„…..wenn der schlimmste Fall eintrifft!“

Der nördliche Teil vom Northern Territory nennen die Australier auch Top End. Für mich eine faszinierende Landschaft mit einer ebenso faszinierenden Tierwelt. Im Norden Australiens sind auch die befürchteten Salzwasser- Krokodile zu Hause. Ich habe ja schon einige Blog Beiträge über diese faszinierende Tiere verfasst, deshalb möchte ich diesmal auf das Thema Sicherheit näher eingehen und was machen sollte, wenn der schlimmste Fall doch eintrifft! Ich habe mich durch meine zahlreiche Besuche in dieser Gegend mit dem Thema Salzwasser-Krokodile auseinander gesetzt. Ich würde dies übrigens jedem Besucher empfehlen. Man sollte nicht übertrieben Angst haben, doch sich dessen Bewusst sein, dass man in ihrem Gebiet ist und dass sie alles jagen was in ihr Territorium eindringt. Wichtig, man sollte jedes Warnschild befolgen!!! “BE Crockwise” ist etwas, dass man sich einprägen sollte, wenn man im Top End unterwegs ist.
Untenstehend findet Ihr eine Liste von Verhaltensregeln und wie man reagieren sollte wenn der schlimmste Fall doch eintrifft. Doch nun schon mal vornweg: meistens sind die Menschen selber Schuld wenn sie Opfer wSaltwater Croc erden eines Krokodil-Angriffs!!!

  • Krokodile können in jedem Gewässer sein. Einziger sicherer Ort ist der Swimming-Pool vom Hotel oder Campingplatz!
  • Krokodile greifen an
  • Krokodile sind gefährlich. Krokodil-Angriffe können ernsthafte Verletzungen verursachen oder tödlich sein!
  • Es gibt über 100‘000 Krokodile im Top End
  • Beachte alle Krokodil-Warn-Schilder. Sie sind da zu Ihrer Sicherheit und Ihrem Schutz!
  • Provozieren, belästigen oder stören sie NIEMALS Krokodile. Auch die kleinen Krokodile nicht!
  • NIEMALS Beine oder Arme über das Boot oder einen Steg baumeln oder hängen lassen
  • Mindestens 5 Meter vom Wasser entfernt stehen während dem Fischen
  • NIEMALS Krokodile füttern. Es ist illegal und GEFÄHRLICH!
  • Niemals am Ufer eines Gewässers Nahrungsmittel zubereiten, Fische reinigen, Geschirr spülen oder andere Sachen machen. Und den Blick immer aufs Wasser gerichtet wenn man sich in der Nähe eines Gewässers aufhält!
  • Campieren sie mindestens immer 2 Meter über dem Höchstwasserstand und mindestens 50 Meter vom Wasser entfernt. Campieren sie nur dort wo es ausdrücklich erlaubt ist
  • Niemals in die Nähe von Krokodil-Fallen gehen
  • Sich fern halten wenn man am Ufer oder Strand Krokodil Spuren entdeckt. Krokodile können sich immer noch in der Nähe aufhalten
  • Niemals näher als 10 Meter mit einem Boot an ein Krokodil herangehen. Es ist auch illegal!
  • Niemals Essensabfälle und Reste liegen lassen. Auch immer überprüfen ob nicht irgendwo in der Nähe solches herumliegt.
  • Noch vorsichtiger sollte man in der Nacht oder während der Brutzeit von September bis April sein
  • Sich nicht immer wieder zum gleichen Platz begeben. Krokodile beobachten und merken sich diese Stellen und lauern dann auf ihre potenzielle Beute!Saltwater Crocodile 2

Doch was macht man wenn der schlimmste Fall eintreffen sollte. Hier einige Tipps von Krokodil Experten. Einige dieser Tipps hat schon einigen das Leben gerettet.

