Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Landschaftsfotografie und Nahrung Unterwegs

Wenn man als Landschaftsfotograf über Nacht oder auch mehrere Tage unterwegs ist, steht man oft vor der Frage was muss ich alles mitnehmen! Was ist unbedingt nötig und auf was kann ich bei diesem Trip verzichten. Und bevor man dann abfährt geht man in Gedanken noch einmal durch, ob man tatsächlich alles eingepackt hat, denn nichts ist schlimmer als wenn man vor Ort ist und es wäre eigentlich alles perfekt, doch man stellt fest, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Das wichtigste ist natürlich die Fotoausrüstung, Outdoorbekleidung für jede Witterung (je nach Jahreszeit), Zelt, Schlafsack, Isoliermatte, Werkzeug, Apotheke und natürlich genügen zu trinken und zu essen. Nicht dass man mit der Fotoausrüstung, Kleider, Zelt usw. nicht schon genug dabei hat, ebenso wichtig und auch ziemlich viel Platz beansprucht die Nahrung und Wasser. Deshalb spart man öfters bei der Nahrung und aus diesem Grund nimmt man Esswaren mit, die wenig Platz brauchen und man nicht viel Zeit für die Zubereitung verliert. Denn man ist schliesslich nicht zum Essen diese Strapazen auf sich genommen, sondern um zu fotografieren. Aus diesem Grund, packe ich öfters «Müsli-Riegel»! Es gibt sie ja in allen verschiedenen Geschmacksrichtungen, Riegel mit Äpfel, Orangen, Bananen, Schokolade, Honig, usw.…..natürlich kann man diese Riegel bald schon einmal nicht mehr sehen. Diese Riegel eignen sich gerade wenn man für einen Tag unterwegs ist, doch auch schon für das brauche ich etwas mehr. Da packe ich dann noch Obst in den Rucksack, Landjäger oder Cervelat mit einem Stück Brot eignen sich auch hervorragend. Auch Studentenfutter ist ideal für Unterwegs. Öfters habe ich auch einen Gaskocher mit, damit ich mir am frühen Morgen einen frischen Kaffee machen kann oder am Abend auch etwas Warmes kochen kann. Dann braucht man allerdings schon ziemlich viel Platz und hat einiges an Mehrgewicht: doch bin ich dann schon froh, wenn ich abends noch etwas Warmes essen kann. Je nachdem wie und wo ich unterwegs bin, gibt es nur was Kleines aus dem Beutel oder man kocht sich etwas Grösseres. Wenn wir in Australien unterwegs sind, dann haben wir einen kleinen Kühlschrank mit im Off-Roader und wir kochen uns jeden Abend etwas. Wir grillierten im Outback auch schon mal ein feines Steak, doch meistens gibt’s Teigwaren an einer Sauce, Baked Beans aus der Büchse oder Hamburger. Morgens essen wir dann Toastbrot mit Spiegeleier und Speck.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Doch bin ich hier in der Schweiz unterwegs, gibt es natürlich einfachere Mahlzeiten. Letzthin am Lauenensee machten wir abends nach dem Fotografieren ein Feuer und machten einen Cervelat über dem Feuer.

Cervelat bräteln am Lauenensee

Cervelat bräteln am Lauenensee

Sich unterwegs gesund zu ernähren ist nicht gerade immer so einfach, deshalb versuche ich zumindest immer ein paar Früchte dabei zu haben. Letztes Jahr in den Tessiner Bergen hatten wir Teigwaren und Tomatensauce hochgeschleppt, doch mussten wir bedauerlicherweise am Abend als wir die Teigwaren kochen wollten feststellen, dass wir eine falsche Gaskartusche mithatten. So gab es anstelle von Teigwaren nur wieder «Müsli-Riegel». Es macht aber auch immer wieder Spass abends nach dem fotografieren draussen vor dem Zelt noch was zu essen und die Natur zu geniessen – dies gehört genauso dazu, wie das Fotografieren. Auch die Abenteur und Erlebnisse drumherum gehören dazu, wie die Gewitter die an uns vorbeizogen an der Nacht am Lauenensee und dann diese bombastische Lichtstimmung am anderen Morgen. Auch wenn sich nicht das erhoffte Licht ergab, es war eine einmalig schöne Lichtstimmung. Eine Stunde später gerieten wir dann in einen heftigen Regenguss. Zum Glük waren wir aber dann schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Innerhalb weniger Minuten waren die Strassen „überflutet“.Sturmlicht
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@36mm), ISO 64, f 11, 1/5 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, Polarizer

