Bild des Monats: März 2017

Wieder einmal bin ich etwas spät dran mit dem Bild des Monats.
Auch im März gab es noch nicht viele Foto-Motive welche mich dieses Jahr reizten und ich investierte die Zeit mit dem bearbeiten von Bildern. die Website und in die Werbung.
Dennoch, der Frühling kam Ende März mit grossen Schritten auf uns zu und da gibt es verschiedene Motive und Landschaften die dieses Jahr ganz oben auf meiner Liste stehen.
Eine davon war diese Landschaft im Emmental mit dem Narzissenfeld. Den Ort möchte ich hier lieber geheim halten und somit nicht nennen – es gibt verschiedene Gründe warum. Doch glaube ich, wenn man unbedingt will, kann man diesen auch selber ausfindig machen. Ein paar Fotografen werden ihn natürlich auch kennen.
Dieser Abend schien vielversprechend zu sein, hatte es doch wunderschöne Wolken am Himmel. Auf dem Weg zu diesem Spot hatte ich leider noch einen Unfall. Bei einem Stopp-Schild fuhr mir jemand auf und es gab, zumindest beim anderen auto erheblichen Schaden. An meinem hielt sich der Schaden in Grenzen. Zum Glück war ich genug früh dran, so reichte es trotz dem Unfall noch rechtzeitig zu meinem Spot. Es war einfach genial. Das Licht, die Stimmung und die Landschaft mit den blühenden Narzissen entschädigten mich für den Ärger mit dem Unfall. Es hat wieder einmal alles gepasst und zusammengespielt. Zufrieden und glücklich fuhr ich nach Sonnenuntergang wieder nach Hause.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso100, f13, 0.5 Sekunde, 2 Aufnahmen manuell überblendet für max. Tiefenschärfe

Landschafts-Fotografie-Workshops 2017

LANDSCHAFT-FOTOGRAFIE WORKSHOPS 2017
Zusammen mit Adrian Wirz führe ich im nächsten Jahr verschiedene Workshops durch. Die Workshop-Programme und Online-Anmeldungen sind jetzt online. Anmeldungen und mehr Infos unter folgendem Link: http://www.nature-moments.com/photography-workshops.html
Im April findet der beliebte „Blütenzauber-Workshop statt wo wir die Workshop-Teilnehmer durch schöne Baselbiet führen während der Kirschblütenzeit.
Im August führen wir dieses Jahr neu einen dreitägigen Workshop am Matterhorn durch.
Im September entführen wir unsere Teilnehmer in die Dolomiten wo wir neben den berühmten Drei Zinnen, ebenfalls am Pragser Wildsee und bei den Cinque Torri fotografieren.
Im Oktober findet dann wiederum der Belchen-Workshop statt, wo man mit etwas Wetterglück die inzwischen berühmte Belchenwelle fotografieren kann.

