Bild des Monats: Mai 2017

Der Mai fotografisch gesehen ein sehr ergiebieger Monat. Ich war viel unterwegs, habe einige neue Spots erkundet und einige neue Bilder gemacht. Doch die Arbeit zu Hause am PC blieb dabei etwas liegen und desshalb habe ich nur zwei neue Bilder fertig gestellt in diesem Monat. Auch in der Windhundefotografie war ich in diesem Monat sehr aktiv, das war auch ein Grund wieso die Landschaftsfotografie beim bearbeiten der Bilder etwas der kürzere zog.
Mein persönlicher Favorit in diesem Monat ist von einer Location die ich eigentlich schon sehr lange kenne, dennoch war es für mich eine Neuentdeckung. Als ich an diesem Morgen ins Emmental fuhr, hatte ich eine Bildidee, doch war es viel mehr ein Ausflug zum rekognoszieren. Ging eigentlich mit der Erwartung, dass ich kein Bild machen würde. Wie erwartet konnte ich meine eigentliche Bildidee nicht umsetzen, doch als ich etwas weiter schaute fand ich ein paar schöne Kompositionsmöglichkeiten. Obwohl man in der Landschaftsfotografie sehr viel planen muss um das perfekte Bild zu machen, muss man auch immer offen sein für neues, den manchmal ergeben unerwartete Momente die besseren Bilder als das erhoffte und geplante.
Ein Ort der meines Wissens nur Einheimische kennen und ein paar Fotografen. Hoffen wir dass es noch lange so bleibt und die Natur sich dort voll entfalten kann.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@24mm), ISO 64, f 13,
1/8 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Silent Prayer

