Winter Impressionen

Seit letzten Freitag dem 20.März 2015, der Tag an dem man hier eine partielle Sonnenfinsternis sehen konnte hat nun auch offiziell der astronomische Frühling begonnen. Doch gerade auch zu diesem Frühlingsbeginn kam auch wieder das nasse und kalte Wetter zurück und in gewissen Teilen sogar der Winter. Obwohl ich mich jetzt auch auf den Frühling freue und mich schon vorbereite auf die kommende Kirschblütenzeit und mir Gedanken mache auf den fotografischen Frühling und Sommer, hier zum Abschluss des Winters 2014/2015 noch meine persönlichen Favoriten des vergangenen Winters. Dieser Winter war eigentlich aus fotografischer Sicht gar nicht so schlecht, obwohl er lange auf sich warten liess. Einige Ideen  welche ich schon seit ein paar Jahren versuchte umzusetzen konnte ich auch verwirklichen. Auch konnte ich diesen Winter mal die Cascade des Tufs besuchen: die Wetterverhältnisse schienen perfekt zu sein, doch vor Ort war es dann nicht ganz so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt haben. Dennoch war es faszinierend diese traumhaften Wasserfälle auch im Winter mal zu fotografieren – doch werde ich nächsten Winter wenn die Bedingungen wieder stimmen sie erneut aufsuchen. Einer der schönsten Momente diesen Winter war der Morgen im Dezember auf dem Grenchenberg als der Himmel sprichwörtlich über dem Schweizer Mittelland brannte und das Licht und die Farben auf dem Grenchenberg einfach magisch waren. Es sind genau diese Momente wo man für alles entschädigt wird – für alle diese Momente wo das Licht nicht so war wie man es sich vorstellte und man ohne ein Bild wieder den Heimweg antrat. Ein anderes Highlight waren die Tage an dem es geschneit hatte wie man es hier selten erlebt. Auch an diesen Tagen konnte ich einige der schönsten Winterbilder des vergangenen Winters machen. Neben den magischen und atemberaubenden Momenten, gab es auch genügend aufregende und abenteuerliche Erlebnisse im fotografischen Alltag in den letzten paar Monaten wie zum Beispiel dieser Morgen wo wir auf die Stallfluh wollten, doch schon 100 Meter ausserhalb des Dorfes in einer Schneeverwehung stecken blieben. Auch die alternativ Route brachte uns nicht viel weiter. Ein anderes Mal gingen wir fast im Jura oben bei dichtem Nebel und Schneegestöber verloren, als wir in der Dunkelheit bei dichtem Nebel mit nur ein paar Meter Sicht in Kniehohem Schnee wieder zurück zum Auto wandern wollten. Auch die Rückfahrt von den Cascade des Tufs bleibt unvergessen, als wir auf einer offiziell gesperrten Strasse plötzlich in einen ca. fast 2 Meterhohen Schneewalm fuhren und das Auto dann mit blossen Händen und Stative aus dem Schnee befreien mussten, da wir keine Schaufel dabei hatten. Zu viert brauchten wir dafür gut eine Stunde!  Folgend eine kleine Auswahl meiner persönlichen Favoriten von diesem Winter.Birnbaum RünenbergNeu Falkenstein CandylandBerner AlpenCascade des Tufs-Winter

Grenchenberg

Belchen Sunrise (Fotografieren bei starkem Wind)

Ganz spontan ging ich an diesem Morgen auf die Belchenfluh – eines der wenigen Male diesen Winter nur für mich um zu fotografieren. Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne doch zwei Fotografen-Kollegen, Roger Andres und Sandra Eigenheer, fragten mich spontan an, ob ich mitkommen würde.
Die Bedingungen an diesem Morgen sollten ja gut sein: und in der Tat waren sie es auch!
Aber es war auch wieder einmal sehr windig, als ich auf dem Kilchzimmersattel aus dem Auto stieg an diesem Februar-Morgen. Na ja, wann ist es dort oben schon nicht windig, dachte ich nur für mich. Zumindest geht dort oben immer ein recht zügiger Wind wenn ich auf der Belchenfluh bin.

