Bild des Monats: Mai 2017

Der Mai fotografisch gesehen ein sehr ergiebieger Monat. Ich war viel unterwegs, habe einige neue Spots erkundet und einige neue Bilder gemacht. Doch die Arbeit zu Hause am PC blieb dabei etwas liegen und desshalb habe ich nur zwei neue Bilder fertig gestellt in diesem Monat. Auch in der Windhundefotografie war ich in diesem Monat sehr aktiv, das war auch ein Grund wieso die Landschaftsfotografie beim bearbeiten der Bilder etwas der kürzere zog.
Mein persönlicher Favorit in diesem Monat ist von einer Location die ich eigentlich schon sehr lange kenne, dennoch war es für mich eine Neuentdeckung. Als ich an diesem Morgen ins Emmental fuhr, hatte ich eine Bildidee, doch war es viel mehr ein Ausflug zum rekognoszieren. Ging eigentlich mit der Erwartung, dass ich kein Bild machen würde. Wie erwartet konnte ich meine eigentliche Bildidee nicht umsetzen, doch als ich etwas weiter schaute fand ich ein paar schöne Kompositionsmöglichkeiten. Obwohl man in der Landschaftsfotografie sehr viel planen muss um das perfekte Bild zu machen, muss man auch immer offen sein für neues, den manchmal ergeben unerwartete Momente die besseren Bilder als das erhoffte und geplante.
Ein Ort der meines Wissens nur Einheimische kennen und ein paar Fotografen. Hoffen wir dass es noch lange so bleibt und die Natur sich dort voll entfalten kann.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 13,
1/8 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Landschaftsfotografie und Nahrung Unterwegs

Wenn man als Landschaftsfotograf über Nacht oder auch mehrere Tage unterwegs ist, steht man oft vor der Frage was muss ich alles mitnehmen! Was ist unbedingt nötig und auf was kann ich bei diesem Trip verzichten. Und bevor man dann abfährt geht man in Gedanken noch einmal durch, ob man tatsächlich alles eingepackt hat, denn nichts ist schlimmer als wenn man vor Ort ist und es wäre eigentlich alles perfekt, doch man stellt fest, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Das wichtigste ist natürlich die Fotoausrüstung, Outdoorbekleidung für jede Witterung (je nach Jahreszeit), Zelt, Schlafsack, Isoliermatte, Werkzeug, Apotheke und natürlich genügen zu trinken und zu essen. Nicht dass man mit der Fotoausrüstung, Kleider, Zelt usw. nicht schon genug dabei hat, ebenso wichtig und auch ziemlich viel Platz beansprucht die Nahrung und Wasser. Deshalb spart man öfters bei der Nahrung und aus diesem Grund nimmt man Esswaren mit, die wenig Platz brauchen und man nicht viel Zeit für die Zubereitung verliert. Denn man ist schliesslich nicht zum Essen diese Strapazen auf sich genommen, sondern um zu fotografieren. Aus diesem Grund, packe ich öfters «Müsli-Riegel»! Es gibt sie ja in allen verschiedenen Geschmacksrichtungen, Riegel mit Äpfel, Orangen, Bananen, Schokolade, Honig, usw.…..natürlich kann man diese Riegel bald schon einmal nicht mehr sehen. Diese Riegel eignen sich gerade wenn man für einen Tag unterwegs ist, doch auch schon für das brauche ich etwas mehr. Da packe ich dann noch Obst in den Rucksack, Landjäger oder Cervelat mit einem Stück Brot eignen sich auch hervorragend. Auch Studentenfutter ist ideal für Unterwegs. Öfters habe ich auch einen Gaskocher mit, damit ich mir am frühen Morgen einen frischen Kaffee machen kann oder am Abend auch etwas Warmes kochen kann. Dann braucht man allerdings schon ziemlich viel Platz und hat einiges an Mehrgewicht: doch bin ich dann schon froh, wenn ich abends noch etwas Warmes essen kann. Je nachdem wie und wo ich unterwegs bin, gibt es nur was Kleines aus dem Beutel oder man kocht sich etwas Grösseres. Wenn wir in Australien unterwegs sind, dann haben wir einen kleinen Kühlschrank mit im Off-Roader und wir kochen uns jeden Abend etwas. Wir grillierten im Outback auch schon mal ein feines Steak, doch meistens gibt’s Teigwaren an einer Sauce, Baked Beans aus der Büchse oder Hamburger. Morgens essen wir dann Toastbrot mit Spiegeleier und Speck.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Doch bin ich hier in der Schweiz unterwegs, gibt es natürlich einfachere Mahlzeiten. Letzthin am Lauenensee machten wir abends nach dem Fotografieren ein Feuer und machten einen Cervelat über dem Feuer.

