Dreaming at Derborence

Letztes Jahr war ich zweimal am Lac Derborence. Bei meinem ersten Besuch Mitte Oktober waren die Lärchen noch nicht ganz so weitdoch Wettermäßig versprach es einiges. Doch leider passte an diesem Tag nicht viel zusammen. So entschied ich mich später im Herbst nochmals zu gehen. Anfang November war ich dann erneut an diesem See. Diesmal war ich aber ein paar Tage zu spätdennoch fand ich es nicht so schlecht. Da es nicht ganz so war wie erhofft, suchte ich nach alternativ-Kompositionen. Wenn etwas nicht so ist wie erhofft, kann man entweder den Kopf hängen lassen oder nach alternative suchen. Ich entschied mich für das zweite. Da es eine klare Nacht war, war es entsprechend auch kalt. Doch es war eine unheimliche Ruhe, was mich inspirierte etwas Ruhiges und Verträumtes zu machen. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt, so suchte ich nach einem entsprechenden Platz wo ich die Spiegelung mit der Morgenstimmung festhalten konnte. Ich wurde schon nach relativ kurzer Zeit fündig. Nach ein paar Kompositionskorrekturen hatte ich dann dieses Bild hier auf dem Sensor. Kurze Zeit später drückte Nebel in das Tal hinein, was dann wieder eine andere Lichtstimmung ergab. Es war ein Tag, der sehr abwechslungsreich war und das Licht änderte ständig. Am Abend zogen dann dünne Schleierwolken auf, was dann eine komplett andere Lichtstimmung als am Morgen ergab. Es gab viele Bilder an diesem Tag, doch am Schluss blieben nur 4 Bilder übrig die das Auswahlverfahren überlebten. Doch mein Favorit von diesem Tag, ist das Bild welches ich am ersten machte an diesem Morgen am Lac de Derborence, aber erst zuletzt bearbeitete. Lange schaute ich mir dieses Bild immer wieder an und etwas schien mich immer zu stören, bis ich dann das Bild auf ein quadratisches Format zuschnitt – „das ist es“ sagte ich für mich. Für mich zeigt dieses Bild wie es für mich in diesem Moment am frühen Morgen letzten Oktober am Lac de Derborence war: Ruhig und verträumt mit schönen Pastelfarben.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso64, f13, 20 Sekunde

Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Wild at Saoseo

Als Landschaftsfotograf jagt man so zu sagen das spezielle Licht. Doch nicht immer trifft man das gewünschte Licht an. Man erhofft es zwar immer, doch man weiss auch aus Erfahrung, dass es dazu auch viel Glück, viele Versuche und somit auch Geduld braucht. Doch immer wieder einmal passt einfach alles zusammen. Entweder will man für ein Motiv, dramatisches Licht oder man möchte Harmonie und Ruhe übermitteln. Es gibt eigentlich kein schlechtes Licht, nur das falsche Motiv zum falschen Zeitpunkt. An diesem Abend hätte es nicht besser kommen können. Eigentlich hätte ich gehofft, dass der See noch nicht oder nicht mehr gefroren wäre, doch es hatte immer noch eine Eisschicht von der Kälte der vergangenen Tagen. Gewünscht hätte ich mir eine schöne Spiegelung. Doch, mit dieser Stimmung, die sich dann an diesem Abend ergab, war ich mehr als nur bloss zufrieden. Dass ist das Licht, dass man erhofft vorzufinden. Dramatische Wolken, dramatisches Licht mit diesen Farben und gleichzeitig an einem wunderschönen Bergsee zu sein. Ein paar Stunden vorher, war es eigentlich ein schöner Herbsttag mit ein paar Wolken am Himmel. Doch dann zog eine grosses Wolkenband über das ganze Gebiet und es schien als ob es Abends kein spannendes Licht mehr geben würde, denn das Wolkenband versprach nichts gutes, da es sehr kompakt und dicht aussah. Doch irgendwie musste gerade zur richtigen Zeit, die Sonne irgendwo eine Lücke gefunden haben und beleuchtete die Wolken und wir konnten während einer langen Ewigkeit dieses fantastische Licht und Farbenspiel erleben. In solchen Momenten fühlt man sich einfach nur Überglücklich und man fühlt eine enorme Dankbarkeit. So ein Moment der bleibt einem ein Leben lang – das erlebte kann einem niemanden mehr nehmen, egal was das Leben morgen bringen mag. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Ich würde leugnen, wenn ich sagen würde, ich habe es ja gewusst, dass wir an diesem Abend eine solche Stimmung erleben würden, aber ich habe auch gewusst, dass es sein könnte, dass wir so ein atemberaubendes Schauspiel erleben können. Bei solchen Wetterlagen kann das Wetter oder das Licht auf beide Seiten kippen – an diesem Abend hatten wir alle eben das nötige Glück, weil wir geduldig waren, die Hoffnung nicht aufgaben und eben auch dort ausgeharrt haben!Wild-at-Saoseo
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 0.4Sekunden, ND Grad Filter 0.6 (Hard), Double Processing für Dynamikumfang

