Making of Crestasee

Das wir Landschaftsfotografen manchmal etwas «verrückt» sind aus der Sicht eines «Nicht-Fotografen» ist wohl so – doch manchmal fragt man sich als Landschaftsfotograf selber, «Was mache ich eigentlich um diese Tageszeit, in diesem Wetter oder unter diesen Bedingungen hier?»
Doch um das eine spezielle Bild zu machen und einen einzigartigen Moment festzuhalten, muss man auch einiges in Kauf nehmen, Opfer bringen und die Komfortzone» auch mal verlassen.
Ähnlich ging es mir letzte Samstagnacht! Nach einer Geburtstagsparty und einem langen Arbeitstag machte ich mich auf den Weg ins Bündnerland. Andreas Gerth, ein befreundeter Fotograf war schon seit Samstag in der Ostschweiz unterwegs am Fotografieren und fragte mich, ob ich am Sonntagmorgen Interesse hätte am Crestasee zu fotografieren! Eigentlich hatte ich an diesem Wochenende nicht geplant fotografieren zu gehen, da wir ja eben am Samstagabend an der genannten Geburtstagsparty im Bernbiet eingeladen waren. Doch irgendwie reizte es mich und es war zu verlockend, vor allem als mir Andreas noch sagte, dass sein Bruder Roland Gerth ebenfalls mitkommen werde. Das letzte Mal als ich Roland Gerth traf, war 2011 am Stellisee. Dazu kommt, das der Crestasee schon seit einigen Jahren auf meiner Wunschliste steht. So dachte ich, habe ich wieder mal die Gelegenheit für ein kleines Gespräch mit Roland Gerth und komme noch dazu am Crestasee endlich mal zu fotografieren. Das Wetter sollte ja für den Sonntagmorgen auch passend sein.
Doch der Crestasee liegt ja jetzt nicht gerade um die Ecke, wenn man im Raum Solothurn wohnt. Eine gut 2-stündige Autofahrt ist es von mir zu Hause bis nach Flims zum Crestasee. Eigentlich auch keine grosse Sache, oder?
Doch nur wegen einem Bild an das andere Ende der Schweiz fahren? Lohnt sich das überhaupt? Und das erst noch in der Nacht! Und nach einer Geburtstagsparty! Ist das vernünftig? Lohnt sich der Aufwand? 12 Stunden unterwegs sein für ein einen einzigen Moment von wenigen Minuten auf den Sensor zu bannen! Für ein einziges Bild, wenn es dann noch ein gutes Bild wird! Das weiss man in der Landschaftsfotografie sowieso sehr selten. Man kann zwar sehr vieles planen, doch eine Garantie hat man nie.
Um Mitternacht waren wir wieder zu Hause von der Geburtstagsfeier, etwas früher als vermutet. So packte ich schnell meine Sachen zusammen und lud meine Ausrüstung, eine Kanne Kaffee und etwas Verpflegung für Unterwegs ins Auto und fuhr danach gleich weiter ins Bündnerland. Ich war etwas überrascht über das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn Richtung Zürich. War es doch schon nach Mitternacht! Doch anscheinend schläft die Schweiz nie! Trotzdem kam ich zügig voran und erreichte den Parkplatz beim Crestasee, wo ich mich am nächsten Morgen mit Andreas Gerth und seinem Bruder Roland Gerth treffen werde, knapp nach 2 Uhr morgens. Obwohl der Mond die Landschaft erhellte, war es relativ dunkel durch den Wald zu fahren und mit gesundem Menschenverstand und der Hilfe des Navis, fand ich dann schlussendlich den Parkplatz im Wald beim Crestasee. Mit ein paar Tassen Kaffee zwischendurch, konnte ich gegen die einsetzende Müdigkeit ankämpfen, dennoch war ich froh, als ich mein Ziel endlich erreichte und mich im Auto noch für knappe 2 Stunden hinlegen konnte. Genau um 4 Uhr morgens holte mich der Wecker aus dem Schlaf. Es reichte noch schnell für eine Tasse Kaffee und einen Ovo-Sport-Riegel bevor dann auch schon Andreas und Roland Gerth auf dem Parkplatz ankamen. Doch bevor wir zum See aufbrechen konnten, musste Andreas noch seinen obligaten «Morgenkaffee» haben. So kamen Roland Gerth und ich noch in den Genuss einen «Andreas Gerth on the Road – Kaffee’s.

