Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Apostels Dawning (Die Reise)

Manchmal bin ich mir nicht sicher ob ich mich am Anfang oder am Ende einer Reise befinde. Doch wenn ich mich länger damit beschäftige und meinen Gedanken auf den Grund gehe, komme ich immer zum selben Ergebnis: ich bin auf einer Reise und ich bin mittendrin! Das Leben ist eine Reise. Was ich auch immer mache und was ich auch immer anpacke, es ist ein Kapitel auf meiner Reise durchs Leben. Ich habe Ziele, kleinere und grössere, aber diese sind eigentlich nur Stationen auf meiner Reise. Das eigentliche Ziel ist die Reise selber. Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Reise ist die Fotografie – und so wie das Leben selbst, ist auch die Fotografie für mich eine Reise. Wäre ich am Ende dieser Reise angelangt, gäbe es für mich nichts Neues mehr, nichts neues mehr zu fotografieren und auch nichts neues mehr zu entdecken. Immer wieder neues entdecken und neues sehen und sich den Herausforderungen des Lebens stellen. Das ist Leben! Das Leben will ich nicht nur sehen sondern spüren! Es ist die Neugier die mich immer wieder antreibt – die Neugier neues zu entdecken, aber auch altes Bekanntes neu zu zeigen.

Wäre ich am Ende dieser Reise, dann gäbe es für mich auch nichts Neues mehr zu sehen, keine neuen Ansichten und keine Kreativität mehr, keinen Ansporn, keine Inspiration und keine Freude mehr. Dann gäbe es für mich auch keine neuen Abenteuer und keine neuen Erlebnisse mehr. Es ist eine Reise nach dem perfekten Bild: immer und immer wieder. Doch es ist nicht das Bild alleine. In Wahrheit ist es viel mehr: es ist eine Reise nach Glück, Freiheit, Zufriedenheit und Frieden. Es geht nicht nur um das Bild oder was wir auf dem Bild sehen können. Es geht was im Bild drin ist. Ein Bild ist kein Endprodukt in dem Sinne. Ein Bild ist ein Kapitel auf der Reise welches dieser Lebensabschnitt wiederspiegelt und diesen einen Moment so wie ich ihn gesehen und gespürt habe. Es ist nicht die Realität der Masse, sondern es ist ein Bestandteil von mir in diesem Moment den ich erleben durfte. Es ist die Neugier, die Freude und die Leidenschaft die mich vorantreibt.
Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Dieses Bild entstand am Ende unserer letzten Reise durch Australien im Port Campbell National Park. Es war vielleicht am Ende dieser Reise aber am Anfang einer neuen Reise. Ich weiss schon jetzt was ich dort bei meinem nächsten Aufenthalt umsetzen möchte.
Die Twelve Apostels während der Morgendämmerung.Apostels-Dawning
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@48mm), ISO 100, f 13, ½ Sekunde, Double Processing

Termite Mounds Dawning

Als ich diese Location vor 4 Jahre entdeckte wusste ich schon, dass ich an diesen Ort zurückkehren würde um diesen erneut zu fotografieren. Genau deswegen machten wir letzten September (2013) noch den Abstecher in den Litchfield Nat’l Park. Eigentlich war dieser Abstecher nicht geplant, doch wollte ich die Gelegenheit nutzen um nochmals an diesen Ort bei den Termite Mounds zu fotografieren. So machten wir diesen knapp 350km Abstecher zu den Termite Mounds im Litchfield Nat’l Park. Obwohl dieser Ort sehr leicht zugänglich ist für Touristen, war ich an diesem Morgen wieder alleine. Keine Menschenseele! Wir campierten etwas ausserhalb des Nationalparks und ich hatte etwa eine 30 minütige Fahrt vom Camp zu den Termite Mounds. Als ich ankam war es ca. 5.30 Uhr Morgens und noch Dunkel. Ich hatte schon einwenig Respekt und auch einwenig ein mulmiges Gefühl noch bei Dunkelheit durch das zum Teil Kniehohe Gras des australischen Buschs zu meinem vorgesehenen Standort zu wandern, doch der Wille war grösser als die Angst. Also marschierte ich sehr vorsichtig mit einer starken Taschenlampe ausgestattet durch das Gras und hielt Ausschau ob sich nicht irgendwo im Gras eine Schlange befand. Es gäbe eigentlich Schlangenschutz-Gamaschen, die den Bereich zwischen Fuss und Kniegelenk schützen, in dem Bereich wo es am wahrscheinlichsten ist, von einer Schlange gebissen zu werden. Da ich diese nun nicht hatte, ging es langsam Schritt für Schritt zu meinem vorgesehenen Standort. Dort angekommen stellte ich mein Equipment auf, komponierte mein Bildausschnitt und dann genoss ich die Dämmerung inmitten des australischen Buschs. Die Feuchtigkeit war so hoch, dass zwischenzeitlich meine ganze Kamera feucht angelaufen war und sich alles Nass anfühlte. Langsam färbte sich der Himmel zart rosa und Nebelbänke zogen über das Grasland. Wieder so ein Moment wo ich einfach nur da stand und kaum glauben konnte, dass ich schon wieder so ein magisches Lichtspiel erleben darf. Mir fehlen die Worte um diesen Moment zu beschreiben und lasse somit mein Bild sprechen!
Termite Mounds-Litchfield National Park