Full Moon Rising (Gedanken zum Post Processing)

Es gibt heute immer noch viele Menschen, Fotografen wie auch nicht Fotografen, welche darauf bestehen und davon überzeugt sind, dass der einzig richtige und wahre Weg ist, dass ein Bild fertig aus der Kamera kommen muss. So zu sagen „Out of the box“! Ein wahrer Fotograf macht perfekte Bilder in der Kamera. Diese Leute meinen auch ein Bild welches in Lightroom, Adobe Camera RAW oder Photoshop nachbearbeitet worden ist, ist manipuliert und habe nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Ich wiederspreche dieser Ansicht!
Es gibt nichts, dass ein Bild mehr verfälscht und einen Fotografen künstlerisch wie auch technisch mehr einschränkt, als ein Bild welches fix-fertig aus der Kamera kommen muss.
Basierend auf der Grundlage wie Kamerasensoren arbeiten, ist es der sicherste Weg die Bildqualität zu minimieren und man erreicht selber nicht viel ausser dass man sich selber viele Hindernisse in den Weg stellt und sich selber unnötig einengt, so als ob man nur ein paar Worte zur Auswahl hätte um sich sprachlich auszudrücken.

Die Landschaftsfotografie hat sich während den letzten ungefähr 100 Jahren immer weiter entwickelt und hat auch Änderungen durchgemacht welche sich die Pioniere von damals wahrscheinlich kaum hätten vorstellen können. Es ist aber ein grosses Missverständnis, dass Ansel Adams seine Meisterwerke „in der Kamera“ machte!!! Nein, das hat er nicht. Er machte eine gute und perfekte Belichtung mit der Kamera und erstellte seine Meisterwerke in der Dunkelkammer mit verschiedenen Techniken.
Wieso ich das hier betone? Wenn heutzutage ein Künstler/Fotograf zugibt, dass er für ein „Fine-Art-Print“ über 3 Stunden in Photoshop gearbeitet hat um sein endgültiges Bild zu entwickeln/bearbeiten, dann ist die allgemeine Meinung, dass es sich hier um ein Produkt handelt welches in Photoshop, sprich Computer, entstanden ist und kein eigentliches Foto mehr ist! Jeder professioneller Landschaftsfotograf ist heute diesem Vorwurf ausgesetzt und muss sich mit diesem Problem auseinander setzen. Tatsache ist, dass dieses „Fertig-aus-der-Kamera-Einstellung“ in den frühen 70er Jahren ihren Ursprung hatte, als die Farbfotografie stark aufgekommen ist. Es war für die meisten Fotografen einfach nicht möglich Farb-Negative zu entwickeln und somit übernahmen Fotolabore ihre Arbeit. Man hat den Film an das Labor gesendet und erhielt das fertige Bild oder das Dia.
Nun, die digitale Fotografie ermöglicht heute dem Fotografen mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen seine Bilder wieder selber zu entwickeln, so wie zu Zeiten von Ansel Adams. Was früher in der Dunkelkammer gemacht wurde, macht man heute am PC mit Photoshop, Adobe Camera Raw, Lightroom, etc., im sogenannten „digital Darkroom“!
Was ich damit sagen möchte ist, dass sich die Technik massiv gewandelt hat in den letzten Jahren, aber die Grundfunktion, also die Basis, immer noch die gleiche ist: es geht darum Licht einzufangen!!! Mit der Kamera fange ich also das Licht ein, beim „entwickeln“ kreiere ich mit den Informationen welche ich eingefangen habe, mit Hilfe verschiedener Techniken mein Bild! Post-Processing ist also, genauso wie die Vision, das Sehen und das eigentliche fotografieren selber, ein wichtiger Bestandteil für ein grossartiges Foto.Full Moon RisingTechnische Details: Nikon D810, 70-200mm Objektiv (@200mm) & 2fach Konverter(Brennweite 400mm), ISO 64, f 10, 1/6 Sekunde, Double Processing, eine Bearbeitung für den Vordergrund (Mittlere und Dunkle Bereiche), eine zweite Bearbeitung für die Highlights, dazu sind diese zwei Bearbeitung auch noch unterteilt (eine mit Capture Sharpening und eine ohnefür einen schönen weichen Himmel). Manuell überblendet in Photoshop

