Dolomiten Workshop 2017

Vor fast 2 Jahren begann bei mir und Adrian die Planung für diesen Workshop. Im Vorfeld unseres ersten Dolomiten Besuches im Sommer 2016 erkundigte ich mich übers Internet, in Magazinen und bei anderen Fotografen über diese Berglandschaft in den italienischen Alpen.
Da gibt es einiges zu planen, wie z.B. den genauen Zeitpunkt für eine Reise, damit alles bis auf das letzte stimmt. Obwohl man das Wetter nicht voraussagen kann, vor allem nicht ein halbes Jahr oder ein Jahr voraus, kann man doch gewisse Wetterlagen in den bestimmten Jahreszeiten abschätzen. So haben wir bis jetzt bei jedem Besuch in den Dolomiten das «perfekte» Fotowetter gehabt. Doch da gehört natürlich auch sehr viel Glück dazu. Dennoch, glaube ich, ist gerade die Wetterplanung auch ein wichtiger Bestandteil einer solche Reise, bzw. eines solchen Workshops.
Ein paar Tage vor Workshopbeginn schlug das Wetter um, und die hochsommerlichen Temperaturen waren vorbei. In den Dolomiten fiel schon der erste Schnee und wir behielten die Wetterentwicklung ganz gut im Auge. Doch es sollte für uns alles perfekt kommen.
Am Montagmorgen, 4.September 2017 ging es endlich los. Ich freute mich schon lange auf diesen Workshop. Die Temperaturen waren angenehmer als vorhergesagt. Auch der Schnee war kein Thema mehr. Als wir gegen 16 Uhr am Montagnachmittag am Pragser Wildsee ankamen, sahen die Bedingungen für den ersten Abend schon vielversprechend aus. Die meisten waren überrascht and der Anzahl der Touristen die um den See wanderten und die Ufer des Sees «bevölkerten». Ja, das waren wir vor gut einem Jahr auch. Doch ist es inzwischen so, wie überall anders auch, dass es an bekannten Orten nur noch so von Touristen und Fotografen wimmelt. Das ist in Island, in Norwegen, in der Schweiz und eben auch in den Dolomiten der Fall. Dennoch, ist es ein schöner Ort. Nach der Ankunft bezogen wir die Zimmer und nach der Begrüssung und den Infos ging es dann zum See und die Teilnehmer konnten die Gegend erkunden. Nach dem Sonnenuntergang ging es dann zum gemütlichen Teil über, dem Abendessen.

Hotelzimmer im Hotel Pragser Wildsee

Aussicht vom Hotelzimmer am Pragser Wildsee

Das Essen in den Dolomiten gehört für uns schon seit unserem ersten Besuch, natürlich neben der faszinierenden Landschaft, zu unseren Highlights. Meistens gibt es 4-gängige Menus – ja sogar in den Alphütten gibt es mehrgängige Mahlzeiten.

Abendessen im Hotel Pragser Wildsee

Nachdem Abendessen ging es dann wieder an den See zum Mondschein-Fotografieren. Schön finde ich immer wieder wie sich die Teilnehmer begeistern können und kreativ ihre Motive auf den Sensor bannen. Für uns ist es wichtig, dass wir den Teilnehmern die Freiheit lassen, die Motive selber zu sehen – doch zeigen wir ihnen natürlich auch die bekannten Kompositionen. Ein paar verbrachten die Zeit bis um 1.30 Uhr morgens am See mit der Vollmondfotografie. Am anderen Morgen ging es gleich weiter. Um 5.15 Uhr war Treffpunkt beim Hotel-Haupteingang. Der Morgen sollte uns etwas Regen bringen, doch sollte dies der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Nach dem Morgenessen ging es dann weiter zum nächsten Höhepunkt, den Drei Zinnen. Ich denke, eigentlich der Höhepunkt unseres einwöchigen Workshops in den Dolomiten. Nach einem kurzen Aufenthalt am Lago Misurina um Kleinigkeiten zu kaufen, fuhren wir dann zum Rifugio Auronzo auf ca. 2320 Meter über Meer.