  • Wenn man von einem Krokodil angegriffen wird, ist wichtig, dass man immer versucht sich zu wehren. Einen Gegen-Angriff zu machen! Obwohl das normale Verhalten der Krokodile bei einem Angriff ist, dass sie zubeissen und erst wieder loslassen wenn die Beute in zwei ist, kann es durchaus vorkommen, vorallem wenn sie Jungtiere oder ihr Territorium verteidigen, nur schnell stark zubeissen und dann sofort wieder loslassen. Ist dies der Fall, dann versuchen sie so schnell wie nur möglich zu flüchten.
    Bei Raubzügen oder manchmal auch in Verteidigung beissen sie zu und lassen nicht wieder los. Sie werden versuchen das Opfer oder die Beute in Wasser zu schleppen oder unters Wasser zu ziehen. Krokodile können viel länger unter Wasser sein als Menschen, so ist der einzige Weg sich aus dieser Situation zu befreien indem man das Krokodil attackiert. Nur kämpfen und sich frei zu reissen ist nicht sehr effektiv und eigentlich sinnlos – im Gegenteil es zwingt das Tier dazu unter Wasser zu tauchen und die berüchtigte „Todesrolle“ anzuwenden und der Körperteil welcher das Krokodil im Mund hat wird sehr wahrscheinlich abgerissen. Ein gezielter, vorsätzlicher Angriff auf das Tier ist demnach die bessere Option!
  • Greife die Augen an. Die Augen sind der empfindlichste und der verletzlichste Teil eines Krokodils. Versuche mit der Faust aufs Auge zu schlagen oder mit irgendeinem Gegenstand den du kriegen kannst, z.B. ein Messer, einem Ast oder Ruder, in den Augen zu stochern. Auch nur die Hände oder die Finger können eine sehr effektive Waffe sein.
  • Attackiere die Nasenlöcher oder die Ohren. Diese sind zwar nicht so sensibel wie die Augen. Ein harter Schlag oder ein Schnitt auf einem dieser Bereiche, kann dazu führen, dass das Tier einem loslässt und man dann versuchen kann dem Krokodil zu entkommen! Es gab schon Menschen welche sich dadurch befreien konnten, wenn andere Menschen mit einem Stock oder einer Stange auf die Schnauze des Krokodiles eingeschlagen haben.
  • Greifen sie den Gaumen des Krokodils an! Krokodile habe eine Art „Gaumenventil“, eine Art von Gewebeklappe hinter der Zunge, welche vermeidet, dass Wasser in ihre Kehle fliessen kann wenn unter Wasser der Mund geöffnet ist und somit verhindert, dass sie ertrinken. Wenn jetzt also ihr Arm oder ihre Beine im Mund eines Krokodils stecken, versuchen sie dieses Ventil nach unten zu drücken um es zu öffnen. Das Wasser wird dann in die Kehle fliessen und das Tier wird sie wahrscheinlich gehen lassen. Harte Schläge auf diesen Bereich, können ebenfalls dazu führen, dass das Krokodil sie loslässt!
  • Wenn sie einem Krokodil an Land begegnen, dass heisst wenn sie es sehen, lassen sie das Krokodil wissen, dass sie es sehen indem sie es anstarren – natürlich aus sicherer Entfernung. Wenn sie ein Krokodil auf sie zukommen sehen, ist es wahrscheinlich, dass sie entkommen können. Doch viel gefährlicher und wahrscheinlicher ist es, dass sie das angreifende Krokodil nicht sehen – und sie sind Beute bevor sie überhaupt reagieren konnten. Krokodile greifen an, wenn sie es am wenigsten erwarten!Saltwater Crocodile

 

 

 

 

 

 

 

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

20131230-_DSC4226-Woodland-Solitude20131227-_DSC4177-Weites-Emmental20131230-_DSC4328-Elegance20141018-_DSC0550-Matterhorn-DelightMatterhorn-Majestic20141114-_DSC1461-Himmel-auf-Erden20140608-_DSC5611-Sommergold20140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140622-_DSC5718-Verwittert20141013-_DSC0428-Pebbles-&-Leaf20141014-_DSC0372-Herbstlicht-am-Ankenballen 20141020-_DSC0835-Lac-Bleu20141129-_DSC0586-Ein-Hauch-von-Gold20130919-_DSC1642-Lilies-of-Yellow-Water20131007-_DSC3164-Apostels-Storm-Light20131001-_DSC2845-Sunrise-Glow20130923-_DSC2083-Pebblescapes20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming20130920-_DSC1856-Florence-Falls20130920-_DSC1763-Kakadu-Moonset

