Hornseeli

Die Gegend zwischen Grindelwald und Rosenlaui ist für mich eine der schönsten Berglandschaften in den Berner Alpen. Ich besuchte diese Gegend in den letzten Jahren verschiedene Male. Schon länger auf meiner Wunschliste war dieser kleine Bergsee nicht weit von der Grossen Scheidegg. Doch ich hatte genaue Vorstellungen wie ich diesen Bergsee fotografieren wollte. Meine Vorstellungen waren folgende: eine herbstlich angehauchte Landschaft mit tiefem Sonnenstand oder dann natürlich auch das Dämmerungslicht, Spiegelung vom Wetterhorn während es schön leuchtet im letzten oder ersten Tageslicht, Schneebedecktes Wetterhorn und klares Licht. Natürlich musste es auch Windstill sein um eine glatte schöne Oberfläche des Sees zu erhalten, damit die Spiegelung absolut perfekt ist.
An diesem Tag letzten September schien alles zusammen zu spielen. Ich hätte mir noch etwas mehr Schnee gewünscht auf dem Wetterhorn, aber dies war nach so einem warmen Spätsommer und wenig Niederschlag nicht zu erwarten gewesen – aber der Rest war für mich perfekt. So machte ich mich an diesem wunderbaren Frühherbst Nachmittag mit dem Auto auf den Weg nach Grindelwald. Danach ging es noch mit dem Postauto auf die Grosse Scheidegg. Von dort ging es dann weiter auf Schusters Sohlen, zuerst noch Flach und leicht abwärts Richtung Scheidegg Oberläger. Es war ein warmer Frühherbst Nachmittag und das Gewicht von Fotoausrüstung mit Zelt, Schlafsack, Matte und Proviant für 2 Tage machte sich schon etwas bemerkbar. Spätestens beim steilen Aufstieg die letzten gut 30 Minuten spürte ich das Gewicht in meinen Beinen. Oben angekommen erwartete mich eine schöne Hochebene mit der schönsten Herbstvegetation und mitten drinnen eingebettet lag dieses idyllische kleine Bergseelein. Einfach nur wunderbar. Beim Aufstieg war ich zwar froh um den mässigen Wind der blies und mich etwas abkühlte, doch oben angekommen wünschte ich mir, der Wind würde schnellstmöglich aufhören. Von einer schönen Spiegelung war nichts zu sehen. Dennoch ich blieb positiv-denkend, ging es bis Sonnenuntergang noch ca. gute 3-4 Stunden. Nachdem ich die Gegend etwas auskundschaftete und mir ein paar Standorte merkte für mögliche Kompositionen stellte ich mir etwas abseits vom See mein Nachtlager auf. Nach einer kurzen Verstärkung wanderte ich dann hinunter zum See und installierte die Kamera für die ersten paar Bildideen. Ab jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten bis sich das Licht passte…doch zwischendurch gab es immer schon ein paar Aufnahmen und ein paar Standort-Änderungen. Die besten Bilder mit den besten Kompositionen suche ich mir dann immer erst zu Hause aus. Doch es ist jetzt nicht so, dass ich nur ständig aus den Auslöser drücke – nein, ich weiss was ich will und löse erst aus, wenn es mir in der entsprechenden Lichtsituation und Komposition gefällt. Dennoch finde ich es immer von Vorteil, wenn man verschiedene Kompositionen versucht in verschiedenen Lichtsituationen. Das Licht an diesem Abend war so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe. Das Alpenglühen war sogar noch intensiver als ich es mir erträumt habe.
Danach ging es zurück zum Nachtlager, doch bevor ich mir das Abendessen auf meinem Gaskocher kochte, machte ich noch ein paar Aufnahmen mit dem Zelt.                        Doch danach wärmte ich mir endlich eine Pasta-Gemüse Suppe auf meinem Gaskocher. Es war inzwischen schon recht kühl geworden und ich freute mich auf die warme Suppe die mich hoffentlich etwas aufwärmen würde. Doch daraus wurde nichts. Ich hatte gerade zwei Löffel von der feinen Suppe als mir die Tasse aus der linken Hand rutschte und zu Boden fiel. Die Suppe war natürlich überall verteilt und so wurde nichts mehr mit einer warmen Mahlzeit an diesem Abend. Der Fuchs welcher dann ein paar Stunden später um mein Zelt streunte liess mir danke sagen für die leicht verdiente Nahrung. An anderen morgen weckte mich der Wecker schon sehr früh aus meinem Schlaf und ich schlüpfte aus dem warmen Schlafsack, schaute aus dem Zelt und dann ging raus in den eisigen Morgen. Es hatte Bodenfrost, doch das machte es natürlich noch interessanter zum Fotografieren. Doch freute ich mich bereits jetzt schon auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Doch bis dahin ging es noch ein paar Stunden. Zuerst einmal gab es einen warmen Kaffee und etwas Kleines zu essen. Danach ging es runter zum See zum Fotografieren. Auch an diesem Morgen war es wieder «Postkartenperfekt» – nicht immer wünsche ich mir diesen wolkenlosen Himmel, doch gerade eben für dieses Motiv wünschte ich mir es jetzt einmal. So war auch dieser Morgen wieder sehr erfolgreich. Als die ersten Sonnenstrahlen mich erwärmten und das schöne Morgenlicht vorbei war, machte ich es mir für ein paar Minuten beim Frühstück noch etwas gemütlich bevor ich das Zelt dann abbaute und mich langsam auf den Rückweg zur Grossen Scheidegg machte. Es war ein erlebnisreicher und einmal mehr wieder ein wunderschönes Erlebnis in den Bergen. Ich war zwar das erste Mal an diesem Bergsee aber sicher nicht das letzte Mal. Doch das nächste Mal wünsche ich mir etwas Dramatik.
Kurz vor Mittag erreichte ich mein Auto in Grindelwald und danach ging es direkt nach Interlaken wo ich mit Jaime Dormer, einem befreundeten Fotografen aus Australien abmachte. Am Abend fotografierten wir dann noch zusammen an der Lütschine.
Als ich ein paar Wochen später die RAW Dateien betrachten wollten, dachte ich habe diese auf den Rechner geladen, habe ich diese nicht mehr gefunden. Auch ein Suchen und wiederherstellen der Speicherkarten brachte nichts, so habe ich die Bilder von diesem Abend an der Lütschine irgendwo «verloren».
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@27mm), ISO 64, f 11, 1/3 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard

Sweet Emotions

Nachdem wir 1 ½ Tage am Cinque Torri verbracht haben und viele spannende und interessante Stimmungen erleben durften, wanderten wir zurück zu unserem Ausgangspunkt. Von dort ging es dann noch gute 20 Minuten einen holprigen Weg runter, wo ich echt froh war um meinen 4×4. Dann ging es Richtung Drei Zinnen. Wir fuhren die steile Bergstrasse zum Rifugio Auronzo hoch, wo wir das Auto parkten. Da wir die nächsten zwei Nächte in der Drei Zinnen-Hütte übernachten, packten wir nur das nötigste in unsere Rucksäcke. So konnten wir das Gewicht um ein paar Kilo erleichtern. Wer als Fotograf in den Bergen unterwegs ist, der weiss wieviel jedes einzelne Kilo ausmacht, welches man mehr oder weniger schleppen muss.
Wir entschieden uns, links um die Drei Zinnen herum zu gehen, so konnten wir zugleich auf dem Weg noch ein paar Spots auskundschaften. Natürlich wollte ich auch den einfachsten Weg nehmen zur Drei Zinnen-Hütte. Doch daraus wurde nichts. Einen kleinen Fehler unsererseits, mit atemraubenden Folgen für uns. Erst ging es steil hinunter. Und das nicht nur ein paar Meter. Nein, es ging ein paar hundert Meter steil hinunter. Ich ahnte schlimmes. Das müssen wir wieder alles hoch wandern. Und nicht nur das. Sondern noch mehr. Die Drei Zinnen-Hütte liegt noch etwas höher als der Punkt wo der steile abstieg begann. Irgendwo haben wir den falschen Wanderweg genommen. Ich dachte erst noch, «Nicht allzu tragisch! Das packen wir!». Doch schon nur die ersten paar Meter den steilen Wanderweg hochwandern, brachte uns ausser Atem.Landschaftsfotograf Roland Moser unterwegs in den Dolomiten Alle paar Meter machte ich eine Pause. Adrian ging da etwas schneller an die Sache ran und war dann auch immer einige Meter vor mir. Ich weiss nicht einmal mehr, wieviel Zeit wir brauchten um dort hinauf zu wandern – doch irgendwann war es dann auch geschafft. Doch dann der nächste Schock. Angekommen bei der Drei Zinnen-Hütte fühlte ich mich wie auf dem Hauptbahnhof Zürich. Hektik, es war überfüllt, alle wollten Essen, und vor der Theke eine Meterlange Kolonne. Doch die angestellten der Drei Zinnen-Hütte waren zuvorkommend höfflich und liessen sich durch die Menge an Wanderern und Tagesausflügler nicht aus der Ruhe bringen.
Schlussendlich kamen wir auch zu unserer kleinen Verpflegung und haben unsere Betten bezogen. Am späteren Nachmittag erkundeten wir dann die Gegend um die Drei Zinnen-Hütte. Der Ansturm in der Hütte hatte sich inzwischen auch etwas gelegt, doch die Wanderwege zu und von der Drei Zinnen-Hütte Richtung Parkplatz der Auronzo Hütte waren überfüllt. Wanderer an Wanderer. Genauso wie die Autobahn a1 zwischen Luterbach und Härkingen. Das kann es doch nicht sein, dachte ich für mich. So schön und beeindruckt ich auch war von der Bergwelt bei den Drei Zinnen, so schockiert war ich aber auch von der Anzahl Wanderer. Doch je später es wurde wie weniger Wanderer hatte es und so kehrte die ruhe in die Bergwelt zurück. Jetzt konnte man die Natur und den Anblick dieses Bergpanoramas erst so richtig geniessen.