Windige Tage können für Landschaftsfotografen eine grosse Herausforderung sein, aber der Wind kann auch dafür sorgen, dass man spannende und dynamische Bilder machen kann, welche ohne Wind so nicht möglich gewesen wäre. Wind erzeugt Bewegung und gibt uns somit die Möglichkeit diese Energie einzufangen.
Man kann entweder die Bewegung einfrieren, das heisst eine sehr kurze Verschlusszeit wählen, oder man kann mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung einfangen, was ich persönlich bevorzuge oder meinem Stil eher entspricht.
Längere Belichtungszeiten eignen sich besonders gut bei Gräsern, Getreidefeldern, Wiesen oder auch Bäumen. Aber auch mit Wolken und Nebel geht dies besonders gut, wobei dazu starker Wind nicht zwingend nötig ist.
Mit einer längeren Belichtungszeit erreicht man eine etwas abstraktere und künstlerische Darstellung der Landschaft was mir sehr gut gefällt. Die Herausforderung hierbei ist, dass man das Stativ sicher aufstellen muss, wenn möglich nicht noch die Beine aufs Maximum ausziehen sollte um Bewegungen und Schwingungen zu vermeiden. Das kann je nach Windstärke eine sehr grosse Herausforderung und evtl. sogar fast unmöglich sein!

Aber auch kurze Verschlusszeiten können zusammen mit Wind sehr reizvoll sein. Man kann damit die Bewegung einfrieren, wie zum Beispiel, Blätter welche in der Luft vom Wind herumgewirbelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten wie man den Wind zu seinen Gunsten nutzen kann.

An diesem Morgen auf der Belchenfluh schien es wieder einmal perfekt zu sein: der Nebel der wie eine schwungvolle Welle über die Jurahügel fliesst, traumhaftes Licht und schöne Farben. Wenn nur dieser starker Wind nicht wäre, dachte ich für mich! Auf dem Belchen habe ich bis heute noch keine Lösung gefunden, wie ich bei starkem Wind – und den hat es meistens bei diesen Bedingungen – meine Bildidee umzusetzen. Ich habe einfach noch keine Idee gehabt, wie ich mein Stativ gegen diesen Wind sichern kann, aber trotzdem frei sein kann um mein Bild zu komponieren. Habe schon viele, schon sehr viele Möglichkeiten ausprobiert um mein Stativ vor dem Wind und den Schwingungen zu schützen. Bis heute noch ohne Erfolg. Erschwerend kommt, dass ich das Bild mit meinem 70-200/f2.8 machen muss, damit ich den geeigneten Ausschnitt wählen kann und mit einer Belichtungszeit zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten!
Nach ein paar Versuchen, entschied ich mich an diesem Morgen, für eine andere Bildidee, welche sich trotz starkem Wind umsetzen lassen sollte.
Ich suchte mir einen etwas Windgeschützten Standpunkt um Kamera zu positionieren und komponierte dann mein Bild. Allerdings entschied ich mir für eine kürzere Belichtungszeit, sonst wäre es technisch sehr schwer gewesen dies auch umzusetzen. Es war auch so nicht einfach. Auch so stellte mich der Wind vor eine sehr grosse Herausforderung. Für dieses Bild brauchte ich 4 einzelne Belichtungen um die technischen Anforderungen zu erfüllen. 3 Belichtungen für die Tiefenschärfe von vorne bis an den Horizont und eine weitere Belichtung für den Dynamikumfang. Mit etwas Geduld und Glück, hatte ich ein paar Sekunden wo der Wind etwas nachliess und konnte in dieser Zeit meine 4 Belichtungen machen. Diese 4 Bilder überblendete ich dann mit verschiedenen Techniken manuell in PhotoshopBelchen-Sunrise
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@48mm), ISO 64, f 14, 4 Belichtungen für Tiefenschärfe & Kontrastumfang (3x 1/8 sec für DOF & 1×1/13 sec für Dynamic Range), manuell überblendet in Photoshop, 0.6 soft Grad Filter