Deadly Silence

Stille! Nebelschwaden schweben über das Wasser und Grasland des Feuchtgebietes. Der Himmel färbt sich pink und der Mond geht gerade über dem Wetland des Yellow Water Billabongs unter. Ein Seeadler sitzt auf der Baumkrone und ab zu fliegen Eisvögel auf um sich dann wieder auf einem Zweig nieder zu lassen und eine kleine Gruppen von Magpie Geese zieht am Himmel friedlich ihre runden. Pandanus Palmen und Papierrindenbäume(Paperbark Trees) spiegeln sich im ruhigen Wasser des Billabongs. Alles wirkt so friedlich und ruhig. Ruhig gleiten wir auch auf dem kleinen Boot mit unserem Führer auf dem Yellow Water in den neuen Tag hinein. Ein Morgen am Yellow Water Billabong ist einfach unbeschreiblich und lässt sich mit nichts vergleichen. Man ist so verzaubert von dieser Landschaft und so in Gedanken versunken, dass man alles Drumherum vergisst. Ich habe das Gefühl, dass es nirgendwo auf dieser Welt einen Ort gibt, wo man mehr Ruhe und Frieden empfinden kann als hier auf dem Yellow Water Billabong. Dieser Moment mit dieser Ruhe und dieser Schönheit ist geradezu surreal!
Doch in dieser Idylle lauert auch Gefahr!……und dann sehen wir diese Gefahr! Ruhig und friedlich gleitet sie im Wasser und man hat das Gefühl es lässt sich einfach treiben. Nichts deutet darauf hin, dass diese Begegnung tödlich enden könnte. Nichts deutet darauf hin, dass diese Ruhe trügerisch sein kann. Es ist auch eine tödliche Stille, fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Doch es ist auch faszinierend. Gerade diese Spannung zwischen Ruhe, Schönheit, innerlichem Frieden und Gefahr macht es auch aus, dass dieser Ort so eine Anziehungskraft auf mich hat. Vielleicht ist es auch die Abenteuerlust in mir – doch hier draussen wird einem wirklich bewusst, dass wir Menschen nichtig und klein und nur ein kleiner Teil dieses Universums sind.
Friedlich gleitet es dahin, das Salzwasser Krokodil, man sieht nur seinen Kopf über dem Wasser und man kann sich kaum vorstellen, dass es mit der friedlichen Ruhe jeden Moment vorbei sein kann. Beobachtet es uns?
Ich erlebte dies einmal, wie innert Sekunden aus einer harmonischen ruhigen Situation, tödlicher ernst geworden ist. Damals war ich ebenfalls im Kakadu Nat’l Park und es war meine erste Begegnung mit einem in freier Wildbahn lebenden „Saltie“. Auch dieses Erlebnis werde ich niemals mehr vergessen (nachzulesen in meinem Blog-Artikel „My first Saltie“ in der Kategorie Australia vom 22.7.2013)
Diese Reptilien haben schon mein ganzes Leben lang immer eine Faszination auf mich gehabt, doch seit dem Moment wo ich diesen Kontinent das erste Mal betrat und diese Ur-Tiere auch das erste Mal in ihrer Umgebung begegnet bin, ist meine Faszination noch stärker geworden.
Dieser bemerkenswerte „Saltie“ liess sich von uns nicht stören und er gleitet im ruhigen Gewässer „friedlich“ an uns vorbei……….doch wurde ich von unserem Führer darauf aufmerksam gemacht, dass ich die Kamera nicht zu weit aus dem Boot halten sollte! Sie sind schnell! Sie kommen aus dem nichts! Sie beobachten uns lange bevor wir überhaupt wissen, dass sie da sind und wenn wir sie sehen, dann kann es schon zu spät sein. Ein Saltie den wir nicht sehen ist gefährlicher als einer den wir sehen…….das Boot biegt in einen anderen Arm des Billabong und wieder öffnet sich eine faszinierende Welt. Und wieder bin ich hingerissen und stark beeindruckt von dieser Landschaft. Und wieder Ruhe, Ruhe und Ruhe……man könnte sicher eine Stecknadel zu Boden fallen hören……… und wieder sehe ich ein Saltie im Wasser gleiten…….“Deadly Silence“20130919-_DSC5066-Deadly-Silence

