Sense of Awe

Es gibt Momente im Leben eines jeden Fotografen die er wohl nie mehr vergisst. Genau so ein Moment ist dieser Morgen in den Dolomiten bei den Cinque Torri. Eigentlich fing der Morgen nicht vielversprechend an. Der Wecker klingelte und ich schaute aus dem Fenster raus. Adrian fragte mich „Na, wie sieht’s aus?“ Und ich antwortete „Nichts, es hat immer noch Nebel!“ Dann einige Minuten später. Adrian schaute zum Fenster hinaus und fragte verwundert „Wo um Himmelswillen siehst Du acuh Nebel! Das ist Sternenklar!“ Also los ging es! Knapp 20 Minuten später standen wir vor den Cinque Torri und wir glaubten nicht was wir da vorfanden: mehr als perfekte Bedingungen. Die Cinque Torri umgeben von Nebel. Einfach atemberaubend! Da war nichts mit warten auf das perfekte Licht – natürlich wussten wir, dass das Licht immer noch besser werden konnte, doch die Bedingungen waren schon absolut genial und wir konnten gleich loslegen mit fotografieren. So etwas findet man höchst selten vor. Ich stand einfach nur da und kam aus dem staunen nicht mehr heraus. Einen Moment der Ehrfurcht und der unendlichen Dankbarkeit sowas erleben zu dürfen. Natürlich auch die Freude die Gelegenheit zu haben es noch zu fotografieren. Dieser Morgen in den Dolomiten ist sicher für mich das Highlight vom 2016!
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 @34mm, Iso64, f11, 3 Sekunden

 

Abyss

Einmal mehr war ich wieder mal am Creux Du Van. Wie ich schon öfters erwähnt habe, ist der Creux Du Van wettermässig immer eine Wundertüte – aber gerade deswegen auch immer wieder für Überraschungen gut. Der Besuch des Creux Du Van war aber diesmal nicht unbedingt vorgesehen gewesen. Doch zwei Tage vorher telefonierte mir Jamie Dormer, Fotograf aus Southport, Queensland/Australien, spezialisiert in Natur, Landschaft und Reise-Fotografie und fragte ob ich Zeit habe, er würde noch für ein paar Tage in die Schweiz kommen bevor er dann Mitte November wieder nach Hause fliegen würde. So sagte ich ihm er solle nach Solothurn kommen und wir würden dann zusammen verschiedene Spots im Schweizer Jura fotografieren gehen. Die Herbstfarben waren gerade auf dem Höhepunkt, Nebel war auch schon ein Thema und das Wetter schien gerade perfekt zu passen. So fuhren wir früh morgens Richtung Neuenburger Jura zum Creux Du Van. Bis kurz vor der Métairie Soliat sah noch alles perfekt aus, doch dann fuhren wir in eine Nebelwand hinein. Nun, für diese Gegend sind diese Wetterverhältnisse nichts Neues. Der Weg zum Creux Du Van war dann alles andere als einfach – wir sahen kaum ein paar Meter weit und wir mussten wirklich den Weg mehr oder weniger «abtasten». Doch schlussendlich standen wir an der Krete zum Creux Du Van.  Es wurde langsam heller und auch der Nebel lichtete sich, doch die Hoffnung für einen dramatischen Sonnenaufgang mussten wir begraben. Doch wir suchten andere Motive und fanden diese auch. Der Creux du Van war an diesem Morgen wieder eine fantastische Spielwiese für Fotografen. Etwas später lichtete sich der Nebel doch noch und der Creux Du Van kam zum Vorschein. Gefreut habe ich mich vor allem für Jaime, so konnte er doch auch noch ein paar stimmungsvolle Aufnahmen vom Creux du Van machen.
Die Entstehungsgeschichte vom Bild «Abyss» ist allerdings etwas länger her. Schon immer wollte ich eigentlich gerne einen Steinbock dort auf dem Felsen stehen haben, doch bis jetzt war das noch nie der Fall. Als Jaime dort ein paar Bilder machte, sah ich zum ersten Mal die «Welle vom Creux du Van». So versuchte ich dieses Ereignis zu fotografieren – doch eine klar definierte Welle gab es jeweils immer nur sehr kurz und die Nebelgrenze wechselte immer sehr schnell so dass ich da kein ansprechendes Bild machen konnte. Jaime fragte mich dann, ob er schnell für ein paar Aufnahmen auf den Felsvorsprung gehen könnte und als ich ihn da so stehen sah, kam mir dann diese Bildidee. Nun, habe ich Jaime Dormer anstatt einen Steinbock auf dem Felsen stehen. Als ich einige Tage späte die Bilder am PC begutachtete, musste ich sagen, dass dieses Bild eines meiner Favoriten von diesem Tag ist.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, ISO 64, f 13, 1/400, Double Processing für Dynamikumfang