Cervelat bräteln am Lauenensee

Cervelat bräteln am Lauenensee

Sich unterwegs gesund zu ernähren ist nicht gerade immer so einfach, deshalb versuche ich zumindest immer ein paar Früchte dabei zu haben. Letztes Jahr in den Tessiner Bergen hatten wir Teigwaren und Tomatensauce hochgeschleppt, doch mussten wir bedauerlicherweise am Abend als wir die Teigwaren kochen wollten feststellen, dass wir eine falsche Gaskartusche mithatten. So gab es anstelle von Teigwaren nur wieder «Müsli-Riegel». Es macht aber auch immer wieder Spass abends nach dem fotografieren draussen vor dem Zelt noch was zu essen und die Natur zu geniessen – dies gehört genauso dazu, wie das Fotografieren. Auch die Abenteur und Erlebnisse drumherum gehören dazu, wie die Gewitter die an uns vorbeizogen an der Nacht am Lauenensee und dann diese bombastische Lichtstimmung am anderen Morgen. Auch wenn sich nicht das erhoffte Licht ergab, es war eine einmalig schöne Lichtstimmung. Eine Stunde später gerieten wir dann in einen heftigen Regenguss. Zum Glük waren wir aber dann schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Innerhalb weniger Minuten waren die Strassen „überflutet“.Sturmlicht
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@36mm), ISO 64, f 11, 1/5 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, Polarizer

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde

 

 

Holdrifälle

Es war ein bewölkter regnerischer Tag an diesem Samstag im Juli(2012). Gerade perfekt für mein Schlechtwetterprogram: entweder es mich zu Hause gemütlich zu machen und TV schauen…..vielleicht läuft eine lustige Sitcom, ein guter Film…..oder vielleicht eine Outdoor/Tier- Dokumentation…..oder Sport. Die andere alternative, eine Wanderung durch eine Schlucht oder zu den Holdrifällen im hinteren Lauterbrunnental. Diese Fälle stehen schon lange auf meiner „Photography-to-do-Liste“. Ich entschied mich für die aktive Variante und beschloss zu den Holdrifälle zu wandern. In Stechelberg, meinem Ausgangspunkt für die Holdrifälle, angekommen, schien zu meiner Überraschung sogar die Sonne. Doch dies sollte sich schon bald ändern. Ich war gut eine Stunde unterwegs als ich von einem Platzregen überrascht wurde. Doch für das gibt es gute Regenkleidung. Nach gut einer Viertelstunde war die Regendusche auch schon vorbei. Nach ca. 1 ¾ Stunden Wanderzeit erreichte ich die Holdrifälle. Nicht wie der Staubbachfall oder die anderen markanten Wasserfälle im hinteren Lauterbrunnental welche schon von weitem Sichtbar sind, sind die Holdrifälle vielmehr versteckt im Wald. Nur durch das tosende Rauschen des Wassers kann man einen Wasserfall erahnen..
Wasserfälle zu fotografieren brauchen immer besonders Geduld und man muss öfters das Objektivglass reinigen, vorallem wenn man den Wasserfall aus der Nähe fotografieren möchte. Doch ich hatte kaum das Stativ aufgestellt war ich schon von oben bis unten komplett durchnässt, da der Wind vom Berg herab kam und die Gischt direkt zu meinem Kamerastandpunkt wehte. Keine Minute und meine Kleider waren so nass als ob ich gerade im Bergbach ein Bad genommen hätte. Also komponierte ich mein Bild so gut es ging und reinigte dann das Objekt um anschliessend das erste Bild zu machen. Nach Betrachten des Bildes auf dem Display korrigierte ich meine Komposition, reinigte das Objektiv erneut um ein weiteres Bild zu machen. Anschliessend wieder Korrektur der Komposition und der Verschlusszeit, reinigen und fotografieren….so ging es die nächsten paar Minuten weiter.
Mittlerweile hat es wieder zu regnen begonnen. So öffnete ich noch meinen kleinen Regenschirm um die Kamera vor dem strömenden Regen etwas zu schützen. Nach gut ¾ Stunden fotografieren unter strömendem Regen und zwei verschiedenen brauchbaren Kompositionen entschloss ich mich abzubrechen und zum Ausgangspunkt zurück zu wandern. Nach gut 90 Minuten unter strömendem Regen erreichte ich Stechelberg. Zum Glück hatte ich Ersatzkleider mit, so musste ich nicht in den völlig durchnässten Kleider nach Hause fahren. Zu Hause angekommen, musste ich meine komplette Ausrüstung trocknen. Ein Trip der buchstäblich einwenig „zu stark“ in Wasser gefallen ist.Holdrifälle
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 500, f 13, 1/100 Sekunde