Go Dark – Dramatische & Stimmungsvolle Bilder fotografieren

Landschaftsfotografen lieben stimmungsvolle und dramatische Bilder. Auch ich liebe es wenn es viele Wolken am Himmel hat mit einer kleinen Lücke wo das Sonnenlicht durchscheinen kann. Solche Stimmungen einzufangen sind aber manchmal gar nicht so einfach: das RAW Bild sieht öfters weniger spektakulär aus, als es wirklich war. Das Bild sieht weniger dramatisch und nicht so stimmig aus als dass Bild welches du eigentlich machen wolltest. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir beim Fotografieren darauf achten sollten eine ausgewogene Belichtung zu erzielen. Das bedeutet, dass wir weder rechts noch links vom Histogramm abgeschnittene Tonwerte haben. Optimal sollte das Histogramm so aussehen wie ein Berg. Ausgewogen belichtete Bilder liefern ein Histogramm, das an beiden Seiten bis auf die horizontale Achse herunterreicht. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass sowohl die dunkelsten, als auch die hellsten Stellen des Bildes noch Zeichnung aufweisen. Solche Aufnahmen sind ideales Ausgangsmaterial, um nachträglich eine Feinanpassung der Gesamthelligkeit vorzunehmen. Auch bei der RAW-entwicklung gilt, dass man die Aufnahme so anpasst, dass in den Dunklen Bereichen wie in den hellen Bereichen immer noch Zeichnung vorhanden ist. In der Regel erhöht man etwas die Schatten und zieht die Highlights etwas nach unten, erhöht die Kontraste und die Sättigung etwas und man hat ein fertiges Bild. Das mag in vielen Fällen zu schönen Ergebnissen führen, aber es kann durchaus sein, dass das Bild nicht die Stimmung so wiedergibt wie man es erlebt hat, oder es nicht die Stimmung nicht ganz die Intensität hat, welche man am Betrachter des Bildes übermitteln will. In meinem Fall überbelichte ich meine Bilder bei der Aufnahme vor Ort immer ein wenig, um bessere Bildqualität zu erreichen, was mir bei der Bildbearbeitung mehr Möglichkeiten offen lässt.
Meine Vorgehensweise bei der RAW-Entwicklung ist öfters anders als man in den meisten Workshops lernt. Es geht hier aber nicht darum was richtig oder falsch ist, sondern um den persönlichen Still und was man am Betrachter zeigen möchte. Und es ist wie so oft, es gibt viele Wege zum gewünschten Ziel.
Ich verringere in der Nachbearbeitung erstmal die Belichtung, erhöhe dann mit den Highlights-Schieberegler die Helligkeit wieder damit ich einen Glanz ins Bild bekomme und den allgemeinen Kontrast im Bild aufrechterhalten wird und somit verhindert, dass das Bild flach und kontrastarm aussieht. Die betonten Highlights lenken die Aufmerksamkeit auf die leuchtenden Stellen im Foto und geben ihnen noch mehr visuelle Bedeutung. Weil ich die Belichtung verringert habe, muss ich jetzt evtl. auch noch die Schatten wieder etwas aufhellen und gebe zudem mit dem Schwarz-Regler und dem Tiefen-Regler noch etwas mehr Kontrast in die dunklen Bereiche meines Bildes, indem ich den Schwarz-Regler etwas nach links ziehe und den Tiefen-Regler etwas nach rechts ziehe.
Es ist aber ganz wichtig, dass man dies erst in der Nachbearbeitung macht und nicht schon die Aufnahme etwas unterbelichtet. Die Aufnahme sollte, wie oben erwähnt, optimal und ausgewogen belichtet sein. Wenn man das Bild unterbelichtet fotografiert, riskiert man dass man eine niedrige Bildqualität hat, Rauchen erzeugt und man unter Umständen in den Schatten keine Zeichnung mehr hat. Mit einer perfekten Belichtung, haben wir das bestmögliche Ausgangsmaterial für die Nachbearbeitung und können somit die gewünschte und erlebte Stimmung wiedergeben.
Diese Technik habe ich bei diesem Bild vom Aletschgletscher mit dem Titel «The Arena» fotografiert vom Eggishorn angewandt. Das Bild habe ich bei der Aufnahme vor Ort etwas überbelichtet, gerade so viel, dass ich keine ausgefressene lichter hatte, bei der Nachbearbeitung die Belichtung verringert habe, die Highlights danach wieder erhöht, etwas mehr Schwarz-Anteil gegeben, die Tiefen hochgezogen, Klarheit auf ca. 20, Sättigung reduziert auf -15, Dynamik etwas erhöht und in Photoshop mit «Dodge & Burn» lokale Anpassungen vorgenommen.Aletschgletscher-Eggishorn
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@14mm),
ISO 64, f 11,  1/10Sekunde

Wieso mache ich dieses Bild

Wieso haben wir dieses oder jenes Bild gemacht und wieso habe ich dies gerade in diesem Moment fotografiert?
War es eine Stimmung, eine Emotion, eine schöne Landschaft oder vielleicht auch eine interessante Stadtansicht – oder war es vielleicht wie das Licht mit der Landschaft zusammen spielte, Formen und Muster welche wir wahrnehmen oder war es der Farbkontrast? Es gibt auf diese Frage so viele Möglichkeiten und Antworten wie es auch Fotografen auf dieser Welt gibt!
Die Frage ist vielmehr warum ich gerade dieses bestimmte Bild in diesem bestimmten Moment machte und was möchte ich damit sagen und zeigen!
Es geht hier nicht um die Motivation wieso wir fotografieren sondern um die Motivation und das Warum eines bestimmten Bildes: Warum habe ich gerade dieses Bild gemacht!
Es muss ja einen Grund geben, wieso ich gerade dieses Bild in diesem Licht mit dieser Komposition als gut und fotogen empfunden habe!
Alles beginnt doch mit einer Vision oder einer Idee – diese Vision ist da bevor man eigentlich bei seiner Location ist und vorallem bevor man die Kamera aus der Kameratasche genommen hat. Zumindest ist das bei mir so! Ideen kommen mir beim erkunden einer Landschaft oder wenn ich vielleicht Bilder anderer Fotografen anschaue. Diese Ideen sind vielmehr Inspirationen welche ich mit einer meinen Visionen oder Ideen kombinieren kann und in meiner bevorzugten Landschaft oder einer Landschaft die ich gerade am erkunden bin umsetzen kann. Es ist auf eine Weise, ein Archiv mit Ideen, Informationen und Visionen welche ich aus meinem Gedächtnis abrufen kann – eine Vision kann aber nicht einfach so schnell entstehen.
Eine Vision ist nichts anderes als die Kunst des Sehens kombiniert mit der Fähigkeit dieses Subjekt logisch und harmonisch in einem bestimmten Licht in den von der Kamera vorgegebenen Rahmen zu komponieren und dementsprechend interessant darin zu platzieren.