Technische Details: Nikon D700, 70-200/f2.8, 2x Converter (@280mm), ISO 500, f 7.1, 1/640 Sekunde, Polfilter

Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Lilies of Yellow Water

So schön und faszinierend der Yellow Water Billabong auch ist, so schwer finde ich es auch dort zu fotografieren. Man findet Motive in Hülle und Fülle. Nein, an dem liegt es nicht. Es ist vielmehr, dass der Billabong eine grosse Fläche abdeckt und schwer zugänglich ist. Das bekannteste Motiv, welches auch ohne Zweifel sicher auch eines der schönsten ist, ist auch dasjenige welches man am besten erreichen kann. Ich denke mal deshalb ist es auch das meistfotografierte Motiv am Yellow Water Billabong. Doch gerade auch dieses Motiv mit dem Blick über das Wasser zu den abgestorbenen Bäumen in den Morgen- oder Abendstunden ist recht anspruchsvoll zu fotografieren, wenn man das so sagen darf, vorallem wenn man eine neue originelle Ansicht zeigen möchte. Ohne Zweifel macht man dort aber sehr stimmungsvolle Bilder. Soll man es jetzt trotzdem noch fotografieren oder soll man es sein lassen? Glaubt Ihr, dass dies schon alles fotografiert wurde. Vielleicht ja, doch glaube ich nicht daran! Ich persönlich finde, man soll fotografieren, man sollte auch immer wieder an den gleichen Ort zurückkehren. Der Yellow Water Billabong ist für mich ein Ort an den ich immer wieder zurückkehren „muss“ wenn wir im Top End sind. Jedes Mal wenn wir ihn wieder besuchten war es anders. Auch die Jahreszeit macht gerade dort ein sehr grosser Unterschied aus: Regenzeit – Trockenzeit. Während es in der Regenzeit zum Teil schwer zugänglich ist, kann man während der Trockenzeit, je nachdem wie die Wege freigegeben sind, den Billabong auch einwenig zu Fuss erkunden. Nur schon Morgen oder Abend macht ein Unterschied! Immer wieder gibt es neue unbekannte Sachen zu entdecken. Obwohl der Yellow Water Billabong sicher zu den meist fotografierten Landschaften im Kakadu National Park zählt, glaube ich, man kann immer wieder neue Ansichten, Perspektiven und Stimmungen einfangen. Manchmal scheint es schon fast als ob der Ort durch andere Wetterbedingungen oder anderes Licht eine total andere Persönlichkeit annehmen würde. Es gibt so viele Möglichkeiten Einfluss auf das Bild zu nehmen: andere Jahreszeit, anderes Licht, Sonne, Regen oder Nebel, bei Nacht mit dem Himmelszelt oder bei Vollmond. Auch kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen mit den entsprechenden Kameraeinstellungen, den Gebrauch von Filtern und schlussendlich noch die „Entwicklung“ in der digitalen Dunkelkammer.
Viele Fotografen denken, es ist schon alles fotografiert. Sie glauben, dass ein Ort/Landschaft schon so oft fotografiert wurde, dass es nicht möglich ist, etwas Neues und Einzigartiges zu fotografieren. Aber ich denke es ist möglich! Es ist vielleicht nicht möglich beim ersten oder zweiten Besuch – doch es ist möglich. Ich bin davon überzeugt, dass man sich die Mühe machen muss, die Seele der Landschaft welche man gerne fotografieren möchte, kennen zu lernen. Das ist für mich der Schlüssel um einzigartige Bilder von oft-fotografierten Motiven zu machen. Wenn man sich dafür Zeit nimmt, dann kann man diese einzigartigen Bilder machen.
Natürlich kann man jetzt entgegen halten und sagen, dass man nicht immer die Möglichkeit hat, eine Location wieder und wieder zu besuchen. Das ist absolut richtig. Aber man kann ja auch mal ein Risiko eingehen und etwas weiter gehen, etwas neues Versuchen und nicht beim erst besten Platz stehen bleiben, die Kamera aufstellen und auf das Licht warten. Entdecken Sie die Landschaft für sich. Schauen Sie weiter. Die Inspiration ist dort. Wir müssen Sie nur finden!