 

Die Kraft eines Bildes

Diesen Ort kenne ich schon einige Zeit, doch ist dieser total in Vergessenheit geraten in den letzten paar Jahren bis ich vor wenigen Wochen im Internet nach neuen Locations suchte.
Ganz spontan besuchte ich dann diesen Ort ein paar Tage später und kombinierte diesen Spot noch mit einer anderen Location in der näheren Umgebung welche ich schon länger besuchen wollte.
Als ich dann Frühmorgens, noch vor Sonnenaufgang in stockfinstere Nacht, zu dieser Schlucht runter wanderte, hoffte ich doch sehr, dass es etwas neblig sein würde unten in der Schlucht und es schon ein wenig herbstlich angehaucht. Es war ja auch schon fast Ende September. Es herrschten keine schlechten Bedingungen an jenem Morgen, doch auch nicht gerade dass was ich erhoffte! Als sich der Himmel ober mir langsam Magenta zu färben begann, machte ich meine ersten Aufnahmen. Als ich das Bild auf dem Kameramonitor kontrollierte machte ich mir einige Gedanken – unter anderem auch ob die Bedingungen genug hergeben würden, für ein interessantes Bild. Mir gefiel es und wenn es mir gefällt, kann es durchaus auch sein, dass es jemand anderem gefallen könnte. Wir leben heute in einer Welt, wo jeden Tag x-millionen neue Bilder in der ganzen Welt gemacht werden. Jedes Mal, wenn wir den Auslöser betätigen, zeigen wir der Welt wie wir diesen Ort in diesem Moment wahrgenommen und gesehen haben. Oftmals machen wir das auch ganz unbewusst ohne uns gross Gedanken zu machen, wieso wir gerade dies in diesem Moment fotografieren. Manchmal habe ich auch schon gedacht, als ich die Bilder zu Hause am Monitor betrachtete, ob ich nicht was hätte besser machen können. Da erinnerte ich mich plötzlich an einen Artikel den ich vor knapp einem Jahr gelesen habe, geschrieben von einem australischen Fotografen. Er erzählte davon wie er vor Jahren an einer Ausstellung einen Verkaufsstand hatte und seine Bilder verkaufte, als eine ältere Dame, ungefähr Mitte achtzig, eines seiner Bilder sehr lange anschaute. Sie studierte das Bild mit einer Hingabe und Konzentration wie er noch nie jemand seine Bilder betrachten sah. Nach einer gefühlten Ewigkeit trat die ältere Dame zu ihm und fragte ob man das Bild kaufen könnte. Er antwortete mit «Ja» aber fragte die Dame «ob Sie sich wirklich sicher sei, dass Sie das Bild kaufen wolle», da solche Bilder nicht gerade günstig zu kaufen sind. Das entsprechende Bild kostete 2000.- Dollar. Die Dame antwortete ihm: «Wenn ich es nicht haben möchte, hätte ich Sie ja auch nicht gefragt!»
Die alte Dame schaute den Fotografen mit wässrigen Augen an und sagte ihm: «Ich weiss was sie jetzt denken! Für was will eine alte Frau so viel Geld ausgeben für ein einfaches Bild?» «Aber wissen» fuhr die Dame fort, «kein Geld auf der Welt kann das kaufen was dieses Bild mir bedeutet und es mir Wert ist!»
Der Fotograf war sehr berührt und die alte Dame begann zu erzählen warum das Bild ihr so viel bedeutet. Ihr verstobener Ehemann und sie campierten ihr ganzes Leben lang in dieser Gegend und dieser Spot von wo aus dieser Fotograf dieses Bild machte, war genau der Platz wo Sie ihr Auto immer parkten. Genau dieser Ort war es wo sie öfters auf ihren Auto sassen und die Landschaft vor ihren bewunderten. Von da aus bewunderten sie viele Sonnenaufgänge und genossen unzählige Abendstunden. Die alte Frau erzählte weiter: «Ich möchte diesen Print haben und diesen bei mir an die Wand hängen, damit ich jeden Abend bevor ich zu Bett gehe, diesen Ort wieder vor mir sehe und ihr Bild das letzte ist was ich abends sehe bevor ich einschlafe. Mit ihrem Bild, kommen alle diese schönen Erinnerungen wieder zurück und werden noch einmal lebendig in mir während ich langsam einschlafe. Kein Geld dieser Welt kann mir das kaufen! Ich bin so Dankbar dass ich dieses Bild entdeckt habe, denn dieser Ort ist mein zweites zu Hause.»
Eine sehr bewegende Geschichte. Und ja, es stimmt eben doch. Man sollte nie die Kraft eines Bildes unterschätzen. Vielleicht ist es nicht dein bestes Bild, aber für irgendjemand da draussen mag es eine grosse Bedeutung haben.
Es freut mich persönlich auch jedes Mal, wenn ein Bild, welches ich nur als «durchschnittlich» empfand, bei jemandem eine Erinnerung weckt oder diese Person sich mit dem Bild verbunden fühlt.
Was für dich oder mich vielleicht nur eine schöne Landschaft oder ein netter Sonnenuntergang ist, kann für jemand die Welt bedeuten und es beschwört schöne Erinnerungen hoch an eine längst vergangene Zeit.Maerchenwelt                                              Technische Details: Nikon D810, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11, 60 Sekunden, Polarizer

