Bild des Monats: Januar 2017

EISZEIT
Anfang Januar 2017 hat endlich auch der Winter 2016/2017 in unseren Breitengrade Einzug gehalten. So gab es diesen Monat einige Möglichkeiten Winterbildidee umzusetzen. Ich war einige Male unterwegs in den vergangenen 4 Wochen. Unvergessen bleibt der erste Tripp im 2017 mit Heiri Roth, ein Kollege von der Windhunderennbahn Rifferseil, der mir seine Heimat das Toggenburg zeigte. Dabei hatte ich die Möglichkeit „Schwarzes Eis* zu fotografieren. Danach gings nochmals ins Toggenburg mit einem Fotografen Kollegen. An diesem Tag hatten wir einen Bilderbuch-Wintertag: Bitterkalt aber schönstes Winterwetter. Die Autofahrt nach Liechtensteig bei andauerndem Schneefall eine gute Woche später bleibt wohl auch noch lange in meinen Erinnerungen haften. Ebenfalls der etwas abenteurliche Ausflug mit Adrian Wirz und Andreas Gerth in die Innerschweiz war ein tolles Erlebnis. Doch der eindrücklichste Moment im Januar erlebte ich bei meinem spontanen Kurzbesuch am Neuenburgersee. Es war eisig kalt die Tage zuvor und es wehte eine starke Bise. Ich dachte mir, gerade richtig um mal zu diesem Badehäusschen am Neuenburgersee zu gehe. Doch musste ich mein Vorhaben auf ein paar Tage später verschieben-zuerst wollte ich gar nicht mehr gehen, doch zum Glück konnte ich mich selber dennoch dazu bewegen zu gehen. Eindrücklich was das der Wind zusammen mit dem Wasser in diesen eisigen Temperaturen zauberte.
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8@31mm, Iso100, f11, 175 Sekunde

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Sense of Awe

Es gibt Momente im Leben eines jeden Fotografen die er wohl nie mehr vergisst. Genau so ein Moment ist dieser Morgen in den Dolomiten bei den Cinque Torri. Eigentlich fing der Morgen nicht vielversprechend an. Der Wecker klingelte und ich schaute aus dem Fenster raus. Adrian fragte mich „Na, wie sieht’s aus?“ Und ich antwortete „Nichts, es hat immer noch Nebel!“ Dann einige Minuten später. Adrian schaute zum Fenster hinaus und fragte verwundert „Wo um Himmelswillen siehst Du acuh Nebel! Das ist Sternenklar!“ Also los ging es! Knapp 20 Minuten später standen wir vor den Cinque Torri und wir glaubten nicht was wir da vorfanden: mehr als perfekte Bedingungen. Die Cinque Torri umgeben von Nebel. Einfach atemberaubend! Da war nichts mit warten auf das perfekte Licht – natürlich wussten wir, dass das Licht immer noch besser werden konnte, doch die Bedingungen waren schon absolut genial und wir konnten gleich loslegen mit fotografieren. So etwas findet man höchst selten vor. Ich stand einfach nur da und kam aus dem staunen nicht mehr heraus. Einen Moment der Ehrfurcht und der unendlichen Dankbarkeit sowas erleben zu dürfen. Natürlich auch die Freude die Gelegenheit zu haben es noch zu fotografieren. Dieser Morgen in den Dolomiten ist sicher für mich das Highlight vom 2016!
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 @34mm, Iso64, f11, 3 Sekunden

 