Zwischenstopp am Lago Misurina

Die Temperaturen waren angenehmer als erwartet. Leider war uns auf der Fahrt dorthin ein Teilnehmer «abhanden» gekommen und wir wussten vorübergehend nicht wo er sich befand. Oft hatte man nur einen schlechten Empfang mit dem Smartphone. Adrian wanderte dann mit der Gruppe schon einmal los Richtung Paternkofelsattel und schlussendlich zur Drei Zinnenhütte während ich noch auf den «vermissten» Teilnehmer wartete. Nach ca. 2 Stunden Verspätung tauchte er dann auch auf und wir konnten uns auf die ca. 2-stündige Wanderung zur Drei Zinnenhütte machen. Das Wetter war gerade perfekt zum Wandern. Und es sollte immer besser werden.
Um ca. 17 Uhr erreichte dann auch ich mit unserem «verloren gegangenem» Teilnehmer die Drei Zinnenhütte.
Der Abend war etwas «stressig» zum Fotografieren, obwohl uns das Team der Drei Zinnenhütte sehr entgegenkam, uns schon um 18 Uhr das Abendessen servierte und viele Sonderwünsche erfüllte. Doch jeder der Teilnehmer konnte ein schönes und gutes Bild von der atemberaubenden Szenerie der Sextner Dolomiten machen.

An dieser Stelle möchte ich aber jetzt einmal das Team der Drei Zinnenhütte lobend erwähnen. Was dieses Servierpersonal und die Küche dort leisten, ist phänomenal. Da muss man lange suchen, um eine solche Gastfreundschaft zu finden. Sie setzten alles daran, damit wir gemütlich Essen konnten, aber dennoch wieder genug früh draussen waren um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Am zweiten Tag setzten sie uns sogar an einen anderen Tisch um uns noch schneller bedienen zu können. Obwohl dieser Job dort oben sehr hektisch und während dem Frühstück, Mittagszeit und Abendessen sehr stressig ist, hatten sie immer ein Lächeln und einen guten Spruch für uns und die anderen Gäste übrig. Auch im grössten Stress und Gedränge nahmen Sie für uns Zeit. Mich hat dies sehr stark beeindruckt. Ein grosses Dankeschön an das Drei Zinnenhütte-Team!!!
Auch die Qualität des Essens liess keine Wünsche offen. Wenn man bedenkt, dass die Drei Zinnenhütte auf ca. 2500 Meter oben liegt und weit abgelegen ist, hätte ich eigentlich nur einfache Menus erwartet. Weit gefehlt! War einfach der Wahnsinn!

Abendessen Drei Zinnenhütte

Abendessen am Dolomiten Workshop in der Drei Zinnenhütte

Abendessen am Dolomiten Workshop in der Drei Zinnenhütte

Nachdem wir den Sonnenuntergang und die Dämmerung fotografiert hatten, ging es dann zurück in die Hütte und uns wurde noch das Dessert serviert. Anschliessend ging der Grossteil wieder raus und fotografierte diese eindrückliche Bergwelt im Licht des Mondscheins. Ich bin zwar nicht der typische Nachtfotograf, weder Milchstrasse noch Vollmond sind meine bevorzugten Sujets, dennoch fasziniert mich das Licht des Vollmondes in den Bergen. Alles wirkt dann so gespenstisch. Das ist was ich wollte für meine Bildidee.
Auch der nächste Morgen segnete uns mit fantastischem Licht, obwohl es zuerst einmal nicht danach aussah. Der Mittwoch verbrachten wir dann mit erkunden nach neuen und interessanten Spots. Auch zeigten wir den Teilnehmer Spots die etwas weiter weg waren. So kamen dann 4 Teilnehmer mit mir abends nach dem Nachtessen zum Sonnenuntergang zum Sextner Stein, eine Aussichtsplatform oberhalb der Drei Zinnenhütte auf halbem Weg zum Toblinger Knoten.

Erkunden am Dolomiten Workshop

Auch an diesem Abend schien es sehr vielversprechend zu sein – doch kippte das Wetter nur wenige Minuten nach unserer Ankunft auf dem Sextner Stein auf die andere Seite und es begann zu regnen. So beschlossen wir, noch bevor es richtig begann zu schütten, uns auf den Rückweg zur Hütte zu begeben. Ein richtiger Entscheid, wie sich später dann herausstellen sollte. So verbrachten wir einen gemütlichen Abend in der Drei Zinnenhütte.
Der nächste Morgen war dann wieder einmal phänomenal. Zwei unserer Teilnehmer wollten noch einmal auf den Sextner Stein hinauf, so machte ich mich mit Ihnen um 5.15 Uhr auf den Weg auf diese wunderschöne Aussichtsplatform. Oben angekommen, befasste ich mich erstmal mit dem Toblinger Knoten, ein faszinierender Berg, während sich die anderen zwei mit den Drei Zinnen und dem Paternkofel Gebirge befassten. Ich denke, egal wo man sich an diesem Morgen befand, jeder konnte ein schönes Bild dieser Bergwelt machen.