An diesem ersten Abend bei den Drei Zinnen stellten wir unsere Kameras in der Nähe eines schönen Felsvorsprungs auf, ca. ein paar 100 Meter von der Drei Zinnen Hütte entfernt. Als wir dann auf das Licht warteten, kochten wir Wasser auf unseren Gasbrenner um dann eine gefriergetrocknete Fertigmahlzeit zuzubereiten. In der Distanz schien sich ein Gewitter zu bilden. Wir dachten eigentlich wir könnten noch fertig Essen bevor die Zelle uns erreicht. Doch plötzlich ging alles schneller als erwartet und wir mussten, als wir gerade am Essen waren, Hals über Kopf alles zusammenpacken und bei der Drei Zinnen Hütte Schutz suchen.
Diesen Abend verbrachten wir auf der Veranda der Berghütte und fotografierten die Stimmung um die Drei Zinnen. Wir hofften natürlich einen Blitz zu erwischen, doch es wollte nicht sein. Dennoch konnte ich ein schönes Stimmungsbild mit den Drei Zinnen machen.
Als wir dann endlich spät abends uns endlich schlafen legen wollten, musste Adrian, der sonst schon nicht gerne in Massenlager übernachtet, feststellen, dass sein Bett von einem Japaner beansprucht wird. Das ist natürlich ärgerlich und an Schlaf war für Adrian in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Vielleicht zum Glück für mich. Denn um 3 Uhr morgens sagte mir Adrian, die Milchstrasse sei gerade über den Drei Zinnen. So stand ich auf und wir fotografierten bis nach Sonnenaufgang, erstmal die Milchstrasse und später die Dämmerung und dann den Sonnenaufgang. Um 8 Uhr gab es dann Frühstück. Nach dem Frühstück ging es dann auf Wanderschaft und wir erkundeten die Gegend um die Drei Zinnen. Obwohl ich an diesem Tag ein paar schöne Spots entdeckte, wusste ich, dass ich diese vielleicht erst in einem Jahr umsetzen könnte. Am späteren Nachmittag, machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zu der Berghütte, wo wir dann anschliessend unseren Abendspot suchten. Erst glaubten wir gar nicht mehr daran, dass es an diesem Abend was Spannendes geben könnte, doch plötzlich und gerade richtig zum Sonnenuntergang wurde der Himmel richtig spektakulär. Aber das magische Licht kam nach Sonnenuntergang. Der Himmel verfärbte sich und das Licht war einfach unglaublich.
Am nächsten Morgen war Tagwache wiederum sehr früh, da wir noch vor der Dämmerung auf der Krete sein wollten und von dort die Drei Zinnen im Morgenlicht fotografieren wollten. Es war ein schöner Sommer morgen – eigentlich war es zu schön. Doch wir hatten es in dieser Woche mehr als nur gut getroffen. Also wollen wir uns nicht wegen dem zu schönen Wetter beklagen. Wir hatten wirklich alles in dieser Woche was ein Landschaftsfotografenherz begehrt: Sonne, Wolken, Nebel und Regen und ein paar atemberaubende Stimmungen fotografieren können. An diesem letzten Morgen in den Dolomiten, konnte ich meine gewünschte Bildidee noch nicht umsetzen, obwohl es wieder ein schönes Bild gab, doch an diesen Standort werde ich wieder zurückkehren.Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8mm Objektiv (@14mm), ISO 100, f 14, 1.6 Sekunden