Making of „Crestasee“ (Smartphone-Foto)

Danach marschierten wir gemeinsam zum Crestasee und suchten den bekannten Spot.  Ich war noch nie an diesem See, so wollte ich erstmal diesen bekannten Spot auf meine Art fotografieren.  Da Roland Gerth diesen See schon fotografierte, liess er mir und Andreas den Vorrang – war der Platz an diesem Spot doch relativ beschränkt. Zumindest wenn man Ansprüche auf eine originelle und durchdachte Komposition hat. Roland suchte nach neuen Motiven und kam schon bald zurück und zeigte uns was er gefunden hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich für mich eine zufriedenstellende Bildkomposition gefunden hatte. Doch jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten. Inzwischen sind ein paar junge Naturliebhaber welche am See übernachteten auch wach geworden und die versuchten sich mit Feuer machen. Eher mit weniger Erfolg, brachten sie es mehr dazu den See einzuräuchern. Ich hoffte nur, dass sie das Feuer in den Griff bekommen, bis die Sonne über den Horizont kommt. Doch je länger je mehr, hatte ich Zweifel daran. Zwischendurch gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer und der Rauch war fast komplett verschwunden. Doch ich war zufrieden mit meinem Standpunkt und hoffte es würde klappen mit dem gewünschten Bild. Nicht so Andreas! Er machte sich dann auf den Weg nach neuem zu suchen. Auch er wurde belohnt. Noch bevor ich überhaupt ein Bild gemacht hatte, kam er total Happy wieder zurück. Langsam näherte sich die Sonne dem Horizont und machte meine ersten Belichtungen. Ich dachte mir schon, das könnte noch schwierig werden, dies mit einer einzigen Belichtung zu machen. Auch wegen den Rauchschwaden die ab und zu wieder den Wald verdeckten. So machte ich schon einige Belichtungen bevor die Sonne zum Vorschein kam, danach machte ich einige Belichtungen als die ersten Sonnenstrahlen sanft die Landschaft berührte und zum Schluss noch ein paar Belichtungen für den Sonnenstern. Dies alles geschah innerhalb von wenigen Minuten und das Bild war im Kasten. Andreas und Roland fragten mich danach, ob es was geworden ist und ich antwortete bloss: «Das sehe ich dann zu Hause». Als ich mein Bild hatte, suchte ich dann auch noch den See nach anderen Motiven ab und fand ein paar schöne Plätze. Es gibt dort ohne Zweifel noch mehr Motive als das bekannte. Andreas Gerth sowie auch Roland Gerth fanden interessante und schöne Motive. Das schön an diesem Morgen war, dass jeder von uns komplett unterschiedliche Bilder gemacht hat.
Ich habe mich ein paar male gefragt, als sich Andreas auf den Weg machte, um neue Motive am Ufer des Crestasee’s zu suchen, ob ich wohl auch was anderes machen solle. Doch ich hatte diese Idee und blieb hartnäckig. Oft hat sich meine Hartnäckigkeit nicht gelohnt, doch auch wurde ich gerade wegen dieser Hartnäckigkeit auch des Öfteren schon belohnt. Manchmal ist es sehr schwer die richtige Entscheidung zu treffen. An diesem Morgen habe ich mich richtig entschieden. Zumindest für mich war es richtig. Wenn ich jetzt Andreas Gerth’s Foto sehe, so hat er für sich an diesem Morgen auch die richtige Entscheidung getroffen. Was für mich stimmt, muss nicht zwingend auch für einen anderen Fotografen richtig sein oder umgekehrt. So hat wohl jeder für sich an diesem Morgen die richtige Entscheidung getroffen. Es war ein toller Morgen mit zwei grossartigen Fotografen und tollen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Nach einem Kaffee mit Croissant machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, Iso 64
3 Belichtungen: Basisbelichtung: f11 & 1/80 Sekunde, Sonnenstern: f22 & 1/13 Sekunde, Nebel: f11 & 1/100 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Bild des Monats: Mai 2017

