleben. Es war ein krönender Abschluss eines langen und turbulenten Tages. Ich war froh, als wir nach gut 11 Stunden Autofahrt mit Werkstattaufenthalt wegen einem unverschuldeten Auffahrunfall am späteren Nachmittag endlich bei der Auronzohütte bei den Drei Zinnen ankamen. Doch war ich auch voller Energie und konnte es kaum erwarten endlich loszuziehen und die Gegend zu erkunden. Nach dem Abendessen, welches ich eigentlich nicht so richtig geniessen konnte, da ich irgendwie das Gefühl hatte, ich könnte etwas verpassen, zogen wir dann endlich auch los Richtung Paternkofelsattel von wo man einen schönen Blick auf die Drei Zinnen hat. Diesen Standpunkt erkundeten Adrian und ich schon ein Jahr zuvor und ich hatte eine bestimmte Bildidee die ich gerne umsetzten wollte. Die Bedingungen dafür schienen sehr gut zu sein, zog doch der Nebel vom Tal empor. Während dem ganzen Abend hatten wir immer wieder faszinerende Licht- und Nebelstimmungen und manchmal wusste man gar nicht wo man jetzt fotografieren sollte. Es hätte überall gut sein können. An diesem Abend gab es schon zwei meiner Lieblingsbilder dieser Dolomiten-Reise. Eines davon ist dieses hier; eine schon fast unwirkliche Stimmungen bei den Drei Zinnen.Tre Cime di Lavaredo
Technische Details: Nikon D810, 14-24f2.8mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 13,
45 Sekunden
, Polarizer, 0.6 ND Grad-Filter