Bild des Monats: März 2017

Wieder einmal bin ich etwas spät dran mit dem Bild des Monats.
Auch im März gab es noch nicht viele Foto-Motive welche mich dieses Jahr reizten und ich investierte die Zeit mit dem bearbeiten von Bildern. die Website und in die Werbung.
Dennoch, der Frühling kam Ende März mit grossen Schritten auf uns zu und da gibt es verschiedene Motive und Landschaften die dieses Jahr ganz oben auf meiner Liste stehen.
Eine davon war diese Landschaft im Emmental mit dem Narzissenfeld. Den Ort möchte ich hier lieber geheim halten und somit nicht nennen – es gibt verschiedene Gründe warum. Doch glaube ich, wenn man unbedingt will, kann man diesen auch selber ausfindig machen. Ein paar Fotografen werden ihn natürlich auch kennen.
Dieser Abend schien vielversprechend zu sein, hatte es doch wunderschöne Wolken am Himmel. Auf dem Weg zu diesem Spot hatte ich leider noch einen Unfall. Bei einem Stopp-Schild fuhr mir jemand auf und es gab, zumindest beim anderen auto erheblichen Schaden. An meinem hielt sich der Schaden in Grenzen. Zum Glück war ich genug früh dran, so reichte es trotz dem Unfall noch rechtzeitig zu meinem Spot. Es war einfach genial. Das Licht, die Stimmung und die Landschaft mit den blühenden Narzissen entschädigten mich für den Ärger mit dem Unfall. Es hat wieder einmal alles gepasst und zusammengespielt. Zufrieden und glücklich fuhr ich nach Sonnenuntergang wieder nach Hause.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso100, f13, 0.5 Sekunde, 2 Aufnahmen manuell überblendet für max. Tiefenschärfe

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Unterwegs bei den Gastlosen

Nachdem ich die Gastlosen jetzt schon mehrmals im Sommer besuchte, wollte ich die Schönheit dieser Landschaft jetzt auch mal im Winter fotografieren. Der erste Versuch Ende letzten Jahres scheiterte, als ich die Gastlosen von oben fotografieren wollte. So versuchte ich es Anfang Februar 2016 noch einmal – diesmal aber wollte ich von Jaun aus zum Chalet du Soldat wandern. Die Woche vorher überlegte ich mir lange wohin es am Wochenende gehen sollte – doch irgendwie passte mir nichts. Doch als es gegen Ende Woche Schnee bis in tiefe Lagen gab, dachte ich plötzlich wieder an die Gastlosen. Ich schaute mir am Tag zuvor die Webcam vom Chalet du Soldat an und es sah vielversprechend aus. Doch wusste ich auch, dass am Samstag schon wieder eine Warmfront kommt und ab Samstagnachmittag sollte Föhn aufkommen. Föhn sorgt in den Alpen immer wieder für interessante Bedingungen, doch es kann durchaus auch eher langweilig werden. Ein weiterer Nachteil, waren die warmen Temperaturen. Am Freitagabend waren die Tannen alle noch weiss – von dem war am Samstag leider nichts mehr zu sehen. Dennoch, dachte ich, es könnte vielversprechend sein. Zusammen mit Jacqueline Fellmann (Jacqueline Fellmann Photography), machte ich mich am Samstag Früh dann auf den Weg in die Fribourger Alpen. Das Wetter war ok, nicht gerade berauschend um zu fotografieren, doch wir wussten das kann sich jederzeit ändern. Angekommen an unserem Ausgangspunkt für die Wanderung im Dorf Jaun, montierten wir die Schneeschuhe und machten uns auf den Weg zum Chalet du Soldat. Ich rechnete mit 3 Stunden Wanderzeit, doch es wurden 4 daraus mit ein paar Pausen unterwegs. Es war relativ warm für einen Februar-Tag und man konnte eigentlich schon fast im T-Shirt wandern. Schnee war genügend vorhanden um ein «Winter-Feeling» zu bekommen. Immer wieder machten wir eine kleine Verschnaufpause und bestaunten die Gipfeln der Gastlosen. Da wir genügend Zeit einplanten, mussten wir uns auch nicht beeilen. Der Aufstieg war anstrengend aber zu gleich auch sehr schön und im späteren Nachmittag erreichten wir dann das Chalet du Soldat auf der Krete. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Berghütte, machten wir uns weiter auf den Weg und wanderten der Krete entlang zu unserem Abendspot. Inzwischen hat sich das Wetter zu unseren Gunsten entwickelt. Interessante Föhnwolken am Himmel und die Sonne fand immer wieder einen Weg durch die Wolken und zauberte wunderschönes goldenes Licht auf die verschneite Berglandschaft. So konnten wir schon vor Sonnenuntergang ein paar Bilder machen. Plötzlich ging alles schnell, die Gastlosen fingen an zu leuchten und man konnte beobachten anhand dem Schatten auf der Gebirgskette wie schnell die Sonne jetzt hinter dem Horizont versank. Kurz darauf war das Licht auf den Gastlosen weg, doch gegen Westen färbte sich der Himmel jetzt in Goldgelb, Rot und Magenta und bot uns ein fulminantes Abschlussfeuerwerk eines schönen Winterabends. Der Wind wurde jetzt immer stärker und stärker und man konnte kaum noch aufrecht gehen. Höchste Zeit die Krete und diese exponierte Lage zu verlassen und zur Berghütte zurück zu gehen. Dort erwärmten wir uns dann noch an einer Suppe, bevor wir uns auf den Rückweg nach Jaun machten. Der Abstieg dauerte viel weniger lange und schon nach nur 90 Minuten waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Jaun.Gastlosen - Bathed-in-Gold
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@35mm), ISO 64, f 11,
1/800 Sekunde,Pano aus 11 Einzelaufnahmen, double processing Gastlosen-Evening-Glow
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 80, f 10,
1/40 Sekunde, Pano aus 14 Einzelaufnahmen, double processingGastlosen-Bergfeuer
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8 Objektiv (@110mm), ISO 200, f 8,
1/60 Sekunde, double processing