Der Mai fotografisch gesehen ein sehr ergiebieger Monat. Ich war viel unterwegs, habe einige neue Spots erkundet und einige neue Bilder gemacht. Doch die Arbeit zu Hause am PC blieb dabei etwas liegen und desshalb habe ich nur zwei neue Bilder fertig gestellt in diesem Monat. Auch in der Windhundefotografie war ich in diesem Monat sehr aktiv, das war auch ein Grund wieso die Landschaftsfotografie beim bearbeiten der Bilder etwas der kürzere zog.
Mein persönlicher Favorit in diesem Monat ist von einer Location die ich eigentlich schon sehr lange kenne, dennoch war es für mich eine Neuentdeckung. Als ich an diesem Morgen ins Emmental fuhr, hatte ich eine Bildidee, doch war es viel mehr ein Ausflug zum rekognoszieren. Ging eigentlich mit der Erwartung, dass ich kein Bild machen würde. Wie erwartet konnte ich meine eigentliche Bildidee nicht umsetzen, doch als ich etwas weiter schaute fand ich ein paar schöne Kompositionsmöglichkeiten. Obwohl man in der Landschaftsfotografie sehr viel planen muss um das perfekte Bild zu machen, muss man auch immer offen sein für neues, den manchmal ergeben unerwartete Momente die besseren Bilder als das erhoffte und geplante.
Ein Ort der meines Wissens nur Einheimische kennen und ein paar Fotografen. Hoffen wir dass es noch lange so bleibt und die Natur sich dort voll entfalten kann.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 13,
1/8 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Silent Prayer