Icescapes (Sehen lernen)

Ich erinnere mich an eine Tour welche ich vor vielen Jahren mit einem Navajo Indianer im Monument Valley gemacht habe. Wir waren mit einem 4×4 abseits der touristischen Pfaden unterwegs mit dem Ziel das Monument Valley zu erkunden und einige Fotos zu machen. Dabei lernte ich noch vieles über die Kultur und Lebensweise der Navajo Indianer. Doch die eigentliche Lektion dieser Tour wurde mir erst viel später bewusst. Ich lernte was es bedeutet „zu sehen“. In anderen Worten machte er mir klar wie wir „sehen“ und was es heisst „bewusst zu sehen“ und die Umgebung welche uns umgibt wahr zu nehmen. Er sah Dinge und machte mich darauf Aufmerksam welche ich ohne Ihn niemals gesehen oder wahrgenommen hätte. Sehen ist nicht gleich sehen. Einmal fragte er mich:“Hey, was siehst Du da vorne?“ und er deutete mit seiner Hand auf eine Felsformation in der Ferne. Ich schaute in die Richtung in welche seine Hand zeigte und sah ein paar rot leuchtende Felsen welche sich in der Distanz vom Tal erhoben. Ein atemberaubender Anblick! Ich sagte Ihm was ich sah und er erwiderte bloss: „Look closer! Look closer! Was siehst Du?“ Ich hatte keine Ahnung was ich hätte sehen oder erkennen sollen, doch zu meinem Erstaunen sah er dort einen Elefanten. „Einen was?“, fragte ich verdutzt. „Einen Elefanten!“. Dachte zuerst er will mich veräppeln. Im Monument Valley gibt es keine Elefanten. Doch erneut deutete er mit der Hand zu den Felsen und zeigte mir was er in den Felsen sah. Er hatte Recht. Im Monument Valley gibt es einen Elefanten. Als ich mich konzentrierte, die Linien und Formen der Felsen studierte, erkannte ich den Elefanten auch. Es braucht Fantasie, Vorstellungsvermögen und Sehvermögen. Nicht einfach oberflächliches Sehen, sondern bewusst sehen und die Umgebung wahrnehmen. Eine Eigenschaft welche man beim fotografieren auch benötigt.
Fotografieren heisst „Malen mit Licht“. Doch bevor man mit Licht malen kann, muss man sein Motiv sehen. Also so können wir doch auch sagen, fotografieren bedeutet unter anderem auch „Sehen“. Was mir dieser Navajo Indianer verdeutlichte ist vorallem eines; je besser man eine Gegend kennt und mit Ihr vertraut ist, diese Landschaft kennt, man sich Zeit nimmt die Landschaft auf sich wirken zu lassen und bereit ist „zu sehen“, je besser erkennt man Dinge welche einem sonst verborgen bleiben.
Er sieht bestimmt nicht besser als ich, doch er kennt seine Umgebung und lebt mit ihr. Er erkennt somit jedes kleines Detail und nimmt jede Änderung wahr.
Eine Landschaft fotografisch sehen und darin das Motiv erkennen funktioniert meiner Meinung nach ähnlich. Wenn man sich zufrieden gibt immer nur „x-tausendmal-fotografierte“ Landschaften zu fotografieren wird man meiner Meinung nach auch nie lernen selbständig zu sehen, seinen eigenen Blick auf die Landschaft und das Motiv zu haben. Dazu kommt noch, dass dein Portfolio den anderen Fotografen ähnelt und du nur ein Bild unter vielen von dieser Landschaft hast. Wenn man eine beliebte und bekannte Landschaft fotografiert welche man von hunderten von Bildern her kennt, läuft man auch Gefahr von den anderen Komposition beeinflusst zu sein und man vergisst das selbständige sehen. Man erreicht sein Motiv, ist fasziniert von der Landschaft, stellt sein Stativ an der erst besten und bequemsten Stelle auf ohne sich weiter mit der Situation und der Umgebung vertraut zu machen. Somit hast du keine Möglichkeit dein eigenes Sehen zu schulen und du kannst nicht das volle Potential dieser Landschaft für dich herausholen.
Ich lerne täglich wieder neu zu sehen. Die Fähigkeit zu sehen ist wie ein Muskel – es braucht ständiges Training. Hört man mit dem Training auf bilden sich die Muskeln wieder zurück. So ist es auch mit dem „Sehen“.
Man kann sich die Fähigkeit „fotografisch“ zu sehen bis zu einem gewissen Grade aneignen, doch den Zeitpunkt wo man sagen kann, jetzt kann ich „Sehen“ gibt es für mich nicht. Es ist ein ständig immer weiterentwickelnder Prozess des Experimentierens, Beobachtens, Suchen und Erkunden. Es ist eine Reise und der Weg das Ziel ist.Icescapes-OeschinenseeTechnische Details: Nikon D810, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11, 1/10 Sekunde, 14 Belichtungen mit unterschiedlicher Fokussierdistanz (manuell fokussiert) für maximale Schärfe, überblendet in Photoshop