Da ja ein Bild auch Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen ist, ist es deshalb auch schon wichtig, dass man weiss bevor man fotografiert, was man dem zukünftigen Betrachter seines Bildes zeigen oder mitteilen möchte. Wenn man mit einem anderen Menschen ins Gespräch kommen will, überlegt man sich im Grunde zuerst auch vorher was man sagen will und reiht nicht einfach sinnlos ein Wort nach dem anderen zu einem Satz zusammen. Genau gleich ist es beim fotografiere!
Ansel Adams hat ja schon gesagt „Bei jedem Bild sind immer zwei Menschen beteiligt: Der Fotograf und der Betrachter“
Wenn wir also jetzt mit den Betrachter unserer Bilder kommunizieren möchten, müssen wir eine klare Sprache sprechen damit unser Gegenüber uns auch verstehen kann, uns zuhört und wir seine Aufmerksamkeit haben.
Ein Bild ist vielmehr als nur der Moment wo man den Auslöser betätigt, der Verschluss sich öffnet bis dieser sich wieder schliesst. Nein, ein Bild fängt viel früher an – mit einer Idee, Inspiration welche sich dann zu einer Vision bildet. Dann kommen unzählige Besuche der Location bis endlich die Bedingungen stimmen, die Komposition, das warten und schlussendlich der Moment wo man das Licht auf den Sensor bannt. Jetzt geht es aber noch zum nachbearbeiten, denn dass was man bis jetzt hat sind bloss Daten welche man jetzt noch verfeinern muss. So zu sagen man gibt dem Bild jetzt noch die Würze. Hier entscheidet sich, was man beim Betrachter auslöst und was man selber ausdrücken möchte.

Wieso ich gerade dieses Bild machte oder dies in diesem Licht fotografierte in dieser bestimmten Stimmung, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Grundsätzlich fängt dies, wie oben schon erwähnt mit einer Idee an welche zu einer Vision werden kann und schlussendlich einen Reifeprozess durchmacht. Vor Ort setze ich dann meine Vision um. Manchmal wird aus dieser Vision dann ein Bild und manchmal ergibt sich vor Ort eine unerwartete Situation und es ergibt sich spontan eine neue Bildidee, welche ich dann wieder bildlich umsetze. Ich möchte dem Betrachter nicht nur ein dokumentarisches Bild zeigen, sondern ihn mitnehmen auf eine Reise durch mein „Ich“ von diesem speziellen Moment. Ich möchte ihm zeigen was ich fühlte, wie ich diesen Moment erlebt habe und möchte ihm aber auch genug Freiraum lassen für eine eigene Interpretation.
Als Fotograf finde ich es wichtig, dass man sich bei jedem Bild für sich selber die Frage stellt „Wieso und warum mache ich dieses Bild?“ Hat man keine Antwort auf diese Frage, dann ist es so als ob man redet aber nicht weiss was man sagen möchte. Man redet einfach um des Redens willen! Jetzt liegt es an jedem einzelnen ob er einfach fotografiert damit man fotografiert hat, oder man mit dem Betrachter kommunizieren möchte – ihm was mitteilen möchte!Schäfler-Appenzell
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 14,
1/13 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft

 

 

 

 

 

 