Schon lange einmal wollte ich in die Dolomiten fotografieren. Letztes Jahr im Sommer konnte ich diesen lang ersehnten Traum endlich realisieren. An einem Samstagmorgen Anfangs Juli 2016 früh fuhren Adrian Wirz und ich los Richtung Österreich, Brennerautobahn, Südtirol zu unserem ersten Spot, dem Pragser Wildsee. Für mich ein «Must See», nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein schöner Bergsee, doch die vielen Touristen schreckten etwas ab. Dennoch fand ich, dieser See ist ein Besuch wert – deshalb ist er auch in diesem Jahr in unserem Dolomiten Workshop mit dabei. Die frühen Morgenstunden verpassten wir leider am Pragser Wildsee, da wir uns vorher nicht informiert hatten, um welche Zeit der Campingplatz auf welchem wir übernachteten morgens öffnet. Ich bin mir eigentlich von Australien gewohnt, dass man die Campingplätze immer verlassen kann – doch hier öffneten die Schranken nicht vor 7 Uhr morgens. So standen wir mit unserem Auto morgens um 5 Uhr vor geschlossenen Schranken und konnten nicht durchfahren. Das war schon ziemlich ärgerlich. Von diesem Zeitpunkt fragten wir überall, auch in Berghütten, ob wir auch sicher morgens zeitig vor Sonnenaufgang hinauskönnen! Nach einer Kaffeepause ging es dann weiter Richtung Cortina d’Ampezzo zu unserem zweiten Spot in dieser Woche. Wir wählten extra nicht zu viele Fotospots aus, damit wir uns auch Zeit nahmen für die einzelnen Motive. So hatten wir nur drei verschiedene Motive, aber natürlich bei jedem verschiedene Standorte und Kompositionen eingeplant. So hatten wir auch genügend Zeit jeden einzelnen Ort zu erkunden. Als wir nach Cortina d’Ampezzo Richtung Falzarego Pass fahren wollten, hielt uns die Polizei auf und machte uns darauf aufmerksam, dass die Strasse wegen einem Radrennen für ein paar Stunden gesperrt sei. So kamen wir etwas später als gewollt in der Berghütte Rifugio 5 Torri an. Die Abzweigung zur Berghütte mussten wir noch suchen, da nur eine Schotterpiste zur Berghütte führte. Dort angekommen fing es gerade zu regnen an und nur Minuten später goss es wie aus Kübeln. So machten wir in der gemütlichen Gaststube eine Kaffeepause und warteten bis der Regen nachliess. Danach packten wir unsere Ausrüstung und wanderten zu den ca. 30 Minuten entfernten Cinque Torri. Angekommen sahen wir wegen Nebels nicht viel von den Felstürmen der Cinque Torri. Dennoch konnten wir die Umgebung schon etwas erkunden. Kurz vor Sonnenuntergang lockerte die Bewölkung etwas auf und die Sicht auf die Felsen der Cinque Torri wurde besser und interessanter. Dennoch die grosse Abendstimmung blieb aus. Am nächsten Morgen wollten wir zeitig vor Sonnenaufgang wieder oben bei den Cinque Torri sein, so holte uns der Wecker schon wieder früh aus dem Schlaf. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und dann hüpfte ich wieder ins Bett. Ausser Nebel sah ich nicht viel. Doch plötzlich sagte Adrian zu mir, bist du sicher, dass es neblig ist und mit einem erneuten Blick aus dem Fenster stellten wir fest, dass es keine geschlossene Nebeldecke war und man sogar die Sterne erkennen konnte. Wir beeilten uns, damit wir noch rechtzeitig vor der einsetzenden Dämmerung bei den Cinque Torri ankamen. Was wir dann oben sahen als wir vor den Cinque Torri standen, konnten wir selber fast nicht glauben. Es war unbeschreiblich und ich kann das nicht in Worten fassen. Nie in meinen Träumen hätte ich mir eine solche Stimmung gewünscht, weil ich nicht an so etwas glaubte. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir so etwas vorstellen können. Atemberaubend schön! Die Cinque Torri ragen aus dem Nebel heraus. Die Dämmerung setzte kurz danach ein und zauberte die schönsten Farben an den Himmel welche sich wiederum im Nebel reflektierten. Jede Minute war der Nebel wieder anders und das Licht änderte sich ständig, doch während fast 2 Stunden hatten wir dort perfekte Bedingungen um einmalige Bilder zu machen. Ich habe diesen Spot schon genauestens geplant, doch so etwas kann man nicht planen. Das ist einfach Glück! Die Alpenrosen waren gerade am Blühen und am Abend zuvor entdeckte ich einen Spot wo ich einen Busch blühender Alpenrosen als Vordergrund für meine Komposition verwenden konnte. Manchmal hielt ich nur inne und bestaunte diese Szenerie und dann wieder war ich beschäftigt, das nächste Bild zu kreieren. Für mich persönlich einer meiner eindrücklichsten Momente als Landschaftsfotograf. Wir verbrachten dann noch den ganzen Tag in der Gegend der Cinque Torri, doch ca. 2 Stunden nach Sonnenaufgang zog der Nebel wieder komplett über die 5 Felstürme und wir verbrachten den ganzen Tag in der Nebelsuppe. Auch einen Ausflug auf den Monte Nuvolau auf 2574 Meter brachte mich nicht über die Nebelgrenze hinaus. Gerade wieder rechtzeitig zum Sonnenuntergang löste sich der Nebel wieder auf und so hatten wir wieder schönes Licht mit guter Stimmung bei den Cinque Torri. Nicht mehr so genial wie am Morgen, doch so eine Jahrhundertstimmung darf und kann man nicht zweimal an einem Tag erwarten. Diese Nacht verbrachten wir im Rifugio Scoiatolli von wo aus man einen schönen Blick auf die Türme der Cinque Torri hat. Am anderen Morgen verbrachten und fotografierten wir nochmals ein paar Stunden in der Gegend der Cinque Torri bevor es dann am späteren morgen weiter Richtung Drei Zinnen ging. Ich wusste schon als wir von den Cinque Torri zu den Drei Zinnen fuhren, dass ich in diese Gegend wieder zurückkommen werde. Es gibt noch viele andere Ansichten und Kompositionsmöglichkeiten von dieser eindrücklichen Bergwelt.
Teil 2 folgt!Sonnenaufgang bei den Cinque Torri in den Dolomiten                                                                                                                Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@15mm), ISO 64, f 13,
2 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Bild des Monats: April 2017