Für dieses Bild „Lilies of Yellow Water“ waren wir mit einem Boot und einem Führer unterwegs, welcher die Gegend sehr gut kannte. Das Boot ist eigentlich die einzige Möglichkeit wenn man einen etwas unbekannteren Teil von diesem Billabong und weniger fotografierte Ansichten fotografieren möchte.
Es hat zwar ein paar Trails, aber die können je nach Krokodil-Sichtung und Jahreszeit geschlossen sein. Auch wenn sie frei gegeben sind, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt. Krokodile und andere Wildtiere können überall lauern. Man sollte auch immer daran denken, dass nicht das Krokodil welches man sieht das gefährliche ist, sondern dasjenige welches man nicht sieht!
Wir waren an diesem Morgen schon eine Weile auf dem Billabong unterwegs, haben schon etliche Krokodile zu Gesicht bekommen, sowie auch Kingfisher(Eisvögel) und viele andere Vogelarten die im Kakadu National Park heimisch sind, als ich plötzlich diese Stimmung entdeckte mit den zwei Bäumen, dem Nebel und den Wasserlilien. Unser Führer fuhr mit dem Boot so nahe wie möglich an die Wasserlilien heran und ich versuchte bestmöglich auf dem wackligen Boot mein Bild zu machen. Immer wieder musste er das Boot umplatzieren da wir sonst zu tief in die Lilien hineingetrieben wären. Auch hätte es gerade noch ein „Saltie“ in der Nähe gehabt, doch dieser hatte keine Lust mit aufs Bild zu kommen. Es erwies sich als gar nicht so leicht dort eine ansprechend komponiertes Bild zu kreieren. Ich machte verschiedene Aufnahmen um dann am Bildschirm zu entscheiden welches die beste ist. Doch ich denke mir ist es hier sehr gut gelungen eine neue Ansicht oder zumindest eine nicht oft fotografierte Ansicht und Komposition vom Yellow Water Billabong zu zeigen.Yellow Water Billabong

Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@56mm), ISO 250, f 8, 1/250 Sekunde, Polarizer

 