Das echte RAW

Wenn man es ganz genau nehmen will, dann ist jedes, aber auch jedes Bild manipuliert! Ja Ihr lest richtig! Jedes Bild! Das mag jetzt viele vielleicht schockieren und wenn jetzt ein «Purist» denkt, das betrifft mich nicht, muss ich ihn jetzt leider enttäuschen. Leider wissen viele immer noch nicht das RAW nicht gleich RAW ist und somit ein RAW eigentlich schon ein bearbeitetes Bild ist. Viele wissen das heute immer noch nicht, darunter sind auch viele Fotografen! Was ist denn nun ein RAW? Das wirkliche RAW-Original ist Schwarz/Weiss, ist sehr Kontrastarm und sehr gräulich. Eigentlich kann man das gar nicht ansehen. Viele wissen das überhaupt nicht. Das Original-RAW hat wenig bis nichts zu tun, mit der Datei welche viele als RAW und somit als Original-Bild bezeichnen. Das echte RAW wird als «Linear Gamma» bezeichnet und ist das eigentliche «Digitale Negative» Das ist die echte RAW-Datei und nicht diejenige welche wir in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen!!! Das will heissen, alles darüber hinaus ist eine massive Manipulation der „Original“ Raw-Datei.  Selbst wenn Sie in Lightroom oder Adobe Camera RAW mit den Standardeinstellungen geladen werden oder Sie das Bild auf dem Kamera-Monitor betrachten, sehen Sie ein stark vom ursprünglichen „Original-RAW“ geändertes Bild. Dies in der Regel meist noch auf eine langweilige Art und Weise.
Für mich geht es nicht darum Bilder zu manipulieren, sondern vielmehr diese zu optimieren. Wollen wir eine gute Kontrolle über jeden Prozessparameter haben, damit das Bild schlussendlich so aussieht wie wir es erlebt und gesehen haben. Es geht auch darum es in bester Qualität zu „entwickeln“! Optimiert Ihr eure Bilder auch in Lightroom oder Adobe Camera RAW? Macht Ihr auch noch „Fine Tuning“ in Photoshop damit Ihr noch die letzten 10-20% mehr Bildqualität aus eurer Datei herauskitzeln könnt? Wenn nicht, vergeudet Ihr in den meisten Fällen Bildqualität und Ihr könnt nicht das Maximum aus eurer Datei herausholen.
Wenn man glaubt das „Out of Cam“ das reale Bild ist welche der Wirklichkeit entspricht, hat man sich gewaltig getäuscht. Nichts entspricht weniger der Wirklichkeit als das Original-RAW und das Bild welches direkt aus der Kamera kommt! Wer daran immer noch Zweifel hat, dem kann ich nur das Buch „The Real World Camera RAW“ von Bruce Fraser weiterempfehlen.
In meinen Workshops, ob Privat oder Gruppen-Workshops, sowie auch in speziellen „Bildbearbeitungs-Coachings“ zeige ich Euch Schritt für Schritt wie ihr aus eurer RAW Datei ein hochwertiges Bild macht. Bei Interesse könnt Ihr mich einfach kontaktieren unter office@nature-moments.com
Zum Bild: Das Bild zeigt die Drei Zinnen-Hütte in den Dolomiten an einem Sommerabend vor einem heftigen Gewittersturm. Ich habe bewusst hier eine Langzeitbelichtung gemacht um die Dramatik noch hervorzuheben. Entsprechend habe ich dann das Bild im RAW Converter bearbeitet und in Photoshop fertig gestellt.20160705-_dsc2018-bergwelt-dolomiten
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11,                  53 Sekunden, Big Stopper & Little Stopper

 

