Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Herbst trifft auf Winter

Letztes Jahr war ein turbulentes Jahr und leider kam ich nur selten dazu regelmässig in meinem Blog zu schreiben. Die möchte ich in diesem Jahr ändern und wieder öfters hier neue Beiträge posten, wenn möglich wöchentlich. Der Anfang macht, neben meinen bereits veröffentlichten „Best of…..2014“ Beiträgen ein etwas älteres Bild aus dem Jahr 2011. Inzwischen ist dieses Motiv in den letzten zwei Jahren von vielen Landschaftsfotografen immer wieder und wieder fotografiert worden und immer wieder in der selben Perspektive und der selben Ansicht. Diese Komposition ist, obwohl schon älter immer noch einzigartig.
Herbst trifft auf Winter. Dies war im Jahr 2011schon Mitte Oktober auch im Solothurner und Baselbieter Jura zu bewundern. Die Herbstfarben auf dem Höhepunkt ihrer Leuchtkraft im Kontrast zum Weiss des Schnees im Morgenlicht. Ein herrliches Motiv. Deshalb fuhr ich an diesem Oktober Morgen nach dem Kälteeinbruch und dem Schneefall Richtung Solothurner/Baselbieter Jura um zu fotografieren. Leider machte das Wetter an diesem Morgen nicht so mit, obwohl laut Wetterbericht es mehrheitlich sonnig hätte sein sollen, war Einheitsgrau angesagt. Nicht unbedingt ideales Licht für mein Vorhaben. Doch manchmal muss man eben mit dem Vorlieb nehmen was man kriegt……..und das Beste daraus machen.
Dieser Baum wollte ich schon länger mal so fotografieren, doch schien mir das Licht bis zu diesem Zeitpunkt nie ideal gewesen zu sein……doch an diesem Morgen war es mir dann einen Versuch wert. Die Farben der Blätter leuchteten im Kontrast zum Schnee und dem bedeckten Himmel. Im Vordergrund wollte ich die gefallenen farbigen Blätter im Grass liegen haben welche mich so zu sagen ins Bild führen.
Im Hintergrund sieht man noch den „Ankenballen“ welcher mir schon ein paar Mal als Motiv gedient hatte.
#2-5862

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@22mm), ISO 200, f 13, 0.6 Sekunde, Polarizer

Ghost Gum

Normalerweise ist ja das harte Licht um die Mittagszeit nicht gerade das idealste für uns Fotografen. Doch hier bei diesem Motiv fand ich das harte Licht und der wolkenlose Himmel geradezu perfekt. Der blaue Himmel ist ein perfekter Kontrast zum Weiss des Ghost Gum’s.

Wir waren unterwegs in den East McDonnell Ranges. Auf dem Weg zur Trephina Gorge begegnet man diesem Ghost Gum. Der Ghost Gum ist ein Eukalyptus Baum und trägt diesen Namen wegen seiner gespenstischen kalkweissen Farbe der Rinde. . Diese weissen Bäume in Verbindung mit der roten Farbe der Erde und dem blauen Himmel machte dieses Sujet zu beliebten und attraktiven Fotomotive. Dieser „Ghost Gum“ hier soll angeblich 300 Jahre alt sein und ist mit 33 Meter Höhe der grösste bekannte Ghost Gum in den East McDonnell Ranges. Ein Wunderwerk der Natur.Giant Ghost Gum
Bei diesem Platz hatte es noch ein anderer fotogener Ghost Gum, meiner Meinung nach fotogener als die eigentlich Attraktion. So machte ich eine Serie von Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven und verschiedene Kompositionen beider Bäume.
Zur technischen Seite der Aufnahme: da die Rinde sehr hell ist, besteht die Gefahr, dass man Zeichnung verliert, mit anderen Worten die Lichter ausfressen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr der Unterbelichtung. Je nach Situation kann das eine oder andere eintreffen. Am besten überprüft man die Aufnahme am Monitor und schaut sich das Histogramm an.Ghost Gum II#3-2065