Schon lange einmal wollte ich in die Dolomiten fotografieren. Letztes Jahr im Sommer konnte ich diesen lang ersehnten Traum endlich realisieren. An einem Samstagmorgen Anfangs Juli 2016 früh fuhren Adrian Wirz und ich los Richtung Österreich, Brennerautobahn, Südtirol zu unserem ersten Spot, dem Pragser Wildsee. Für mich ein «Must See», nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein schöner Bergsee, doch die vielen Touristen schreckten etwas ab. Dennoch fand ich, dieser See ist ein Besuch wert – deshalb ist er auch in diesem Jahr in unserem Dolomiten Workshop mit dabei. Die frühen Morgenstunden verpassten wir leider am Pragser Wildsee, da wir uns vorher nicht informiert hatten, um welche Zeit der Campingplatz auf welchem wir übernachteten morgens öffnet. Ich bin mir eigentlich von Australien gewohnt, dass man die Campingplätze immer verlassen kann – doch hier öffneten die Schranken nicht vor 7 Uhr morgens. So standen wir mit unserem Auto morgens um 5 Uhr vor geschlossenen Schranken und konnten nicht durchfahren. Das war schon ziemlich ärgerlich. Von diesem Zeitpunkt fragten wir überall, auch in Berghütten, ob wir auch sicher morgens zeitig vor Sonnenaufgang hinauskönnen! Nach einer Kaffeepause ging es dann weiter Richtung Cortina d’Ampezzo zu unserem zweiten Spot in dieser Woche. Wir wählten extra nicht zu viele Fotospots aus, damit wir uns auch Zeit nahmen für die einzelnen Motive. So hatten wir nur drei verschiedene Motive, aber natürlich bei jedem verschiedene Standorte und Kompositionen eingeplant. So hatten wir auch genügend Zeit jeden einzelnen Ort zu erkunden. Als wir nach Cortina d’Ampezzo Richtung Falzarego Pass fahren wollten, hielt uns die Polizei auf und machte uns darauf aufmerksam, dass die Strasse wegen einem Radrennen für ein paar Stunden gesperrt sei. So kamen wir etwas später als gewollt in der Berghütte Rifugio 5 Torri an. Die Abzweigung zur Berghütte mussten wir noch suchen, da nur eine Schotterpiste zur Berghütte führte. Dort angekommen fing es gerade zu regnen an und nur Minuten später goss es wie aus Kübeln. So machten wir in der gemütlichen Gaststube eine Kaffeepause und warteten bis der Regen nachliess. Danach packten wir unsere Ausrüstung und wanderten zu den ca. 30 Minuten entfernten Cinque Torri. Angekommen sahen wir wegen Nebels nicht viel von den Felstürmen der Cinque Torri. Dennoch konnten wir die Umgebung schon etwas erkunden. Kurz vor Sonnenuntergang lockerte die Bewölkung etwas auf und die Sicht auf die Felsen der Cinque Torri wurde besser und interessanter. Dennoch die grosse Abendstimmung blieb aus. Am nächsten Morgen wollten wir zeitig vor Sonnenaufgang wieder oben bei den Cinque Torri sein, so holte uns der Wecker schon wieder früh aus dem Schlaf. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und dann hüpfte ich wieder ins Bett. Ausser Nebel sah ich nicht viel. Doch plötzlich sagte Adrian zu mir, bist du sicher, dass es neblig ist und mit einem erneuten Blick aus dem Fenster stellten wir fest, dass es keine geschlossene Nebeldecke war und man sogar die Sterne erkennen konnte. Wir beeilten uns, damit wir noch rechtzeitig vor der einsetzenden Dämmerung bei den Cinque Torri ankamen. Was wir dann oben sahen als wir vor den Cinque Torri standen, konnten wir selber fast nicht glauben. Es war unbeschreiblich und ich kann das nicht in Worten fassen. Nie in meinen Träumen hätte ich mir eine solche Stimmung gewünscht, weil ich nicht an so etwas glaubte. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir so etwas vorstellen können. Atemberaubend schön! Die Cinque Torri ragen aus dem Nebel heraus. Die Dämmerung setzte kurz danach ein und zauberte die schönsten Farben an den Himmel welche sich wiederum im Nebel reflektierten. Jede Minute war der Nebel wieder anders und das Licht änderte sich ständig, doch während fast 2 Stunden hatten wir dort perfekte Bedingungen um einmalige Bilder zu machen. Ich habe diesen Spot schon genauestens geplant, doch so etwas kann man nicht planen. Das ist einfach Glück! Die Alpenrosen waren gerade am Blühen und am Abend zuvor entdeckte ich einen Spot wo ich einen Busch blühender Alpenrosen als Vordergrund für meine Komposition verwenden konnte. Manchmal hielt ich nur inne und bestaunte diese Szenerie und dann wieder war ich beschäftigt, das nächste Bild zu kreieren. Für mich persönlich einer meiner eindrücklichsten Momente als Landschaftsfotograf. Wir verbrachten dann noch den ganzen Tag in der Gegend der Cinque Torri, doch ca. 2 Stunden nach Sonnenaufgang zog der Nebel wieder komplett über die 5 Felstürme und wir verbrachten den ganzen Tag in der Nebelsuppe. Auch einen Ausflug auf den Monte Nuvolau auf 2574 Meter brachte mich nicht über die Nebelgrenze hinaus. Gerade wieder rechtzeitig zum Sonnenuntergang löste sich der Nebel wieder auf und so hatten wir wieder schönes Licht mit guter Stimmung bei den Cinque Torri. Nicht mehr so genial wie am Morgen, doch so eine Jahrhundertstimmung darf und kann man nicht zweimal an einem Tag erwarten. Diese Nacht verbrachten wir im Rifugio Scoiatolli von wo aus man einen schönen Blick auf die Türme der Cinque Torri hat. Am anderen Morgen verbrachten und fotografierten wir nochmals ein paar Stunden in der Gegend der Cinque Torri bevor es dann am späteren morgen weiter Richtung Drei Zinnen ging. Ich wusste schon als wir von den Cinque Torri zu den Drei Zinnen fuhren, dass ich in diese Gegend wieder zurückkommen werde. Es gibt noch viele andere Ansichten und Kompositionsmöglichkeiten von dieser eindrücklichen Bergwelt.
Teil 2 folgt!Sonnenaufgang bei den Cinque Torri in den Dolomiten                                                                                                                Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@15mm), ISO 64, f 13,
2 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Mysterious

„The imagination of nature is far, far greater than the imagination of man“ (Unknown)

