Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Go Dark – Dramatische & Stimmungsvolle Bilder fotografieren

Landschaftsfotografen lieben stimmungsvolle und dramatische Bilder. Auch ich liebe es wenn es viele Wolken am Himmel hat mit einer kleinen Lücke wo das Sonnenlicht durchscheinen kann. Solche Stimmungen einzufangen sind aber manchmal gar nicht so einfach: das RAW Bild sieht öfters weniger spektakulär aus, als es wirklich war. Das Bild sieht weniger dramatisch und nicht so stimmig aus als dass Bild welches du eigentlich machen wolltest. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir beim Fotografieren darauf achten sollten eine ausgewogene Belichtung zu erzielen. Das bedeutet, dass wir weder rechts noch links vom Histogramm abgeschnittene Tonwerte haben. Optimal sollte das Histogramm so aussehen wie ein Berg. Ausgewogen belichtete Bilder liefern ein Histogramm, das an beiden Seiten bis auf die horizontale Achse herunterreicht. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass sowohl die dunkelsten, als auch die hellsten Stellen des Bildes noch Zeichnung aufweisen. Solche Aufnahmen sind ideales Ausgangsmaterial, um nachträglich eine Feinanpassung der Gesamthelligkeit vorzunehmen. Auch bei der RAW-entwicklung gilt, dass man die Aufnahme so anpasst, dass in den Dunklen Bereichen wie in den hellen Bereichen immer noch Zeichnung vorhanden ist. In der Regel erhöht man etwas die Schatten und zieht die Highlights etwas nach unten, erhöht die Kontraste und die Sättigung etwas und man hat ein fertiges Bild. Das mag in vielen Fällen zu schönen Ergebnissen führen, aber es kann durchaus sein, dass das Bild nicht die Stimmung so wiedergibt wie man es erlebt hat, oder es nicht die Stimmung nicht ganz die Intensität hat, welche man am Betrachter des Bildes übermitteln will. In meinem Fall überbelichte ich meine Bilder bei der Aufnahme vor Ort immer ein wenig, um bessere Bildqualität zu erreichen, was mir bei der Bildbearbeitung mehr Möglichkeiten offen lässt.
Meine Vorgehensweise bei der RAW-Entwicklung ist öfters anders als man in den meisten Workshops lernt. Es geht hier aber nicht darum was richtig oder falsch ist, sondern um den persönlichen Still und was man am Betrachter zeigen möchte. Und es ist wie so oft, es gibt viele Wege zum gewünschten Ziel.
Ich verringere in der Nachbearbeitung erstmal die Belichtung, erhöhe dann mit den Highlights-Schieberegler die Helligkeit wieder damit ich einen Glanz ins Bild bekomme und den allgemeinen Kontrast im Bild aufrechterhalten wird und somit verhindert, dass das Bild flach und kontrastarm aussieht. Die betonten Highlights lenken die Aufmerksamkeit auf die leuchtenden Stellen im Foto und geben ihnen noch mehr visuelle Bedeutung. Weil ich die Belichtung verringert habe, muss ich jetzt evtl. auch noch die Schatten wieder etwas aufhellen und gebe zudem mit dem Schwarz-Regler und dem Tiefen-Regler noch etwas mehr Kontrast in die dunklen Bereiche meines Bildes, indem ich den Schwarz-Regler etwas nach links ziehe und den Tiefen-Regler etwas nach rechts ziehe.
Es ist aber ganz wichtig, dass man dies erst in der Nachbearbeitung macht und nicht schon die Aufnahme etwas unterbelichtet. Die Aufnahme sollte, wie oben erwähnt, optimal und ausgewogen belichtet sein. Wenn man das Bild unterbelichtet fotografiert, riskiert man dass man eine niedrige Bildqualität hat, Rauchen erzeugt und man unter Umständen in den Schatten keine Zeichnung mehr hat. Mit einer perfekten Belichtung, haben wir das bestmögliche Ausgangsmaterial für die Nachbearbeitung und können somit die gewünschte und erlebte Stimmung wiedergeben.
Diese Technik habe ich bei diesem Bild vom Aletschgletscher mit dem Titel «The Arena» fotografiert vom Eggishorn angewandt. Das Bild habe ich bei der Aufnahme vor Ort etwas überbelichtet, gerade so viel, dass ich keine ausgefressene lichter hatte, bei der Nachbearbeitung die Belichtung verringert habe, die Highlights danach wieder erhöht, etwas mehr Schwarz-Anteil gegeben, die Tiefen hochgezogen, Klarheit auf ca. 20, Sättigung reduziert auf -15, Dynamik etwas erhöht und in Photoshop mit «Dodge & Burn» lokale Anpassungen vorgenommen.Aletschgletscher-Eggishorn
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@14mm),
ISO 64, f 11,  1/10Sekunde