Wieso fotografiere ich

Habt Ihr euch nicht auch schon des Öfteren selber gefragt, wieso Ihr eigentlich fotografiert!
Warum Ihr kreativ tätig seid!
Natürlich, weil ich es gerne mache, werden die meisten jetzt einfach denken. Daran habe ich auch keine Zweifel. Zumindest war das der Grund, weshalb man einmal angefangen hat zu fotografieren.
Ist es am Anfang der Spass und die Freude am Fotografieren und am kreativ sein, kommt sicher später auch mal, vor allem nach den ersten kleinen Erfolgen der Aspekt nach Anerkennung hinzu. Jeden freut es, wenn er Anerkennung erhält für sein Schaffen. Das kann sein, wenn sich jemand bedankt für die Hilfe die man anerboten hat, wenn der Chef sich bei Ihnen erkenntlich zeigt für die geleistete Arbeit und Ihnen entsprechend mehr Lohn gibt oder heute im Zeitalter der Sozialen Medien die Anerkennung per «Daumen hoch». Irgendwann kommt doch der Zeitpunkt, wo man nicht nur noch für sich fotografiert! Also wieso fotografiert man? Fotografiert man um anderen zu gefallen? Fotografiert man für Erfolg? Fotografiert man um seinen Lebensunterhalt zu fotografieren? Fotografiert man für Anerkennung? Fotografiert man für sein eigens Ego zu befriedigen? Für was und wenn fotografieren wir eigentlich?
Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich habe mir diese Frage auch schon gestellt! Dabei ist es gar nicht mal so einfach, ehrlich zu sich selber zu sein! Denn ich glaube, nur aus Freude alleine, machen es die wenigsten.
Wieso ich darüber einen Blog schreibe? Weil ich mich mit dieser Thematik ernsthaft auseinandersetzen wollte!
Ich habe mich in den letzten paar Jahren manchmal selber erwischt, wie die sozialen Medien im Unterbewusstsein mein fotografischer Stil beeinflusst haben. Ich hätte es aber nie zugegeben – und ich denke und bin der Überzeugung vielen Fotografen geht oder ging es ähnlich.
Während ich in den letzten Jahren in sozialen Medien immer wieder Bilder gepostet habe, habe ich bemerkt, dass bestimmte Bilder beliebter waren als andere. Des Öfteren war es so, dass meine persönlichen Lieblingsbilder weniger beliebt waren und viel weniger Anerkennung fanden als für mein Empfinden meine weniger guten Bilder. Bitte versteht mich hier nicht falsch, ich fand auch meine weniger guten Bilder für gut und such diese gefielen mir, sonst hätte ich diese ja gar nicht erst gezeigt – doch man hat einfach seine Favoriten und denkt, «Wow», das ist jetzt ein Hammer-Bild. Aber gerade diese Bilder, waren eben meistens nicht so populär wie die anderen die mir persönlich weniger gefielen.
Obwohl ich jetzt sage und auch behaupte die «Likes» sind mir nicht wichtig und die Anerkennung in den sozialen Medien ist für mich nicht massgebend, hatte es eben doch einen Einfluss auf mich. Auch wenn es nur im Unterbewusstsein war.
Das Dilemma ist folgendes: Jedes Mal, wenn ich eines dieser Bilder gepostet habe und eine Flut von “Likes” erhalten habe, ist man versucht, mehr Bilder dieser Art zu posten und zu fotografieren, die die Leute sehen wollen.
An diesem Punkt kommt die Frage auf, wieso und warum fotografiere ich? Was will ich mit meiner Fotografie bezwecken? Was will man mit der Fotografie erreichen? Und ein wichtiger Punkt, an den viele vielleicht gar nicht denken, aber im Hinterkopf bei vielen Fotografen präsent ist – und wenn sie dieser Frage ehrlich entgegentreten – ist, muss ich davon meinen Lebensunterhalt bestreiten können? Je nachdem diese Antwort, ja oder nein, lautet, sind die Beweggründe warum man Fotografiert und kreativ ist, auch anders.
Was ist jetzt mit mir?
Nun, wie jeder andere Künstler auch, liebe ich die Anerkennung der anderen. Anerkennung ist wie Lohn für das Gemüt und kann einem Energie verleihen und Ansporn sein. Und evtl. im weitesten Sinn auch zu mehr «Einkommen» führen.
Vor einiger Zeit, stellte ich mir dann die Frage «Was mache ich jetzt?» Wie will ich auf diesen Interessenskonflikt reagieren? Ich will doch meine Bilder, meine Sichtweise dem Publikum näherbringen und nicht das, was die Mehrheit sehen will! Wenn man seinen Lebensunterhalt damit verdienen muss oder will, ist das sicher nicht ganz so einfach!
Wenn ich nur Anerkennung und Erfolg möchte, dann mache einfach Bilder die am momentanen Trend entspreche – Milky Way und überdimensionale Panoramen. Aber ist es das, was ich möchte? Nein!!!
So nahm ich mir also Zeit und fragte mich selbst «Wieso und warum fotografiere ich? Wieso habe ich mal angefangen zu fotografieren?» Ich fotografierte, weil es mir Spass machte und ich mich kreativ ausdrücken konnte!