Unterwegs bei den Gastlosen

Nachdem ich die Gastlosen jetzt schon mehrmals im Sommer besuchte, wollte ich die Schönheit dieser Landschaft jetzt auch mal im Winter fotografieren. Der erste Versuch Ende letzten Jahres scheiterte, als ich die Gastlosen von oben fotografieren wollte. So versuchte ich es Anfang Februar 2016 noch einmal – diesmal aber wollte ich von Jaun aus zum Chalet du Soldat wandern. Die Woche vorher überlegte ich mir lange wohin es am Wochenende gehen sollte – doch irgendwie passte mir nichts. Doch als es gegen Ende Woche Schnee bis in tiefe Lagen gab, dachte ich plötzlich wieder an die Gastlosen. Ich schaute mir am Tag zuvor die Webcam vom Chalet du Soldat an und es sah vielversprechend aus. Doch wusste ich auch, dass am Samstag schon wieder eine Warmfront kommt und ab Samstagnachmittag sollte Föhn aufkommen. Föhn sorgt in den Alpen immer wieder für interessante Bedingungen, doch es kann durchaus auch eher langweilig werden. Ein weiterer Nachteil, waren die warmen Temperaturen. Am Freitagabend waren die Tannen alle noch weiss – von dem war am Samstag leider nichts mehr zu sehen. Dennoch, dachte ich, es könnte vielversprechend sein. Zusammen mit Jacqueline Fellmann (Jacqueline Fellmann Photography), machte ich mich am Samstag Früh dann auf den Weg in die Fribourger Alpen. Das Wetter war ok, nicht gerade berauschend um zu fotografieren, doch wir wussten das kann sich jederzeit ändern. Angekommen an unserem Ausgangspunkt für die Wanderung im Dorf Jaun, montierten wir die Schneeschuhe und machten uns auf den Weg zum Chalet du Soldat. Ich rechnete mit 3 Stunden Wanderzeit, doch es wurden 4 daraus mit ein paar Pausen unterwegs. Es war relativ warm für einen Februar-Tag und man konnte eigentlich schon fast im T-Shirt wandern. Schnee war genügend vorhanden um ein «Winter-Feeling» zu bekommen. Immer wieder machten wir eine kleine Verschnaufpause und bestaunten die Gipfeln der Gastlosen. Da wir genügend Zeit einplanten, mussten wir uns auch nicht beeilen. Der Aufstieg war anstrengend aber zu gleich auch sehr schön und im späteren Nachmittag erreichten wir dann das Chalet du Soldat auf der Krete. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Berghütte, machten wir uns weiter auf den Weg und wanderten der Krete entlang zu unserem Abendspot. Inzwischen hat sich das Wetter zu unseren Gunsten entwickelt. Interessante Föhnwolken am Himmel und die Sonne fand immer wieder einen Weg durch die Wolken und zauberte wunderschönes goldenes Licht auf die verschneite Berglandschaft. So konnten wir schon vor Sonnenuntergang ein paar Bilder machen. Plötzlich ging alles schnell, die Gastlosen fingen an zu leuchten und man konnte beobachten anhand dem Schatten auf der Gebirgskette wie schnell die Sonne jetzt hinter dem Horizont versank. Kurz darauf war das Licht auf den Gastlosen weg, doch gegen Westen färbte sich der Himmel jetzt in Goldgelb, Rot und Magenta und bot uns ein fulminantes Abschlussfeuerwerk eines schönen Winterabends. Der Wind wurde jetzt immer stärker und stärker und man konnte kaum noch aufrecht gehen. Höchste Zeit die Krete und diese exponierte Lage zu verlassen und zur Berghütte zurück zu gehen. Dort erwärmten wir uns dann noch an einer Suppe, bevor wir uns auf den Rückweg nach Jaun machten. Der Abstieg dauerte viel weniger lange und schon nach nur 90 Minuten waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Jaun.Gastlosen - Bathed-in-Gold
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@35mm), ISO 64, f 11,
1/800 Sekunde,Pano aus 11 Einzelaufnahmen, double processing Gastlosen-Evening-Glow
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 80, f 10,
1/40 Sekunde, Pano aus 14 Einzelaufnahmen, double processingGastlosen-Bergfeuer
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8 Objektiv (@110mm), ISO 200, f 8,
1/60 Sekunde, double processing