 

 

Alpine Glory

Viele beklagen sich momentan über zu wenig Schnee und zu warme Temperaturen. Zugegeben, es ist viel zu warm für Ende Dezember und es hat viel zu wenig Schnee. Auch ich finde es schade, dass nicht richtig Winter ist. Doch man sollte das Beste daraus machen mit dem was man hat. Vielleicht kann man jetzt nicht tief verschneite Landschaften fotografieren, doch der Schneemangel kann dafür neue fotografische Möglichkeiten eröffnen. So überlegte ich mir vor wenigen Wochen, wo und was man jetzt, mit so wenig Schnee, winterliches fotografieren könnte. So dachte ich an die vielen Bergseen. Normalerweise wären diese jetzt gefroren und unter einer Schneedecke im Winterschlaf. Doch da es eben jetzt gerade noch so wenig Schnee hat, könnte es durchaus möglich sein, so dachte ich, dass sie evtl. Schneefrei sind und vielleicht noch nicht einmal ganz zugefroren. So informierte ich mich über ein paar Bergseen und fand dann heraus, dass unter anderem der Oeschinensee, gefroren ist aber eben Schneefrei ist. Dennoch hatte es um den See herum genügend Schnee um es winterlich wirken zu lassen. So entschloss ich mich Mitte Dezember den Oeschinensee zu besuchen. Das Unternehmen Oeschinensee sollte wieder mal ein Abenteuer der besonderen Art werden! Ich erkundete mich über alles, aber wirklich alles und machte mich dann zusammen mit meinem Fotografen Kollegen Adrian Wirz auf den Weg zum Oeschinensee. Doch eines habe ich vergessen! Es war immer noch Zwischen-Saison und die Bergbahnen liefen noch nicht. Und so erreichten wir die Talstation der Oeschinensee-Gondelbahn an jenem Samstag Mitte Dezember und standen vor einer Bergbahn die ausser Betrieb war. Zeitlich würde es zu knapp werden hoch zu wandern und so mussten wir unser Vorhaben auf ein andermal verschieben. Eine Woche später versuchten wir es erneut. Die Winter-Saison startete an diesem Wochenende und ich dachte, dies sei gerade noch ein guter Zeitpunkt es nochmals zu versuchen. Geschneit hatte es in der Zwischenzeit immer noch nichts. An diesem Samstag hatte die Gondelbahn geöffnet und wir gingen zum Schalter um unsere Tickets zu kaufen. Die nette Frau am Schalter wollte uns aber erstmal keine Tickets verkaufen. Wir wollten eine einfach Fahrkarte da es am späteren Abend keine Rückfahrtgelegenheit mehr gab und wir uns entschieden dem Schlittelweg entlang nach Kandersteg runter zu wandern. Doch diese freundliche Frau meinte, sie dürfe nur Rückfahrkarten verkaufen, ausser wir hätten einen Schlitten oder Skier. Doch wir hatten anstelle nur unsere Fotoausrüstung und für Fotografen gebe es nur Rückfahrkarten und es sei sowieso verboten runter zu wandern. Wenn wir jetzt einen Schlitten gehabt hätten, hätten wir eine einfache Fahrkarte lösen können und dann wäre es uns auch erlaubt gewesen runter zu wandern. So lösten wir eben eine Rückfahrkarte und somit erhielten wir auch die Bewilligung runter zu wandern.
Einmal oben angekommen, präsentierte sich der Oeschinensee von einer für mich unbekannten Seite. Es war ja anscheinend seit gut 20 Jahren nie mehr der Fall, dass der Oeschinensee gefroren war und nicht von einer Schneedecke bedeckt ist. Auch bildeten sich gerade kurz vor Sonnenuntergang ein paar Wolken über den Bergen und machten somit den Himmel noch etwas interessanter. Alles in allem nach anfänglichen Schwierigkeiten ein perfekter und erfolgreicher und auch schöner Tag. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht was uns noch bevor stand. Nach der Dämmerung machten wir uns dann auf den Rückweg und wanderten dem Schlittelweg entlang. Doch irgendwann einmal kamen wir auf die Skipiste – irgendwie fanden wir den Schlittelweg plötzlich sehr breit und sehr steil und dann bemerkten wir, dass wir nicht mehr auf dem Schlittelweg waren, sondern auf der Skipiste nach Kandersteg runter. Doch wir dachten, Hauptsache wir kommen nach Kandersteg. Das ging auch recht gut, bis es noch steiler wurde und die Piste richtig eisig wurde. Am Schluss mussten wir fast auf unseren Hintern runtergleiten. Es war ein rechtes Abenteuer, doch es machte auch mega Spass. Weiter unten kamen wir dann wieder in den Schlittelweg hinein und sahen dort, dass diese Skipiste eigentlich auch für Skifahrer gesperrt wäre. Nun, solche Abenteuer gehören auch immer wieder dazu und machen das Ganze auch noch zusätzlich interessant. So zu sagen ist es manchmal auch das Salz in der Suppe. Ich meine das Fotografieren ist das eine, doch es zählt das Ganze und nicht nur das Bild. Auf jeden Fall ist es wieder ein Abenteuer mehr, welches ich mit Adrian Wirz zusammen erlebt habe und sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.Oeschinensee
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 11, 1 Sekunde, 11 Einzelbilder in Lightroom zu einem Panorama zusammengefügt