Als ich mit der Fotografie anfing, vor vielen Jahren, machte ich es aus purer Freude. Aus Freude in der Natur unterwegs zu sein und kreativ zu sein. Meine Eindrücke und meine Gefühle von den bestimmten Momenten die ich erlebte, auf ein Bild zu bringen.

Doch mit der Zeit schlichen sich langsam andere Beweggründe dazu. Ich fotografierte um etwas Geld zu verdienen und im Unterbewusstsein sicher auch für positives Feedback.
Dann entdeckt man Fotografie-Wettbewerbe und studiert was ankommt an diesen Wettbewerben und fotografiert um diese zu gewinnen! (Von diesem bleib ich mehr oder weniger verschont)
Irgendwann mal, arbeitet man daran ein passendes Portfolio zu erschaffen, damit man als Fotograf ernst genommen wird. Man hat vielleicht Bilder in seinem Portfolio, welche einem zwar gefallen, es aber nicht zwingend seinem ursprünglichen Stil entspricht.
Man ist kreativ tätig um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Vielleicht würde man viel lieber dramatische Stimmungen fotografieren, doch das andere lässt sich besser verkaufen. Man wird vom Fotograf zum Geschäftsmann. Wieviel «Fotograf» ist man noch und wieviel davon ist man «Geschäftsmann»! Man fotografiert um Geld zu verdienen!
Obwohl ich heute in der glücklichen Lage bin, mit der Fotografie Geld zu verdienen, darf und kann ich immer noch das Fotografieren was ich will und wie ich möchte – doch muss ich ab und zu auch Kompromisse eingehen und anderes fotografieren.
Doch mit fast 50 Jahren bin ich fast dort angekommen wo ich vor vielen Jahren einmal war: Fotografieren aus Freude und Leidenschaft. Es war aber eine lange Reise. Ich musste über all die Jahre neu erlernen, was man als Kind eigentlich schon wusste!

Die Wahrheit ist, das öffentliche Anerkennung und Ruhm nicht schlecht sind, aber niemand kann glücklich werden, indem man Bilder macht um andere zu beeindrucken, egal wie hoch der Lohn dafür ist.
Die Befriedigung von einem «Like» dauert nur einen kleinen Moment, während aber das Fotografieren auf meine Art und Weise eine innere Zufriedenheit erzeugt, die ein Leben lang dauert.
Das Leben ist viel einfacher wenn man versucht nur einer Person zu gefallen: sich selbst!Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 64, f 8, 1/500 Sek.

Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Bildbearbeitungs-Kurse (Private-Coachings)

BILDBEARBEITUNGSKURSE – LIGHTROOM/PHOTOSHOP
Bildbearbeitung ist keine Hexerei. Heutzutage kann man sich vieles selber beibringen oder es gibt für alles irgendwo Tutorials! Wieso denn noch Bildbearbeitungskurse besuchen? Viele Sachen macht man unbewusst falsch und kann im schlimmsten Fall das Bild zerstören.Was in Facebook und Co. noch gut ausschauen kann, sieht dann plötzlich ausgedruck nicht mehr so toll aus. Es gibt viele Wege ans Ziel – nicht nur ein Weg ist richtig. Aber es gibt Wege die liegen einem mehr als andere. Ich beschäftige mich jetzt seit gut 10 Jahren mit der digitalen Bildbearbeitung. Mein Ziel ist es nicht ein Bild zu manipulieren, sondern vielmehr aus den vorhandenen Daten das maximum heraus zu holen. In den letzten Jahren habe ich mich viel und lange damit befasst, die Bilder für Fine Art Prints zu optimieren. Dieses Erfahrung und Wissen möchte ich jetzt neu auch weitergeben. Ich gebe Privat-Kurse an Anfänger sowohl auch Fortgeschrittene.Falls der eine oder andere Interesse hat, sich weiter zu bilden, darf er mich gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Würde mich freuen mein Wissen weiter zu geben