Alpine Glory

Viele beklagen sich momentan über zu wenig Schnee und zu warme Temperaturen. Zugegeben, es ist viel zu warm für Ende Dezember und es hat viel zu wenig Schnee. Auch ich finde es schade, dass nicht richtig Winter ist. Doch man sollte das Beste daraus machen mit dem was man hat. Vielleicht kann man jetzt nicht tief verschneite Landschaften fotografieren, doch der Schneemangel kann dafür neue fotografische Möglichkeiten eröffnen. So überlegte ich mir vor wenigen Wochen, wo und was man jetzt, mit so wenig Schnee, winterliches fotografieren könnte. So dachte ich an die vielen Bergseen. Normalerweise wären diese jetzt gefroren und unter einer Schneedecke im Winterschlaf. Doch da es eben jetzt gerade noch so wenig Schnee hat, könnte es durchaus möglich sein, so dachte ich, dass sie evtl. Schneefrei sind und vielleicht noch nicht einmal ganz zugefroren. So informierte ich mich über ein paar Bergseen und fand dann heraus, dass unter anderem der Oeschinensee, gefroren ist aber eben Schneefrei ist. Dennoch hatte es um den See herum genügend Schnee um es winterlich wirken zu lassen. So entschloss ich mich Mitte Dezember den Oeschinensee zu besuchen. Das Unternehmen Oeschinensee sollte wieder mal ein Abenteuer der besonderen Art werden! Ich erkundete mich über alles, aber wirklich alles und machte mich dann zusammen mit meinem Fotografen Kollegen Adrian Wirz auf den Weg zum Oeschinensee. Doch eines habe ich vergessen! Es war immer noch Zwischen-Saison und die Bergbahnen liefen noch nicht. Und so erreichten wir die Talstation der Oeschinensee-Gondelbahn an jenem Samstag Mitte Dezember und standen vor einer Bergbahn die ausser Betrieb war. Zeitlich würde es zu knapp werden hoch zu wandern und so mussten wir unser Vorhaben auf ein andermal verschieben. Eine Woche später versuchten wir es erneut. Die Winter-Saison startete an diesem Wochenende und ich dachte, dies sei gerade noch ein guter Zeitpunkt es nochmals zu versuchen. Geschneit hatte es in der Zwischenzeit immer noch nichts. An diesem Samstag hatte die Gondelbahn geöffnet und wir gingen zum Schalter um unsere Tickets zu kaufen. Die nette Frau am Schalter wollte uns aber erstmal keine Tickets verkaufen. Wir wollten eine einfach Fahrkarte da es am späteren Abend keine Rückfahrtgelegenheit mehr gab und wir uns entschieden dem Schlittelweg entlang nach Kandersteg runter zu wandern. Doch diese freundliche Frau meinte, sie dürfe nur Rückfahrkarten verkaufen, ausser wir hätten einen Schlitten oder Skier. Doch wir hatten anstelle nur unsere Fotoausrüstung und für Fotografen gebe es nur Rückfahrkarten und es sei sowieso verboten runter zu wandern. Wenn wir jetzt einen Schlitten gehabt hätten, hätten wir eine einfache Fahrkarte lösen können und dann wäre es uns auch erlaubt gewesen runter zu wandern. So lösten wir eben eine Rückfahrkarte und somit erhielten wir auch die Bewilligung runter zu wandern.
Einmal oben angekommen, präsentierte sich der Oeschinensee von einer für mich unbekannten Seite. Es war ja anscheinend seit gut 20 Jahren nie mehr der Fall, dass der Oeschinensee gefroren war und nicht von einer Schneedecke bedeckt ist. Auch bildeten sich gerade kurz vor Sonnenuntergang ein paar Wolken über den Bergen und machten somit den Himmel noch etwas interessanter. Alles in allem nach anfänglichen Schwierigkeiten ein perfekter und erfolgreicher und auch schöner Tag. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht was uns noch bevor stand. Nach der Dämmerung machten wir uns dann auf den Rückweg und wanderten dem Schlittelweg entlang. Doch irgendwann einmal kamen wir auf die Skipiste – irgendwie fanden wir den Schlittelweg plötzlich sehr breit und sehr steil und dann bemerkten wir, dass wir nicht mehr auf dem Schlittelweg waren, sondern auf der Skipiste nach Kandersteg runter. Doch wir dachten, Hauptsache wir kommen nach Kandersteg. Das ging auch recht gut, bis es noch steiler wurde und die Piste richtig eisig wurde. Am Schluss mussten wir fast auf unseren Hintern runtergleiten. Es war ein rechtes Abenteuer, doch es machte auch mega Spass. Weiter unten kamen wir dann wieder in den Schlittelweg hinein und sahen dort, dass diese Skipiste eigentlich auch für Skifahrer gesperrt wäre. Nun, solche Abenteuer gehören auch immer wieder dazu und machen das Ganze auch noch zusätzlich interessant. So zu sagen ist es manchmal auch das Salz in der Suppe. Ich meine das Fotografieren ist das eine, doch es zählt das Ganze und nicht nur das Bild. Auf jeden Fall ist es wieder ein Abenteuer mehr, welches ich mit Adrian Wirz zusammen erlebt habe und sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.Oeschinensee
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 11, 1 Sekunde, 11 Einzelbilder in Lightroom zu einem Panorama zusammengefügt

