Belchen Sunrise (Fotografieren bei starkem Wind)

Ganz spontan ging ich an diesem Morgen auf die Belchenfluh – eines der wenigen Male diesen Winter nur für mich um zu fotografieren. Eigentlich hatte ich ganz andere Pläne doch zwei Fotografen-Kollegen, Roger Andres und Sandra Eigenheer, fragten mich spontan an, ob ich mitkommen würde.
Die Bedingungen an diesem Morgen sollten ja gut sein: und in der Tat waren sie es auch!
Aber es war auch wieder einmal sehr windig, als ich auf dem Kilchzimmersattel aus dem Auto stieg an diesem Februar-Morgen. Na ja, wann ist es dort oben schon nicht windig, dachte ich nur für mich. Zumindest geht dort oben immer ein recht zügiger Wind wenn ich auf der Belchenfluh bin.

Windige Tage können für Landschaftsfotografen eine grosse Herausforderung sein, aber der Wind kann auch dafür sorgen, dass man spannende und dynamische Bilder machen kann, welche ohne Wind so nicht möglich gewesen wäre. Wind erzeugt Bewegung und gibt uns somit die Möglichkeit diese Energie einzufangen.
Man kann entweder die Bewegung einfrieren, das heisst eine sehr kurze Verschlusszeit wählen, oder man kann mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung einfangen, was ich persönlich bevorzuge oder meinem Stil eher entspricht.
Längere Belichtungszeiten eignen sich besonders gut bei Gräsern, Getreidefeldern, Wiesen oder auch Bäumen. Aber auch mit Wolken und Nebel geht dies besonders gut, wobei dazu starker Wind nicht zwingend nötig ist.
Mit einer längeren Belichtungszeit erreicht man eine etwas abstraktere und künstlerische Darstellung der Landschaft was mir sehr gut gefällt. Die Herausforderung hierbei ist, dass man das Stativ sicher aufstellen muss, wenn möglich nicht noch die Beine aufs Maximum ausziehen sollte um Bewegungen und Schwingungen zu vermeiden. Das kann je nach Windstärke eine sehr grosse Herausforderung und evtl. sogar fast unmöglich sein!

Aber auch kurze Verschlusszeiten können zusammen mit Wind sehr reizvoll sein. Man kann damit die Bewegung einfrieren, wie zum Beispiel, Blätter welche in der Luft vom Wind herumgewirbelt werden. Es gibt viele Möglichkeiten wie man den Wind zu seinen Gunsten nutzen kann.

An diesem Morgen auf der Belchenfluh schien es wieder einmal perfekt zu sein: der Nebel der wie eine schwungvolle Welle über die Jurahügel fliesst, traumhaftes Licht und schöne Farben. Wenn nur dieser starker Wind nicht wäre, dachte ich für mich! Auf dem Belchen habe ich bis heute noch keine Lösung gefunden, wie ich bei starkem Wind – und den hat es meistens bei diesen Bedingungen – meine Bildidee umzusetzen. Ich habe einfach noch keine Idee gehabt, wie ich mein Stativ gegen diesen Wind sichern kann, aber trotzdem frei sein kann um mein Bild zu komponieren. Habe schon viele, schon sehr viele Möglichkeiten ausprobiert um mein Stativ vor dem Wind und den Schwingungen zu schützen. Bis heute noch ohne Erfolg. Erschwerend kommt, dass ich das Bild mit meinem 70-200/f2.8 machen muss, damit ich den geeigneten Ausschnitt wählen kann und mit einer Belichtungszeit zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten!
Nach ein paar Versuchen, entschied ich mich an diesem Morgen, für eine andere Bildidee, welche sich trotz starkem Wind umsetzen lassen sollte.
Ich suchte mir einen etwas Windgeschützten Standpunkt um Kamera zu positionieren und komponierte dann mein Bild. Allerdings entschied ich mir für eine kürzere Belichtungszeit, sonst wäre es technisch sehr schwer gewesen dies auch umzusetzen. Es war auch so nicht einfach. Auch so stellte mich der Wind vor eine sehr grosse Herausforderung. Für dieses Bild brauchte ich 4 einzelne Belichtungen um die technischen Anforderungen zu erfüllen. 3 Belichtungen für die Tiefenschärfe von vorne bis an den Horizont und eine weitere Belichtung für den Dynamikumfang. Mit etwas Geduld und Glück, hatte ich ein paar Sekunden wo der Wind etwas nachliess und konnte in dieser Zeit meine 4 Belichtungen machen. Diese 4 Bilder überblendete ich dann mit verschiedenen Techniken manuell in PhotoshopBelchen-Sunrise
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@48mm), ISO 64, f 14, 4 Belichtungen für Tiefenschärfe & Kontrastumfang (3x 1/8 sec für DOF & 1×1/13 sec für Dynamic Range), manuell überblendet in Photoshop, 0.6 soft Grad Filter