Go Dark – Dramatische & Stimmungsvolle Bilder fotografieren

Landschaftsfotografen lieben stimmungsvolle und dramatische Bilder. Auch ich liebe es wenn es viele Wolken am Himmel hat mit einer kleinen Lücke wo das Sonnenlicht durchscheinen kann. Solche Stimmungen einzufangen sind aber manchmal gar nicht so einfach: das RAW Bild sieht öfters weniger spektakulär aus, als es wirklich war. Das Bild sieht weniger dramatisch und nicht so stimmig aus als dass Bild welches du eigentlich machen wolltest. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir beim Fotografieren darauf achten sollten eine ausgewogene Belichtung zu erzielen. Das bedeutet, dass wir weder rechts noch links vom Histogramm abgeschnittene Tonwerte haben. Optimal sollte das Histogramm so aussehen wie ein Berg. Ausgewogen belichtete Bilder liefern ein Histogramm, das an beiden Seiten bis auf die horizontale Achse herunterreicht. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass sowohl die dunkelsten, als auch die hellsten Stellen des Bildes noch Zeichnung aufweisen. Solche Aufnahmen sind ideales Ausgangsmaterial, um nachträglich eine Feinanpassung der Gesamthelligkeit vorzunehmen. Auch bei der RAW-entwicklung gilt, dass man die Aufnahme so anpasst, dass in den Dunklen Bereichen wie in den hellen Bereichen immer noch Zeichnung vorhanden ist. In der Regel erhöht man etwas die Schatten und zieht die Highlights etwas nach unten, erhöht die Kontraste und die Sättigung etwas und man hat ein fertiges Bild. Das mag in vielen Fällen zu schönen Ergebnissen führen, aber es kann durchaus sein, dass das Bild nicht die Stimmung so wiedergibt wie man es erlebt hat, oder es nicht die Stimmung nicht ganz die Intensität hat, welche man am Betrachter des Bildes übermitteln will. In meinem Fall überbelichte ich meine Bilder bei der Aufnahme vor Ort immer ein wenig, um bessere Bildqualität zu erreichen, was mir bei der Bildbearbeitung mehr Möglichkeiten offen lässt.
Meine Vorgehensweise bei der RAW-Entwicklung ist öfters anders als man in den meisten Workshops lernt. Es geht hier aber nicht darum was richtig oder falsch ist, sondern um den persönlichen Still und was man am Betrachter zeigen möchte. Und es ist wie so oft, es gibt viele Wege zum gewünschten Ziel.
Ich verringere in der Nachbearbeitung erstmal die Belichtung, erhöhe dann mit den Highlights-Schieberegler die Helligkeit wieder damit ich einen Glanz ins Bild bekomme und den allgemeinen Kontrast im Bild aufrechterhalten wird und somit verhindert, dass das Bild flach und kontrastarm aussieht. Die betonten Highlights lenken die Aufmerksamkeit auf die leuchtenden Stellen im Foto und geben ihnen noch mehr visuelle Bedeutung. Weil ich die Belichtung verringert habe, muss ich jetzt evtl. auch noch die Schatten wieder etwas aufhellen und gebe zudem mit dem Schwarz-Regler und dem Tiefen-Regler noch etwas mehr Kontrast in die dunklen Bereiche meines Bildes, indem ich den Schwarz-Regler etwas nach links ziehe und den Tiefen-Regler etwas nach rechts ziehe.
Es ist aber ganz wichtig, dass man dies erst in der Nachbearbeitung macht und nicht schon die Aufnahme etwas unterbelichtet. Die Aufnahme sollte, wie oben erwähnt, optimal und ausgewogen belichtet sein. Wenn man das Bild unterbelichtet fotografiert, riskiert man dass man eine niedrige Bildqualität hat, Rauchen erzeugt und man unter Umständen in den Schatten keine Zeichnung mehr hat. Mit einer perfekten Belichtung, haben wir das bestmögliche Ausgangsmaterial für die Nachbearbeitung und können somit die gewünschte und erlebte Stimmung wiedergeben.
Diese Technik habe ich bei diesem Bild vom Aletschgletscher mit dem Titel «The Arena» fotografiert vom Eggishorn angewandt. Das Bild habe ich bei der Aufnahme vor Ort etwas überbelichtet, gerade so viel, dass ich keine ausgefressene lichter hatte, bei der Nachbearbeitung die Belichtung verringert habe, die Highlights danach wieder erhöht, etwas mehr Schwarz-Anteil gegeben, die Tiefen hochgezogen, Klarheit auf ca. 20, Sättigung reduziert auf -15, Dynamik etwas erhöht und in Photoshop mit «Dodge & Burn» lokale Anpassungen vorgenommen.Aletschgletscher-Eggishorn
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@14mm),
ISO 64, f 11,  1/10Sekunde