Val Bever

Als ich mich an diesem Samstag Mitte Oktober auf den Weg ins Val Bever machte, wusste ich nicht auf was ich mich einliess. Ich rechnete zwar damit, dass es evtl. Schnee haben könnte und die Sicht und das Licht nicht unbedingt gut sein könnten – es war ja eigentlich bloss nur eine Erkundungs-Tour um in der darauf folgende Woche dort Bilder zu machen wenn das Wetter dazu ideal sein sollte. Bei leichtem Schneefall wanderte ich in Bever ab. Nach einer guten Stunde befand ich mitten im Val Bever in einem Schneesturm und die Sicht betrug teilweise nur wenige Meter. Da fragte ich mich schon was ich da eigentlich machte. Mit so einem Schneesturm hätte ich nie gerechnet. Da es die Tage zuvor schon geschneit hatte hatte es orfendtlich Schnee – doch denke ich, sicher nicht aussergewöhnlich für diese Jahreszeit, wo man in den Bergen immer mit solchen Wetterverhältnissen rechenen sollte. Nun, ohne Schneeschuhe stapfte ich zum Teil durch fast Kniehohen Schnee. Auf andere Wanderer bin ich an diesem Tag nur sehr, sehr selten gestossen. Ich wusste eigentlich auch nicht wie weit ich ins Tak hinein und hinauf gehen musste, um das zu finden was ich suchte. Vielleicht würde ich es ja gar nicht finden. Ich überlegte mir auch ein paar Male ob ich umkehren sollte, doch war mein Wille grösser und aufgeben wollte ich nicht. Also stapfte ich weiter das Tal hoch durch den Schnee. Doch schliesslich nach gut zwei Stunden fand ich dann schlussendlich die Landschaft welche ich erhoffte vorzufinden. Der Schneefall hatte zwischenzeitlich auch nachgelassen und so suchte ich noch nach interessanten Spots und Kompositionen. Obwohl ich nicht beabsichtigte zu fotografieren, zumindest nicht für Bilder welche ich dann entwickeln würde, machte ich einige Probeaufnahmen. Aber irgendwie fand ich eine Kompositione welche mir dieses difuse Licht gerade gelegen kam: bedeckter Himmel, Zeichnung in den Wolken, diffuses Licht und die Lärchen leuchteten so schön in dieser weissen Winter/Herbst-Landschaft. Der Kontrast von dem weissen zu den leuchtenden Lärchen war einfach fantastisch! So kam es zu diesem Bild „Val Bever“. Die Herausforderung: es war relativ windig, hatte leichtes Schneegestöber mit Gegenwind und somit war mein Objektiv innert kürzester Zeit voll Wassertropfen. Da ich aber unter anderem eine lange Belichtungszeit von einigen Sekunden wollte um das Wasser weicher und harmonischer darstellen zu können, musste ich mehrere Anläufe machen bis ich endlich ein Bild hatte ohne Wassertropfen auf der Linse. Da es aber auch sehr windig war, hatte ich jetzt mit dieser Aufnahme noch Bewegungsunschärfe in den Ästen und Zweige der Lärchen, was ich natürlich gar nicht haben wollte. Also musste noch eine weitere Belichtung gemacht werden, mit einer kurzen Belichtungszeit um die Bewegung der Lärchen, verursacht durch den Wind, einzufrieren. Zusätzlich kam aber noch hinzu, um die best-mögliche Qualität an Schärfe zu haben, dass ich hier Focus-Stacking machen musste. Also machte ich noch 10 Einzelaufnahmen für das Fokus-Stacking. In Lightroom machte ich dann für jedes einzelne Bild die RAW-Entwicklung, respektive machte ich diese bei einem Bild und dann verwendete ich die gleichen einstellungen bei den anderen 9 Bilder. Das Bild für den Bach, entwickelte ich separat. Dabei beachtete ich, dass natürlich der Weissabgleich und die Belichtung zu den anderen 10 Bilder passen. Anschliessend habe ich die 10 Bilder in Photoshop zusammengefügt. Dabei ist das automatische Überbelnden ein gutes Werkzeug. Am Schluss habe ich dies in 100% Ansicht überprüft und manuell korrigiert falls es nötig war. Danach musste ich jetzt noch das Wasser (Bach) in das Bild einblenden. Dazu verwendete ich verschiedene Überblendungstechniken und Techniken die ich mir über die Jahre angeeignet habe. Zum Schluss gabe es dann noch die Feinjustierung in Photoshop: lokale Kontrastanpassungen, selektive Farbkorrekturen, Glanz ins Bild geben und Sättigungskorrekturen.
Sicher einmal ein anderes Herbstbild mit dieser winterlichen Lichtstimmung.Val-Bever
Technische Details: 10 Einzelbilder für Focus-Stacking (Nikon D810, 24-70/f2.8 @29mm, Iso64, 1/60Sekunden, f8) & 1 Aufnahme für weiches Wasser (Iso 200, 6.0 Sekunden, f11)