Horizontale vs. Vertikale

Vor ein paar Jahren lass ich einen Artikel über Horizontale- und Vertikale Bildkompositionen von Georg Stocking, ein Fotograf aus Phoenix/Arizona.
Ich machte mich bis zu diesem Zeitpunkt nie grosse Gedanken wieso und warum ich eine Vorliebe für Vertikale Bildformate habe. Ich entschied dies meistens vor Ort wenn ich mein Motiv im 2×3 formatigen Bildsucher komponierte. Ich habe also eine Vorliebe für Bilder im Hochformat, doch sind sicher gut 50% meiner Arbeiten auch horizontale Bildkompositionen.
Nun, in diesem Artikel ging es darum, dass weibliche Landschaftsfotografen weit weniger häufig Hochformatbilder machen als ihre männlichen Berufskollegen. Dass heisst, Frauen machen öfters horizontale Bilder. Ein vertikales Bild soll aggressiver sein als dasselbe Bild horizontal komponiert. Da jetzt Männer die Tendenz haben aggressiver zu sein als Frauen, bevorzugen männliche Landschaftsfotografen das vertikale Format.
Diese Behauptung oder Feststellung machte mich natürlich neugierig und so schaute ich mich durch verschiedene Portfolios verschiedener Fotografen, weiblich- wie männlichen Fotografen. In der Tat hält es sich in etwa die Waage, wobei schon mehr männliche Fotografen zu vertikalen Bildkompositionen neigen. Als ich durch diese verschiedene Portfolios stöberte bestätigte sich aber bei mir meine Vorliebe für Hochformats-Kompositionen. Für mich haben vertikale Kompositionen einfach mehr Tiefe und der Vordergrund wird so richtig schön betont. Natürlich ist das auch bei mir Motivabhängig, doch vor allem in letzter Zeit neige ich dazu mehr im Hochformat zu fotografieren. Ich glaube aber auch, dass meine Vorliebe für Hochformats-Kompositionen weniger mit mir selber zu tun haben, sondern vielmehr wie ich meine Motive sehe und wie ich sie dem Betrachter zeigen will…….oder ist es vielleicht doch unterbewusste psychologische Vorbestimmung?
Auch etwas anderes habe ich bemerkt als ich Portfolios verschiedener mir bekannten Fotografen durchstöberte. Schweizer Landschaftfotografen machen weitaus weniger Hochformatsaufnahmen. Es scheint hier nicht so beliebt zu sein. Fotografen hierzulande machen viel öfters Querformats-Bilder als Ihre ausländischen Kollegen. Schaut man schon über die Grenze zu unseren Nachbarn ist das schon wieder etwas anderes. An was mag das liegen. Ich denke jetzt mal, dass viele Fotografen hierzulande einfach das „Kalenderbild denken“ haben – will aber niemandem zu nahe treten – Hauptsache ist, dass das Bild seine Wirkung hat und es dem Betrachter sowie auch dem Fotografen gefällt.

Etang de la Gruère-JuraTechnische Details: Nikon D810, 27-70mm/2.8 Objektiv (@62mm), ISO 64, f14 , 1/2 sec (2 exposures für depth of field) & double processing for dynamic range, ND Grad Filter 0.6 soft, manuell überblendet in Photoshop

Workshop „Winter am Belchen“

Da wir immer wieder Anfragen erhalten haben, ob wir in nächster Zeit noch einen Workshop am Belchen durchführen werden, haben Adrian Wirz (belchen-schweiz.ch) und ich entschlossen noch einen durchzuführen. Dieser Workshop wird aber vorübergehend zugleich der letzte Workshop in der Belchenregion sein. Wir entschieden uns diesen Workshop Anfang Februar zu machen und hoffen somit, damit die Chance noch gross ist, dass wir am Belchen Schnee haben werden.
Dieser Workshop ist wieder ein Tagesworkshop. Am Morgen werden wir auf der Belchenfluh den Sonnenaufgang erleben und anschliessend zum Ankenballen wandern damit wir ihn mit dem ersten Sonnenlicht fotografieren können. Auch werden wir Ihnen unbekanntere Orte in der Belchenregion näher bringen. Mehr Infos zum Workshop „Winter am Belchen“ findet Ihr im PDF „Workshop Winter am Belchen“

