Making of Crestasee

Das wir Landschaftsfotografen manchmal etwas «verrückt» sind aus der Sicht eines «Nicht-Fotografen» ist wohl so – doch manchmal fragt man sich als Landschaftsfotograf selber, «Was mache ich eigentlich um diese Tageszeit, in diesem Wetter oder unter diesen Bedingungen hier?»
Doch um das eine spezielle Bild zu machen und einen einzigartigen Moment festzuhalten, muss man auch einiges in Kauf nehmen, Opfer bringen und die Komfortzone» auch mal verlassen.
Ähnlich ging es mir letzte Samstagnacht! Nach einer Geburtstagsparty und einem langen Arbeitstag machte ich mich auf den Weg ins Bündnerland. Andreas Gerth, ein befreundeter Fotograf war schon seit Samstag in der Ostschweiz unterwegs am Fotografieren und fragte mich, ob ich am Sonntagmorgen Interesse hätte am Crestasee zu fotografieren! Eigentlich hatte ich an diesem Wochenende nicht geplant fotografieren zu gehen, da wir ja eben am Samstagabend an der genannten Geburtstagsparty im Bernbiet eingeladen waren. Doch irgendwie reizte es mich und es war zu verlockend, vor allem als mir Andreas noch sagte, dass sein Bruder Roland Gerth ebenfalls mitkommen werde. Das letzte Mal als ich Roland Gerth traf, war 2011 am Stellisee. Dazu kommt, das der Crestasee schon seit einigen Jahren auf meiner Wunschliste steht. So dachte ich, habe ich wieder mal die Gelegenheit für ein kleines Gespräch mit Roland Gerth und komme noch dazu am Crestasee endlich mal zu fotografieren. Das Wetter sollte ja für den Sonntagmorgen auch passend sein.
Doch der Crestasee liegt ja jetzt nicht gerade um die Ecke, wenn man im Raum Solothurn wohnt. Eine gut 2-stündige Autofahrt ist es von mir zu Hause bis nach Flims zum Crestasee. Eigentlich auch keine grosse Sache, oder?
Doch nur wegen einem Bild an das andere Ende der Schweiz fahren? Lohnt sich das überhaupt? Und das erst noch in der Nacht! Und nach einer Geburtstagsparty! Ist das vernünftig? Lohnt sich der Aufwand? 12 Stunden unterwegs sein für ein einen einzigen Moment von wenigen Minuten auf den Sensor zu bannen! Für ein einziges Bild, wenn es dann noch ein gutes Bild wird! Das weiss man in der Landschaftsfotografie sowieso sehr selten. Man kann zwar sehr vieles planen, doch eine Garantie hat man nie.
Um Mitternacht waren wir wieder zu Hause von der Geburtstagsfeier, etwas früher als vermutet. So packte ich schnell meine Sachen zusammen und lud meine Ausrüstung, eine Kanne Kaffee und etwas Verpflegung für Unterwegs ins Auto und fuhr danach gleich weiter ins Bündnerland. Ich war etwas überrascht über das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn Richtung Zürich. War es doch schon nach Mitternacht! Doch anscheinend schläft die Schweiz nie! Trotzdem kam ich zügig voran und erreichte den Parkplatz beim Crestasee, wo ich mich am nächsten Morgen mit Andreas Gerth und seinem Bruder Roland Gerth treffen werde, knapp nach 2 Uhr morgens. Obwohl der Mond die Landschaft erhellte, war es relativ dunkel durch den Wald zu fahren und mit gesundem Menschenverstand und der Hilfe des Navis, fand ich dann schlussendlich den Parkplatz im Wald beim Crestasee. Mit ein paar Tassen Kaffee zwischendurch, konnte ich gegen die einsetzende Müdigkeit ankämpfen, dennoch war ich froh, als ich mein Ziel endlich erreichte und mich im Auto noch für knappe 2 Stunden hinlegen konnte. Genau um 4 Uhr morgens holte mich der Wecker aus dem Schlaf. Es reichte noch schnell für eine Tasse Kaffee und einen Ovo-Sport-Riegel bevor dann auch schon Andreas und Roland Gerth auf dem Parkplatz ankamen. Doch bevor wir zum See aufbrechen konnten, musste Andreas noch seinen obligaten «Morgenkaffee» haben. So kamen Roland Gerth und ich noch in den Genuss einen «Andreas Gerth on the Road – Kaffee’s.