Hornseeli

Die Gegend zwischen Grindelwald und Rosenlaui ist für mich eine der schönsten Berglandschaften in den Berner Alpen. Ich besuchte diese Gegend in den letzten Jahren verschiedene Male. Schon länger auf meiner Wunschliste war dieser kleine Bergsee nicht weit von der Grossen Scheidegg. Doch ich hatte genaue Vorstellungen wie ich diesen Bergsee fotografieren wollte. Meine Vorstellungen waren folgende: eine herbstlich angehauchte Landschaft mit tiefem Sonnenstand oder dann natürlich auch das Dämmerungslicht, Spiegelung vom Wetterhorn während es schön leuchtet im letzten oder ersten Tageslicht, Schneebedecktes Wetterhorn und klares Licht. Natürlich musste es auch Windstill sein um eine glatte schöne Oberfläche des Sees zu erhalten, damit die Spiegelung absolut perfekt ist.
An diesem Tag letzten September schien alles zusammen zu spielen. Ich hätte mir noch etwas mehr Schnee gewünscht auf dem Wetterhorn, aber dies war nach so einem warmen Spätsommer und wenig Niederschlag nicht zu erwarten gewesen – aber der Rest war für mich perfekt. So machte ich mich an diesem wunderbaren Frühherbst Nachmittag mit dem Auto auf den Weg nach Grindelwald. Danach ging es noch mit dem Postauto auf die Grosse Scheidegg. Von dort ging es dann weiter auf Schusters Sohlen, zuerst noch Flach und leicht abwärts Richtung Scheidegg Oberläger. Es war ein warmer Frühherbst Nachmittag und das Gewicht von Fotoausrüstung mit Zelt, Schlafsack, Matte und Proviant für 2 Tage machte sich schon etwas bemerkbar. Spätestens beim steilen Aufstieg die letzten gut 30 Minuten spürte ich das Gewicht in meinen Beinen. Oben angekommen erwartete mich eine schöne Hochebene mit der schönsten Herbstvegetation und mitten drinnen eingebettet lag dieses idyllische kleine Bergseelein. Einfach nur wunderbar. Beim Aufstieg war ich zwar froh um den mässigen Wind der blies und mich etwas abkühlte, doch oben angekommen wünschte ich mir, der Wind würde schnellstmöglich aufhören. Von einer schönen Spiegelung war nichts zu sehen. Dennoch ich blieb positiv-denkend, ging es bis Sonnenuntergang noch ca. gute 3-4 Stunden. Nachdem ich die Gegend etwas auskundschaftete und mir ein paar Standorte merkte für mögliche Kompositionen stellte ich mir etwas abseits vom See mein Nachtlager auf. Nach einer kurzen Verstärkung wanderte ich dann hinunter zum See und installierte die Kamera für die ersten paar Bildideen. Ab jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten bis sich das Licht passte…doch zwischendurch gab es immer schon ein paar Aufnahmen und ein paar Standort-Änderungen. Die besten Bilder mit den besten Kompositionen suche ich mir dann immer erst zu Hause aus. Doch es ist jetzt nicht so, dass ich nur ständig aus den Auslöser drücke – nein, ich weiss was ich will und löse erst aus, wenn es mir in der entsprechenden Lichtsituation und Komposition gefällt. Dennoch finde ich es immer von Vorteil, wenn man verschiedene Kompositionen versucht in verschiedenen Lichtsituationen. Das Licht an diesem Abend war so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe. Das Alpenglühen war sogar noch intensiver als ich es mir erträumt habe.
Danach ging es zurück zum Nachtlager, doch bevor ich mir das Abendessen auf meinem Gaskocher kochte, machte ich noch ein paar Aufnahmen mit dem Zelt.                        Doch danach wärmte ich mir endlich eine Pasta-Gemüse Suppe auf meinem Gaskocher. Es war inzwischen schon recht kühl geworden und ich freute mich auf die warme Suppe die mich hoffentlich etwas aufwärmen würde. Doch daraus wurde nichts. Ich hatte gerade zwei Löffel von der feinen Suppe als mir die Tasse aus der linken Hand rutschte und zu Boden fiel. Die Suppe war natürlich überall verteilt und so wurde nichts mehr mit einer warmen Mahlzeit an diesem Abend. Der Fuchs welcher dann ein paar Stunden später um mein Zelt streunte liess mir danke sagen für die leicht verdiente Nahrung. An anderen morgen weckte mich der Wecker schon sehr früh aus meinem Schlaf und ich schlüpfte aus dem warmen Schlafsack, schaute aus dem Zelt und dann ging raus in den eisigen Morgen. Es hatte Bodenfrost, doch das machte es natürlich noch interessanter zum Fotografieren. Doch freute ich mich bereits jetzt schon auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Doch bis dahin ging es noch ein paar Stunden. Zuerst einmal gab es einen warmen Kaffee und etwas Kleines zu essen. Danach ging es runter zum See zum Fotografieren. Auch an diesem Morgen war es wieder «Postkartenperfekt» – nicht immer wünsche ich mir diesen wolkenlosen Himmel, doch gerade eben für dieses Motiv wünschte ich mir es jetzt einmal. So war auch dieser Morgen wieder sehr erfolgreich. Als die ersten Sonnenstrahlen mich erwärmten und das schöne Morgenlicht vorbei war, machte ich es mir für ein paar Minuten beim Frühstück noch etwas gemütlich bevor ich das Zelt dann abbaute und mich langsam auf den Rückweg zur Grossen Scheidegg machte. Es war ein erlebnisreicher und einmal mehr wieder ein wunderschönes Erlebnis in den Bergen. Ich war zwar das erste Mal an diesem Bergsee aber sicher nicht das letzte Mal. Doch das nächste Mal wünsche ich mir etwas Dramatik.
Kurz vor Mittag erreichte ich mein Auto in Grindelwald und danach ging es direkt nach Interlaken wo ich mit Jaime Dormer, einem befreundeten Fotografen aus Australien abmachte. Am Abend fotografierten wir dann noch zusammen an der Lütschine.
Als ich ein paar Wochen später die RAW Dateien betrachten wollten, dachte ich habe diese auf den Rechner geladen, habe ich diese nicht mehr gefunden. Auch ein Suchen und wiederherstellen der Speicherkarten brachte nichts, so habe ich die Bilder von diesem Abend an der Lütschine irgendwo «verloren».
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@27mm), ISO 64, f 11, 1/3 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard

Sweet Emotions

Nachdem wir 1 ½ Tage am Cinque Torri verbracht haben und viele spannende und interessante Stimmungen erleben durften, wanderten wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. Von dort ging es dann noch gute 20 Minuten einen holprigen Weg runter, wo ich echt froh war um meinen 4×4. Dann ging es Richtung Drei Zinnen. Wir fuhren die steile Bergstrasse zum Rifugio Auronzo hoch, wo wir das Auto parkten. Da wir die nächsten zwei Nächte in der Drei Zinnen-Hütte übernachten, packten wir nur das nötigste in unsere Rucksäcke. So konnten wir das Gewicht um ein paar Kilo erleichtern. Wer als Fotograf in den Bergen unterwegs ist, der weiss wieviel jedes einzelne Kilo ausmacht, welches man mehr oder weniger schleppen muss.
Wir entschieden uns, links um die Drei Zinnen herum zu gehen, so konnten wir zugleich auf dem Weg noch ein paar Spots auskundschaften. Natürlich wollte ich auch den einfachsten Weg nehmen zur Drei Zinnen-Hütte. Doch daraus wurde nichts. Einen kleinen Fehler unsererseits, mit atemraubenden Folgen für uns. Erst ging es steil hinunter. Und das nicht nur ein paar Meter. Nein, es ging ein paar hundert Meter steil hinunter. Ich ahnte schlimmes. Das müssen wir wieder alles hoch wandern. Und nicht nur das. Sondern noch mehr. Die Drei Zinnen-Hütte liegt noch etwas höher als der Punkt wo der steile abstieg begann. Irgendwo haben wir den falschen Wanderweg genommen. Ich dachte erst noch, «Nicht allzu tragisch! Das packen wir!». Doch schon nur die ersten paar Meter den steilen Wanderweg hochwandern, brachte uns ausser Atem.Landschaftsfotograf Roland Moser unterwegs in den Dolomiten Alle paar Meter machte ich eine Pause. Adrian ging da etwas schneller an die Sache ran und war dann auch immer einige Meter vor mir. Ich weiss nicht einmal mehr, wieviel Zeit wir brauchten um dort hinauf zu wandern – doch irgendwann war es dann auch geschafft. Doch dann der nächste Schock. Angekommen bei der Drei Zinnen-Hütte fühlte ich mich wie auf dem Hauptbahnhof Zürich. Hektik, es war überfüllt, alle wollten Essen, und vor der Theke eine Meterlange Kolonne. Doch die angestellten der Drei Zinnen-Hütte waren zuvorkommend höfflich und liessen sich durch die Menge an Wanderern und Tagesausflügler nicht aus der Ruhe bringen.
Schlussendlich kamen wir auch zu unserer kleinen Verpflegung und haben unsere Betten bezogen. Am späteren Nachmittag erkundeten wir dann die Gegend um die Drei Zinnen-Hütte. Der Ansturm in der Hütte hatte sich inzwischen auch etwas gelegt, doch die Wanderwege zu und von der Drei Zinnen-Hütte Richtung Parkplatz der Auronzo Hütte waren überfüllt. Wanderer an Wanderer. Genauso wie die Autobahn a1 zwischen Luterbach und Härkingen. Das kann es doch nicht sein, dachte ich für mich. So schön und beeindruckt ich auch war von der Bergwelt bei den Drei Zinnen, so schockiert war ich aber auch von der Anzahl Wanderer. Doch je später es wurde wie weniger Wanderer hatte es und so kehrte die ruhe in die Bergwelt zurück. Jetzt konnte man die Natur und den Anblick dieses Bergpanoramas erst so richtig geniessen.