Landschaftsfotografie und Nahrung Unterwegs

Wenn man als Landschaftsfotograf über Nacht oder auch mehrere Tage unterwegs ist, steht man oft vor der Frage was muss ich alles mitnehmen! Was ist unbedingt nötig und auf was kann ich bei diesem Trip verzichten. Und bevor man dann abfährt geht man in Gedanken noch einmal durch, ob man tatsächlich alles eingepackt hat, denn nichts ist schlimmer als wenn man vor Ort ist und es wäre eigentlich alles perfekt, doch man stellt fest, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Das wichtigste ist natürlich die Fotoausrüstung, Outdoorbekleidung für jede Witterung (je nach Jahreszeit), Zelt, Schlafsack, Isoliermatte, Werkzeug, Apotheke und natürlich genügen zu trinken und zu essen. Nicht dass man mit der Fotoausrüstung, Kleider, Zelt usw. nicht schon genug dabei hat, ebenso wichtig und auch ziemlich viel Platz beansprucht die Nahrung und Wasser. Deshalb spart man öfters bei der Nahrung und aus diesem Grund nimmt man Esswaren mit, die wenig Platz brauchen und man nicht viel Zeit für die Zubereitung verliert. Denn man ist schliesslich nicht zum Essen diese Strapazen auf sich genommen, sondern um zu fotografieren. Aus diesem Grund, packe ich öfters «Müsli-Riegel»! Es gibt sie ja in allen verschiedenen Geschmacksrichtungen, Riegel mit Äpfel, Orangen, Bananen, Schokolade, Honig, usw.…..natürlich kann man diese Riegel bald schon einmal nicht mehr sehen. Diese Riegel eignen sich gerade wenn man für einen Tag unterwegs ist, doch auch schon für das brauche ich etwas mehr. Da packe ich dann noch Obst in den Rucksack, Landjäger oder Cervelat mit einem Stück Brot eignen sich auch hervorragend. Auch Studentenfutter ist ideal für Unterwegs. Öfters habe ich auch einen Gaskocher mit, damit ich mir am frühen Morgen einen frischen Kaffee machen kann oder am Abend auch etwas Warmes kochen kann. Dann braucht man allerdings schon ziemlich viel Platz und hat einiges an Mehrgewicht: doch bin ich dann schon froh, wenn ich abends noch etwas Warmes essen kann. Je nachdem wie und wo ich unterwegs bin, gibt es nur was Kleines aus dem Beutel oder man kocht sich etwas Grösseres. Wenn wir in Australien unterwegs sind, dann haben wir einen kleinen Kühlschrank mit im Off-Roader und wir kochen uns jeden Abend etwas. Wir grillierten im Outback auch schon mal ein feines Steak, doch meistens gibt’s Teigwaren an einer Sauce, Baked Beans aus der Büchse oder Hamburger. Morgens essen wir dann Toastbrot mit Spiegeleier und Speck.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Doch bin ich hier in der Schweiz unterwegs, gibt es natürlich einfachere Mahlzeiten. Letzthin am Lauenensee machten wir abends nach dem Fotografieren ein Feuer und machten einen Cervelat über dem Feuer.