Kakadu National Park – Yellow Water Billabong

Wer eine Reise nach Australien plant, sollte sicher auch das Northern Territory bereisen – und zwar nicht nur den „must to do“ Abstecher zum Uluru machen. Nein, man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen das Territory zu durchfahren und einen Besuch im Kakadu National Park machen. Wie lange man sich dafür Zeit nimmt, ist jedem einzelnen frei gestellt – doch ist es unmöglich dieses Land in nur ein paar wenigen Wochen zu bereisen und kennen zu lernen. Die meisten haben ja auch nicht unbeschränkt Zeit und müssen sich mit ein paar wenigen Wochen begnügen – doch weiss ich aus meinen bisherigen Reisen und Besuche im Kakadu National Park, dass ich mir immer mehr Zeit gewünscht hätte. Auf jeden Fall sollte man sich mindestens 3-4 Tage für den Kakadu Park einplanen – so kann man zumindest in aller Ruhe die schönsten Plätze dieses riesigen National Parks besuchen und die Landschaft auf sich wirken lassen. Wer den Kakadu National Park nur gesehen hat, der hat ihn nicht erlebt. Es ist mehr als ein Sehen mit den Augen. Man sollte diese Landschaft erleben, man sollte sie sehen und fühlen können. Dafür braucht es Zeit und diese Zeit sollte man sich nehmen. Ein guter Ausgangspunkt um den Kakadu National Park zu erkunden ist Cooinda – auch während der Regenzeit! Cooinda liegt nicht weit von dem Yellow Water Billabong, eine der reizvollsten und schönsten Landschaften im Kakadu National Park. Gut geeignet für Stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen und Wildlife Fotografie. Cooinda bietet für jeden etwas: etwas luxuriösere Unterkünfte sowie aber auch einfache Campingplätze. Es hat ein einfaches aber gutes Selbstbedienungs-Restaurant mit lokalen Spezialitäten, Campkitchen und man kann natürlich auch in seiner eigenen „Outdoor-Küche“ kochen. Ich bevorzuge immer die einfach Variante. Ich möchte das Outback erleben. Luxus hat man zu Hause genug. Zudem hat es einen Shop um die wichtigsten Sachen zu kaufen und Benzin oder Diesel zu tanken. Jedem der das erste Mal den Yellow Water Billabong besucht, empfehle ich eine Tour mit Yellow Water Cruise auf dem Billabong, in der Cooinda Lodge zu buchen. Am besten die erste Tour Morgens sowie auch noch die letzte Tour Abends nehmen(Sunrise & Sunset Tour). Es sind sehr erfahrene Führer und sie wissen wo man am besten Wildlife sichten kann und dazu gibt es sehr viele Hintergrund Informationen. Ein Drittel aller australischen Vogelarten ist im Kakadu National Park vertreten, davon findet man mindestens 60 Arten in den „Wetlands“. Alle fünf Arten des Eisvogels findet man am Yellow Water Billabong. Der kleinste davon ist gerade nur 2cm gross und wenn man Glück hat, kann man auf einer Tour alle sichten. Natürlich sieht man auch eine Menge der berühmt berüchtigten Salzwasser Krokodilen. Um diese eindrückliche Landschaft zu erleben sollte man so eine Tour nicht auslassen. Es wird einem dann auch erst richtig bewusst wie unendlich gross und zusammenhängend dieses Fluss-System ist.
Das Bild von diesem Blog Artikel entstand am Yellow Water Billabong früh morgens noch vor Sonnenaufgang. Morgens hat es jeweils Bodennebel über dem Feuchtgebiet der sich aber sobald die Sonne aufheizt schnell mal auflöst. Ich liebe die frühen Morgen an diesem Billabong – sie haben eine ganz spezielle Stimmung. Bis auf diesen Morgen hatte ich auch nicht gewusst, dass Salzwasser Krokodile auf Bäume klettern können. Ich lief auf dem Steg zu dieser Stelle wo ich dieses Bild machte. Ich war an diesem Morgen der erste, der dort entlang lief. Diese Stelle ist einwenig weiter als die Anlegestelle der Boote der Yellow Water Cruises. Kurze Zeit später kamen auch die Tour-Guides der Yellow Water Cruise um die Sunrise-Tour von diesem Tag vorzubereiten. Nach und nach kamen dann auch die ersten Touristen welche die Sunrise-Tour gebucht haben. Einer der Führer deutete dann mit seiner Hand auf einen Baum neben dem Steg wo man vorbei laufen musste um auf die Boote oder eben auch zu meinem Standpunkt zu gelangen und fragte ob jemand das Krokodil auf dem Baum bemerkt hatte? Was ein Krokodil auf einem Baum? Neben dem Steg? Knapp 2 Meter davon entfernt lief ich kurze Zeit vorher vorbei! Ich hatte das nicht bemerkt, obwohl ich wirklich gut geschaut und vorsichtig gewesen bin! So schön diese Landschaft auch ist und vielleicht auch idyllisch auf einem wirkt, so gefährlich ist es dort auch. Aber gerade auch deshalb ist es für mich als Fotograf immer wieder eine Faszination dort zu fotografieren!Yellow-Water-Dawning
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@45mm), ISO 250, f 10, 1/6 Sekunde, Polarizer