„King of Trees“ – Landscape Photography Magazine

Das gute kommt meist komplett unerwartet. Letzte Woche kriegte ich eine Mail von einem Magazin, ich ignorierte diese Mail aber, da ich dachte, na ja, wieder so Spam mit Phising Links……erst viel später bemerkte ich oder es dämmerte mir langsam, dass dies ein Mail von LPM ist, das grösste Landscape Photo Magazin. Sie informierten mich, dass mein Bild „King of Trees“ der Gewinner von diesem Monat in der Sektion Galleria ist. Ich nehme nie, aber wirklich nie an Foto-Wettbewerben und anderem teil, aber ich poste ab und zu mal dort in deren Gallerie und war jetzt total überrascht, dass dieses Bild diesen Monat als Gewinner hervorging. Das Bild hat eine lange Entstehungsgeschichte: fing alles damit an dass Adrian Wirz mir diesen Baum zeigte in der Gemeinde Rünenberg. Wir suchten und suchten nach einer möglichen Komposition, aber fanden nichts. Dann ein Jahr später ging ich Frühmorgens im Frühjahr während der Kirschblütenzeit wieder dorthin, einfach um neue Sujets zu suchen – hatte aber keine Absicht, mit diesem Baum etwas zu machen!
Ich war eigentlich auf einen ganz andere Komposition konzentriert. Doch als ich so diese Gegend auf und ab lief, erkannte ich auf einmal wie man diesen Baum fotografieren müsste und hatte plus/minus schon den Standpunkt gefunden. Zwei Tage später machte ich dann dort mit Adrian Wirz ab und als ich ankam, hatte er den ungefähr gleichen Standpunkt wie ich zwei Tage vorher auch entdeckt habe, auch gefunden…..so ist diese Komposition entstanden. Doch an jenem Abend war nichts mit gutem Licht. Doch dachte ich schon daran beim Heimfahren, das wird was mit Sonnenaufgang – doch Adrian kam mir dann zuvor mit dem Sonnenaufgang. Doch ich machte mir schon Gedanken, wie man dieses Sujet sonst noch fotografieren könnte, in welchem Licht und welcher Stimmung. So habe ich immer noch eine Idee für den Herbst – bis jetzt leider nicht realisierbar gewesen und eine hatte ich für den Winter. Als es dann Ende Dezember 2015 so richtig kalt war und richtig schneite bis ins Flachland, wusste ich, jetzt muss ich zu diesem Baum. Und wirklich dort angekommen, war alles perfekt, Es war kalt, schneite, der Baum war „Schneebedeckt“ und vom Wind blieb der Schnee einseitig, und erst noch von der richtigen Seite am Baumstamm haften. Das neblige Wetter durch das Schneegestöber machte dann noch das ganze harmonischer und so konnte man den Baum  richtig freistellen und es ergab eine sehr schöne Stimmung.King of Trees

Go Dark – Dramatische & Stimmungsvolle Bilder fotografieren

Landschaftsfotografen lieben stimmungsvolle und dramatische Bilder. Auch ich liebe es wenn es viele Wolken am Himmel hat mit einer kleinen Lücke wo das Sonnenlicht durchscheinen kann. Solche Stimmungen einzufangen sind aber manchmal gar nicht so einfach: das RAW Bild sieht öfters weniger spektakulär aus, als es wirklich war. Das Bild sieht weniger dramatisch und nicht so stimmig aus als dass Bild welches du eigentlich machen wolltest. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir beim Fotografieren darauf achten sollten eine ausgewogene Belichtung zu erzielen. Das bedeutet, dass wir weder rechts noch links vom Histogramm abgeschnittene Tonwerte haben. Optimal sollte das Histogramm so aussehen wie ein Berg. Ausgewogen belichtete Bilder liefern ein Histogramm, das an beiden Seiten bis auf die horizontale Achse herunterreicht. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass sowohl die dunkelsten, als auch die hellsten Stellen des Bildes noch Zeichnung aufweisen. Solche Aufnahmen sind ideales Ausgangsmaterial, um nachträglich eine Feinanpassung der Gesamthelligkeit vorzunehmen. Auch bei der RAW-entwicklung gilt, dass man die Aufnahme so anpasst, dass in den Dunklen Bereichen wie in den hellen Bereichen immer noch Zeichnung vorhanden ist. In der Regel erhöht man etwas die Schatten und zieht die Highlights etwas nach unten, erhöht die Kontraste und die Sättigung etwas und man hat ein fertiges Bild. Das mag in vielen Fällen zu schönen Ergebnissen führen, aber es kann durchaus sein, dass das Bild nicht die Stimmung so wiedergibt wie man es erlebt hat, oder es nicht die Stimmung nicht ganz die Intensität hat, welche man am Betrachter des Bildes übermitteln will. In meinem Fall überbelichte ich meine Bilder bei der Aufnahme vor Ort immer ein wenig, um bessere Bildqualität zu erreichen, was mir bei der Bildbearbeitung mehr Möglichkeiten offen lässt.
Meine Vorgehensweise bei der RAW-Entwicklung ist öfters anders als man in den meisten Workshops lernt. Es geht hier aber nicht darum was richtig oder falsch ist, sondern um den persönlichen Still und was man am Betrachter zeigen möchte. Und es ist wie so oft, es gibt viele Wege zum gewünschten Ziel.
Ich verringere in der Nachbearbeitung erstmal die Belichtung, erhöhe dann mit den Highlights-Schieberegler die Helligkeit wieder damit ich einen Glanz ins Bild bekomme und den allgemeinen Kontrast im Bild aufrechterhalten wird und somit verhindert, dass das Bild flach und kontrastarm aussieht. Die betonten Highlights lenken die Aufmerksamkeit auf die leuchtenden Stellen im Foto und geben ihnen noch mehr visuelle Bedeutung. Weil ich die Belichtung verringert habe, muss ich jetzt evtl. auch noch die Schatten wieder etwas aufhellen und gebe zudem mit dem Schwarz-Regler und dem Tiefen-Regler noch etwas mehr Kontrast in die dunklen Bereiche meines Bildes, indem ich den Schwarz-Regler etwas nach links ziehe und den Tiefen-Regler etwas nach rechts ziehe.
Es ist aber ganz wichtig, dass man dies erst in der Nachbearbeitung macht und nicht schon die Aufnahme etwas unterbelichtet. Die Aufnahme sollte, wie oben erwähnt, optimal und ausgewogen belichtet sein. Wenn man das Bild unterbelichtet fotografiert, riskiert man dass man eine niedrige Bildqualität hat, Rauchen erzeugt und man unter Umständen in den Schatten keine Zeichnung mehr hat. Mit einer perfekten Belichtung, haben wir das bestmögliche Ausgangsmaterial für die Nachbearbeitung und können somit die gewünschte und erlebte Stimmung wiedergeben.
Diese Technik habe ich bei diesem Bild vom Aletschgletscher mit dem Titel «The Arena» fotografiert vom Eggishorn angewandt. Das Bild habe ich bei der Aufnahme vor Ort etwas überbelichtet, gerade so viel, dass ich keine ausgefressene lichter hatte, bei der Nachbearbeitung die Belichtung verringert habe, die Highlights danach wieder erhöht, etwas mehr Schwarz-Anteil gegeben, die Tiefen hochgezogen, Klarheit auf ca. 20, Sättigung reduziert auf -15, Dynamik etwas erhöht und in Photoshop mit «Dodge & Burn» lokale Anpassungen vorgenommen.Aletschgletscher-Eggishorn
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@14mm),
ISO 64, f 11,  1/10Sekunde