Cervelat bräteln am Lauenensee

Cervelat bräteln am Lauenensee

Sich unterwegs gesund zu ernähren ist nicht gerade immer so einfach, deshalb versuche ich zumindest immer ein paar Früchte dabei zu haben. Letztes Jahr in den Tessiner Bergen hatten wir Teigwaren und Tomatensauce hochgeschleppt, doch mussten wir bedauerlicherweise am Abend als wir die Teigwaren kochen wollten feststellen, dass wir eine falsche Gaskartusche mithatten. So gab es anstelle von Teigwaren nur wieder «Müsli-Riegel». Es macht aber auch immer wieder Spass abends nach dem fotografieren draussen vor dem Zelt noch was zu essen und die Natur zu geniessen – dies gehört genauso dazu, wie das Fotografieren. Auch die Abenteur und Erlebnisse drumherum gehören dazu, wie die Gewitter die an uns vorbeizogen an der Nacht am Lauenensee und dann diese bombastische Lichtstimmung am anderen Morgen. Auch wenn sich nicht das erhoffte Licht ergab, es war eine einmalig schöne Lichtstimmung. Eine Stunde später gerieten wir dann in einen heftigen Regenguss. Zum Glük waren wir aber dann schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Innerhalb weniger Minuten waren die Strassen „überflutet“.Sturmlicht
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@36mm), ISO 64, f 11, 1/5 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, Polarizer

Unterwegs im Bärlauchwald

Der Frühling hat auch aus Landschafts-fotografischer Sicht einiges zu bieten. Da werden zum Teil auch Regionen attraktiv welche für den Rest des Jahres dann wieder weniger fotogen sind; das sind die blühenden Obstbäume, die Wiesen mit den Frühlingsblumen, Rapsfelder und das frische, saftige Frühlingsgrün. Besonders reizvoll nach einem Regenguss oder während es regnet. Und dann wäre da noch der Bärlauch. Wir haben hier einige schöne Bärlauchwälder. Vor zwei Wochen besuchte ich einer der wohl bekanntesten „Bärlauchwälder“ im Mittelland: den Sihlwald. Das Wetter war gerade perfekt dazu. Es regnete die Tage zuvor wie aus Kübeln und auch an diesem Tag war Regen angesagt. Als ich dann von Mettmenstetten Richtung Rifferswil, Kappel am Albis nach Sihlbrugg fuhr, begann es zu regnen und es war dicker Nebel. Es schien alles perfekt aufzugehen. Doch leider war dann die Stimmung im Sihlwald selber nicht mehr so neblig, dennoch war es ideales Wetter für mein Vorhaben. Der Zeitpunkt war auch perfekt. Der Bärlauchblüte war auf dem Höhenpunkt – in den höheren Regionen des Sihlwalds blühten aber erst vereinzelte. Regen, bewölkter Himmel und etwas Sonnenschein wechselten sich immer wieder ab doch gegen den Abend fing es dann wieder an in Strömen zu regnen. Ich mag es im Frühling im Wald unterwegs zu sein – am besten während es regnet oder nach einem Regenguss. Erst recht wenn der Bärlauch gerade am blühen ist. Da wird dann nicht nur das frische Frühlingsgrün intensiver und der Kontrast von den weissen Bärlauchblüten zu den verschiedenen Grüntönen wird noch hervorgehoben, nein auch der Bärlauchduft ist so nach einem Regenguss viel intensiver. Wo wir jetzt beim Nachteil der Bärlauchfotografie wären. Von den Gummistiefeln, welche ich meistens träge wenn ich im Wald unterwegs bin, aufwärts riecht man sehr intensiv nach Knoblauch. Wenn man dann noch eine tiefe Perspektive für sein Bild wählt, kommt man dem Bärlauch nochmals näher und man kriegt eine extra Portion Knoblauchduft in die Nase. Nicht jedermanns Sache. Auch Tage danach riecht die Fotoausrüstung noch danach – doch das alles entschädigt wenn man dann die fertigen Bilder am PC betrachten kann. So ein Wald voller Bärlauch erinnert mich irgendwie auch immer wieder an einen Märchenwald.Baerlauchwald-Sihlwald
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@29mm), ISO 125, f 11,           1 Sekunde, Polarizer