Unspektakuläre Landschaften

Gibt es langweilige Landschaften? „Was ist eine langweilige Landschaft?“ ist dann die daraus folgende Frage! Meiner Meinung nach gibt es sicher langweilige Landschaften, aber auch diese können es in sich haben. Es kommt immer auf die Bedingungen drauf an. Ich denke man kann mit jeder Landschaft interessante Bilder gestalten. So wenig wie es „kein schlechtes Wetter“ für Fotografen gibt, gibt es demnach auch keine „langweilige Landschaften“. Es liegt am Fotografen daraus etwas interessantes und spektakuläres zu machen. Eine langweilige Landschaft könnte zum Beispiel auch eine unendliche Wüste sein oder eine Ebene mit nichts als nur Büschen oder Grass. Aber gerade ich, finde die Wüste fantastisch zum fotografieren. Gerade die unendliche Weite des Outbacks finde ich eine spektakuläre Landschaft. Für mich eine Inspiration und für einen anderen eventuell nichts als eine langweilige Landschaft.
Die Gegend zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland ist nicht gerade eine Landschaft wo sich viele Landschaftsfotografen tummeln. Es ist auch nicht gerade eine spektakuläre Landschaft. Die Gegend ist auch stark besiedelt und zersiedelt. Doch hat sie dennoch einige kleine Perlen die sich lohnen besser kennen zu lernen. Gibt es doch das Naturschutzgebiet „Häftli“ und die „Witi“. Doch wenn man auf der Autobahn von Biel nach Solothurn fährt, wirkt sie nicht gerade spektakulär, führt doch die Autobahn gerade durch die „Witi“. Eine flache Ebene mit Ackerland, zwischen dem Jura und dem Bucheggberg und mittendurch führt die Aare mit ihren zahlreichen Schlaufen. Doch nimmt man sich Zeit und wandert über die Witi, dann sieht man es mit anderen Augen. Na gut, es ist jetzt nicht diese spektakuläre Landschaft, doch man kann die Ruhe geniessen, die Augen können sich in der Weite verlieren und die Witi ermöglicht auch das Beobachten von Wildtieren. Doch was für das blosse Auge als schön empfunden wird, eignet sich nicht unbedingt auch immer zum fotografieren. Das will heissen, man muss als Landschaftsfotograf anders sehen. Gerade dort ist die Herausforderung solcher Landschaften. Auch sind solche Landschaften nicht immer „fotogen“! Obwohl die „Witi“ sich von Grenchen bis nach Solothurn ausdehnt, hat man auch immer wieder Siedlungen, Wege, die Autobahn und in der Distanz sieht man die Städte Grenchen und Solothurn. Also als Fotograf ist man gefordert. Trotzdem finde ich kann diese Landschaft auch für Landschaftsfotografen viel zu bieten haben, gibt es doch in der „Witi“ der Aare entlang im Sommer und im Frühherbst immer wieder Nebelbänke. Gerade wegen diesen Nebelbänken, kann man dort oft stimmungsvolle und fantastische Aufnahmen machen. Solche Landschaften brauchen vielleicht etwas mehr Versuche, bis man ein entsprechendes und ansprechendes Bild auf dem Sensor hat, doch gerade darin ist auch der Reiz der Landschaftsfotografie! Zu einem meiner Bilder welches ich in der „Witi“ gemacht hatte, kommentierte ein Betrachter mal sehr erstaunt „Ich habe gar nicht gewusst, dass man zwischen Biel und Solothurn solche Bilder machen kann“! Er konnte kaum glauben, dass dieses Bild dort gemacht wurde. Verschiedene Stimmungen, Perspektive, Kamerastandpunkte, Bildausschnitt und Licht können ein Motiv komplett anders aussehen lassen. Gerade solche Punkte sind wichtig, wenn man sogenannte „langweilige“ und „unspektakuläre Landschaften fotografieren möchte. Mit Kreativität, dem richtigen Licht, den passenden Bedingungen und der „richtigen“ Komposition gibt es keine langweiligen und unspektakulären Landschaften.20140712-_DSC5817-Sommernebel                                                  Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@116mm), ISO 100, f 13, 1/6 Sekunde