Making of „Crestasee“ (Smartphone-Foto)

Danach marschierten wir gemeinsam zum Crestasee und suchten den bekannten Spot.  Ich war noch nie an diesem See, so wollte ich erstmal diesen bekannten Spot auf meine Art fotografieren.  Da Roland Gerth diesen See schon fotografierte, liess er mir und Andreas den Vorrang – war der Platz an diesem Spot doch relativ beschränkt. Zumindest wenn man Ansprüche auf eine originelle und durchdachte Komposition hat. Roland suchte nach neuen Motiven und kam schon bald zurück und zeigte uns was er gefunden hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich für mich eine zufriedenstellende Bildkomposition gefunden hatte. Doch jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten. Inzwischen sind ein paar junge Naturliebhaber welche am See übernachteten auch wach geworden und die versuchten sich mit Feuer machen. Eher mit weniger Erfolg, brachten sie es mehr dazu den See einzuräuchern. Ich hoffte nur, dass sie das Feuer in den Griff bekommen, bis die Sonne über den Horizont kommt. Doch je länger je mehr, hatte ich Zweifel daran. Zwischendurch gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer und der Rauch war fast komplett verschwunden. Doch ich war zufrieden mit meinem Standpunkt und hoffte es würde klappen mit dem gewünschten Bild. Nicht so Andreas! Er machte sich dann auf den Weg nach neuem zu suchen. Auch er wurde belohnt. Noch bevor ich überhaupt ein Bild gemacht hatte, kam er total Happy wieder zurück. Langsam näherte sich die Sonne dem Horizont und machte meine ersten Belichtungen. Ich dachte mir schon, das könnte noch schwierig werden, dies mit einer einzigen Belichtung zu machen. Auch wegen den Rauchschwaden die ab und zu wieder den Wald verdeckten. So machte ich schon einige Belichtungen bevor die Sonne zum Vorschein kam, danach machte ich einige Belichtungen als die ersten Sonnenstrahlen sanft die Landschaft berührte und zum Schluss noch ein paar Belichtungen für den Sonnenstern. Dies alles geschah innerhalb von wenigen Minuten und das Bild war im Kasten. Andreas und Roland fragten mich danach, ob es was geworden ist und ich antwortete bloss: «Das sehe ich dann zu Hause». Als ich mein Bild hatte, suchte ich dann auch noch den See nach anderen Motiven ab und fand ein paar schöne Plätze. Es gibt dort ohne Zweifel noch mehr Motive als das bekannte. Andreas Gerth sowie auch Roland Gerth fanden interessante und schöne Motive. Das schön an diesem Morgen war, dass jeder von uns komplett unterschiedliche Bilder gemacht hat.
Ich habe mich ein paar male gefragt, als sich Andreas auf den Weg machte, um neue Motive am Ufer des Crestasee’s zu suchen, ob ich wohl auch was anderes machen solle. Doch ich hatte diese Idee und blieb hartnäckig. Oft hat sich meine Hartnäckigkeit nicht gelohnt, doch auch wurde ich gerade wegen dieser Hartnäckigkeit auch des Öfteren schon belohnt. Manchmal ist es sehr schwer die richtige Entscheidung zu treffen. An diesem Morgen habe ich mich richtig entschieden. Zumindest für mich war es richtig. Wenn ich jetzt Andreas Gerth’s Foto sehe, so hat er für sich an diesem Morgen auch die richtige Entscheidung getroffen. Was für mich stimmt, muss nicht zwingend auch für einen anderen Fotografen richtig sein oder umgekehrt. So hat wohl jeder für sich an diesem Morgen die richtige Entscheidung getroffen. Es war ein toller Morgen mit zwei grossartigen Fotografen und tollen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Nach einem Kaffee mit Croissant machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, Iso 64
3 Belichtungen: Basisbelichtung: f11 & 1/80 Sekunde, Sonnenstern: f22 & 1/13 Sekunde, Nebel: f11 & 1/100 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Bild des Monats: Mai 2017

Der Mai fotografisch gesehen ein sehr ergiebieger Monat. Ich war viel unterwegs, habe einige neue Spots erkundet und einige neue Bilder gemacht. Doch die Arbeit zu Hause am PC blieb dabei etwas liegen und desshalb habe ich nur zwei neue Bilder fertig gestellt in diesem Monat. Auch in der Windhundefotografie war ich in diesem Monat sehr aktiv, das war auch ein Grund wieso die Landschaftsfotografie beim bearbeiten der Bilder etwas der kürzere zog.
Mein persönlicher Favorit in diesem Monat ist von einer Location die ich eigentlich schon sehr lange kenne, dennoch war es für mich eine Neuentdeckung. Als ich an diesem Morgen ins Emmental fuhr, hatte ich eine Bildidee, doch war es viel mehr ein Ausflug zum rekognoszieren. Ging eigentlich mit der Erwartung, dass ich kein Bild machen würde. Wie erwartet konnte ich meine eigentliche Bildidee nicht umsetzen, doch als ich etwas weiter schaute fand ich ein paar schöne Kompositionsmöglichkeiten. Obwohl man in der Landschaftsfotografie sehr viel planen muss um das perfekte Bild zu machen, muss man auch immer offen sein für neues, den manchmal ergeben unerwartete Momente die besseren Bilder als das erhoffte und geplante.
Ein Ort der meines Wissens nur Einheimische kennen und ein paar Fotografen. Hoffen wir dass es noch lange so bleibt und die Natur sich dort voll entfalten kann.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 13,
1/8 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Bild des Monats: März 2017