Outback Light

Was für viele andere Landschafts-Fotografen Island, Patagonien, die Lofoten oder auch Schotland ist, ist für mich Australien. Es gibt hier noch nicht viele Bilder von Australien – und wenn man sie sieht, sind es meistens die bekannten Orte. Da es hier unter Fotografen nicht so bekannt ist – zum Glück – und viele hier in Europa keinen Bezug haben, ist es natürlich nicht gerade sehr attraktiv hier in den sozialen Medien. Dennoch ist gerade auch dies der Reiz für mich. Nun, da in letzter Zeit wieder mal die Frage herumgeht ob diese Bilder auch der Realität entsprechen und nicht in etwa in Photoshop entstanden sind hier ein kleiner Beitrag wie und wo ein Bild entsteht. Ich habe schon früher darüber mal einen Blog Artikel geschrieben.
Ein Bild entsteht nicht alleine in der Kamera. Ein Bild entsteht meiner Meinung nach vereinfacht gesagt in 3 Schritten; ich erkunde erstmal eine Location, finde einen Spot und dann wächst eine Bildidee in meinem Kopf. Diese Idee kann schnell und spontan vor Ort kommen oder auch langsam mit der Zeit entstehen. Danach erst kommt das eigentliche „Fotografieren“! Wenn das Licht und die Komposition stimmt, fange ich mit den technischen Möglichkeiten der Kamera und mit Hilfsmittel wie Polarizer, Filter usw. die Stimmung ein – ich ernte somit das Licht! Was ich da fotografiere ist kein Endprodukt! Ein Bild direkt aus der Kamera gibt es nicht! Ich fotografiere in RAW, was die meisten heute machen, zumindest in der Landschaftsfotografie, somit bedingt schon das, dass ich meine Bilder nachbearbeite. Doch das was wir als RAW in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen ist schon eine bearbeitete Datei – also nicht das ursprüngliche RAW. Diese Datei hat schon eine massive Bearbeitung hinter sich. Dazu kommt ein weiterer Aspekt wieso man Bilder „entwickeln“ sollte: die Kamera sieht anders als ich. Die Kamera nimmt Dinge anders wahr als ich. Also das was ich mit der Kamera fotografiere und auf den Sensor banne, sind Informationen und die müssen so perfekt wie möglich sein. Dafür ist es wichtig, dass man die Kamera beherrscht. Man kann auch heute nicht aus einem schlecht fotografierten Bild ein Meisterwerk machen!
So kommt dann im dritten Schritt für die Entstehung eines Bildes noch die „Digitale Dunkelkammer“ – die Bildbearbeitung oder wie man heute so schön auf Englisch sagt „Post Processing“ dazu. Dort entwickelt man das Bild so wie man die fotografierte Szene in diesem bestimmtenMoment gesehen und gefühlt hat. Man korrigiert Farben, Sättigung,Kontraste usw. undversucht die auch die bestmögliche Qualität aus der Datei herauszuholen – dazu verwendet man eben manchmal auch das Überblenden mehrerer Aufnahmen oder verwebdet das „Double Processing“. All dies ist kein Muss und muss nicht bei allen Bildern angewandt werden. Eigentlich macht man nichts anderes als früher zur analogen Zeit in der Dunkelkammer.
Natürlich hat man heutzutage mehr Möglichkeiten zur Verfügung um ein Bild zu bearbeiten und fast jeder hat Zugang du diesen Werkzeugen – sprich Software – somit kann man natürlich auch ein Bild in Photoshop erstellen. Das ist dann allerdings nicht mehr Fotografie im ursprünglichen Sinne – sondern vielmehr „Composing“.
Ich für mich nutze die technischen Möglichkeiten unserer Zeit aus damit ich das Bild so wiedergeben kann wie ich diesen Moment gesehen, erlebt und gefühlt habe. Um dies zu erreichen benutze ich die Technik in der Kamera und auch die digitale Bildbearbeitung. Die digitale Bildbearbeitung gehört zum fotografieren wie früher die Dunkelkammer!Outback-Light
Technische Details: Nikon D800e, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@20mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Double Processing