Hüttenromantik

Wieso bin ich eigentlich Landschaftsfotograf?
Viele Fotografen, ob professionelle oder Amateur-Landschaftsfotografen machen Landschaftsfotografie weil sie einfach die Natur lieben. Doch ich denke da steckt noch viel mehr dahinter als bloss die Liebe zur Natur und der Fotografie.
Wieso gehen wir in jedem Wetter in die Natur, nehmen Strapazen auf uns welche „normale Menschen“ nicht unbedingt auf sich nehmen würde, wandern Stundenlang in der stockfinsteren Nacht um noch vor Tagesanbruch am gewünschten Ort zu sein, damit wir wenn das Licht zu tanzen beginnt, unser Bild machen können. Wieso verzichten wir auf Schlaf, auf ein geregeltes Leben in unserem gemütlichen daheim? Wir wandern durch Schneestürme und strömenden Regen, harren Stundelang in eisiger Kälte aus so dass man manchmal nicht einmal seine Finger spüren kann. Sandstürme, tropische Hitze, Gefahr durch Wildtiere und vieles mehr begleitet uns auf dem Weg zum perfekten Bild. Die Kleider stehen manchmal schon vor Dreck und öfters verbringt man auch einen Tag in nassen Schuhen und muss noch viele Kilometer wandern, der Schweiss läuft einem das Gesicht runter und auf dem Rücken hat man über 20 kg Gepäck. Also wieso tun wir uns das alles an. Reich werden dabei nur die wenigsten Landschaftsfotografen. Also am Geld kann es nicht liegen. Wäre für mich auch der falsche Grund, Landschaftsfotografie zu machen. Wir nehmen dies alles und noch viel mehr in Kauf für diesen einen Moment –wenn er dann eintrifft. Öfters gehen wir zum selben Ort immer wieder und wieder und vielleicht klappt es mit dem Bild erst im x-ten Versuch. Also wir nehmen alle diese Strapazen auf uns, in der Hoffnung, an diesem Tag diesen einen Moment einfangen zu können.
Geht es uns wirklich nur um diesen einen Moment, wenn die Natur zaubert? Jeder muss das für sich selber beantworten können! Doch ich denke, wenn es nur um diesen Moment geht, ist der Frust oder die Enttäuschung auch umso grösser, wenn dieser einzigartige Moment dann nicht eintrifft. Für mich lautet die Antwort Ja und Nein!
Die Grundfrage bleibt, „Wieso mache ich Landschaftsfotografie?“ Die Antwort, zumindest für mich, eigentlich viel einfacher als viele vielleicht denken mögen. Der einzige Grund ist es weil ich es Liebe! Weil ich es zum Leben brauche! Weil mir sonst etwas fehlen würde! Es ist wie die Luft die ich atmen muss um zu leben. Es ist etwas, dass schon das ganze Leben in mir steckt. Es ist nicht alleine die Liebe zur Natur – dies ist nur ein Bestandteil. Es ist alles zusammen. Landschaftsfotografie ist Leben! Es ist ein Abenteuer! Eine Lebenseinstellung und eine Art zu Leben. Spielt keine Rolle ob man es jetzt Vollzeit oder