Hapiness & Gratidude (Die Geschichte hinter dem Bild)

Könnt Ihr Euch erinnern wann Ihr das letzte Mal restlos Glücklich gewesen seid? Ich meine ein wirkliches Glücksgefühl hattet und einfach nur Dankbar wart für diesen einen Moment.
Viele Menschen streben heute nach Ruhm, Anerkennung und Geld und meinen Sie könnten darin auch das Glück finden. Andere wiederum sind so damit beschäftigt, dass wahre Glück in Ihrem Leben zu finden, dass Sie erst gar nicht bemerken, dass das Glück eigentlich schon lange bei Ihnen ist.
Wir alle haben die Wahl wie wir unser Leben, gestalten und leben wollen. Wir können entweder unser Leben voll auskosten und ich meine hier nicht die materiellen Werte, sondern beziehe mich auf das eigene ich und meine Umgebung. Die Zufriedenheit im Leben kommt davon, wenn man ein Leben lebt, das dir selber Freude macht.
Den meisten Menschen wird es so gehen wie mir: jeder hat etwas das ihm/ihr noch fehlt, Dinge die wir gerne noch haben oder erreichen möchten, aber bis wir dies evt. einmal haben und unser sogenanntes Ziel erreichen, sollten wir unser Leben dennoch mit grösster Freude leben und dankbar sein für das was wir haben, denn wir wissen nie was uns morgen noch erwartet.
Das ist ein Grund unter vielen anderen wieso ich immer wieder in die Natur fotografieren gehe, inmitten der Nacht mich auf den Weg mache für irgendwo den Sonnenaufgang zu sehen, die frische Luft zu atmen, den Himmel, die Wolken und die Sterne über mir zu beobachten, den frischen Wind auf meinem Gesicht zu spüren, den Geräuschen in der freien Wildnis zu lauschen – das sind Momente wo ich einfach nur Zufrieden bin mit mir und der Welt. In solchen Momenten wenn ich draussen in der freien Natur bin, bin ich einfach nur unendlich Dankbar für das Leben, und bin auch Dankbar die Fähigkeit zu besitzen sich an kleinen Sachen im Leben zu erfreuen, da für mich gerade diese kleinen Sachen die wertvollsten im Leben sind. Kann man dann so einen Moment noch mit einem Menschen teilen, der genau gleich veranlagt und gleich „tickt“ wie du selber ist es noch wertvoller.
So ein Glücksgefühl hatte ich erst gerade kürzlich wieder als ich vor gut einer Woche mit Adrian Wirz und Jacqueline Fellmann im Alpstein unterwegs war.
Es ist schon weit nach Mitternacht und wir sind da alleine an diesem wunderschönen Bergsee, am Himmel funkeln Millionen von Sternen, die Milchstrasse ist von blossem Auge erkennbar, ab und zu schwirren wieder Wolken Schwaden vorbei und bedenken mal weniger und mal mehr den Nachthimmel, es ist Still und Ruhig und das Leben scheint in diesem Moment einfach nur perfekt zu sein. Wir sitzen da, sinnieren über das Leben, geniessen den Moment, fotografieren, reden und schweigen wieder – aber auch wenn wir nicht reden, man spürt das Gegenüber, fühlt sich einfach wohl und irgendwie wird einem Bewusst wie klein und nichtig wir sind. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Gemeinsam so einen Moment zu erleben, ist als Mensch und als Fotograf unbeschreiblich. Das ist für mich wahres Glück. Diesen Moment kann mir niemand mehr nehmen. Auch wenn das Leben es morgen vielleicht vorübergehend mit mir wieder etwas weniger gut meint, solche Momente geben mir Kraft mir auch an weniger guten Tagen ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern.
Was ich damit auch sagen will, ist, dass das Glück nicht nur der Regenbogen oder der umwerfend schöne Sonnenaufgang ist, sondern auch die Geschichte dahinter. Das dann noch in einem Bild zu vereinen ist die grosse Kunst eines Fotografen.Gratidude                 Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@20mm), ISO 100, f 13, 1/3 Sekunde