Apostels Dawning (Die Reise)

Manchmal bin ich mir nicht sicher ob ich mich am Anfang oder am Ende einer Reise befinde. Doch wenn ich mich länger damit beschäftige und meinen Gedanken auf den Grund gehe, komme ich immer zum selben Ergebnis: ich bin auf einer Reise und ich bin mittendrin! Das Leben ist eine Reise. Was ich auch immer mache und was ich auch immer anpacke, es ist ein Kapitel auf meiner Reise durchs Leben. Ich habe Ziele, kleinere und grössere, aber diese sind eigentlich nur Stationen auf meiner Reise. Das eigentliche Ziel ist die Reise selber. Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Reise ist die Fotografie – und so wie das Leben selbst, ist auch die Fotografie für mich eine Reise. Wäre ich am Ende dieser Reise angelangt, gäbe es für mich nichts Neues mehr, nichts neues mehr zu fotografieren und auch nichts neues mehr zu entdecken. Immer wieder neues entdecken und neues sehen und sich den Herausforderungen des Lebens stellen. Das ist Leben! Das Leben will ich nicht nur sehen sondern spüren! Es ist die Neugier die mich immer wieder antreibt – die Neugier neues zu entdecken, aber auch altes Bekanntes neu zu zeigen.

Wäre ich am Ende dieser Reise, dann gäbe es für mich auch nichts Neues mehr zu sehen, keine neuen Ansichten und keine Kreativität mehr, keinen Ansporn, keine Inspiration und keine Freude mehr. Dann gäbe es für mich auch keine neuen Abenteuer und keine neuen Erlebnisse mehr. Es ist eine Reise nach dem perfekten Bild: immer und immer wieder. Doch es ist nicht das Bild alleine. In Wahrheit ist es viel mehr: es ist eine Reise nach Glück, Freiheit, Zufriedenheit und Frieden. Es geht nicht nur um das Bild oder was wir auf dem Bild sehen können. Es geht was im Bild drin ist. Ein Bild ist kein Endprodukt in dem Sinne. Ein Bild ist ein Kapitel auf der Reise welches dieser Lebensabschnitt wiederspiegelt und diesen einen Moment so wie ich ihn gesehen und gespürt habe. Es ist nicht die Realität der Masse, sondern es ist ein Bestandteil von mir in diesem Moment den ich erleben durfte. Es ist die Neugier, die Freude und die Leidenschaft die mich vorantreibt.
Vielleicht ist Reisen auch die Sehnsucht nach dem Leben.
Dieses Bild entstand am Ende unserer letzten Reise durch Australien im Port Campbell National Park. Es war vielleicht am Ende dieser Reise aber am Anfang einer neuen Reise. Ich weiss schon jetzt was ich dort bei meinem nächsten Aufenthalt umsetzen möchte.
Die Twelve Apostels während der Morgendämmerung.Apostels-Dawning
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@48mm), ISO 100, f 13, ½ Sekunde, Double Processing