Selten habe ich sowenig Nebel gesehen wie diesen Herbst/Winter hier am Jurasüdfuss. Auch hat es sehr wenig Schnee. Zumindest auf den Höhen des Juras hat es zu dieser Jahreszeit schon Schnee gehabt. Ich mag mich an Jahre erinnern da hat man von Oktober bis Februar die Sonne kaum einmal gesehen hier am Südfuss des Juras. Solche Wetterbedingungen wie wir sie jetzt gerade haben, machen das fotografieren hier im Jura nicht grad einfacher. Dafür ergeben sich andere Möglichkeiten. So dachte ich an diesem Morgen, ich könnte mal eine Idee umsetzen die ich sonst fast nie umsetzen könnte. Doch gerade an diesem Morgen anfangs dieser Woche, zeigte sich wieder Mal wie unberechenber der Nebel ist. Er war viel höher als angekündigt und von Region zu Region stark unterschiedlich. So konnte ich meine Idee an diesem Morgen nicht umsetzen und so dachte ich, ich fahr wieder mal in die Belchenregion. Zu meinem erstauen, konnte man an diesem Morgen die Welle sehen. Das ist eine seltenheit in diesem Jahr. Dazu war der Himmel noch gerade sehr spannend und dramatisch und ich konnte ganz unvorhergesehen wieder einmal eine „Wellen-Bild-Idee“ umsetzen. Zwar nicht mit einer neuen Komposition, dafür eine sehr interessante Lichtstimmung. Die Farben wirkten fast unglaublich und irgendwie wie nicht aus dieser Welt. Mir wurde wieder einmal bewusst an diesem Morgen, dass die Natur Farben zu bieten hat, die können wir uns gar nicht so richtig vorstellen und manch einer der das nicht gesehen hat, würde wieder Mal behaupten so was gebe es nicht. Doch es gibt es!Belchen - Mysterious
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 @62mm, Iso32, f11,20Sekunden, ND Grad Filter 0.6 (Hard) & Big Stopper, Double Processing für Dynamikumfang

Termite Mounds Dawning

Als ich diese Location vor 4 Jahre entdeckte wusste ich schon, dass ich an diesen Ort zurückkehren würde um diesen erneut zu fotografieren. Genau deswegen machten wir letzten September (2013) noch den Abstecher in den Litchfield Nat’l Park. Eigentlich war dieser Abstecher nicht geplant, doch wollte ich die Gelegenheit nutzen um nochmals an diesen Ort bei den Termite Mounds zu fotografieren. So machten wir diesen knapp 350km Abstecher zu den Termite Mounds im Litchfield Nat’l Park. Obwohl dieser Ort sehr leicht zugänglich ist für Touristen, war ich an diesem Morgen wieder alleine. Keine Menschenseele! Wir campierten etwas ausserhalb des Nationalparks und ich hatte etwa eine 30 minütige Fahrt vom Camp zu den Termite Mounds. Als ich ankam war es ca. 5.30 Uhr Morgens und noch Dunkel. Ich hatte schon einwenig Respekt und auch einwenig ein mulmiges Gefühl noch bei Dunkelheit durch das zum Teil Kniehohe Gras des australischen Buschs zu meinem vorgesehenen Standort zu wandern, doch der Wille war grösser als die Angst. Also marschierte ich sehr vorsichtig mit einer starken Taschenlampe ausgestattet durch das Gras und hielt Ausschau ob sich nicht irgendwo im Gras eine Schlange befand. Es gäbe eigentlich Schlangenschutz-Gamaschen, die den Bereich zwischen Fuss und Kniegelenk schützen, in dem Bereich wo es am wahrscheinlichsten ist, von einer Schlange gebissen zu werden. Da ich diese nun nicht hatte, ging es langsam Schritt für Schritt zu meinem vorgesehenen Standort. Dort angekommen stellte ich mein Equipment auf, komponierte mein Bildausschnitt und dann genoss ich die Dämmerung inmitten des australischen Buschs. Die Feuchtigkeit war so hoch, dass zwischenzeitlich meine ganze Kamera feucht angelaufen war und sich alles Nass anfühlte. Langsam färbte sich der Himmel zart rosa und Nebelbänke zogen über das Grasland. Wieder so ein Moment wo ich einfach nur da stand und kaum glauben konnte, dass ich schon wieder so ein magisches Lichtspiel erleben darf. Mir fehlen die Worte um diesen Moment zu beschreiben und lasse somit mein Bild sprechen!
Termite Mounds-Litchfield National Park

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

20131230-_DSC4226-Woodland-Solitude20131227-_DSC4177-Weites-Emmental20131230-_DSC4328-Elegance20141018-_DSC0550-Matterhorn-DelightMatterhorn-Majestic20141114-_DSC1461-Himmel-auf-Erden20140608-_DSC5611-Sommergold20140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140622-_DSC5718-Verwittert20141013-_DSC0428-Pebbles-&-Leaf20141014-_DSC0372-Herbstlicht-am-Ankenballen 20141020-_DSC0835-Lac-Bleu20141129-_DSC0586-Ein-Hauch-von-Gold20130919-_DSC1642-Lilies-of-Yellow-Water20131007-_DSC3164-Apostels-Storm-Light20131001-_DSC2845-Sunrise-Glow20130923-_DSC2083-Pebblescapes20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming20130920-_DSC1856-Florence-Falls20130920-_DSC1763-Kakadu-Moonset

Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Unspektakuläre Landschaften

Gibt es langweilige Landschaften? „Was ist eine langweilige Landschaft?“ ist dann die daraus folgende Frage! Meiner Meinung nach gibt es sicher langweilige Landschaften, aber auch diese können es in sich haben. Es kommt immer auf die Bedingungen drauf an. Ich denke man kann mit jeder Landschaft interessante Bilder gestalten. So wenig wie es „kein schlechtes Wetter“ für Fotografen gibt, gibt es demnach auch keine „langweilige Landschaften“. Es liegt am Fotografen daraus etwas interessantes und spektakuläres zu machen. Eine langweilige Landschaft könnte zum Beispiel auch eine unendliche Wüste sein oder eine Ebene mit nichts als nur Büschen oder Grass. Aber gerade ich, finde die Wüste fantastisch zum fotografieren. Gerade die unendliche Weite des Outbacks finde ich eine spektakuläre Landschaft. Für mich eine Inspiration und für einen anderen eventuell nichts als eine langweilige Landschaft.
Die Gegend zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland ist nicht gerade eine Landschaft wo sich viele Landschaftsfotografen tummeln. Es ist auch nicht gerade eine spektakuläre Landschaft. Die Gegend ist auch stark besiedelt und zersiedelt. Doch hat sie dennoch einige kleine Perlen die sich lohnen besser kennen zu lernen. Gibt es doch das Naturschutzgebiet „Häftli“ und die „Witi“. Doch wenn man auf der Autobahn von Biel nach Solothurn fährt, wirkt sie nicht gerade spektakulär, führt doch die Autobahn gerade durch die „Witi“. Eine flache Ebene mit Ackerland, zwischen dem Jura und dem Bucheggberg und mittendurch führt die Aare mit ihren zahlreichen Schlaufen. Doch nimmt man sich Zeit und wandert über die Witi, dann sieht man es mit anderen Augen. Na gut, es ist jetzt nicht diese spektakuläre Landschaft, doch man kann die Ruhe geniessen, die Augen können sich in der Weite verlieren und die Witi ermöglicht auch das Beobachten von Wildtieren. Doch was für das blosse Auge als schön empfunden wird, eignet sich nicht unbedingt auch immer zum fotografieren. Das will heissen, man muss als Landschaftsfotograf anders sehen. Gerade dort ist die Herausforderung solcher Landschaften. Auch sind solche Landschaften nicht immer „fotogen“! Obwohl die „Witi“ sich von Grenchen bis nach Solothurn ausdehnt, hat man auch immer wieder Siedlungen, Wege, die Autobahn und in der Distanz sieht man die Städte Grenchen und Solothurn. Also als Fotograf ist man gefordert. Trotzdem finde ich kann diese Landschaft auch für Landschaftsfotografen viel zu bieten haben, gibt es doch in der „Witi“ der Aare entlang im Sommer und im Frühherbst immer wieder Nebelbänke. Gerade wegen diesen Nebelbänken, kann man dort oft stimmungsvolle und fantastische Aufnahmen machen. Solche Landschaften brauchen vielleicht etwas mehr Versuche, bis man ein entsprechendes und ansprechendes Bild auf dem Sensor hat, doch gerade darin ist auch der Reiz der Landschaftsfotografie! Zu einem meiner Bilder welches ich in der „Witi“ gemacht hatte, kommentierte ein Betrachter mal sehr erstaunt „Ich habe gar nicht gewusst, dass man zwischen Biel und Solothurn solche Bilder machen kann“! Er konnte kaum glauben, dass dieses Bild dort gemacht wurde. Verschiedene Stimmungen, Perspektive, Kamerastandpunkte, Bildausschnitt und Licht können ein Motiv komplett anders aussehen lassen. Gerade solche Punkte sind wichtig, wenn man sogenannte „langweilige“ und „unspektakuläre Landschaften fotografieren möchte. Mit Kreativität, dem richtigen Licht, den passenden Bedingungen und der „richtigen“ Komposition gibt es keine langweiligen und unspektakulären Landschaften.20140712-_DSC5817-Sommernebel                                                  Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@116mm), ISO 100, f 13, 1/6 Sekunde