Wieso mache ich dieses Bild

Wieso haben wir dieses oder jenes Bild gemacht und wieso habe ich dies gerade in diesem Moment fotografiert?
War es eine Stimmung, eine Emotion, eine schöne Landschaft oder vielleicht auch eine interessante Stadtansicht – oder war es vielleicht wie das Licht mit der Landschaft zusammen spielte, Formen und Muster welche wir wahrnehmen oder war es der Farbkontrast? Es gibt auf diese Frage so viele Möglichkeiten und Antworten wie es auch Fotografen auf dieser Welt gibt!
Die Frage ist vielmehr warum ich gerade dieses bestimmte Bild in diesem bestimmten Moment machte und was möchte ich damit sagen und zeigen!
Es geht hier nicht um die Motivation wieso wir fotografieren sondern um die Motivation und das Warum eines bestimmten Bildes: Warum habe ich gerade dieses Bild gemacht!
Es muss ja einen Grund geben, wieso ich gerade dieses Bild in diesem Licht mit dieser Komposition als gut und fotogen empfunden habe!
Alles beginnt doch mit einer Vision oder einer Idee – diese Vision ist da bevor man eigentlich bei seiner Location ist und vorallem bevor man die Kamera aus der Kameratasche genommen hat. Zumindest ist das bei mir so! Ideen kommen mir beim erkunden einer Landschaft oder wenn ich vielleicht Bilder anderer Fotografen anschaue. Diese Ideen sind vielmehr Inspirationen welche ich mit einer meinen Visionen oder Ideen kombinieren kann und in meiner bevorzugten Landschaft oder einer Landschaft die ich gerade am erkunden bin umsetzen kann. Es ist auf eine Weise, ein Archiv mit Ideen, Informationen und Visionen welche ich aus meinem Gedächtnis abrufen kann – eine Vision kann aber nicht einfach so schnell entstehen.
Eine Vision ist nichts anderes als die Kunst des Sehens kombiniert mit der Fähigkeit dieses Subjekt logisch und harmonisch in einem bestimmten Licht in den von der Kamera vorgegebenen Rahmen zu komponieren und dementsprechend interessant darin zu platzieren.

Da ja ein Bild auch Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen ist, ist es deshalb auch schon wichtig, dass man weiss bevor man fotografiert, was man dem zukünftigen Betrachter seines Bildes zeigen oder mitteilen möchte. Wenn man mit einem anderen Menschen ins Gespräch kommen will, überlegt man sich im Grunde zuerst auch vorher was man sagen will und reiht nicht einfach sinnlos ein Wort nach dem anderen zu einem Satz zusammen. Genau gleich ist es beim fotografiere!
Ansel Adams hat ja schon gesagt „Bei jedem Bild sind immer zwei Menschen beteiligt: Der Fotograf und der Betrachter“
Wenn wir also jetzt mit den Betrachter unserer Bilder kommunizieren möchten, müssen wir eine klare Sprache sprechen damit unser Gegenüber uns auch verstehen kann, uns zuhört und wir seine Aufmerksamkeit haben.
Ein Bild ist vielmehr als nur der Moment wo man den Auslöser betätigt, der Verschluss sich öffnet bis dieser sich wieder schliesst. Nein, ein Bild fängt viel früher an – mit einer Idee, Inspiration welche sich dann zu einer Vision bildet. Dann kommen unzählige Besuche der Location bis endlich die Bedingungen stimmen, die Komposition, das warten und schlussendlich der Moment wo man das Licht auf den Sensor bannt. Jetzt geht es aber noch zum nachbearbeiten, denn dass was man bis jetzt hat sind bloss Daten welche man jetzt noch verfeinern muss. So zu sagen man gibt dem Bild jetzt noch die Würze. Hier entscheidet sich, was man beim Betrachter auslöst und was man selber ausdrücken möchte.