Wieso mache ich dieses Bild

Wieso haben wir dieses oder jenes Bild gemacht und wieso habe ich dies gerade in diesem Moment fotografiert?
War es eine Stimmung, eine Emotion, eine schöne Landschaft oder vielleicht auch eine interessante Stadtansicht – oder war es vielleicht wie das Licht mit der Landschaft zusammen spielte, Formen und Muster welche wir wahrnehmen oder war es der Farbkontrast? Es gibt auf diese Frage so viele Möglichkeiten und Antworten wie es auch Fotografen auf dieser Welt gibt!
Die Frage ist vielmehr warum ich gerade dieses bestimmte Bild in diesem bestimmten Moment machte und was möchte ich damit sagen und zeigen!
Es geht hier nicht um die Motivation wieso wir fotografieren sondern um die Motivation und das Warum eines bestimmten Bildes: Warum habe ich gerade dieses Bild gemacht!
Es muss ja einen Grund geben, wieso ich gerade dieses Bild in diesem Licht mit dieser Komposition als gut und fotogen empfunden habe!
Alles beginnt doch mit einer Vision oder einer Idee – diese Vision ist da bevor man eigentlich bei seiner Location ist und vorallem bevor man die Kamera aus der Kameratasche genommen hat. Zumindest ist das bei mir so! Ideen kommen mir beim erkunden einer Landschaft oder wenn ich vielleicht Bilder anderer Fotografen anschaue. Diese Ideen sind vielmehr Inspirationen welche ich mit einer meinen Visionen oder Ideen kombinieren kann und in meiner bevorzugten Landschaft oder einer Landschaft die ich gerade am erkunden bin umsetzen kann. Es ist auf eine Weise, ein Archiv mit Ideen, Informationen und Visionen welche ich aus meinem Gedächtnis abrufen kann – eine Vision kann aber nicht einfach so schnell entstehen.
Eine Vision ist nichts anderes als die Kunst des Sehens kombiniert mit der Fähigkeit dieses Subjekt logisch und harmonisch in einem bestimmten Licht in den von der Kamera vorgegebenen Rahmen zu komponieren und dementsprechend interessant darin zu platzieren.