Eye Candy

Top und Flop liegen für uns Landschaftsfotografen sehr nahe zusammen. Man kann das Wetter noch so gut studieren, man weiss trotzdem nie genau was einem erwartet. Oft wartet man Stundenlang im Nebel, setzt sich dem Wetter aus, harrt in strömendem Regen aus, steht zu Unzeiten auf, verzichtet oft auf Schlaf, steht in eisiger Kälte irgendwo bei Dunkelheit auf einem Berg, wandert im grössten Schneesturm zur gewünschten Location, steht bei tropischer Hitze in einem von Krokodil verseuchten Gebiet, kämpft mit Fliegen, Mücken und Moskitos, steht bis zu den Knie in einem eisig kalten Bergbach, wandert bei über 40° Grad Celsius durch den Busch mit über 25kg Gepäck auf dem Rücken, geht körperlich oft an sein Limit und dies alles nur um vor Ort zu sein falls die „Natur zu zaubern beginnt“. Allzu oft wartet man vergebens und man geht wieder nach Hause ohne das gewünschte Bild. Manchmal ergibt sich aber eine andere interessante Lichtstimmung und man sieht ein anderes interessantes Motiv und man kehrt nicht mit leeren Händen nach Hause. Wobei, eigentlich kehrt man nie mit leeren Händen nach Hause. Man muss sich nur eine andere Denkweise aneignen: Es zählt nicht nur alleine das Bild, sondern auch der Moment und das erlebte. Doch manchmal, trifft eben diese gewünschte Lichtstimmung ein, dieser Moment wo die Natur zu zaubern beginnt, dieser Augenblick wo man vielleicht schon Jahre darauf gewartet hat – in diesem Moment wird man entschädigt für alle diese Strapazen die man auf sich genommen hat. Aber auch in diesem Moment ist alles vergessen – was zählt ist nur dieser Moment. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ein kurzer Moment für die Ewigkeit. Man wird Zeuge eines Naturschauspiels, vielleicht ist es ein seltenes Wetterphänomen, vielleicht einfach nur eine Spielerei von Licht und Schatten oder die Natur Zauber die schönsten Farben an den Himmel. Für solche Momente lohnt sich dies alles. Diese Momente sind auch gerade deswegen so kostbar, weil man eben sehr oft auch Enttäuschungen in Kauf nehmen muss. Aber ohne Enttäuschungen auch kein Glück….und ohne Fleiss, Entbehrungen, Strapazen, Niederlagen und Geduld auch keine Erfolgserlebnisse. Ein gutes Bild braucht Zeit!
So war es auch wieder einmal an diesem Morgen auf dem Grenchenberg. Die Wetterprognosen schauten vielversprechend aus: so entschied ich mich an diesem Morgen auf den Grenchenberg zu gehen. Oben angekommen, konnte ich in der Dunkelheit knapp erkennen, dass der Himmel bedeckt ist. Würde es vielleicht wieder ein weiterer erfolgloser Versuch werden? Ich montierte mir die Schneeschuhe und stapfte durch den Schnee zu meiner gewünschten Stelle an der Wandfluh………es war immer noch ziemlich dunkel als ich dort ankam, doch ich konnte eine rötliche Verfärbung des Himmel erkennen. Irgendwie ganz seltsam! Es war noch lange bis Sonnenaufgang und trotzdem fing der Himmel zu leuchten an und das Licht reflektierte sich auf den Tannen und auf dem Fels. Was für ein atemberaubender Moment. Ich hatte gerade genügend Zeit mein Equipment aufzustellen und schon erreicht dieses Leuchten den Höhepunkt. Von diesem Moment an war das Licht fantastisch bis kurz nach Sonnenaufgang. Die Lichtstimmung mit dem aufkommenden Nebel änderte sich minütentlich. Wieder einmal waren die Strapazen und die vergeblichen Anläufe vergessen. Man war einfach wieder nur Dankbar so ein Naturschauspiel erleben zu dürfen.
Grenchenberg-Eye CandyTechnische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@86mm), ISO 100, f 11, 23 Sekunden, Polarizer