An diesem ersten Abend bei den Drei Zinnen stellten wir unsere Kameras in der Nähe eines schönen Felsvorsprungs auf, ca. ein paar 100 Meter von der Drei Zinnen Hütte entfernt. Als wir dann auf das Licht warteten, kochten wir Wasser auf unseren Gasbrenner um dann eine gefriergetrocknete Fertigmahlzeit zuzubereiten. In der Distanz schien sich ein Gewitter zu bilden. Wir dachten eigentlich wir könnten noch fertig Essen bevor die Zelle uns erreicht. Doch plötzlich ging alles schneller als erwartet und wir mussten, als wir gerade am Essen waren, Hals über Kopf alles zusammenpacken und bei der Drei Zinnen Hütte Schutz suchen.
Diesen Abend verbrachten wir auf der Veranda der Berghütte und fotografierten die Stimmung um die Drei Zinnen. Wir hofften natürlich einen Blitz zu erwischen, doch es wollte nicht sein. Dennoch konnte ich ein schönes Stimmungsbild mit den Drei Zinnen machen.
Als wir dann endlich spät abends uns endlich schlafen legen wollten, musste Adrian, der sonst schon nicht gerne in Massenlager übernachtet, feststellen, dass sein Bett von einem Japaner beansprucht wird. Das ist natürlich ärgerlich und an Schlaf war für Adrian in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Vielleicht zum Glück für mich. Denn um 3 Uhr morgens sagte mir Adrian, die Milchstrasse sei gerade über den Drei Zinnen. So stand ich auf und wir fotografierten bis nach Sonnenaufgang, erstmal die Milchstrasse und später die Dämmerung und dann den Sonnenaufgang. Um 8 Uhr gab es dann Frühstück. Nach dem Frühstück ging es dann auf Wanderschaft und wir erkundeten die Gegend um die Drei Zinnen. Obwohl ich an diesem Tag ein paar schöne Spots entdeckte, wusste ich, dass ich diese vielleicht erst in einem Jahr umsetzen könnte. Am späteren Nachmittag, machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zu der Berghütte, wo wir dann anschliessend unseren Abendspot suchten. Erst glaubten wir gar nicht mehr daran, dass es an diesem Abend was Spannendes geben könnte, doch plötzlich und gerade richtig zum Sonnenuntergang wurde der Himmel richtig spektakulär. Aber das magische Licht kam nach Sonnenuntergang. Der Himmel verfärbte sich und das Licht war einfach unglaublich.
Am nächsten Morgen war Tagwache wiederum sehr früh, da wir noch vor der Dämmerung auf der Krete sein wollten und von dort die Drei Zinnen im Morgenlicht fotografieren wollten. Es war ein schöner Sommer morgen – eigentlich war es zu schön. Doch wir hatten es in dieser Woche mehr als nur gut getroffen. Also wollen wir uns nicht wegen dem zu schönen Wetter beklagen. Wir hatten wirklich alles in dieser Woche was ein Landschaftsfotografenherz begehrt: Sonne, Wolken, Nebel und Regen und ein paar atemberaubende Stimmungen fotografieren können. An diesem letzten Morgen in den Dolomiten, konnte ich meine gewünschte Bildidee noch nicht umsetzen, obwohl es wieder ein schönes Bild gab, doch an diesen Standort werde ich wieder zurückkehren.Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8mm Objektiv (@14mm), ISO 100, f 14, 1.6 Sekunden