Da ja ein Bild auch Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen ist, ist es deshalb auch schon wichtig, dass man weiss bevor man fotografiert, was man dem zukünftigen Betrachter seines Bildes zeigen oder mitteilen möchte. Wenn man mit einem anderen Menschen ins Gespräch kommen will, überlegt man sich im Grunde zuerst auch vorher was man sagen will und reiht nicht einfach sinnlos ein Wort nach dem anderen zu einem Satz zusammen. Genau gleich ist es beim fotografiere!
Ansel Adams hat ja schon gesagt „Bei jedem Bild sind immer zwei Menschen beteiligt: Der Fotograf und der Betrachter“
Wenn wir also jetzt mit den Betrachter unserer Bilder kommunizieren möchten, müssen wir eine klare Sprache sprechen damit unser Gegenüber uns auch verstehen kann, uns zuhört und wir seine Aufmerksamkeit haben.
Ein Bild ist vielmehr als nur der Moment wo man den Auslöser betätigt, der Verschluss sich öffnet bis dieser sich wieder schliesst. Nein, ein Bild fängt viel früher an – mit einer Idee, Inspiration welche sich dann zu einer Vision bildet. Dann kommen unzählige Besuche der Location bis endlich die Bedingungen stimmen, die Komposition, das warten und schlussendlich der Moment wo man das Licht auf den Sensor bannt. Jetzt geht es aber noch zum nachbearbeiten, denn dass was man bis jetzt hat sind bloss Daten welche man jetzt noch verfeinern muss. So zu sagen man gibt dem Bild jetzt noch die Würze. Hier entscheidet sich, was man beim Betrachter auslöst und was man selber ausdrücken möchte.

Wieso ich gerade dieses Bild machte oder dies in diesem Licht fotografierte in dieser bestimmten Stimmung, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Grundsätzlich fängt dies, wie oben schon erwähnt mit einer Idee an welche zu einer Vision werden kann und schlussendlich einen Reifeprozess durchmacht. Vor Ort setze ich dann meine Vision um. Manchmal wird aus dieser Vision dann ein Bild und manchmal ergibt sich vor Ort eine unerwartete Situation und es ergibt sich spontan eine neue Bildidee, welche ich dann wieder bildlich umsetze. Ich möchte dem Betrachter nicht nur ein dokumentarisches Bild zeigen, sondern ihn mitnehmen auf eine Reise durch mein „Ich“ von diesem speziellen Moment. Ich möchte ihm zeigen was ich fühlte, wie ich diesen Moment erlebt habe und möchte ihm aber auch genug Freiraum lassen für eine eigene Interpretation.
Als Fotograf finde ich es wichtig, dass man sich bei jedem Bild für sich selber die Frage stellt „Wieso und warum mache ich dieses Bild?“ Hat man keine Antwort auf diese Frage, dann ist es so als ob man redet aber nicht weiss was man sagen möchte. Man redet einfach um des Redens willen! Jetzt liegt es an jedem einzelnen ob er einfach fotografiert damit man fotografiert hat, oder man mit dem Betrachter kommunizieren möchte – ihm was mitteilen möchte!Schäfler-Appenzell
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 14,
1/13 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft

 

 

 

 

 

 