nur in der Freizeit ausübt. Es geht um viel mehr als nur diesen einen Moment einzufangen. Dieser eine Moment ist das was wir suchen – der Moment wo man das Licht ernten kann. Der Moment wo man entschädigt wird, für alle die Strapazen die man auf sich genommen hat über all die Tage, Monaten und Jahre. Doch mit diesem Moment ist das Bild ja noch nicht fertig. Das Bild muss noch entwickelt werden. Also es ist der ganze Prozess den man lieben und leben muss.
Über die Jahre habe ich gelernt das Wetter zu deuten und zu lesen, damit man am richtigen Moment am richtigen Ort ist. Doch ich habe auch gelernt, dass es meistens anders kommt als man es sich wünscht. Ich habe aber auch gelernt, Geduld zu haben! Ich habe gelernt, dass der Weg das Ziel ist und nicht der Moment wo das Licht zu tanzen beginnt. Ich habe gelernt zu warten und den Moment zu geniessen. Nicht nur der Moment auf den wir erhoffen zu erleben, sondern das gesamte: die Vorbereitung, die Fahrt, die Wanderung, das Essen, das Schlafen, das Aufstehen, die Zeit in der freien Natur, die frische Luft zu atmen und alles und jeder Moment mit all meinen Sinnen aufzunehmen und zu spüren. Das ist für mich Landschaftsfotografie.
Letzten Freitag/Samstag war ich mit guten Kollegen in der Schweizer Bergwelt unterwegs um zu fotografieren. Dieser Ort welchen wir aufsuchten, besuchte ich schon mehrmals. Bis anhin, hatte ich aber noch nie die von mir erhoffte Stimmung angetroffen. Öfters verbrachte ich die Abend- und Morgenstunden im Nebel. Dieses Mal sah alles vielversprechend aus und ich freute mich auf diesen Kurztrip. Doch auch dieses Mal zogen kurz nachdem wir oben bei diesem Bergsee angekommen waren, tiefe Nebelschwaden über den See herein und lösten sich nicht mehr auf. Nun, wir suchten einen Platz um unsere Zelte aufzustellen, doch schlussendlich entschieden wir uns, die Nacht in einer Hütte gleich neben dem See zu verbringen. Anstatt enttäuscht zu sein, da ich ohne ein Bild nach Hause gehen musste, war ich glücklich über die schönen Stunden die wir dort oben in dieser Hütte verbringen durften. Das Leben ist um ein Erlebnis reicher geworden und viele neue schöne Erinnerungen durfte ich machen. Ich möchte keine Minute missen von diesem Ausflug – nicht die Gesellschaft der Menschen mit denen ich diese Stunden in dieser „kuscheligen“ Hütte verbringen durfte, nicht die lustigen Situationen und Erlebnisse und auch nicht die Gespräche untereinander – ob nun witzig oder tiefgründig! Einen Abend/Morgen Hüttenromantik pur!
Das Wetter wollte eben an diesem Tag „leider“ nicht mitspielen – das ist eben auch Landschaftsfotografie.
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Holdrifälle