In Between Dances

Es ist jetzt schon eine Weile her seit ich meinen letzten Blog-Post geschrieben habe.
Es war aber auch eine Menge los und so hatte ich keine Zeit hier einen neuen Beitrag zu schreiben. Im Oktober war ich eine Woche im Engadin unterwegs. Was für eine traumhafte Woche. Es schneite zwar zuerst als wir Mitte Oktober im Engadin ankamen. Doch die Lärchen waren perfekt. Die ersten drei Tage im Engadin waren von Schnee und Nebel geprägt, aber dann zeigte sich der Herbst nochmals von seiner besten Seite.
Ein paar Bildideen konnte ich umsetzen und ein paar neue habe ich mit nach Hause genommen. Zurück vom Engadin hatte ich dann leider keine Zeit die gemachten Bilder zu entwickeln. Die Vorberitungen für den bevorstehenden ersten Foto-Event am Belchen Mitte November stand bevor. Es gab noch einiges zu organisieren und meine Bildpräsentation musste ich auch noch machen. Nun, letztes Wochenende, am Samstag 14.November 2015 fand der erste Belchen Foto-Event statt. Es war ein voller Erfolg. Jetzt habe ich endlich wieder mal Zeit ein paar Bilder zu entwickeln und auch wieder einmal einen Blog-Beitrag zu schreiben.
Mein neustes Bild heisst „In Between Dances“ fotografiert diesen Oktober am Stazersee bei St.Moritz. Ein Morgen wo einfach alles zusammenpasst. Schnee und goldene Lärchen sind immer ein schönes Motiv. Hat man dazu dann noch so eine Traumhafte Spiegelung und das schöne Morgenlicht, darf man Dankbar sein dies erlebend zu dürfen.
In Between Dances

Nikon D810, 24-70/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 1/160sec, Pano aus 12 Einzelaufnahmen