Wild at Saoseo

Als Landschaftsfotograf jagt man so zu sagen das spezielle Licht. Doch nicht immer trifft man das gewünschte Licht an. Man erhofft es zwar immer, doch man weiss auch aus Erfahrung, dass es dazu auch viel Glück, viele Versuche und somit auch Geduld braucht. Doch immer wieder einmal passt einfach alles zusammen. Entweder will man für ein Motiv, dramatisches Licht oder man möchte Harmonie und Ruhe übermitteln. Es gibt eigentlich kein schlechtes Licht, nur das falsche Motiv zum falschen Zeitpunkt. An diesem Abend hätte es nicht besser kommen können. Eigentlich hätte ich gehofft, dass der See noch nicht oder nicht mehr gefroren wäre, doch es hatte immer noch eine Eisschicht von der Kälte der vergangenen Tagen. Gewünscht hätte ich mir eine schöne Spiegelung. Doch, mit dieser Stimmung, die sich dann an diesem Abend ergab, war ich mehr als nur bloss zufrieden. Dass ist das Licht, dass man erhofft vorzufinden. Dramatische Wolken, dramatisches Licht mit diesen Farben und gleichzeitig an einem wunderschönen Bergsee zu sein. Ein paar Stunden vorher, war es eigentlich ein schöner Herbsttag mit ein paar Wolken am Himmel. Doch dann zog eine grosses Wolkenband über das ganze Gebiet und es schien als ob es Abends kein spannendes Licht mehr geben würde, denn das Wolkenband versprach nichts gutes, da es sehr kompakt und dicht aussah. Doch irgendwie musste gerade zur richtigen Zeit, die Sonne irgendwo eine Lücke gefunden haben und beleuchtete die Wolken und wir konnten während einer langen Ewigkeit dieses fantastische Licht und Farbenspiel erleben. In solchen Momenten fühlt man sich einfach nur Überglücklich und man fühlt eine enorme Dankbarkeit. So ein Moment der bleibt einem ein Leben lang – das erlebte kann einem niemanden mehr nehmen, egal was das Leben morgen bringen mag. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Ich würde leugnen, wenn ich sagen würde, ich habe es ja gewusst, dass wir an diesem Abend eine solche Stimmung erleben würden, aber ich habe auch gewusst, dass es sein könnte, dass wir so ein atemberaubendes Schauspiel erleben können. Bei solchen Wetterlagen kann das Wetter oder das Licht auf beide Seiten kippen – an diesem Abend hatten wir alle eben das nötige Glück, weil wir geduldig waren, die Hoffnung nicht aufgaben und eben auch dort ausgeharrt haben!Wild-at-Saoseo
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 0.4Sekunden, ND Grad Filter 0.6 (Hard), Double Processing für Dynamikumfang

In Between Dances

Es ist jetzt schon eine Weile her seit ich meinen letzten Blog-Post geschrieben habe.
Es war aber auch eine Menge los und so hatte ich keine Zeit hier einen neuen Beitrag zu schreiben. Im Oktober war ich eine Woche im Engadin unterwegs. Was für eine traumhafte Woche. Es schneite zwar zuerst als wir Mitte Oktober im Engadin ankamen. Doch die Lärchen waren perfekt. Die ersten drei Tage im Engadin waren von Schnee und Nebel geprägt, aber dann zeigte sich der Herbst nochmals von seiner besten Seite.
Ein paar Bildideen konnte ich umsetzen und ein paar neue habe ich mit nach Hause genommen. Zurück vom Engadin hatte ich dann leider keine Zeit die gemachten Bilder zu entwickeln. Die Vorberitungen für den bevorstehenden ersten Foto-Event am Belchen Mitte November stand bevor. Es gab noch einiges zu organisieren und meine Bildpräsentation musste ich auch noch machen. Nun, letztes Wochenende, am Samstag 14.November 2015 fand der erste Belchen Foto-Event statt. Es war ein voller Erfolg. Jetzt habe ich endlich wieder mal Zeit ein paar Bilder zu entwickeln und auch wieder einmal einen Blog-Beitrag zu schreiben.
Mein neustes Bild heisst „In Between Dances“ fotografiert diesen Oktober am Stazersee bei St.Moritz. Ein Morgen wo einfach alles zusammenpasst. Schnee und goldene Lärchen sind immer ein schönes Motiv. Hat man dazu dann noch so eine Traumhafte Spiegelung und das schöne Morgenlicht, darf man Dankbar sein dies erlebend zu dürfen.
In Between Dances