 

 

 

 

 

Winter’s Symphony

Nachdem ich 2 Wochen vorher bei eisigen Temperaturen mein eigentliches Ziel, die bizarren Bäume auf dem Bielberg, verfehlt hatte, machte ich einen erneuten Versuch diese Bäume zu fotografieren. Diesmal war es um einiges wärmer. Nach gut einer einstündigen Schneeschuhwanderung erreichte ich den Bielberg. Leider hatte sich das Raureif auf den Bäumen auch „verabschiedet“. Trotzdem, die bizarren Bäume, geformt durch das raue Wetter hier oben, sind ein perfektes Winter-Sujet. Die Langlaufloipe welche gerade hier durchläuft beschränkte mich ein wenig in meinen Kompositionen und ich musste in ein paar Fotos auch Kompromisse eingehen. Schade, aber auf der anderen Seite ist es auch eine Herausforderung und man wird gezwungen nach der besten Kompositionsmöglichkeit zu suchen. Es war ein sehr ergiebiger Nachmittag und Abend auf dem Bielberg.
Wir haben hier in der Schweiz nicht die unendlichen Weiten und Landschaften ohne Zivilisationseinflüsse wie sie in Australien, Amerika oder auch in Afrika vorkommen. Man muss bei seinen Kompositionen auch immer auf Häuser, Strommasten, Bergbahnen, Strassen und in der Nacht auch auf Lichtverschmutzung und den Verkehr am Himmel achten. Nun, dies alles gehört zu unserer Kultur hier. Es ist ein Teil unserer Landschaft. Beide Arten der Landschaftsfotografie haben ihre Berechtigung. Ich für mich, bevorzuge die pure Landschaft. Doch gibt es durchaus Landschaftskompositionen in welchem ein Bild gewinnt indem man einen Weg oder ein altes Bauernhaus ins Bild integriert. Auch eine Berglandschaft mit einer Alphütte kann besser wirken und unsere Landschaft „ehrlicher“ wiedergeben als ein Bild ohne dies Hütte. Es kommt immer darauf an was man mit dem Bild zeigen will, welche Emotionen man erzeugen möchte. Es ist einfach eine besondere Herausforderung wenn man diese „Zivilisationselemente“ nicht im Bild haben möchte.
Die Langlaufloipe und die Streckenmarkierungen, wovon eine davon direkt vor diesem Baum platziert war, zerstörten für mich die Wirkung des Bildes. Ich versuchte auch, ob ich diese Streckenmarkierung herausziehen konnte, doch die steckte zu fest im Boden. Wann immer ich kann, vermeide ich es bei der „Bildentwicklung“ am PC zu stempeln, doch wenn es nicht anders geht, finde ich dies ein legitimes Werkzeug. Hier versuchte ich nun zuerst einmal eine andere Aufnahmeposition zu finden. Ich wurde auch fündig, doch befand sich der Markierungspfosten immer noch am Rand der Bildkomposition. Also musste ich dieser doch noch wegstempeln. Ich machte aber zugleich noch eine weitere Aufnahme wo ich den Pfosten nicht mehr im Bild hatte, aber den Kompromiss einging, dass ich den Baum, also mein Hauptmotiv, nicht so platzieren konnte wie ich es mir vorstellte. Zu Hause am PC war ich froh, dass ich noch diese zusätzliche Komposition machte, denn diese Aufnahme brauchte ich schlussendlich für mein Bild.
Bei einem anderen Bild genügte es, als ich die Perspektive und die Aufnahme Position änderte und das Bild war so wie ich es mir vorstellte.
Nach Einbruch der Dunkelheit machte ich mich dann auf den Rückweg zum Auto.Berner Jura
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@32mm), ISO 200, f 13, 20 Sekunde, Big Stopper (10stop ND Filter Lee)