Was ist ein gutes Bild

In einer Zeit wo wir regelrecht mit Bildern im Internet überflutet werden, stellt sich doch oft die Frage was ist für mich ein gutes Bild! Als Landschaftfotograf machte ich mir für diesen Blog Artikel einmal ein paar Gedanken darüber. Natürlich mache ich mir bei jedem von meinen Bilder Gedanken, aber ich mache mir keine Gedanken was dem Betrachter gefallen könnte oder was sich verkaufen lässt. Ein beliebtes Bild muss nicht auch zwingend ein gutes Bild sein. Und ein „gutes Bild“ ist für jeden wieder was anderes. Was ein gutes Bild ist, hängt, meiner Meinung nach auch stark von der Perspektive ab, aus der ein Bild betrachtet wird. Da wäre zum Beispiel mal der Fotograf – der Fotograf lässt sich noch in Hobby- und Berufsfotograf unterteilen, dann wäre der Bildjournalist, der Verleger und Ersteller von Druckerzeugnissen und noch die Kamerahersteller. Für jeden von diesen genannten „mitwirkenden“ zur Entstehung eines Bildes ist die Betrachtungsweise eines guten Bildes anders. Für einen Künstler sollte das Bild eine ansprechende Komposition haben und seine Gefühle und Emotionen von diesem Moment beinhalten.
Für den Verleger ist es wiederum wichtig ob sich das Bild verkaufen lässt und wie auch für den Ersteller von Druckerzeugnissen ob das Bild technisch einwandfrei ist. Das Material, ob die Farben, Tonwerte und Verläufe korrekt sind sowie ob die Lichter und Schattenzeichnung sauber sind. Für die Kamerahersteller wiederum im Vordergrund sind, dass ihre Bilddateien  technisch hochwertig sind, Farben korrekt wiedergegeben werden und das Bild viele Details zeigt.
Für mich persönlich als Landschaftfotograf beinhaltet ein gutes Bild alle diese Punkte. Ein Bild ist ein Produkt aus vielen kleinen wichtigen Bauteilen. Es fängt schon beim erkunden an und hört bei der Präsentation auf. Alles was dazwischen liegt ist entscheidend für ein gutes Bild. Dies ist auch ein Grund weshalb ich bei jedem Schritt bei meinen Bildern selber Hand anlegen will oder zumindest bei der Arbeit mit einbezogen sein will. Grossartige Bilder sind  aber in erster Linie auch ein Produkt aus Vision, Technik und Nachbearbeitung – alle diese drei Elemente müssen in einem Bild harmonisch vereint werden und die Mischung daraus kreiert ein grossartiges Bild. Jede einzelne Disziplin muss man beherrschen, denn ein Defizit eines Arbeitsschrittes kann nicht durch den anderen behoben werden. Ein gutes Bild vereint Handwerk und Kunst. Ein Bild muss Gefühl haben, vermittelt Emotionen und Stimmungen von diesem bestimmten Moment und auch eine kurze Geschichte.
Es gibt so viele wunderschöne Bilder von unserer unendlich schönen Welt, aber es sind die Bilder welche mehr zeigen als bloss eine dokumentarische Abbildung eines Momentes. Es sind die Bilder welche die visuelle Wahrnehmung überschreiten und die Gedanken, Emotionen und Gefühle des Fotografen von diesem bestimmten einmaligen Moment im Bild wiedergeben, kombiniert mit technischem Können und schöpferischem Einfühlungsvermögen was für mich schlussendlich ein eindrucksvolles Foto macht!