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Voller Einsatz unserer Workshop Teilnehmer

Nach dem Morgenessen ging es dann wieder zurück zur Auronzohütte wo sich unsere Autos befanden. Leider kamen dann wieder zwei weitere Herausforderungen auf Adrian und mich zu. Adrian musste mit einem Teilnehmer frühzeitig nach Hause fahren und ich musste mit einem Teilnehmer ins Spital. An dieser Stelle «Danke» an unseren Workshop-Teilnehmer Claudio, dass er mir hier zur Seite stand und mit dem Teilnehmer ins Spital fuhr und sprachlich mir zur Seite stand. Obwohl wir den letzten Abend ohne Adrian und unserer einzigen Teilnehmerin verbringen mussten, war die Stimmung fantastisch.

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Nachdem wir mit dem Sessellift zum Rifugio Scoiatolli fuhren, verbrachten wir einen schönen und gemütlichen Abend bei einem feinen Abendessen in der Alphütte. Natürlich nachdem wir die Abendstimmung fotografierten. Das Wetter wollte zwar nicht so recht mitspielen, doch für gerade mal 2 Minuten war alles perfekt. Gerade lange genug um ein einmaliges Bild zu machen. Was mich besonders gefreut hat, jeder unserer Teilnehmer war vorbereitet und konnte dieses kleine Zeitfenster nutzen und das Licht auf den Sensor bannen.

Blick von der Sesselbahn zum Cinque Torri

Gemütliches Beisammensein im Rifugio Scoiatolli

Gemütliches Beisammensein im Rifugio Scoiatolli

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impressionen vom Dolomiten Workshop

Impression vom Dolomiten Workshop – Stative bei den Cinque Torri

Abendessen im Rifugio Scoiatolli

Abendessen im Rifugio Scoiatolli

Der letzte Morgen schien zuerst einmal total ins Wasser zu fallen. Als ich um 5.15 Uhr aufstehen wollte, sah man nichts ausser Nebel. Doch aus Erfahrung wusste ich, dass das noch nichts bedeutet. Dennoch gingen die Teilnehmer wieder zurück ins Bett. Um ca. 5.45 Uhr sah ich den Vollmond durch den Nebel schimmern und sah auch die Umrisse der Cinque Torri. Schnell weckte ich die Teilnehmer und sagte ihnen, dass ich jetzt rausgehe und wer mitkommen wolle, sollte jetzt aufstehen. Es könnte gewaltig werden.                Nur eine halbe Stunde später waren wir Zeuge eines atemberaubenden Naturschauspiels. Zum zweiten Male durfte ich das bei den Cinque Torri erleben. Was für ein gewaltiger Abschluss für unseren ersten Dolomiten Workshop. Mich freute es für jeden einzelnen Teilnehmer, dass sie so ein Naturschauspiel erleben durften. Die ganze Woche hatten wir ausgezeichnetes Fotografenwetter.

Es war unser erster Workshop im Ausland und unser erster 5-tägigen Workshop den wir geleitet und organisiert haben. Wettermässig war es absolut perfekt. Daran werden wir nächstes Jahr nichts ändern. Ich denke, jeder Teilnehmer ist auf seine Kosten gekommen und hat sicher ein paar schöne Bilder mit nach Hause gebracht.
Was man einfach immer bedenken muss, bei so einem Workshop/Fotoreise: in solchen Berghütten gibt es keinen grossen Luxus. Obwohl gerade das Essen auf sehr hohem Niveau ist, sind doch solche Hütten sehr einfach eingerichtet. Es hat nur kaltes Wasser und es kann vorkommen, dass man wegen Wassermangel nicht duschen kann. Auch gibt es keine Einzelbettzimmer und man muss die Zimmer mit mehreren Personen teilen. Das bedeutet, dass man aufeinander angewiesen ist und aufeinander Rücksicht nehmen muss. Doch die atemberaubende Bergwelt entschädigt für die Anstrengungen und sämtliche Entbehrungen welche man auf sich nehmen muss um diese Gegend zu erleben.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer. Es hat mega Spass gemacht mit euch. Auch einen Dank an meinen Kollegen Adrian Wirz für die tolle Zusammenarbeit. Ohne eine gute Zusammenarbeit und das nötige Vertrauen ist so ein reibungsloser Ablauf nicht möglich.