Smell Of Eucalyptus

Wer schon einmal das Glück hatte einen Morgen am Didj Billabong, mitten im australischen Busch, umgeben von all den Eukalyptus Bäumen den Tagesanbruch zu erleben, der wird diesen bestimmten Moment sicher nie mehr vergessen! Die hohe Luftfeuchtigkeit mit dem intensiven Duft von Eukalyptus in der Luft: ein unbeschreibliches Gefühl welches mich nie mehr wieder loslassen sollte. Bevor ich dies das erste Mal riechen durfte und bevor ich diesen Ort das erste Mal besuchte, dachte ich sowas könne gar nicht möglich sein.
Jeder Mensch verbindet sicher einen bestimmten Duft mit einem Ort, einem Erlebniss in seinem Leben oder einem bestimmten Moment.

Es war Ruhe, die Wildnis, ein Gefühl von Freiheit, ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit, die Farben der Natur, der Duft, Frieden und sicher auch einwenig die Lust nach Abenteuer. Es war aber auch das unbekannte und die Ungewissheit wo ein Krokodil lauern könnte, wo sich eine Schlange versteckt hält oder ob mir ein Wasserbüffel den Weg kreuzt. Ein wenig wie kalkulierbare Gefahr wenn es denn so etwas gibt. Doch es war der Duft der Eukalyptus Bäume der mich am meisten faszinierte und für mich diesen Morgen auch unvergesslich machte. Es war auch eine Art „ein heilender Duft“ und eine Wohltat für meine Nase, suchte mich doch ein Tag vorher im tropischen australischen Norden eine Erkältung auf.

Diese Eindrücke, Gedanken, Sinne und Gefühle auf ein zweidimensionales Bild zu bringen ist eine Herausforderung und keine leichte Aufgabe. Doch für mich geht es in der Landschaftsfotografie unter anderem auch gerade darum, diese Gefühle und das erlebte in diesem bestimmten Moment auf das Bild zu bringen. Dazu haben wir verschiedene Werkzeuge: diese Werkzeuge müssen wir nun dementsprechend einsetzen damit wir dem Betrachter unser Gefühl und Eindruck von diesem Moment vermitteln können. Für dieses Bild suchte ich mir entsprechend interessante Eukalyptus Bäume – da ich die Gegend schon etwas kannte von meinem letzten Besuch wusste ich schon wo ich in etwa suchen musste, danach versuchte ich eine interessante Komposition und Perspektive zu finden. Der Nebel sollte die Luftfeuchtigkeit aufzeigen und zusammen mit dem Eukalyptus Bäumen den Duft nach Eukalyptus aufzeigen. Mit der Weitwinkel-Ansicht wollte ich die Weite des Outbacks vermitteln sowie mein Gefühl der Freiheit in diesem Moment bildlich festhalten. Die morgendlichen Farben sollten Glück, Ruhe und Frieden zeigen………sowie auch das Raue Terrain und die Gefahren welche in dieser unwirklichen Landschaft auf einem warten können. Alles zusammen kombiniert mit der Wilden Landschaft, soll auch einen Hauch von Abenteuer und Crocodile Dundee aufkommen.
Smell of Eucalyptus-Kakadu Nat'l ParkTechnische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@15mm), ISO 100, f 11, 1/30 Sekunde, ND Soft Grad Filter

Rainbow Dream

Die beste Medizin gegen eine Erkältung: Eine Reise in Kakadu Nat’l Park im australischen Top End. Was jetzt wie eine Werbespruch klingen mag, ist für mich persönlich Tatsache. Am ersten Tag unserer Ankunft in Darwin hat es mich erwischt: Halsschmerzen und dann eine laufende Nase! Muss das jetzt sein, mein erster Gedanke! Doch die tropische Wärme, der frische Duft nach Eukalyptus und die faszinierende Landschaft und die wilde Natur waren das beste Heilmittel und liessen meine Erkältung vergessen. Noch nie habe ich mich so wenig an einer Erkältung gestört.
Dies ist der erste Blog-Artikel über die letztjährige Australien-Reise welche uns wieder von Darwin durch das Outback des Northern Territory führte und dann zum Schluss anders als das letzte Mal, weiter durch South Australia und anschliessend der Great Ocean Road entlang nach Melbourne. Egal wo in Australien, die Landschaft ist atemberaubend und wer, wie ich, die weite offene Landschaften, den Busch und die wilde Natur liebt, kommt in Australien voll auf seine Rechnung.