Die Kraft eines Bildes

Diesen Ort kenne ich schon einige Zeit, doch ist dieser total in Vergessenheit geraten in den letzten paar Jahren bis ich vor wenigen Wochen im Internet nach neuen Locations suchte.
Ganz spontan besuchte ich dann diesen Ort ein paar Tage später und kombinierte diesen Spot noch mit einer anderen Location in der näheren Umgebung welche ich schon länger besuchen wollte.
Als ich dann Frühmorgens, noch vor Sonnenaufgang in stockfinstere Nacht, zu dieser Schlucht runter wanderte, hoffte ich doch sehr, dass es etwas neblig sein würde unten in der Schlucht und es schon ein wenig herbstlich angehaucht. Es war ja auch schon fast Ende September. Es herrschten keine schlechten Bedingungen an jenem Morgen, doch auch nicht gerade dass was ich erhoffte! Als sich der Himmel ober mir langsam Magenta zu färben begann, machte ich meine ersten Aufnahmen. Als ich das Bild auf dem Kameramonitor kontrollierte machte ich mir einige Gedanken – unter anderem auch ob die Bedingungen genug hergeben würden, für ein interessantes Bild. Mir gefiel es und wenn es mir gefällt, kann es durchaus auch sein, dass es jemand anderem gefallen könnte. Wir leben heute in einer Welt, wo jeden Tag x-millionen neue Bilder in der ganzen Welt gemacht werden. Jedes Mal, wenn wir den Auslöser betätigen, zeigen wir der Welt wie wir diesen Ort in diesem Moment wahrgenommen und gesehen haben. Oftmals machen wir das auch ganz unbewusst ohne uns gross Gedanken zu machen, wieso wir gerade dies in diesem Moment fotografieren. Manchmal habe ich auch schon gedacht, als ich die Bilder zu Hause am Monitor betrachtete, ob ich nicht was hätte besser machen können. Da erinnerte ich mich plötzlich an einen Artikel den ich vor knapp einem Jahr gelesen habe, geschrieben von einem australischen Fotografen. Er erzählte davon wie er vor Jahren an einer Ausstellung einen Verkaufsstand hatte und seine Bilder verkaufte, als eine ältere Dame, ungefähr Mitte achtzig, eines seiner Bilder sehr lange anschaute. Sie studierte das Bild mit einer Hingabe und Konzentration wie er noch nie jemand seine Bilder betrachten sah. Nach einer gefühlten Ewigkeit trat die ältere Dame zu ihm und fragte ob man das Bild kaufen könnte. Er antwortete mit «Ja» aber fragte die Dame «ob Sie sich wirklich sicher sei, dass Sie das Bild kaufen wolle», da solche Bilder nicht gerade günstig zu kaufen sind. Das entsprechende Bild kostete 2000.- Dollar. Die Dame antwortete ihm: «Wenn ich es nicht haben möchte, hätte ich Sie ja auch nicht gefragt!»
Die alte Dame schaute den Fotografen mit wässrigen Augen an und sagte ihm: «Ich weiss was sie jetzt denken! Für was will eine alte Frau so viel Geld ausgeben für ein einfaches Bild?» «Aber wissen» fuhr die Dame fort, «kein Geld auf der Welt kann das kaufen was dieses Bild mir bedeutet und es mir Wert ist!»
Der Fotograf war sehr berührt und die alte Dame begann zu erzählen warum das Bild ihr so viel bedeutet. Ihr verstobener Ehemann und sie campierten ihr ganzes Leben lang in dieser Gegend und dieser Spot von wo aus dieser Fotograf dieses Bild machte, war genau der Platz wo Sie ihr Auto immer parkten. Genau dieser Ort war es wo sie öfters auf ihren Auto sassen und die Landschaft vor ihren bewunderten. Von da aus bewunderten sie viele Sonnenaufgänge und genossen unzählige Abendstunden. Die alte Frau erzählte weiter: «Ich möchte diesen Print haben und diesen bei mir an die Wand hängen, damit ich jeden Abend bevor ich zu Bett gehe, diesen Ort wieder vor mir sehe und ihr Bild das letzte ist was ich abends sehe bevor ich einschlafe. Mit ihrem Bild, kommen alle diese schönen Erinnerungen wieder zurück und werden noch einmal lebendig in mir während ich langsam einschlafe. Kein Geld dieser Welt kann mir das kaufen! Ich bin so Dankbar dass ich dieses Bild entdeckt habe, denn dieser Ort ist mein zweites zu Hause.»
Eine sehr bewegende Geschichte. Und ja, es stimmt eben doch. Man sollte nie die Kraft eines Bildes unterschätzen. Vielleicht ist es nicht dein bestes Bild, aber für irgendjemand da draussen mag es eine grosse Bedeutung haben.
Es freut mich persönlich auch jedes Mal, wenn ein Bild, welches ich nur als «durchschnittlich» empfand, bei jemandem eine Erinnerung weckt oder diese Person sich mit dem Bild verbunden fühlt.
Was für dich oder mich vielleicht nur eine schöne Landschaft oder ein netter Sonnenuntergang ist, kann für jemand die Welt bedeuten und es beschwört schöne Erinnerungen hoch an eine längst vergangene Zeit.Maerchenwelt                                              Technische Details: Nikon D810, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11, 60 Sekunden, Polarizer

Das echte RAW

Wenn man es ganz genau nehmen will, dann ist jedes, aber auch jedes Bild manipuliert! Ja Ihr lest richtig! Jedes Bild! Das mag jetzt viele vielleicht schockieren und wenn jetzt ein «Purist» denkt, das betrifft mich nicht, muss ich ihn jetzt leider enttäuschen. Leider wissen viele immer noch nicht das RAW nicht gleich RAW ist und somit ein RAW eigentlich schon ein bearbeitetes Bild ist. Viele wissen das heute immer noch nicht, darunter sind auch viele Fotografen! Was ist denn nun ein RAW? Das wirkliche RAW-Original ist Schwarz/Weiss, ist sehr Kontrastarm und sehr gräulich. Eigentlich kann man das gar nicht ansehen. Viele wissen das überhaupt nicht. Das Original-RAW hat wenig bis nichts zu tun, mit der Datei welche viele als RAW und somit als Original-Bild bezeichnen. Das echte RAW wird als «Linear Gamma» bezeichnet und ist das eigentliche «Digitale Negative» Das ist die echte RAW-Datei und nicht diejenige welche wir in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen!!! Das will heissen, alles darüber hinaus ist eine massive Manipulation der „Original“ Raw-Datei.  Selbst wenn Sie in Lightroom oder Adobe Camera RAW mit den Standardeinstellungen geladen werden oder Sie das Bild auf dem Kamera-Monitor betrachten, sehen Sie ein stark vom ursprünglichen „Original-RAW“ geändertes Bild. Dies in der Regel meist noch auf eine langweilige Art und Weise.
Für mich geht es nicht darum Bilder zu manipulieren, sondern vielmehr diese zu optimieren. Wollen wir eine gute Kontrolle über jeden Prozessparameter haben, damit das Bild schlussendlich so aussieht wie wir es erlebt und gesehen haben. Es geht auch darum es in bester Qualität zu „entwickeln“! Optimiert Ihr eure Bilder auch in Lightroom oder Adobe Camera RAW? Macht Ihr auch noch „Fine Tuning“ in Photoshop damit Ihr noch die letzten 10-20% mehr Bildqualität aus eurer Datei herauskitzeln könnt? Wenn nicht, vergeudet Ihr in den meisten Fällen Bildqualität und Ihr könnt nicht das Maximum aus eurer Datei herausholen.
Wenn man glaubt das „Out of Cam“ das reale Bild ist welche der Wirklichkeit entspricht, hat man sich gewaltig getäuscht. Nichts entspricht weniger der Wirklichkeit als das Original-RAW und das Bild welches direkt aus der Kamera kommt! Wer daran immer noch Zweifel hat, dem kann ich nur das Buch „The Real World Camera RAW“ von Bruce Fraser weiterempfehlen.
In meinen Workshops, ob Privat oder Gruppen-Workshops, sowie auch in speziellen „Bildbearbeitungs-Coachings“ zeige ich Euch Schritt für Schritt wie ihr aus eurer RAW Datei ein hochwertiges Bild macht. Bei Interesse könnt Ihr mich einfach kontaktieren unter office@nature-moments.com
Zum Bild: Das Bild zeigt die Drei Zinnen-Hütte in den Dolomiten an einem Sommerabend vor einem heftigen Gewittersturm. Ich habe bewusst hier eine Langzeitbelichtung gemacht um die Dramatik noch hervorzuheben. Entsprechend habe ich dann das Bild im RAW Converter bearbeitet und in Photoshop fertig gestellt.20160705-_dsc2018-bergwelt-dolomiten
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11,                  53 Sekunden, Big Stopper & Little Stopper