Nächstes Jahr werden wir diesen Workshop in etwas abgeänderter Form auch wieder anbieten. In diesem Workshop werden wir dann auch von der Krete aus fotografieren. Dazu werden wir auch noch einen zweiten Dolomiten Workshop anbieten. Dieser wird etwas weniger anstrengend sein, weil die Drei Zinnen darin nicht enthalten sein werden. Dafür aber andere atemberaubende Locations.
Mehr Infos werden in nächster Zeit folgen.

Morgenstimmung bei den Cinque Torri

Technische Details: Nikon D810, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11, 1/200Sekunde

Making of Crestasee

Das wir Landschaftsfotografen manchmal etwas «verrückt» sind aus der Sicht eines «Nicht-Fotografen» ist wohl so – doch manchmal fragt man sich als Landschaftsfotograf selber, «Was mache ich eigentlich um diese Tageszeit, in diesem Wetter oder unter diesen Bedingungen hier?»
Doch um das eine spezielle Bild zu machen und einen einzigartigen Moment festzuhalten, muss man auch einiges in Kauf nehmen, Opfer bringen und die Komfortzone» auch mal verlassen.
Ähnlich ging es mir letzte Samstagnacht! Nach einer Geburtstagsparty und einem langen Arbeitstag machte ich mich auf den Weg ins Bündnerland. Andreas Gerth, ein befreundeter Fotograf war schon seit Samstag in der Ostschweiz unterwegs am Fotografieren und fragte mich, ob ich am Sonntagmorgen Interesse hätte am Crestasee zu fotografieren! Eigentlich hatte ich an diesem Wochenende nicht geplant fotografieren zu gehen, da wir ja eben am Samstagabend an der genannten Geburtstagsparty im Bernbiet eingeladen waren. Doch irgendwie reizte es mich und es war zu verlockend, vor allem als mir Andreas noch sagte, dass sein Bruder Roland Gerth ebenfalls mitkommen werde. Das letzte Mal als ich Roland Gerth traf, war 2011 am Stellisee. Dazu kommt, das der Crestasee schon seit einigen Jahren auf meiner Wunschliste steht. So dachte ich, habe ich wieder mal die Gelegenheit für ein kleines Gespräch mit Roland Gerth und komme noch dazu am Crestasee endlich mal zu fotografieren. Das Wetter sollte ja für den Sonntagmorgen auch passend sein.
Doch der Crestasee liegt ja jetzt nicht gerade um die Ecke, wenn man im Raum Solothurn wohnt. Eine gut 2-stündige Autofahrt ist es von mir zu Hause bis nach Flims zum Crestasee. Eigentlich auch keine grosse Sache, oder?
Doch nur wegen einem Bild an das andere Ende der Schweiz fahren? Lohnt sich das überhaupt? Und das erst noch in der Nacht! Und nach einer Geburtstagsparty! Ist das vernünftig? Lohnt sich der Aufwand? 12 Stunden unterwegs sein für ein einen einzigen Moment von wenigen Minuten auf den Sensor zu bannen! Für ein einziges Bild, wenn es dann noch ein gutes Bild wird! Das weiss man in der Landschaftsfotografie sowieso sehr selten. Man kann zwar sehr vieles planen, doch eine Garantie hat man nie.
Um Mitternacht waren wir wieder zu Hause von der Geburtstagsfeier, etwas früher als vermutet. So packte ich schnell meine Sachen zusammen und lud meine Ausrüstung, eine Kanne Kaffee und etwas Verpflegung für Unterwegs ins Auto und fuhr danach gleich weiter ins Bündnerland. Ich war etwas überrascht über das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn Richtung Zürich. War es doch schon nach Mitternacht! Doch anscheinend schläft die Schweiz nie! Trotzdem kam ich zügig voran und erreichte den Parkplatz beim Crestasee, wo ich mich am nächsten Morgen mit Andreas Gerth und seinem Bruder Roland Gerth treffen werde, knapp nach 2 Uhr morgens. Obwohl der Mond die Landschaft erhellte, war es relativ dunkel durch den Wald zu fahren und mit gesundem Menschenverstand und der Hilfe des Navis, fand ich dann schlussendlich den Parkplatz im Wald beim Crestasee. Mit ein paar Tassen Kaffee zwischendurch, konnte ich gegen die einsetzende Müdigkeit ankämpfen, dennoch war ich froh, als ich mein Ziel endlich erreichte und mich im Auto noch für knappe 2 Stunden hinlegen konnte. Genau um 4 Uhr morgens holte mich der Wecker aus dem Schlaf. Es reichte noch schnell für eine Tasse Kaffee und einen Ovo-Sport-Riegel bevor dann auch schon Andreas und Roland Gerth auf dem Parkplatz ankamen. Doch bevor wir zum See aufbrechen konnten, musste Andreas noch seinen obligaten «Morgenkaffee» haben. So kamen Roland Gerth und ich noch in den Genuss einen «Andreas Gerth on the Road – Kaffee’s.