Unterwegs bei den Gastlosen

Nachdem ich die Gastlosen jetzt schon mehrmals im Sommer besuchte, wollte ich die Schönheit dieser Landschaft jetzt auch mal im Winter fotografieren. Der erste Versuch Ende letzten Jahres scheiterte, als ich die Gastlosen von oben fotografieren wollte. So versuchte ich es Anfang Februar 2016 noch einmal – diesmal aber wollte ich von Jaun aus zum Chalet du Soldat wandern. Die Woche vorher überlegte ich mir lange wohin es am Wochenende gehen sollte – doch irgendwie passte mir nichts. Doch als es gegen Ende Woche Schnee bis in tiefe Lagen gab, dachte ich plötzlich wieder an die Gastlosen. Ich schaute mir am Tag zuvor die Webcam vom Chalet du Soldat an und es sah vielversprechend aus. Doch wusste ich auch, dass am Samstag schon wieder eine Warmfront kommt und ab Samstagnachmittag sollte Föhn aufkommen. Föhn sorgt in den Alpen immer wieder für interessante Bedingungen, doch es kann durchaus auch eher langweilig werden. Ein weiterer Nachteil, waren die warmen Temperaturen. Am Freitagabend waren die Tannen alle noch weiss – von dem war am Samstag leider nichts mehr zu sehen. Dennoch, dachte ich, es könnte vielversprechend sein. Zusammen mit Jacqueline Fellmann (Jacqueline Fellmann Photography), machte ich mich am Samstag Früh dann auf den Weg in die Fribourger Alpen. Das Wetter war ok, nicht gerade berauschend um zu fotografieren, doch wir wussten das kann sich jederzeit ändern. Angekommen an unserem Ausgangspunkt für die Wanderung im Dorf Jaun, montierten wir die Schneeschuhe und machten uns auf den Weg zum Chalet du Soldat. Ich rechnete mit 3 Stunden Wanderzeit, doch es wurden 4 daraus mit ein paar Pausen unterwegs. Es war relativ warm für einen Februar-Tag und man konnte eigentlich schon fast im T-Shirt wandern. Schnee war genügend vorhanden um ein «Winter-Feeling» zu bekommen. Immer wieder machten wir eine kleine Verschnaufpause und bestaunten die Gipfeln der Gastlosen. Da wir genügend Zeit einplanten, mussten wir uns auch nicht beeilen. Der Aufstieg war anstrengend aber zu gleich auch sehr schön und im späteren Nachmittag erreichten wir dann das Chalet du Soldat auf der Krete. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Berghütte, machten wir uns weiter auf den Weg und wanderten der Krete entlang zu unserem Abendspot. Inzwischen hat sich das Wetter zu unseren Gunsten entwickelt. Interessante Föhnwolken am Himmel und die Sonne fand immer wieder einen Weg durch die Wolken und zauberte wunderschönes goldenes Licht auf die verschneite Berglandschaft. So konnten wir schon vor Sonnenuntergang ein paar Bilder machen. Plötzlich ging alles schnell, die Gastlosen fingen an zu leuchten und man konnte beobachten anhand dem Schatten auf der Gebirgskette wie schnell die Sonne jetzt hinter dem Horizont versank. Kurz darauf war das Licht auf den Gastlosen weg, doch gegen Westen färbte sich der Himmel jetzt in Goldgelb, Rot und Magenta und bot uns ein fulminantes Abschlussfeuerwerk eines schönen Winterabends. Der Wind wurde jetzt immer stärker und stärker und man konnte kaum noch aufrecht gehen. Höchste Zeit die Krete und diese exponierte Lage zu verlassen und zur Berghütte zurück zu gehen. Dort erwärmten wir uns dann noch an einer Suppe, bevor wir uns auf den Rückweg nach Jaun machten. Der Abstieg dauerte viel weniger lange und schon nach nur 90 Minuten waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Jaun.Gastlosen - Bathed-in-Gold
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@35mm), ISO 64, f 11,
1/800 Sekunde,Pano aus 11 Einzelaufnahmen, double processing Gastlosen-Evening-Glow
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 80, f 10,
1/40 Sekunde, Pano aus 14 Einzelaufnahmen, double processingGastlosen-Bergfeuer
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8 Objektiv (@110mm), ISO 200, f 8,
1/60 Sekunde, double processing

Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Alpine Glory

Viele beklagen sich momentan über zu wenig Schnee und zu warme Temperaturen. Zugegeben, es ist viel zu warm für Ende Dezember und es hat viel zu wenig Schnee. Auch ich finde es schade, dass nicht richtig Winter ist. Doch man sollte das Beste daraus machen mit dem was man hat. Vielleicht kann man jetzt nicht tief verschneite Landschaften fotografieren, doch der Schneemangel kann dafür neue fotografische Möglichkeiten eröffnen. So überlegte ich mir vor wenigen Wochen, wo und was man jetzt, mit so wenig Schnee, winterliches fotografieren könnte. So dachte ich an die vielen Bergseen. Normalerweise wären diese jetzt gefroren und unter einer Schneedecke im Winterschlaf. Doch da es eben jetzt gerade noch so wenig Schnee hat, könnte es durchaus möglich sein, so dachte ich, dass sie evtl. Schneefrei sind und vielleicht noch nicht einmal ganz zugefroren. So informierte ich mich über ein paar Bergseen und fand dann heraus, dass unter anderem der Oeschinensee, gefroren ist aber eben Schneefrei ist. Dennoch hatte es um den See herum genügend Schnee um es winterlich wirken zu lassen. So entschloss ich mich Mitte Dezember den Oeschinensee zu besuchen. Das Unternehmen Oeschinensee sollte wieder mal ein Abenteuer der besonderen Art werden! Ich erkundete mich über alles, aber wirklich alles und machte mich dann zusammen mit meinem Fotografen Kollegen Adrian Wirz auf den Weg zum Oeschinensee. Doch eines habe ich vergessen! Es war immer noch Zwischen-Saison und die Bergbahnen liefen noch nicht. Und so erreichten wir die Talstation der Oeschinensee-Gondelbahn an jenem Samstag Mitte Dezember und standen vor einer Bergbahn die ausser Betrieb war. Zeitlich würde es zu knapp werden hoch zu wandern und so mussten wir unser Vorhaben auf ein andermal verschieben. Eine Woche später versuchten wir es erneut. Die Winter-Saison startete an diesem Wochenende und ich dachte, dies sei gerade noch ein guter Zeitpunkt es nochmals zu versuchen. Geschneit hatte es in der Zwischenzeit immer noch nichts. An diesem Samstag hatte die Gondelbahn geöffnet und wir gingen zum Schalter um unsere Tickets zu kaufen. Die nette Frau am Schalter wollte uns aber erstmal keine Tickets verkaufen. Wir wollten eine einfach Fahrkarte da es am späteren Abend keine Rückfahrtgelegenheit mehr gab und wir uns entschieden dem Schlittelweg entlang nach Kandersteg runter zu wandern. Doch diese freundliche Frau meinte, sie dürfe nur Rückfahrkarten verkaufen, ausser wir hätten einen Schlitten oder Skier. Doch wir hatten anstelle nur unsere Fotoausrüstung und für Fotografen gebe es nur Rückfahrkarten und es sei sowieso verboten runter zu wandern. Wenn wir jetzt einen Schlitten gehabt hätten, hätten wir eine einfache Fahrkarte lösen können und dann wäre es uns auch erlaubt gewesen runter zu wandern. So lösten wir eben eine Rückfahrkarte und somit erhielten wir auch die Bewilligung runter zu wandern.
Einmal oben angekommen, präsentierte sich der Oeschinensee von einer für mich unbekannten Seite. Es war ja anscheinend seit gut 20 Jahren nie mehr der Fall, dass der Oeschinensee gefroren war und nicht von einer Schneedecke bedeckt ist. Auch bildeten sich gerade kurz vor Sonnenuntergang ein paar Wolken über den Bergen und machten somit den Himmel noch etwas interessanter. Alles in allem nach anfänglichen Schwierigkeiten ein perfekter und erfolgreicher und auch schöner Tag. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht was uns noch bevor stand. Nach der Dämmerung machten wir uns dann auf den Rückweg und wanderten dem Schlittelweg entlang. Doch irgendwann einmal kamen wir auf die Skipiste – irgendwie fanden wir den Schlittelweg plötzlich sehr breit und sehr steil und dann bemerkten wir, dass wir nicht mehr auf dem Schlittelweg waren, sondern auf der Skipiste nach Kandersteg runter. Doch wir dachten, Hauptsache wir kommen nach Kandersteg. Das ging auch recht gut, bis es noch steiler wurde und die Piste richtig eisig wurde. Am Schluss mussten wir fast auf unseren Hintern runtergleiten. Es war ein rechtes Abenteuer, doch es machte auch mega Spass. Weiter unten kamen wir dann wieder in den Schlittelweg hinein und sahen dort, dass diese Skipiste eigentlich auch für Skifahrer gesperrt wäre. Nun, solche Abenteuer gehören auch immer wieder dazu und machen das Ganze auch noch zusätzlich interessant. So zu sagen ist es manchmal auch das Salz in der Suppe. Ich meine das Fotografieren ist das eine, doch es zählt das Ganze und nicht nur das Bild. Auf jeden Fall ist es wieder ein Abenteuer mehr, welches ich mit Adrian Wirz zusammen erlebt habe und sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.Oeschinensee
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 11, 1 Sekunde, 11 Einzelbilder in Lightroom zu einem Panorama zusammengefügt