Es war ein bewölkter regnerischer Tag an diesem Samstag im Juli(2012). Gerade perfekt für mein Schlechtwetterprogram: entweder es mich zu Hause gemütlich zu machen und TV schauen…..vielleicht läuft eine lustige Sitcom, ein guter Film…..oder vielleicht eine Outdoor/Tier- Dokumentation…..oder Sport. Die andere alternative, eine Wanderung durch eine Schlucht oder zu den Holdrifällen im hinteren Lauterbrunnental. Diese Fälle stehen schon lange auf meiner „Photography-to-do-Liste“. Ich entschied mich für die aktive Variante und beschloss zu den Holdrifälle zu wandern. In Stechelberg, meinem Ausgangspunkt für die Holdrifälle, angekommen, schien zu meiner Überraschung sogar die Sonne. Doch dies sollte sich schon bald ändern. Ich war gut eine Stunde unterwegs als ich von einem Platzregen überrascht wurde. Doch für das gibt es gute Regenkleidung. Nach gut einer Viertelstunde war die Regendusche auch schon vorbei. Nach ca. 1 ¾ Stunden Wanderzeit erreichte ich die Holdrifälle. Nicht wie der Staubbachfall oder die anderen markanten Wasserfälle im hinteren Lauterbrunnental welche schon von weitem Sichtbar sind, sind die Holdrifälle vielmehr versteckt im Wald. Nur durch das tosende Rauschen des Wassers kann man einen Wasserfall erahnen..
Wasserfälle zu fotografieren brauchen immer besonders Geduld und man muss öfters das Objektivglass reinigen, vorallem wenn man den Wasserfall aus der Nähe fotografieren möchte. Doch ich hatte kaum das Stativ aufgestellt war ich schon von oben bis unten komplett durchnässt, da der Wind vom Berg herab kam und die Gischt direkt zu meinem Kamerastandpunkt wehte. Keine Minute und meine Kleider waren so nass als ob ich gerade im Bergbach ein Bad genommen hätte. Also komponierte ich mein Bild so gut es ging und reinigte dann das Objekt um anschliessend das erste Bild zu machen. Nach Betrachten des Bildes auf dem Display korrigierte ich meine Komposition, reinigte das Objektiv erneut um ein weiteres Bild zu machen. Anschliessend wieder Korrektur der Komposition und der Verschlusszeit, reinigen und fotografieren….so ging es die nächsten paar Minuten weiter.
Mittlerweile hat es wieder zu regnen begonnen. So öffnete ich noch meinen kleinen Regenschirm um die Kamera vor dem strömenden Regen etwas zu schützen. Nach gut ¾ Stunden fotografieren unter strömendem Regen und zwei verschiedenen brauchbaren Kompositionen entschloss ich mich abzubrechen und zum Ausgangspunkt zurück zu wandern. Nach gut 90 Minuten unter strömendem Regen erreichte ich Stechelberg. Zum Glück hatte ich Ersatzkleider mit, so musste ich nicht in den völlig durchnässten Kleider nach Hause fahren. Zu Hause angekommen, musste ich meine komplette Ausrüstung trocknen. Ein Trip der buchstäblich einwenig „zu stark“ in Wasser gefallen ist.Holdrifälle
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 500, f 13, 1/100 Sekunde