Nikon D810, 24-70/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 1/160sec, Pano aus 12 Einzelaufnahmen

 

Hapiness & Gratidude (Die Geschichte hinter dem Bild)

Könnt Ihr Euch erinnern wann Ihr das letzte Mal restlos Glücklich gewesen seid? Ich meine ein wirkliches Glücksgefühl hattet und einfach nur Dankbar wart für diesen einen Moment.
Viele Menschen streben heute nach Ruhm, Anerkennung und Geld und meinen Sie könnten darin auch das Glück finden. Andere wiederum sind so damit beschäftigt, dass wahre Glück in Ihrem Leben zu finden, dass Sie erst gar nicht bemerken, dass das Glück eigentlich schon lange bei Ihnen ist.
Wir alle haben die Wahl wie wir unser Leben, gestalten und leben wollen. Wir können entweder unser Leben voll auskosten und ich meine hier nicht die materiellen Werte, sondern beziehe mich auf das eigene ich und meine Umgebung. Die Zufriedenheit im Leben kommt davon, wenn man ein Leben lebt, das dir selber Freude macht.
Den meisten Menschen wird es so gehen wie mir: jeder hat etwas das ihm/ihr noch fehlt, Dinge die wir gerne noch haben oder erreichen möchten, aber bis wir dies evt. einmal haben und unser sogenanntes Ziel erreichen, sollten wir unser Leben dennoch mit grösster Freude leben und dankbar sein für das was wir haben, denn wir wissen nie was uns morgen noch erwartet.
Das ist ein Grund unter vielen anderen wieso ich immer wieder in die Natur fotografieren gehe, inmitten der Nacht mich auf den Weg mache für irgendwo den Sonnenaufgang zu sehen, die frische Luft zu atmen, den Himmel, die Wolken und die Sterne über mir zu beobachten, den frischen Wind auf meinem Gesicht zu spüren, den Geräuschen in der freien Wildnis zu lauschen – das sind Momente wo ich einfach nur Zufrieden bin mit mir und der Welt. In solchen Momenten wenn ich draussen in der freien Natur bin, bin ich einfach nur unendlich Dankbar für das Leben, und bin auch Dankbar die Fähigkeit zu besitzen sich an kleinen Sachen im Leben zu erfreuen, da für mich gerade diese kleinen Sachen die wertvollsten im Leben sind. Kann man dann so einen Moment noch mit einem Menschen teilen, der genau gleich veranlagt und gleich „tickt“ wie du selber ist es noch wertvoller.
So ein Glücksgefühl hatte ich erst gerade kürzlich wieder als ich vor gut einer Woche mit Adrian Wirz und Jacqueline Fellmann im Alpstein unterwegs war.
Es ist schon weit nach Mitternacht und wir sind da alleine an diesem wunderschönen Bergsee, am Himmel funkeln Millionen von Sternen, die Milchstrasse ist von blossem Auge erkennbar, ab und zu schwirren wieder Wolken Schwaden vorbei und bedenken mal weniger und mal mehr den Nachthimmel, es ist Still und Ruhig und das Leben scheint in diesem Moment einfach nur perfekt zu sein. Wir sitzen da, sinnieren über das Leben, geniessen den Moment, fotografieren, reden und schweigen wieder – aber auch wenn wir nicht reden, man spürt das Gegenüber, fühlt sich einfach wohl und irgendwie wird einem Bewusst wie klein und nichtig wir sind. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Gemeinsam so einen Moment zu erleben, ist als Mensch und als Fotograf unbeschreiblich. Das ist für mich wahres Glück. Diesen Moment kann mir niemand mehr nehmen. Auch wenn das Leben es morgen vielleicht vorübergehend mit mir wieder etwas weniger gut meint, solche Momente geben mir Kraft mir auch an weniger guten Tagen ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern.
Was ich damit auch sagen will, ist, dass das Glück nicht nur der Regenbogen oder der umwerfend schöne Sonnenaufgang ist, sondern auch die Geschichte dahinter. Das dann noch in einem Bild zu vereinen ist die grosse Kunst eines Fotografen.Gratidude                 Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@20mm), ISO 100, f 13, 1/3 Sekunde