Kakadu National Park – Yellow Water Billabong

Wer eine Reise nach Australien plant, sollte sicher auch das Northern Territory bereisen – und zwar nicht nur den „must to do“ Abstecher zum Uluru machen. Nein, man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen das Territory zu durchfahren und einen Besuch im Kakadu National Park machen. Wie lange man sich dafür Zeit nimmt, ist jedem einzelnen frei gestellt – doch ist es unmöglich dieses Land in nur ein paar wenigen Wochen zu bereisen und kennen zu lernen. Die meisten haben ja auch nicht unbeschränkt Zeit und müssen sich mit ein paar wenigen Wochen begnügen – doch weiss ich aus meinen bisherigen Reisen und Besuche im Kakadu National Park, dass ich mir immer mehr Zeit gewünscht hätte. Auf jeden Fall sollte man sich mindestens 3-4 Tage für den Kakadu Park einplanen – so kann man zumindest in aller Ruhe die schönsten Plätze dieses riesigen National Parks besuchen und die Landschaft auf sich wirken lassen. Wer den Kakadu National Park nur gesehen hat, der hat ihn nicht erlebt. Es ist mehr als ein Sehen mit den Augen. Man sollte diese Landschaft erleben, man sollte sie sehen und fühlen können. Dafür braucht es Zeit und diese Zeit sollte man sich nehmen. Ein guter Ausgangspunkt um den Kakadu National Park zu erkunden ist Cooinda – auch während der Regenzeit! Cooinda liegt nicht weit von dem Yellow Water Billabong, eine der reizvollsten und schönsten Landschaften im Kakadu National Park. Gut geeignet für Stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen und Wildlife Fotografie. Cooinda bietet für jeden etwas: etwas luxuriösere Unterkünfte sowie aber auch einfache Campingplätze. Es hat ein einfaches aber gutes Selbstbedienungs-Restaurant mit lokalen Spezialitäten, Campkitchen und man kann natürlich auch in seiner eigenen „Outdoor-Küche“ kochen. Ich bevorzuge immer die einfach Variante. Ich möchte das Outback erleben. Luxus hat man zu Hause genug. Zudem hat es einen Shop um die wichtigsten Sachen zu kaufen und Benzin oder Diesel zu tanken. Jedem der das erste Mal den Yellow Water Billabong besucht, empfehle ich eine Tour mit Yellow Water Cruise auf dem Billabong, in der Cooinda Lodge zu buchen. Am besten die erste Tour Morgens sowie auch noch die letzte Tour Abends nehmen(Sunrise & Sunset Tour). Es sind sehr erfahrene Führer und sie wissen wo man am besten Wildlife sichten kann und dazu gibt es sehr viele Hintergrund Informationen. Ein Drittel aller australischen Vogelarten ist im Kakadu National Park vertreten, davon findet man mindestens 60 Arten in den „Wetlands“. Alle fünf Arten des Eisvogels findet man am Yellow Water Billabong. Der kleinste davon ist gerade nur 2cm gross und wenn man Glück hat, kann man auf einer Tour alle sichten. Natürlich sieht man auch eine Menge der berühmt berüchtigten Salzwasser Krokodilen. Um diese eindrückliche Landschaft zu erleben sollte man so eine Tour nicht auslassen. Es wird einem dann auch erst richtig bewusst wie unendlich gross und zusammenhängend dieses Fluss-System ist.
Das Bild von diesem Blog Artikel entstand am Yellow Water Billabong früh morgens noch vor Sonnenaufgang. Morgens hat es jeweils Bodennebel über dem Feuchtgebiet der sich aber sobald die Sonne aufheizt schnell mal auflöst. Ich liebe die frühen Morgen an diesem Billabong – sie haben eine ganz spezielle Stimmung. Bis auf diesen Morgen hatte ich auch nicht gewusst, dass Salzwasser Krokodile auf Bäume klettern können. Ich lief auf dem Steg zu dieser Stelle wo ich dieses Bild machte. Ich war an diesem Morgen der erste, der dort entlang lief. Diese Stelle ist einwenig weiter als die Anlegestelle der Boote der Yellow Water Cruises. Kurze Zeit später kamen auch die Tour-Guides der Yellow Water Cruise um die Sunrise-Tour von diesem Tag vorzubereiten. Nach und nach kamen dann auch die ersten Touristen welche die Sunrise-Tour gebucht haben. Einer der Führer deutete dann mit seiner Hand auf einen Baum neben dem Steg wo man vorbei laufen musste um auf die Boote oder eben auch zu meinem Standpunkt zu gelangen und fragte ob jemand das Krokodil auf dem Baum bemerkt hatte? Was ein Krokodil auf einem Baum? Neben dem Steg? Knapp 2 Meter davon entfernt lief ich kurze Zeit vorher vorbei! Ich hatte das nicht bemerkt, obwohl ich wirklich gut geschaut und vorsichtig gewesen bin! So schön diese Landschaft auch ist und vielleicht auch idyllisch auf einem wirkt, so gefährlich ist es dort auch. Aber gerade auch deshalb ist es für mich als Fotograf immer wieder eine Faszination dort zu fotografieren!Yellow-Water-Dawning
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@45mm), ISO 250, f 10, 1/6 Sekunde, Polarizer