 

Es dreht sich alles um das Licht

Ein wichtiges Element in der Fotografie, wenn nicht das allerwichtigste Element, ist das Licht. Dabei spielt es keine Rolle welche Art der Fotografie: sei es Landschaftsfotografie, Portrait, Beauty oder Wildlife, der wichtigste Faktor ist das Licht. Kein anderer Faktor ist so wichtig für die Fotografie wie das Licht. Ohne Licht gibt es kein Bild!
Viele Leute können nicht verstehen wieso Landschaftsfotografen viele Stunden, vielleicht sogar Tage auf das „perfekte“ oder gewünschte Licht warten können. Es ist eher selten, dass das Licht gerade passt wenn man einen Spot gefunden oder erreicht hat. Öfters wartet man mehrere Stunden und manchmal sogar Tage bis das gewünschte Licht eintrifft. Das Warten verbringe ich oft mit der Suche nach der besten Komposition und mache aber ab und zu auch immer wieder Aufnahmen. So lernt man auch die verschiedenen Lichtsituationen kennen und wie diese auf das Bild wirken. Man kann dann auch erkennen wie das Licht mit der Zeit, mit dem Sonnenstand und dem Wettereinfluss drastisch ändern kann.
Für ein Bild musste ich schon mal 6 Jahre warten bis ich meine Bildidee umsetzen konnte. Ja, manchmal kann man auch fast Wahnsinnig werden während dem Warten, doch wenn man dann erst das gewünschte Bild machen konnte, ist alles vergessen: die Strapazen welche man für das Bild auf sich genommen hat und das Warten weichen einer endlosen Freude und Dankbarkeit!
Für dieses Bild hier musste ich nicht lange auf das gewüschte Licht warten. Dieses Bild ist zwar jetzt auch nicht geplant gewesen – es entstand an einem unserer letzten Workshops auf dem Niederhorn. Die Bedingungen und Voraussetzung waren folgende: Das Niederhorn ist bekannt für Steinbock-Sichtungen und die Chance, dass man auch einen Steinbock sehen kann ist relativ gross. So war meine Bildidee: Morgen oder Abendlicht, Steinbock auf einem Grat gegen einen dramatischen dunklen Himmel freigestellt und tiefstehhendes Sonnenlicht auf dem Steinbock. Nun, mussten diese Bedingungen und Voraussetzungen einfach noch eintreten. Dieses Mal hatte ich Glück und ich konnte mein Bild bei diesem Ausflug realisieren.
Für das perfekte Licht wartet man öfters Minuten, Stunden, Tage, Monate oder Jahre aber es hält unter Umständen nur wenige Sekunden oder Minuten an. Eine kleine Lücke in den Wolken genügt manchmal schon um die gewünschte und erhoffte Lichtsituation zu haben.
Mit Warten alleine ist es aber noch nicht getan: der Schlüssel damit das Warten aber auch zum Erfolg führen kann, ist, dass man auch die Fähigkeit besitzen sollte, voraus zu sehen wie es sein wird wenn das gewünchte Licht da istt. Das Licht zu verstehen ist ein sehr wichtiger Faktor um erfolgreich eine Bildidee umzusetzen!
Wenn Ihr einen dunklen Himmel habt und das Licht leuchtet euer Hauptmotiv an, dann werdet Ihr mit erstaunlichen Bildern belohnt. Alles was Ihr machen müsst, ist warten und Geduld haben – das ist aber oft einfacher gesagt als getan!
Und denkt daran: einzigartige Momente kommen nicht einfach so, Ihr müsst was dafür tun!Steinbock-Refuge