Mein aktuelles Bild entstand vor wenigen Wochen in der Nähe der Aare zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland. Es war ein perfekter Morgen für diese Location. Der Nebel reduzierte das Bild auf das nötigste und verdeckte unschöne und ungewollte Objekte. Dazu hatten wir gerade noch Sahara Staub in der Luft was den morgendlichen Himmel gelb orange färben liess. Der Sahara Staub gab dem Bild schlussendlich auch den Titel „Sahara’s Licht“!Sahara's-Licht
Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 100, f 11, 1/60Sekunde

Nachtfotografie in Les Pres d’Orvin

Ein Arbeitskollege von mir organisierte Ende Februar eine Schneeschuhwanderung in Les Pres d’Orvin mit einem Fondue-Essen in der Métairie de Gléresse . An einem Freitagabend Ende Februar um 18.30 Uhr starteten wir vom Langlaufzentrum in Les Pres d’Orvin mit den Schneeschuhen Richtung Métairie de Gléresse. Die Wanderung ist nicht anstrengend und geht nicht steil Bergauf, so ist es auch geeignet für nicht sportlich Aktive. Nach gut einer Stunde Wanderung in der Dämmerung erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Métairie. Auf dem Weg zur Métairie de Gléresse fand ich das eine oder andere interessante Motiv. Auch in dieser Gegend hat es diese bizarren Bäume. Die Nacht war Sternenklar und somit auch ideal für Nachtaufnahmen. Für alle Fälle nahm ich meine Ausrüstung mit an diesem Abend.
Die Métairie de Gléresse liegt inmitten der wilden idyllischen Bergwelt des Berner Juras auf ca. 1300 Meter. Ein sehr gemütliches Ambiente mit einer 300 jährigen Geschichte, dazu ein wirklich hervorragendes Fondue, ist die Métairie de Gléresse wirklich sehr empfehlenswert.
Nachdem Fondue packte ich mich meine Kamera und wollte die Gelegenheit nutzen für ein paar Nachtfotos zu machen. Nicht weit entfernt von der Métairie fand ich einen interessanten und fotogenen Baum. Dieser wollte ich als Hauptmotiv nutzen für mein Nachtbild mit Sternenhimmel. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe und meiner Stirnlampe komponierte ich mein Bild. In der Dunkelheit ein Bild zu komponieren ist sicher nicht das idealste und vor allem auch nicht das einfachste vorhaben. Ich machte ein paar Probebilder und kontrollierte und korrigierte immer wieder meine Komposition bis ich zufrieden war. Dabei achtete ich noch nicht auf die technische Umsetzung. Ich belichtete extra lange um wirklich jedes Detail im Bild zu erkennen, damit ich meine Komposition beurteilen konnte. Diesmal wollte ich keine Sternspuren fotografieren. Dass bedeutete ich musste eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen von max. 20 bis 30 Sekunden. Das sollte genügen um die Sternen als einzelne Punkte abzubilden. Dafür muss man natürlich die Iso erhöhen und erhöht dadurch auch die Gefahr des Bildrauschens. Zum Glück hat die D700 ein hervorragendes Rauschverhalten. Ich wählte hier einen Iso-Wert von 1000 mit einer Blende von 6.3 und einer Belichtungszeit von 38 Sekunden. Ich hätte hier durchaus noch einen höheren Iso-Wert wählen können und eine kürzere Belichtungszeit. Den Baum beleuchtete ich dann noch während den letzten 12 Sekunden der Belichtungszeit mit einer starken Taschenlampe, damit sich der Baum vom Rest des Bild abhebt und man Strukturen und Details erkennt. Ich habe hierfür eine LED-Taschenlampe benutzt mit kaltem Licht. Bei dieser Technik sollte man auf eine regelmässige Ausleuchtung achten.
Entwickelt habe ich das Bild mit Lightroom und Photoshop, wobei ich in Lightroom die RAW-Konvertierung vorgenommen habe und in Photoshop so zu sagen das Feintuning gemacht habe. Im Photoshop habe ich unter anderem auch die hellen Bereiche und die dunkleren Bereiche im Baum und im VG angepasst um es harmonischer zu machen. Dazu verwendete ich TK-Luminosity’s Masken (Dodge & Burn).  Für dieses Bild machte ich diesmal auch noch eine Schwarz/Weiss Version da mich persönlich im ersten Moment das Farbbild nicht so recht überzeugen konnte.Les Pres d'Orvin
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@200mm), ISO 1000, f 6.3, 38 Sekunde davon letzte 12 Sekunden Baum belichtet mit Taschenlampe