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Die Zeit vergeht im Moment wie im Flug.
Der April war die Zeit der Kirschblüte im Baselbiet und dann kamen noch die Narzissen auf den Jurahöhen. Es kam alles Schlag auf Schlag. Ende März besuchte ich die Osterglocken im Emmental und dann blühten schon die ersten Kirschblüten im Baselbiet. Wir mussten soagr unser Workshop um eine Woche vorverschieben, doch dafür passte an diesem Tag für unsere Teilnehmer alles bestens. Die Kirschblüten waren gerade auf dem Höhepunkt und das Wetter machte perfekt mit: schönes warmes Frühlingswetter!
Nachdem die Kirschblüten im Baselbiet ihren Zenith überschritten hatten, folgte gerade am Osterwochenende der nächste Höhepunkt: die Narzissen oder wilden Osterglocken im Schweizer Jura. Die sonst kahlen Jurahöhen im Neuenburger Jura waren von einem gelben Teppich aus Narzissen bedeckt. So weit das Auge reichte, blühende Narzissen. Jedesmal wieder ein ganz besonderer Anblick. Danach blieb es wieder etwas ruhig. Die blütezeit der Narzissen war von kurzer Dauer, kam doch gerade danach ein richtiger Kälteeinbruch welcher uns wieder Schnee bis ins Flachland bescherte.
Für mich war dieser April ein sehr erfolgreicher monat, konnte ich doch ein paar Ideen umsetzen welche ich schon ein paar Jahre verfolgte. So auch dieses Bild vom wohl schönsten Kirschbaum im Baselbiet. Ich besuchte diesen in den letzten Jahren immer wieder zur Kirschblütenzeit im Baselbiet und habe schon verschiedene Aufnahmen – doch dieses Bild hier ist mein absoluter Favorit. Eigentlich erhoffte ich etwas mehr stimmige Farben an diesem morgen, doch es wollte nicht sein. So wartete ich ab, bis die Sonne über den Horizont kan und setzte diese Bildidee um. Für mich persönlich, das bild des Monats!Kischbaum im Baselbiet
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8@28mm, Iso64, f11, 1/125 Sekunde

Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Super Moon

Wenn drei Fotografen die gleiche Idee haben um den Mond zu fotografieren, dann trifft man sich auf dem Grenchenberg. So geschehen letzten November während dem Supermond. Als ich oben auf dem Parkplatz ankamm, war vor mir gerade Martin Mägli mit seinem Auto am herumkurven. Und als wir oben auf dem Genchenberg bei der Wandfluh ankamen, hatte es sich dort Adrian Wirz schon gemütlich gemacht.
Während dem Supermond im letzten November, machte ich mich auf den Weg auf einer „meiner“ Hausberge. Dass heisst, entweder den Grenchenberg oder den Weissenstein. Immer wieder höre ich Leute sagen, am Jurasüdfuss möchte ich nicht leben. Dann denke ich immer wieder, wieso eigentlich? Natürlich haben wir viel Nebel. Aber so schnell wie am Jurasüdfuss kann man sonst fast nirgends dem Nebel entfliehen. Innerhalb von wenigen Minuten ist man über dem Nebel. So war es auch an jenem Tag im November.
Schon lange hatte ich diese Idee im Kopf: Mondaufgang über dem Grenchenberg, unten ein gewaltiges Nebelmeer mit einer Obergrenze von etwas über 1000 Meter und eine verschneite Juralandschaft. Das dies gerade auf einen Supermond treffen sollte, war eher Zufall. Wieviel Schnee es oben auf dem Jura hatte, wusste ich nicht genau, doch ich wusste dass es genug hatte. Es schneite die Tage zuvor in den höheren Juralagen und es legte eine schöne Ladung an Neuschnee hin. Auf tiefen Winter war ich aber noch nicht eingestellt, doch dachte ich, dass ich Schneeschuhe, Winterschuhe und Handschuhe im Auto hätte. Doch weit gefehlt. Das bemerkte ich aber erst oben auf dem Grenchenberg als ich mich umziehen wollte. Also stapfte ich in Turnschuhen, Jeans und überhaupt nicht Outdoor tauglicher Kleidung zu meinem Stanpunkt durch ca. 20-25cm tiefen Schnee. Dass die Turnschuhe schon länger ersetzt werden sollten, kam mir erst wieder in den Sinn als überall Schnee hineinkam. So schön dieser Abend auch war mit dem Mondaufgang, dem Nebel und den Pastellfarben in der Dämmerung so kalt hatte ich auch. Meine Füsse spürte ich beinahe schon nicht mehr, die Hände waren so gefroren, dass ich die Kamera kaum bedienen konnte und die Kleider waren alles andere als trocken. Doch diese wunderbare Lichtstimmung liess mich beinahe vergessen, dass mir kalt war.
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8@115mm, Iso400, f8, 2 Sekunde