Landschaftsfotografie und Nahrung Unterwegs

Wenn man als Landschaftsfotograf über Nacht oder auch mehrere Tage unterwegs ist, steht man oft vor der Frage was muss ich alles mitnehmen! Was ist unbedingt nötig und auf was kann ich bei diesem Trip verzichten. Und bevor man dann abfährt geht man in Gedanken noch einmal durch, ob man tatsächlich alles eingepackt hat, denn nichts ist schlimmer als wenn man vor Ort ist und es wäre eigentlich alles perfekt, doch man stellt fest, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Das wichtigste ist natürlich die Fotoausrüstung, Outdoorbekleidung für jede Witterung (je nach Jahreszeit), Zelt, Schlafsack, Isoliermatte, Werkzeug, Apotheke und natürlich genügen zu trinken und zu essen. Nicht dass man mit der Fotoausrüstung, Kleider, Zelt usw. nicht schon genug dabei hat, ebenso wichtig und auch ziemlich viel Platz beansprucht die Nahrung und Wasser. Deshalb spart man öfters bei der Nahrung und aus diesem Grund nimmt man Esswaren mit, die wenig Platz brauchen und man nicht viel Zeit für die Zubereitung verliert. Denn man ist schliesslich nicht zum Essen diese Strapazen auf sich genommen, sondern um zu fotografieren. Aus diesem Grund, packe ich öfters «Müsli-Riegel»! Es gibt sie ja in allen verschiedenen Geschmacksrichtungen, Riegel mit Äpfel, Orangen, Bananen, Schokolade, Honig, usw.…..natürlich kann man diese Riegel bald schon einmal nicht mehr sehen. Diese Riegel eignen sich gerade wenn man für einen Tag unterwegs ist, doch auch schon für das brauche ich etwas mehr. Da packe ich dann noch Obst in den Rucksack, Landjäger oder Cervelat mit einem Stück Brot eignen sich auch hervorragend. Auch Studentenfutter ist ideal für Unterwegs. Öfters habe ich auch einen Gaskocher mit, damit ich mir am frühen Morgen einen frischen Kaffee machen kann oder am Abend auch etwas Warmes kochen kann. Dann braucht man allerdings schon ziemlich viel Platz und hat einiges an Mehrgewicht: doch bin ich dann schon froh, wenn ich abends noch etwas Warmes essen kann. Je nachdem wie und wo ich unterwegs bin, gibt es nur was Kleines aus dem Beutel oder man kocht sich etwas Grösseres. Wenn wir in Australien unterwegs sind, dann haben wir einen kleinen Kühlschrank mit im Off-Roader und wir kochen uns jeden Abend etwas. Wir grillierten im Outback auch schon mal ein feines Steak, doch meistens gibt’s Teigwaren an einer Sauce, Baked Beans aus der Büchse oder Hamburger. Morgens essen wir dann Toastbrot mit Spiegeleier und Speck.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Nicht immer hat man einen so gewaltigen Anblick beim Frühstück.

Doch bin ich hier in der Schweiz unterwegs, gibt es natürlich einfachere Mahlzeiten. Letzthin am Lauenensee machten wir abends nach dem Fotografieren ein Feuer und machten einen Cervelat über dem Feuer.

Cervelat bräteln am Lauenensee

Cervelat bräteln am Lauenensee

Sich unterwegs gesund zu ernähren ist nicht gerade immer so einfach, deshalb versuche ich zumindest immer ein paar Früchte dabei zu haben. Letztes Jahr in den Tessiner Bergen hatten wir Teigwaren und Tomatensauce hochgeschleppt, doch mussten wir bedauerlicherweise am Abend als wir die Teigwaren kochen wollten feststellen, dass wir eine falsche Gaskartusche mithatten. So gab es anstelle von Teigwaren nur wieder «Müsli-Riegel». Es macht aber auch immer wieder Spass abends nach dem fotografieren draussen vor dem Zelt noch was zu essen und die Natur zu geniessen – dies gehört genauso dazu, wie das Fotografieren. Auch die Abenteur und Erlebnisse drumherum gehören dazu, wie die Gewitter die an uns vorbeizogen an der Nacht am Lauenensee und dann diese bombastische Lichtstimmung am anderen Morgen. Auch wenn sich nicht das erhoffte Licht ergab, es war eine einmalig schöne Lichtstimmung. Eine Stunde später gerieten wir dann in einen heftigen Regenguss. Zum Glük waren wir aber dann schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Innerhalb weniger Minuten waren die Strassen „überflutet“.Sturmlicht
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@36mm), ISO 64, f 11, 1/5 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, Polarizer