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Landschafts-Fotografie-Workshops 2017

LANDSCHAFT-FOTOGRAFIE WORKSHOPS 2017
Zusammen mit Adrian Wirz führe ich im nächsten Jahr verschiedene Workshops durch. Die Workshop-Programme und Online-Anmeldungen sind jetzt online. Anmeldungen und mehr Infos unter folgendem Link: http://www.nature-moments.com/photography-workshops.html
Im April findet der beliebte „Blütenzauber-Workshop statt wo wir die Workshop-Teilnehmer durch schöne Baselbiet führen während der Kirschblütenzeit.
Im August führen wir dieses Jahr neu einen dreitägigen Workshop am Matterhorn durch.
Im September entführen wir unsere Teilnehmer in die Dolomiten wo wir neben den berühmten Drei Zinnen, ebenfalls am Pragser Wildsee und bei den Cinque Torri fotografieren.
Im Oktober findet dann wiederum der Belchen-Workshop statt, wo man mit etwas Wetterglück die inzwischen berühmte Belchenwelle fotografieren kann.

Das echte RAW

Wenn man es ganz genau nehmen will, dann ist jedes, aber auch jedes Bild manipuliert! Ja Ihr lest richtig! Jedes Bild! Das mag jetzt viele vielleicht schockieren und wenn jetzt ein «Purist» denkt, das betrifft mich nicht, muss ich ihn jetzt leider enttäuschen. Leider wissen viele immer noch nicht das RAW nicht gleich RAW ist und somit ein RAW eigentlich schon ein bearbeitetes Bild ist. Viele wissen das heute immer noch nicht, darunter sind auch viele Fotografen! Was ist denn nun ein RAW? Das wirkliche RAW-Original ist Schwarz/Weiss, ist sehr Kontrastarm und sehr gräulich. Eigentlich kann man das gar nicht ansehen. Viele wissen das überhaupt nicht. Das Original-RAW hat wenig bis nichts zu tun, mit der Datei welche viele als RAW und somit als Original-Bild bezeichnen. Das echte RAW wird als «Linear Gamma» bezeichnet und ist das eigentliche «Digitale Negative» Das ist die echte RAW-Datei und nicht diejenige welche wir in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen!!! Das will heissen, alles darüber hinaus ist eine massive Manipulation der „Original“ Raw-Datei.  Selbst wenn Sie in Lightroom oder Adobe Camera RAW mit den Standardeinstellungen geladen werden oder Sie das Bild auf dem Kamera-Monitor betrachten, sehen Sie ein stark vom ursprünglichen „Original-RAW“ geändertes Bild. Dies in der Regel meist noch auf eine langweilige Art und Weise.
Für mich geht es nicht darum Bilder zu manipulieren, sondern vielmehr diese zu optimieren. Wollen wir eine gute Kontrolle über jeden Prozessparameter haben, damit das Bild schlussendlich so aussieht wie wir es erlebt und gesehen haben. Es geht auch darum es in bester Qualität zu „entwickeln“! Optimiert Ihr eure Bilder auch in Lightroom oder Adobe Camera RAW? Macht Ihr auch noch „Fine Tuning“ in Photoshop damit Ihr noch die letzten 10-20% mehr Bildqualität aus eurer Datei herauskitzeln könnt? Wenn nicht, vergeudet Ihr in den meisten Fällen Bildqualität und Ihr könnt nicht das Maximum aus eurer Datei herausholen.
Wenn man glaubt das „Out of Cam“ das reale Bild ist welche der Wirklichkeit entspricht, hat man sich gewaltig getäuscht. Nichts entspricht weniger der Wirklichkeit als das Original-RAW und das Bild welches direkt aus der Kamera kommt! Wer daran immer noch Zweifel hat, dem kann ich nur das Buch „The Real World Camera RAW“ von Bruce Fraser weiterempfehlen.
In meinen Workshops, ob Privat oder Gruppen-Workshops, sowie auch in speziellen „Bildbearbeitungs-Coachings“ zeige ich Euch Schritt für Schritt wie ihr aus eurer RAW Datei ein hochwertiges Bild macht. Bei Interesse könnt Ihr mich einfach kontaktieren unter office@nature-moments.com
Zum Bild: Das Bild zeigt die Drei Zinnen-Hütte in den Dolomiten an einem Sommerabend vor einem heftigen Gewittersturm. Ich habe bewusst hier eine Langzeitbelichtung gemacht um die Dramatik noch hervorzuheben. Entsprechend habe ich dann das Bild im RAW Converter bearbeitet und in Photoshop fertig gestellt.20160705-_dsc2018-bergwelt-dolomiten
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11,                  53 Sekunden, Big Stopper & Little Stopper

 