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

20131230-_DSC4226-Woodland-Solitude20131227-_DSC4177-Weites-Emmental20131230-_DSC4328-Elegance20141018-_DSC0550-Matterhorn-DelightMatterhorn-Majestic20141114-_DSC1461-Himmel-auf-Erden20140608-_DSC5611-Sommergold20140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140622-_DSC5718-Verwittert20141013-_DSC0428-Pebbles-&-Leaf20141014-_DSC0372-Herbstlicht-am-Ankenballen 20141020-_DSC0835-Lac-Bleu20141129-_DSC0586-Ein-Hauch-von-Gold20130919-_DSC1642-Lilies-of-Yellow-Water20131007-_DSC3164-Apostels-Storm-Light20131001-_DSC2845-Sunrise-Glow20130923-_DSC2083-Pebblescapes20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming20130920-_DSC1856-Florence-Falls20130920-_DSC1763-Kakadu-Moonset

Wasserfälle französischer Jura

Schon seit ein paar Jahren steht der französische Jura auf meiner Wunschliste. Vorallem die Cascades des Tufs in der Nähe von Arbois. Doch muss es doch dort noch mehr geben als nur diese Wasserfälle sagte ich mir immer wieder und fing an mich über diese Gegend welche man oft übergeht wenn man an Frankreich denkt, zu informieren. Immer wieder in den vergangenen Jahren suchte ich nach Bilder, Reiseberichte und Infos über diese Gegend. Aauch Google Maps ist ein Hilfreiches Werkzeug um sich über Locations zu informieren. Endlich sollte dieser Wunsch diesen Frühling in Erfüllung gehen. Nach diesem Schneearmen Winter und mangels Wasser, dachte ich noch im April, dass es eventuell auch diesen Frühling wieder nicht klappen sollte. Doch dann kam der Regen – und er blieb. Nachdem es Ende April recht viel geregnet hatte und die Wetteraussichten für Anfang Mai ebenfalls für dieses Vorhaben perfekt zu sein schienen, packten wir, Adrian Wirz(Schweizer Landschaftsfotografen-Kollege aus dem Baselbiet www.belchen-schweiz.ch) und ich unsere Sachen und fuhren in den französischen Jura zu den Cascade des Tufs. Da wir diese Zeit optimal nutzen wollten, planten wir noch zwei weitere Fälle zu besuchen: Cascade de Flumen sowie Cascade de Billaude. Der Cascade des Tufs ist zu Recht legendär unter Landschaftsfotografen – und ich denke er wird immer populärer. Doch auch der Cascade de Flumen ist inmitten einer fantastischen Naturlandschaft. Im Gegensatz zum verträumten Cascade des Tufs dind die Wasserfälle im Gorge de Flumen aber viel wilder und ungezähmter sowie auch viel weniger zugänglich. Doch gerade deshalb auch sehr faszinierend. Die Gegensätze beider Fällen könnte nicht grösser sein: auf der einen Seite die verträumte und feenhafte Umgebung bei den Cascade de Tufs und das wilde undzugängliche Gelände am Ende der Gorge de Flumen. Auch die Wasserfälle des Cascade de Billaude sind spektakulär. An diesem Tag als wir dort waren, war das Wasser aber leider durch die Regenfälle der letzten Tag etwas bräunlich gefärbt. Doch auch dieser Fall ist eine Reise wert. Hier nun eine kleine Bilderstrecke von diesen Wasserfällen im französischen Jura.Cascade-des-Tufs-320140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140501-_DSC4955-Cascade-de-reve20140502-_DSC5129-Les-Cascades-du-Flumen20140502-_DSC5145-Wildes-Wasser20140502-_DSC5098-The-River-Wild