Bild des Monats: Januar 2017

EISZEIT
Anfang Januar 2017 hat endlich auch der Winter 2016/2017 in unseren Breitengrade Einzug gehalten. So gab es diesen Monat einige Möglichkeiten Winterbildidee umzusetzen. Ich war einige Male unterwegs in den vergangenen 4 Wochen. Unvergessen bleibt der erste Tripp im 2017 mit Heiri Roth, ein Kollege von der Windhunderennbahn Rifferseil, der mir seine Heimat das Toggenburg zeigte. Dabei hatte ich die Möglichkeit „Schwarzes Eis* zu fotografieren. Danach gings nochmals ins Toggenburg mit einem Fotografen Kollegen. An diesem Tag hatten wir einen Bilderbuch-Wintertag: Bitterkalt aber schönstes Winterwetter. Die Autofahrt nach Liechtensteig bei andauerndem Schneefall eine gute Woche später bleibt wohl auch noch lange in meinen Erinnerungen haften. Ebenfalls der etwas abenteurliche Ausflug mit Adrian Wirz und Andreas Gerth in die Innerschweiz war ein tolles Erlebnis. Doch der eindrücklichste Moment im Januar erlebte ich bei meinem spontanen Kurzbesuch am Neuenburgersee. Es war eisig kalt die Tage zuvor und es wehte eine starke Bise. Ich dachte mir, gerade richtig um mal zu diesem Badehäusschen am Neuenburgersee zu gehe. Doch musste ich mein Vorhaben auf ein paar Tage später verschieben-zuerst wollte ich gar nicht mehr gehen, doch zum Glück konnte ich mich selber dennoch dazu bewegen zu gehen. Eindrücklich was das der Wind zusammen mit dem Wasser in diesen eisigen Temperaturen zauberte.
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8@31mm, Iso100, f11, 175 Sekunde

Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Landschafts-Fotografie-Workshops 2017

LANDSCHAFT-FOTOGRAFIE WORKSHOPS 2017
Zusammen mit Adrian Wirz führe ich im nächsten Jahr verschiedene Workshops durch. Die Workshop-Programme und Online-Anmeldungen sind jetzt online. Anmeldungen und mehr Infos unter folgendem Link: http://www.nature-moments.com/photography-workshops.html
Im April findet der beliebte „Blütenzauber-Workshop statt wo wir die Workshop-Teilnehmer durch schöne Baselbiet führen während der Kirschblütenzeit.
Im August führen wir dieses Jahr neu einen dreitägigen Workshop am Matterhorn durch.
Im September entführen wir unsere Teilnehmer in die Dolomiten wo wir neben den berühmten Drei Zinnen, ebenfalls am Pragser Wildsee und bei den Cinque Torri fotografieren.
Im Oktober findet dann wiederum der Belchen-Workshop statt, wo man mit etwas Wetterglück die inzwischen berühmte Belchenwelle fotografieren kann.