Unterwegs bei den Gastlosen

Nachdem ich die Gastlosen jetzt schon mehrmals im Sommer besuchte, wollte ich die Schönheit dieser Landschaft jetzt auch mal im Winter fotografieren. Der erste Versuch Ende letzten Jahres scheiterte, als ich die Gastlosen von oben fotografieren wollte. So versuchte ich es Anfang Februar 2016 noch einmal – diesmal aber wollte ich von Jaun aus zum Chalet du Soldat wandern. Die Woche vorher überlegte ich mir lange wohin es am Wochenende gehen sollte – doch irgendwie passte mir nichts. Doch als es gegen Ende Woche Schnee bis in tiefe Lagen gab, dachte ich plötzlich wieder an die Gastlosen. Ich schaute mir am Tag zuvor die Webcam vom Chalet du Soldat an und es sah vielversprechend aus. Doch wusste ich auch, dass am Samstag schon wieder eine Warmfront kommt und ab Samstagnachmittag sollte Föhn aufkommen. Föhn sorgt in den Alpen immer wieder für interessante Bedingungen, doch es kann durchaus auch eher langweilig werden. Ein weiterer Nachteil, waren die warmen Temperaturen. Am Freitagabend waren die Tannen alle noch weiss – von dem war am Samstag leider nichts mehr zu sehen. Dennoch, dachte ich, es könnte vielversprechend sein. Zusammen mit Jacqueline Fellmann (Jacqueline Fellmann Photography), machte ich mich am Samstag Früh dann auf den Weg in die Fribourger Alpen. Das Wetter war ok, nicht gerade berauschend um zu fotografieren, doch wir wussten das kann sich jederzeit ändern. Angekommen an unserem Ausgangspunkt für die Wanderung im Dorf Jaun, montierten wir die Schneeschuhe und machten uns auf den Weg zum Chalet du Soldat. Ich rechnete mit 3 Stunden Wanderzeit, doch es wurden 4 daraus mit ein paar Pausen unterwegs. Es war relativ warm für einen Februar-Tag und man konnte eigentlich schon fast im T-Shirt wandern. Schnee war genügend vorhanden um ein «Winter-Feeling» zu bekommen. Immer wieder machten wir eine kleine Verschnaufpause und bestaunten die Gipfeln der Gastlosen. Da wir genügend Zeit einplanten, mussten wir uns auch nicht beeilen. Der Aufstieg war anstrengend aber zu gleich auch sehr schön und im späteren Nachmittag erreichten wir dann das Chalet du Soldat auf der Krete. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Berghütte, machten wir uns weiter auf den Weg und wanderten der Krete entlang zu unserem Abendspot. Inzwischen hat sich das Wetter zu unseren Gunsten entwickelt. Interessante Föhnwolken am Himmel und die Sonne fand immer wieder einen Weg durch die Wolken und zauberte wunderschönes goldenes Licht auf die verschneite Berglandschaft. So konnten wir schon vor Sonnenuntergang ein paar Bilder machen. Plötzlich ging alles schnell, die Gastlosen fingen an zu leuchten und man konnte beobachten anhand dem Schatten auf der Gebirgskette wie schnell die Sonne jetzt hinter dem Horizont versank. Kurz darauf war das Licht auf den Gastlosen weg, doch gegen Westen färbte sich der Himmel jetzt in Goldgelb, Rot und Magenta und bot uns ein fulminantes Abschlussfeuerwerk eines schönen Winterabends. Der Wind wurde jetzt immer stärker und stärker und man konnte kaum noch aufrecht gehen. Höchste Zeit die Krete und diese exponierte Lage zu verlassen und zur Berghütte zurück zu gehen. Dort erwärmten wir uns dann noch an einer Suppe, bevor wir uns auf den Rückweg nach Jaun machten. Der Abstieg dauerte viel weniger lange und schon nach nur 90 Minuten waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Jaun.Gastlosen - Bathed-in-Gold
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@35mm), ISO 64, f 11,
1/800 Sekunde,Pano aus 11 Einzelaufnahmen, double processing Gastlosen-Evening-Glow
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 80, f 10,
1/40 Sekunde, Pano aus 14 Einzelaufnahmen, double processingGastlosen-Bergfeuer
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8 Objektiv (@110mm), ISO 200, f 8,
1/60 Sekunde, double processing