Wieso ich gerade dieses Bild machte oder dies in diesem Licht fotografierte in dieser bestimmten Stimmung, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Grundsätzlich fängt dies, wie oben schon erwähnt mit einer Idee an welche zu einer Vision werden kann und schlussendlich einen Reifeprozess durchmacht. Vor Ort setze ich dann meine Vision um. Manchmal wird aus dieser Vision dann ein Bild und manchmal ergibt sich vor Ort eine unerwartete Situation und es ergibt sich spontan eine neue Bildidee, welche ich dann wieder bildlich umsetze. Ich möchte dem Betrachter nicht nur ein dokumentarisches Bild zeigen, sondern ihn mitnehmen auf eine Reise durch mein „Ich“ von diesem speziellen Moment. Ich möchte ihm zeigen was ich fühlte, wie ich diesen Moment erlebt habe und möchte ihm aber auch genug Freiraum lassen für eine eigene Interpretation.
Als Fotograf finde ich es wichtig, dass man sich bei jedem Bild für sich selber die Frage stellt „Wieso und warum mache ich dieses Bild?“ Hat man keine Antwort auf diese Frage, dann ist es so als ob man redet aber nicht weiss was man sagen möchte. Man redet einfach um des Redens willen! Jetzt liegt es an jedem einzelnen ob er einfach fotografiert damit man fotografiert hat, oder man mit dem Betrachter kommunizieren möchte – ihm was mitteilen möchte!Schäfler-Appenzell
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 14,
1/13 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft

 

 

 

 

 

 

Apostels Dawning (Die Reise)

Manchmal bin ich mir nicht sicher ob ich mich am Anfang oder am Ende einer Reise befinde. Doch wenn ich mich länger damit beschäftige und meinen Gedanken auf den Grund gehe, komme ich immer zum selben Ergebnis: ich bin auf einer Reise und ich bin mittendrin! Das Leben ist eine Reise. Was ich auch immer mache und was ich auch immer anpacke, es ist ein Kapitel auf meiner Reise durchs Leben. Ich habe Ziele, kleinere und grössere, aber diese sind eigentlich nur Stationen auf meiner Reise. Das eigentliche Ziel ist die Reise selber. Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Reise ist die Fotografie – und so wie das Leben selbst, ist auch die Fotografie für mich eine Reise. Wäre ich am Ende dieser Reise angelangt, gäbe es für mich nichts Neues mehr, nichts neues mehr zu fotografieren und auch nichts neues mehr zu entdecken. Immer wieder neues entdecken und neues sehen und sich den Herausforderungen des Lebens stellen. Das ist Leben! Das Leben will ich nicht nur sehen sondern spüren! Es ist die Neugier die mich immer wieder antreibt – die Neugier neues zu entdecken, aber auch altes Bekanntes neu zu zeigen.

Wäre ich am Ende dieser Reise, dann gäbe es für mich auch nichts Neues mehr zu sehen, keine neuen Ansichten und keine Kreativität mehr, keinen Ansporn, keine Inspiration und keine Freude mehr. Dann gäbe es für mich auch keine neuen Abenteuer und keine neuen Erlebnisse mehr. Es ist eine Reise nach dem perfekten Bild: immer und immer wieder. Doch es ist nicht das Bild alleine. In Wahrheit ist es viel mehr: es ist eine Reise nach Glück, Freiheit, Zufriedenheit und Frieden. Es geht nicht nur um das Bild oder was wir auf dem Bild sehen können. Es geht was im Bild drin ist. Ein Bild ist kein Endprodukt in dem Sinne. Ein Bild ist ein Kapitel auf der Reise welches dieser Lebensabschnitt wiederspiegelt und diesen einen Moment so wie ich ihn gesehen und gespürt habe. Es ist nicht die Realität der Masse, sondern es ist ein Bestandteil von mir in diesem Moment den ich erleben durfte. Es ist die Neugier, die Freude und die Leidenschaft die mich vorantreibt.
Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Dieses Bild entstand am Ende unserer letzten Reise durch Australien im Port Campbell National Park. Es war vielleicht am Ende dieser Reise aber am Anfang einer neuen Reise. Ich weiss schon jetzt was ich dort bei meinem nächsten Aufenthalt umsetzen möchte.
Die Twelve Apostels während der Morgendämmerung.Apostels-Dawning
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@48mm), ISO 100, f 13, ½ Sekunde, Double Processing

Full Moon Rising (Gedanken zum Post Processing)