Wieder einmal bin ich etwas spät dran mit dem Bild des Monats.
Auch im März gab es noch nicht viele Foto-Motive welche mich dieses Jahr reizten und ich investierte die Zeit mit dem bearbeiten von Bildern. die Website und in die Werbung.
Dennoch, der Frühling kam Ende März mit grossen Schritten auf uns zu und da gibt es verschiedene Motive und Landschaften die dieses Jahr ganz oben auf meiner Liste stehen.
Eine davon war diese Landschaft im Emmental mit dem Narzissenfeld. Den Ort möchte ich hier lieber geheim halten und somit nicht nennen – es gibt verschiedene Gründe warum. Doch glaube ich, wenn man unbedingt will, kann man diesen auch selber ausfindig machen. Ein paar Fotografen werden ihn natürlich auch kennen.
Dieser Abend schien vielversprechend zu sein, hatte es doch wunderschöne Wolken am Himmel. Auf dem Weg zu diesem Spot hatte ich leider noch einen Unfall. Bei einem Stopp-Schild fuhr mir jemand auf und es gab, zumindest beim anderen auto erheblichen Schaden. An meinem hielt sich der Schaden in Grenzen. Zum Glück war ich genug früh dran, so reichte es trotz dem Unfall noch rechtzeitig zu meinem Spot. Es war einfach genial. Das Licht, die Stimmung und die Landschaft mit den blühenden Narzissen entschädigten mich für den Ärger mit dem Unfall. Es hat wieder einmal alles gepasst und zusammengespielt. Zufrieden und glücklich fuhr ich nach Sonnenuntergang wieder nach Hause.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso100, f13, 0.5 Sekunde, 2 Aufnahmen manuell überblendet für max. Tiefenschärfe

Project Luxury & Art – Frühlings-Ausgabe 2017

Project Luxury & Art, ein Magazin der Luxus Klasse, fragte mich Anfang Jahr ob ich Interesse hätte, mich in der Frühlings-Ausgabe 2017 zu präsentieren. Es ist ein internationales Magazin welches nur in Top Locations ausgelegt wird, wie z.B. First- & Business Class Lounges, Private Jet Aviation Centers, 5 Sterne Hotels, ausgewählte Restaurants, Luxus Boutiquen etc in Europa, im arabischen Raum, USA und Asien. Habe mich natürlich auf diese Anfrage sehr gefreut! Jetzt ist es erschienen. Hier der Link zur Online-Ausgabe. Ihr findet mich auf der Seite 24/25
https://issuu.com/projectluxuryart/docs/project_luxury_art_spring2017_onlin
Die Print-Ausgabe liegt auch an der Basel-World 2017 auf.
Hier das PDF mit dem Beitrag über mich Project Luxury & Art-Spring 2017

Fine Art Photography

Das Schweizer Online Magazin „Fotos fürs Leben“ für Fotografie hat einen Artikel verfasst über die Fine Art Photography mit einem kleinen Bericht über mich mit Interview.
Darin geht es was Fine Art Photography ist und was Fine Art für mich bedeutet, wie ich meinen Stil gefunden habe. Dazu gebe ich auch einige Tipps zur Fotografie und speziell auch zur Fine Art Photography. Im Bericht gibts auch einige Bilder von mir zu sehen.
Hier gehts zum Bericht: Fotos fürs Leben-Fine Art Photography
Landschaftsfotograf Roland Moser spricht über Fine Art Landscape Photography

Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Dreaming at Derborence

Letztes Jahr war ich zweimal am Lac Derborence. Bei meinem ersten Besuch Mitte Oktober waren die Lärchen noch nicht ganz so weitdoch Wettermäßig versprach es einiges. Doch leider passte an diesem Tag nicht viel zusammen. So entschied ich mich später im Herbst nochmals zu gehen. Anfang November war ich dann erneut an diesem See. Diesmal war ich aber ein paar Tage zu spätdennoch fand ich es nicht so schlecht. Da es nicht ganz so war wie erhofft, suchte ich nach alternativ-Kompositionen. Wenn etwas nicht so ist wie erhofft, kann man entweder den Kopf hängen lassen oder nach alternative suchen. Ich entschied mich für das zweite. Da es eine klare Nacht war, war es entsprechend auch kalt. Doch es war eine unheimliche Ruhe, was mich inspirierte etwas Ruhiges und Verträumtes zu machen. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt, so suchte ich nach einem entsprechenden Platz wo ich die Spiegelung mit der Morgenstimmung festhalten konnte. Ich wurde schon nach relativ kurzer Zeit fündig. Nach ein paar Kompositionskorrekturen hatte ich dann dieses Bild hier auf dem Sensor. Kurze Zeit später drückte Nebel in das Tal hinein, was dann wieder eine andere Lichtstimmung ergab. Es war ein Tag, der sehr abwechslungsreich war und das Licht änderte ständig. Am Abend zogen dann dünne Schleierwolken auf, was dann eine komplett andere Lichtstimmung als am Morgen ergab. Es gab viele Bilder an diesem Tag, doch am Schluss blieben nur 4 Bilder übrig die das Auswahlverfahren überlebten. Doch mein Favorit von diesem Tag, ist das Bild welches ich am ersten machte an diesem Morgen am Lac de Derborence, aber erst zuletzt bearbeitete. Lange schaute ich mir dieses Bild immer wieder an und etwas schien mich immer zu stören, bis ich dann das Bild auf ein quadratisches Format zuschnitt – „das ist es“ sagte ich für mich. Für mich zeigt dieses Bild wie es für mich in diesem Moment am frühen Morgen letzten Oktober am Lac de Derborence war: Ruhig und verträumt mit schönen Pastelfarben.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso64, f13, 20 Sekunde

Super Moon

Wenn drei Fotografen die gleiche Idee haben um den Mond zu fotografieren, dann trifft man sich auf dem Grenchenberg. So geschehen letzten November während dem Supermond. Als ich oben auf dem Parkplatz ankamm, war vor mir gerade Martin Mägli mit seinem Auto am herumkurven. Und als wir oben auf dem Genchenberg bei der Wandfluh ankamen, hatte es sich dort Adrian Wirz schon gemütlich gemacht.
Während dem Supermond im letzten November, machte ich mich auf den Weg auf einer „meiner“ Hausberge. Dass heisst, entweder den Grenchenberg oder den Weissenstein. Immer wieder höre ich Leute sagen, am Jurasüdfuss möchte ich nicht leben. Dann denke ich immer wieder, wieso eigentlich? Natürlich haben wir viel Nebel. Aber so schnell wie am Jurasüdfuss kann man sonst fast nirgends dem Nebel entfliehen. Innerhalb von wenigen Minuten ist man über dem Nebel. So war es auch an jenem Tag im November.
Schon lange hatte ich diese Idee im Kopf: Mondaufgang über dem Grenchenberg, unten ein gewaltiges Nebelmeer mit einer Obergrenze von etwas über 1000 Meter und eine verschneite Juralandschaft. Das dies gerade auf einen Supermond treffen sollte, war eher Zufall. Wieviel Schnee es oben auf dem Jura hatte, wusste ich nicht genau, doch ich wusste dass es genug hatte. Es schneite die Tage zuvor in den höheren Juralagen und es legte eine schöne Ladung an Neuschnee hin. Auf tiefen Winter war ich aber noch nicht eingestellt, doch dachte ich, dass ich Schneeschuhe, Winterschuhe und Handschuhe im Auto hätte. Doch weit gefehlt. Das bemerkte ich aber erst oben auf dem Grenchenberg als ich mich umziehen wollte. Also stapfte ich in Turnschuhen, Jeans und überhaupt nicht Outdoor tauglicher Kleidung zu meinem Stanpunkt durch ca. 20-25cm tiefen Schnee. Dass die Turnschuhe schon länger ersetzt werden sollten, kam mir erst wieder in den Sinn als überall Schnee hineinkam. So schön dieser Abend auch war mit dem Mondaufgang, dem Nebel und den Pastellfarben in der Dämmerung so kalt hatte ich auch. Meine Füsse spürte ich beinahe schon nicht mehr, die Hände waren so gefroren, dass ich die Kamera kaum bedienen konnte und die Kleider waren alles andere als trocken. Doch diese wunderbare Lichtstimmung liess mich beinahe vergessen, dass mir kalt war.
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8@115mm, Iso400, f8, 2 Sekunde

Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)