Für mich ist Australien eines der Länder mit den faszinierendsten Landschaften überhaupt auf dieser Erde. Endlose Weiten, schöne Felsformationen in den schönsten orange und rot Tönen, bizarre Bäume, eine interessante Tierwelt und traumhaftes Licht. Für einen Landschaftsfotografen ein Traum. Und noch etwas: es gibt immer noch so viel unbekanntes zu entdecken. Das einzige was für einen Landschaftsfotografen, je nach Jahreszeit, manchmal etwas langweilig erscheinen mag, ist der blaue Wolkenlose Himmel an manchen Tagen, aber dafür wird man wieder entschädigt wenn man in den atemberaubenden Nachthimmel blickt. Aber wenn es dann Wolken hat, dann ist die Landschaft noch faszinierender als sonst schon.
So war es an diesem Tag im Kakadu Nat’l Park. Nachdem wir unser Camp auf dem Muirella Campground, ein kleiner Bush-Campingplatz aufgeschlagen hatten, fuhren wir mit unserem 4-WD zum Anbangbang Billabong beim Nourlangie Rock. Die meisten Leute die diesen Ort besuchen kommen, kommen wegen den bekannten Felsmalereien beim Nourlangie, doch ich war von unserer letzten Reise so beeindruckt von der Landschaft um den Anbangbang Billabong, das ich nochmals dorthin wollte um zu fotografieren.

Smartphone Photo

Ein Warnschild am Anfang des Trails um den Billabong machte uns darauf Aufmerksam, dass man in letzter Zeit besonders Acht geben sollte auf „Salties“, so werden die grossen und aggressiven Salzwasser Krokodile im Norden Australiens genannt. Diese wurden in letzter Zeit sehr nahe am „Bushwalk“ welcher um den Billabong führt gesichtet. Manchmal sogar nur ein paar Meter vom Trail entfernt.

Also war noch einmal mehr Aufmerksamkeit gefordert als sonst schon. Da ich in der Dämmerung vom anderen Ufer des Billabongs fotografieren wollte, kamen mir zuerst Bedenken, ob wir eigentlich überhaupt gehen sollten, wegen dem zurückwandern in der Dunkelheit – doch ich dachte solange es nicht verboten ist und dementsprechenden Vorsichtsmassnahmen kann man es durchaus wagen um den Billabong zu wandern.  Und zum Glück haben wir es gewagt: was uns die Natur an diesem Spätnachmittag präsentierte kann man mit Worten einfach nicht beschreiben. Wallabies welche sich am Rande des Billabongs sonnten, die Vogelwelt, die verschiedenen Geräusche des Busches und vorallem die Lichtstimmung. Es hat sich eine Gewitterzelle gebildet nicht weit weg über dem Outback, natürlich eine Gefahrenquelle mehr, dafür aber fantastisches Licht. Das Licht und die Farben wechselte sich ständig und dann als Höhepunkt bildetet sich über dem Anbangbang Billabong ein Regenbogen. Während 2-3 Stunden konnte man an diesem Abend fotografieren und das im besten Licht . Das zurück wandern war sicher nicht ganz ohne Risiko verbunden, doch gut ausgerüstet mit Taschenlampe und natürlich sehr vorsichtigem vorausschauendem wandern kamen wir sicher beim Ausgangspunkt wieder an. Gerade noch Rechtzeitig vor dem herankommendem Gewitter. Wir waren gerade ins Auto gestiegen fing es schon an zu regnen.
…..die Erkältung habe ich schon fast vergessen. Ach ja, übrigens, ganz ohne Medikamente geht es auch im australischen Top End  bei einer Erkältung nicht!Kakadu National Park
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 (@24mm), ISO 160, f 10, 1/40 Sekunde, Polfilter