Es gibt heute immer noch viele Menschen, Fotografen wie auch nicht Fotografen, welche darauf bestehen und davon überzeugt sind, dass der einzig richtige und wahre Weg ist, dass ein Bild fertig aus der Kamera kommen muss. So zu sagen „Out of the box“! Ein wahrer Fotograf macht perfekte Bilder in der Kamera. Diese Leute meinen auch ein Bild welches in Lightroom, Adobe Camera RAW oder Photoshop nachbearbeitet worden ist, ist manipuliert und habe nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Ich wiederspreche dieser Ansicht!
Es gibt nichts, dass ein Bild mehr verfälscht und einen Fotografen künstlerisch wie auch technisch mehr einschränkt, als ein Bild welches fix-fertig aus der Kamera kommen muss.
Basierend auf der Grundlage wie Kamerasensoren arbeiten, ist es der sicherste Weg die Bildqualität zu minimieren und man erreicht selber nicht viel ausser dass man sich selber viele Hindernisse in den Weg stellt und sich selber unnötig einengt, so als ob man nur ein paar Worte zur Auswahl hätte um sich sprachlich auszudrücken.

Die Landschaftsfotografie hat sich während den letzten ungefähr 100 Jahren immer weiter entwickelt und hat auch Änderungen durchgemacht welche sich die Pioniere von damals wahrscheinlich kaum hätten vorstellen können. Es ist aber ein grosses Missverständnis, dass Ansel Adams seine Meisterwerke „in der Kamera“ machte!!! Nein, das hat er nicht. Er machte eine gute und perfekte Belichtung mit der Kamera und erstellte seine Meisterwerke in der Dunkelkammer mit verschiedenen Techniken.
Wieso ich das hier betone? Wenn heutzutage ein Künstler/Fotograf zugibt, dass er für ein „Fine-Art-Print“ über 3 Stunden in Photoshop gearbeitet hat um sein endgültiges Bild zu entwickeln/bearbeiten, dann ist die allgemeine Meinung, dass es sich hier um ein Produkt handelt welches in Photoshop, sprich Computer, entstanden ist und kein eigentliches Foto mehr ist! Jeder professioneller Landschaftsfotograf ist heute diesem Vorwurf ausgesetzt und muss sich mit diesem Problem auseinander setzen. Tatsache ist, dass dieses „Fertig-aus-der-Kamera-Einstellung“ in den frühen 70er Jahren ihren Ursprung hatte, als die Farbfotografie stark aufgekommen ist. Es war für die meisten Fotografen einfach nicht möglich Farb-Negative zu entwickeln und somit übernahmen Fotolabore ihre Arbeit. Man hat den Film an das Labor gesendet und erhielt das fertige Bild oder das Dia.
Nun, die digitale Fotografie ermöglicht heute dem Fotografen mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen seine Bilder wieder selber zu entwickeln, so wie zu Zeiten von Ansel Adams. Was früher in der Dunkelkammer gemacht wurde, macht man heute am PC mit Photoshop, Adobe Camera Raw, Lightroom, etc., im sogenannten „digital Darkroom“!
Was ich damit sagen möchte ist, dass sich die Technik massiv gewandelt hat in den letzten Jahren, aber die Grundfunktion, also die Basis, immer noch die gleiche ist: es geht darum Licht einzufangen!!! Mit der Kamera fange ich also das Licht ein, beim „entwickeln“ kreiere ich mit den Informationen welche ich eingefangen habe, mit Hilfe verschiedener Techniken mein Bild! Post-Processing ist also, genauso wie die Vision, das Sehen und das eigentliche fotografieren selber, ein wichtiger Bestandteil für ein grossartiges Foto.Full Moon RisingTechnische Details: Nikon D810, 70-200mm Objektiv (@200mm) & 2fach Konverter(Brennweite 400mm), ISO 64, f 10, 1/6 Sekunde, Double Processing, eine Bearbeitung für den Vordergrund (Mittlere und Dunkle Bereiche), eine zweite Bearbeitung für die Highlights, dazu sind diese zwei Bearbeitung auch noch unterteilt (eine mit Capture Sharpening und eine ohnefür einen schönen weichen Himmel). Manuell überblendet in Photoshop