Winter’s Symphony

Nachdem ich 2 Wochen vorher bei eisigen Temperaturen mein eigentliches Ziel, die bizarren Bäume auf dem Bielberg, verfehlt hatte, machte ich einen erneuten Versuch diese Bäume zu fotografieren. Diesmal war es um einiges wärmer. Nach gut einer einstündigen Schneeschuhwanderung erreichte ich den Bielberg. Leider hatte sich das Raureif auf den Bäumen auch „verabschiedet“. Trotzdem, die bizarren Bäume, geformt durch das raue Wetter hier oben, sind ein perfektes Winter-Sujet. Die Langlaufloipe welche gerade hier durchläuft beschränkte mich ein wenig in meinen Kompositionen und ich musste in ein paar Fotos auch Kompromisse eingehen. Schade, aber auf der anderen Seite ist es auch eine Herausforderung und man wird gezwungen nach der besten Kompositionsmöglichkeit zu suchen. Es war ein sehr ergiebiger Nachmittag und Abend auf dem Bielberg.
Wir haben hier in der Schweiz nicht die unendlichen Weiten und Landschaften ohne Zivilisationseinflüsse wie sie in Australien, Amerika oder auch in Afrika vorkommen. Man muss bei seinen Kompositionen auch immer auf Häuser, Strommasten, Bergbahnen, Strassen und in der Nacht auch auf Lichtverschmutzung und den Verkehr am Himmel achten. Nun, dies alles gehört zu unserer Kultur hier. Es ist ein Teil unserer Landschaft. Beide Arten der Landschaftsfotografie haben ihre Berechtigung. Ich für mich, bevorzuge die pure Landschaft. Doch gibt es durchaus Landschaftskompositionen in welchem ein Bild gewinnt indem man einen Weg oder ein altes Bauernhaus ins Bild integriert. Auch eine Berglandschaft mit einer Alphütte kann besser wirken und unsere Landschaft „ehrlicher“ wiedergeben als ein Bild ohne dies Hütte. Es kommt immer darauf an was man mit dem Bild zeigen will, welche Emotionen man erzeugen möchte. Es ist einfach eine besondere Herausforderung wenn man diese „Zivilisationselemente“ nicht im Bild haben möchte.
Die Langlaufloipe und die Streckenmarkierungen, wovon eine davon direkt vor diesem Baum platziert war, zerstörten für mich die Wirkung des Bildes. Ich versuchte auch, ob ich diese Streckenmarkierung herausziehen konnte, doch die steckte zu fest im Boden. Wann immer ich kann, vermeide ich es bei der „Bildentwicklung“ am PC zu stempeln, doch wenn es nicht anders geht, finde ich dies ein legitimes Werkzeug. Hier versuchte ich nun zuerst einmal eine andere Aufnahmeposition zu finden. Ich wurde auch fündig, doch befand sich der Markierungspfosten immer noch am Rand der Bildkomposition. Also musste ich dieser doch noch wegstempeln. Ich machte aber zugleich noch eine weitere Aufnahme wo ich den Pfosten nicht mehr im Bild hatte, aber den Kompromiss einging, dass ich den Baum, also mein Hauptmotiv, nicht so platzieren konnte wie ich es mir vorstellte. Zu Hause am PC war ich froh, dass ich noch diese zusätzliche Komposition machte, denn diese Aufnahme brauchte ich schlussendlich für mein Bild.
Bei einem anderen Bild genügte es, als ich die Perspektive und die Aufnahme Position änderte und das Bild war so wie ich es mir vorstellte.
Nach Einbruch der Dunkelheit machte ich mich dann auf den Rückweg zum Auto.Berner Jura
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@32mm), ISO 200, f 13, 20 Sekunde, Big Stopper (10stop ND Filter Lee)