Dein Motiv kennen

In den letzten paar Jahren war ich jetzt schon x-hundert Mal in der Gegend um die Belchenflue am fotografieren. Und immer wieder entdeckte ich was neues. Ich erkannte aber schon bei meinem ersten Besuch das mögliche Potential dieser Landschaft im solothurnischen und Baselbieter Jura. Auch hatte ich damals schon die eine oder andere Bildidee und Vision.
Es ist zwar meiner Meinung nach nicht zwingend eine Landschaft gut zu kennen um gute Bilder zu machen, aber es ist auf jeden Fall ein grosser Vorteil. Erstens ist nicht immer die erst beste Komposition die Beste, auch ist nicht immer der erste ausgewählte Kamerastandpunkt der optimalste. Zweitens öffnen einem immer wieder neue Blickwinkel welche vielleicht noch interessanter sind und die Lichtverhältnisse sind auch jedes Mal wieder anders. Man kann schon sagen, je besser man sein Motiv kennt, je besser kann man das Endergebnis  bis zu einem gewissen Grad steuern. Wenn ich das erste Mal an einem Ort fotografiere, ich vorher noch nie dort war, weiss ich nicht unbedingt wie meine Landschaft (mein Motiv) im Morgenlicht oder Abendlicht wirkt. Dazu kommt noch die Jahreszeit. Das Licht im Sommer ist nicht gleicht wie das Licht im Herbst und dies ist wiederum anders als das Licht im Winter oder Frühjahr. Viele Faktoren spielen eine Rolle welche wir nicht beeinflussen können. Aber wir können lernen wie & wann man evt. welche Lichtsituation an diesem Ort antrifft. Wann und wo geht die Sonne unter und wann und wo geht sie auf. Wie sieht es mit dem Mond oder den Sternen aus. Vielleicht eignet sich dieses Motiv besonders gut für Nacht-Fotografie. Oder trifft man abhängig von der Jahreszeit häufig Nebelstimmungen an oder eignet es sich besonders gut die Farbenpracht im Herbst zu fotografieren. Alles Sachen die man beim ersten Mal vor Ort nicht unbedingt weiss, vor allem wenn es ein relativ unbekanntes Landschaftsmotiv ist welches nicht tausendmal schon fotografiert wurde.
Ein paar Infos kann man sich heute natürlich schon im Internet holen. Ich persönlich finde das eine gute Hilfe und auch Informationsquelle bevor man sich selber vor Ort begibt. Aber je unbekannter ein Motiv, desto weniger findet man natürlich auch im Web. Das Internet ist aber für den Anfang eine gute Möglichkeit sich über sein Motiv ein wenig zu informieren aber es ersetzt auf keinen Fall die Erfahrung vor Ort
Eine andere Möglichkeit etwas über einen möglichen Ort zu erfahren den man gerne einmal fotografieren möchte, ist durch andere Fotografen. Sie geben Tipps zu welcher Jahres und Tageszeit es dort am besten ist zu fotografieren. Aber auch dies ersetzt auf gar keinen Fall die eigene Erfahrungen vor Ort.
Ein anderer wichtiger und nicht zu vernachlässigen Faktor ist, dass man das Wetter so zu sagen „Vorausahnen“ kann. Wie wird sich die Situation Wettermässig in den nächsten 20 bis 30 Minuten entwickeln. Mit der Zeit einwickelt man dafür ein wenig ein Gespür.
Es ist von Vorteil wenn man weiss, wann man sein Vorhaben umsetzten möchte, sich ein paar Tage vorher über die Wetterlage informiert . Man wird im Voraus nie ganz genau wissen können welche Wetterbedingungen man antreffen wird, aber man kann einen Fehlentscheid evt. Vermeiden und die Erfolgsaussichten auf das gewünschte Vorhaben sind grösser.
Ich bin mir sicher das ich das Potential dieser Gegend um die Belchenflue noch lange nicht ausgeschöpft habe und immer wieder neue Kompositionen finden werde und auch immer wieder neue interessante und dramatische Lichtsituationen antreffen werde.Ankenballen-Belchen
Technische Details: Nikon D700, Nikkor AFS 70-200/f2.8G IF VR ED (@200mm), ISO 200, f 13, 1/2 Sekunde, Polarizer