Making of „Crestasee“ (Smartphone-Foto)

Danach marschierten wir gemeinsam zum Crestasee und suchten den bekannten Spot.  Ich war noch nie an diesem See, so wollte ich erstmal diesen bekannten Spot auf meine Art fotografieren.  Da Roland Gerth diesen See schon fotografierte, liess er mir und Andreas den Vorrang – war der Platz an diesem Spot doch relativ beschränkt. Zumindest wenn man Ansprüche auf eine originelle und durchdachte Komposition hat. Roland suchte nach neuen Motiven und kam schon bald zurück und zeigte uns was er gefunden hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich für mich eine zufriedenstellende Bildkomposition gefunden hatte. Doch jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten. Inzwischen sind ein paar junge Naturliebhaber welche am See übernachteten auch wach geworden und die versuchten sich mit Feuer machen. Eher mit weniger Erfolg, brachten sie es mehr dazu den See einzuräuchern. Ich hoffte nur, dass sie das Feuer in den Griff bekommen, bis die Sonne über den Horizont kommt. Doch je länger je mehr, hatte ich Zweifel daran. Zwischendurch gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer und der Rauch war fast komplett verschwunden. Doch ich war zufrieden mit meinem Standpunkt und hoffte es würde klappen mit dem gewünschten Bild. Nicht so Andreas! Er machte sich dann auf den Weg nach neuem zu suchen. Auch er wurde belohnt. Noch bevor ich überhaupt ein Bild gemacht hatte, kam er total Happy wieder zurück. Langsam näherte sich die Sonne dem Horizont und machte meine ersten Belichtungen. Ich dachte mir schon, das könnte noch schwierig werden, dies mit einer einzigen Belichtung zu machen. Auch wegen den Rauchschwaden die ab und zu wieder den Wald verdeckten. So machte ich schon einige Belichtungen bevor die Sonne zum Vorschein kam, danach machte ich einige Belichtungen als die ersten Sonnenstrahlen sanft die Landschaft berührte und zum Schluss noch ein paar Belichtungen für den Sonnenstern. Dies alles geschah innerhalb von wenigen Minuten und das Bild war im Kasten. Andreas und Roland fragten mich danach, ob es was geworden ist und ich antwortete bloss: «Das sehe ich dann zu Hause». Als ich mein Bild hatte, suchte ich dann auch noch den See nach anderen Motiven ab und fand ein paar schöne Plätze. Es gibt dort ohne Zweifel noch mehr Motive als das bekannte. Andreas Gerth sowie auch Roland Gerth fanden interessante und schöne Motive. Das schön an diesem Morgen war, dass jeder von uns komplett unterschiedliche Bilder gemacht hat.
Ich habe mich ein paar male gefragt, als sich Andreas auf den Weg machte, um neue Motive am Ufer des Crestasee’s zu suchen, ob ich wohl auch was anderes machen solle. Doch ich hatte diese Idee und blieb hartnäckig. Oft hat sich meine Hartnäckigkeit nicht gelohnt, doch auch wurde ich gerade wegen dieser Hartnäckigkeit auch des Öfteren schon belohnt. Manchmal ist es sehr schwer die richtige Entscheidung zu treffen. An diesem Morgen habe ich mich richtig entschieden. Zumindest für mich war es richtig. Wenn ich jetzt Andreas Gerth’s Foto sehe, so hat er für sich an diesem Morgen auch die richtige Entscheidung getroffen. Was für mich stimmt, muss nicht zwingend auch für einen anderen Fotografen richtig sein oder umgekehrt. So hat wohl jeder für sich an diesem Morgen die richtige Entscheidung getroffen. Es war ein toller Morgen mit zwei grossartigen Fotografen und tollen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Nach einem Kaffee mit Croissant machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, Iso 64
3 Belichtungen: Basisbelichtung: f11 & 1/80 Sekunde, Sonnenstern: f22 & 1/13 Sekunde, Nebel: f11 & 1/100 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Fine Art Photography