Winter Impressionen

Seit letzten Freitag dem 20.März 2015, der Tag an dem man hier eine partielle Sonnenfinsternis sehen konnte hat nun auch offiziell der astronomische Frühling begonnen. Doch gerade auch zu diesem Frühlingsbeginn kam auch wieder das nasse und kalte Wetter zurück und in gewissen Teilen sogar der Winter. Obwohl ich mich jetzt auch auf den Frühling freue und mich schon vorbereite auf die kommende Kirschblütenzeit und mir Gedanken mache auf den fotografischen Frühling und Sommer, hier zum Abschluss des Winters 2014/2015 noch meine persönlichen Favoriten des vergangenen Winters. Dieser Winter war eigentlich aus fotografischer Sicht gar nicht so schlecht, obwohl er lange auf sich warten liess. Einige Ideen  welche ich schon seit ein paar Jahren versuchte umzusetzen konnte ich auch verwirklichen. Auch konnte ich diesen Winter mal die Cascade des Tufs besuchen: die Wetterverhältnisse schienen perfekt zu sein, doch vor Ort war es dann nicht ganz so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt haben. Dennoch war es faszinierend diese traumhaften Wasserfälle auch im Winter mal zu fotografieren – doch werde ich nächsten Winter wenn die Bedingungen wieder stimmen sie erneut aufsuchen. Einer der schönsten Momente diesen Winter war der Morgen im Dezember auf dem Grenchenberg als der Himmel sprichwörtlich über dem Schweizer Mittelland brannte und das Licht und die Farben auf dem Grenchenberg einfach magisch waren. Es sind genau diese Momente wo man für alles entschädigt wird – für alle diese Momente wo das Licht nicht so war wie man es sich vorstellte und man ohne ein Bild wieder den Heimweg antrat. Ein anderes Highlight waren die Tage an dem es geschneit hatte wie man es hier selten erlebt. Auch an diesen Tagen konnte ich einige der schönsten Winterbilder des vergangenen Winters machen. Neben den magischen und atemberaubenden Momenten, gab es auch genügend aufregende und abenteuerliche Erlebnisse im fotografischen Alltag in den letzten paar Monaten wie zum Beispiel dieser Morgen wo wir auf die Stallfluh wollten, doch schon 100 Meter ausserhalb des Dorfes in einer Schneeverwehung stecken blieben. Auch die alternativ Route brachte uns nicht viel weiter. Ein anderes Mal gingen wir fast im Jura oben bei dichtem Nebel und Schneegestöber verloren, als wir in der Dunkelheit bei dichtem Nebel mit nur ein paar Meter Sicht in Kniehohem Schnee wieder zurück zum Auto wandern wollten. Auch die Rückfahrt von den Cascade des Tufs bleibt unvergessen, als wir auf einer offiziell gesperrten Strasse plötzlich in einen ca. fast 2 Meterhohen Schneewalm fuhren und das Auto dann mit blossen Händen und Stative aus dem Schnee befreien mussten, da wir keine Schaufel dabei hatten. Zu viert brauchten wir dafür gut eine Stunde!  Folgend eine kleine Auswahl meiner persönlichen Favoriten von diesem Winter.Birnbaum RünenbergNeu Falkenstein CandylandBerner AlpenCascade des Tufs-Winter

Grenchenberg