Nachtfotografie in Les Pres d’Orvin

Ein Arbeitskollege von mir organisierte Ende Februar eine Schneeschuhwanderung in Les Pres d’Orvin mit einem Fondue-Essen in der Métairie de Gléresse . An einem Freitagabend Ende Februar um 18.30 Uhr starteten wir vom Langlaufzentrum in Les Pres d’Orvin mit den Schneeschuhen Richtung Métairie de Gléresse. Die Wanderung ist nicht anstrengend und geht nicht steil Bergauf, so ist es auch geeignet für nicht sportlich Aktive. Nach gut einer Stunde Wanderung in der Dämmerung erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Métairie. Auf dem Weg zur Métairie de Gléresse fand ich das eine oder andere interessante Motiv. Auch in dieser Gegend hat es diese bizarren Bäume. Die Nacht war Sternenklar und somit auch ideal für Nachtaufnahmen. Für alle Fälle nahm ich meine Ausrüstung mit an diesem Abend.
Die Métairie de Gléresse liegt inmitten der wilden idyllischen Bergwelt des Berner Juras auf ca. 1300 Meter. Ein sehr gemütliches Ambiente mit einer 300 jährigen Geschichte, dazu ein wirklich hervorragendes Fondue, ist die Métairie de Gléresse wirklich sehr empfehlenswert.
Nachdem Fondue packte ich mich meine Kamera und wollte die Gelegenheit nutzen für ein paar Nachtfotos zu machen. Nicht weit entfernt von der Métairie fand ich einen interessanten und fotogenen Baum. Dieser wollte ich als Hauptmotiv nutzen für mein Nachtbild mit Sternenhimmel. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe und meiner Stirnlampe komponierte ich mein Bild. In der Dunkelheit ein Bild zu komponieren ist sicher nicht das idealste und vor allem auch nicht das einfachste vorhaben. Ich machte ein paar Probebilder und kontrollierte und korrigierte immer wieder meine Komposition bis ich zufrieden war. Dabei achtete ich noch nicht auf die technische Umsetzung. Ich belichtete extra lange um wirklich jedes Detail im Bild zu erkennen, damit ich meine Komposition beurteilen konnte. Diesmal wollte ich keine Sternspuren fotografieren. Dass bedeutete ich musste eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen von max. 20 bis 30 Sekunden. Das sollte genügen um die Sternen als einzelne Punkte abzubilden. Dafür muss man natürlich die Iso erhöhen und erhöht dadurch auch die Gefahr des Bildrauschens. Zum Glück hat die D700 ein hervorragendes Rauschverhalten. Ich wählte hier einen Iso-Wert von 1000 mit einer Blende von 6.3 und einer Belichtungszeit von 38 Sekunden. Ich hätte hier durchaus noch einen höheren Iso-Wert wählen können und eine kürzere Belichtungszeit. Den Baum beleuchtete ich dann noch während den letzten 12 Sekunden der Belichtungszeit mit einer starken Taschenlampe, damit sich der Baum vom Rest des Bild abhebt und man Strukturen und Details erkennt. Ich habe hierfür eine LED-Taschenlampe benutzt mit kaltem Licht. Bei dieser Technik sollte man auf eine regelmässige Ausleuchtung achten.
Entwickelt habe ich das Bild mit Lightroom und Photoshop, wobei ich in Lightroom die RAW-Konvertierung vorgenommen habe und in Photoshop so zu sagen das Feintuning gemacht habe. Im Photoshop habe ich unter anderem auch die hellen Bereiche und die dunkleren Bereiche im Baum und im VG angepasst um es harmonischer zu machen. Dazu verwendete ich TK-Luminosity’s Masken (Dodge & Burn).  Für dieses Bild machte ich diesmal auch noch eine Schwarz/Weiss Version da mich persönlich im ersten Moment das Farbbild nicht so recht überzeugen konnte.Les Pres d'Orvin
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@200mm), ISO 1000, f 6.3, 38 Sekunde davon letzte 12 Sekunden Baum belichtet mit Taschenlampe