Das Schweizer Online Magazin „Fotos fürs Leben“ für Fotografie hat einen Artikel verfasst über die Fine Art Photography mit einem kleinen Bericht über mich mit Interview.
Darin geht es was Fine Art Photography ist und was Fine Art für mich bedeutet, wie ich meinen Stil gefunden habe. Dazu gebe ich auch einige Tipps zur Fotografie und speziell auch zur Fine Art Photography. Im Bericht gibts auch einige Bilder von mir zu sehen.
Hier gehts zum Bericht: Fotos fürs Leben-Fine Art Photography
Landschaftsfotograf Roland Moser spricht über Fine Art Landscape Photography

Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Wild at Saoseo

Als Landschaftsfotograf jagt man so zu sagen das spezielle Licht. Doch nicht immer trifft man das gewünschte Licht an. Man erhofft es zwar immer, doch man weiss auch aus Erfahrung, dass es dazu auch viel Glück, viele Versuche und somit auch Geduld braucht. Doch immer wieder einmal passt einfach alles zusammen. Entweder will man für ein Motiv, dramatisches Licht oder man möchte Harmonie und Ruhe übermitteln. Es gibt eigentlich kein schlechtes Licht, nur das falsche Motiv zum falschen Zeitpunkt. An diesem Abend hätte es nicht besser kommen können. Eigentlich hätte ich gehofft, dass der See noch nicht oder nicht mehr gefroren wäre, doch es hatte immer noch eine Eisschicht von der Kälte der vergangenen Tagen. Gewünscht hätte ich mir eine schöne Spiegelung. Doch, mit dieser Stimmung, die sich dann an diesem Abend ergab, war ich mehr als nur bloss zufrieden. Dass ist das Licht, dass man erhofft vorzufinden. Dramatische Wolken, dramatisches Licht mit diesen Farben und gleichzeitig an einem wunderschönen Bergsee zu sein. Ein paar Stunden vorher, war es eigentlich ein schöner Herbsttag mit ein paar Wolken am Himmel. Doch dann zog eine grosses Wolkenband über das ganze Gebiet und es schien als ob es Abends kein spannendes Licht mehr geben würde, denn das Wolkenband versprach nichts gutes, da es sehr kompakt und dicht aussah. Doch irgendwie musste gerade zur richtigen Zeit, die Sonne irgendwo eine Lücke gefunden haben und beleuchtete die Wolken und wir konnten während einer langen Ewigkeit dieses fantastische Licht und Farbenspiel erleben. In solchen Momenten fühlt man sich einfach nur Überglücklich und man fühlt eine enorme Dankbarkeit. So ein Moment der bleibt einem ein Leben lang – das erlebte kann einem niemanden mehr nehmen, egal was das Leben morgen bringen mag. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Ich würde leugnen, wenn ich sagen würde, ich habe es ja gewusst, dass wir an diesem Abend eine solche Stimmung erleben würden, aber ich habe auch gewusst, dass es sein könnte, dass wir so ein atemberaubendes Schauspiel erleben können. Bei solchen Wetterlagen kann das Wetter oder das Licht auf beide Seiten kippen – an diesem Abend hatten wir alle eben das nötige Glück, weil wir geduldig waren, die Hoffnung nicht aufgaben und eben auch dort ausgeharrt haben!Wild-at-Saoseo
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 0.4Sekunden, ND Grad Filter 0.6 (Hard), Double Processing für Dynamikumfang