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

20131230-_DSC4226-Woodland-Solitude20131227-_DSC4177-Weites-Emmental20131230-_DSC4328-Elegance20141018-_DSC0550-Matterhorn-DelightMatterhorn-Majestic20141114-_DSC1461-Himmel-auf-Erden20140608-_DSC5611-Sommergold20140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140622-_DSC5718-Verwittert20141013-_DSC0428-Pebbles-&-Leaf20141014-_DSC0372-Herbstlicht-am-Ankenballen 20141020-_DSC0835-Lac-Bleu20141129-_DSC0586-Ein-Hauch-von-Gold20130919-_DSC1642-Lilies-of-Yellow-Water20131007-_DSC3164-Apostels-Storm-Light20131001-_DSC2845-Sunrise-Glow20130923-_DSC2083-Pebblescapes20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming20130920-_DSC1856-Florence-Falls20130920-_DSC1763-Kakadu-Moonset

Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Unspektakuläre Landschaften

Gibt es langweilige Landschaften? „Was ist eine langweilige Landschaft?“ ist dann die daraus folgende Frage! Meiner Meinung nach gibt es sicher langweilige Landschaften, aber auch diese können es in sich haben. Es kommt immer auf die Bedingungen drauf an. Ich denke man kann mit jeder Landschaft interessante Bilder gestalten. So wenig wie es „kein schlechtes Wetter“ für Fotografen gibt, gibt es demnach auch keine „langweilige Landschaften“. Es liegt am Fotografen daraus etwas interessantes und spektakuläres zu machen. Eine langweilige Landschaft könnte zum Beispiel auch eine unendliche Wüste sein oder eine Ebene mit nichts als nur Büschen oder Grass. Aber gerade ich, finde die Wüste fantastisch zum fotografieren. Gerade die unendliche Weite des Outbacks finde ich eine spektakuläre Landschaft. Für mich eine Inspiration und für einen anderen eventuell nichts als eine langweilige Landschaft.
Die Gegend zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland ist nicht gerade eine Landschaft wo sich viele Landschaftsfotografen tummeln. Es ist auch nicht gerade eine spektakuläre Landschaft. Die Gegend ist auch stark besiedelt und zersiedelt. Doch hat sie dennoch einige kleine Perlen die sich lohnen besser kennen zu lernen. Gibt es doch das Naturschutzgebiet „Häftli“ und die „Witi“. Doch wenn man auf der Autobahn von Biel nach Solothurn fährt, wirkt sie nicht gerade spektakulär, führt doch die Autobahn gerade durch die „Witi“. Eine flache Ebene mit Ackerland, zwischen dem Jura und dem Bucheggberg und mittendurch führt die Aare mit ihren zahlreichen Schlaufen. Doch nimmt man sich Zeit und wandert über die Witi, dann sieht man es mit anderen Augen. Na gut, es ist jetzt nicht diese spektakuläre Landschaft, doch man kann die Ruhe geniessen, die Augen können sich in der Weite verlieren und die Witi ermöglicht auch das Beobachten von Wildtieren. Doch was für das blosse Auge als schön empfunden wird, eignet sich nicht unbedingt auch immer zum fotografieren. Das will heissen, man muss als Landschaftsfotograf anders sehen. Gerade dort ist die Herausforderung solcher Landschaften. Auch sind solche Landschaften nicht immer „fotogen“! Obwohl die „Witi“ sich von Grenchen bis nach Solothurn ausdehnt, hat man auch immer wieder Siedlungen, Wege, die Autobahn und in der Distanz sieht man die Städte Grenchen und Solothurn. Also als Fotograf ist man gefordert. Trotzdem finde ich kann diese Landschaft auch für Landschaftsfotografen viel zu bieten haben, gibt es doch in der „Witi“ der Aare entlang im Sommer und im Frühherbst immer wieder Nebelbänke. Gerade wegen diesen Nebelbänken, kann man dort oft stimmungsvolle und fantastische Aufnahmen machen. Solche Landschaften brauchen vielleicht etwas mehr Versuche, bis man ein entsprechendes und ansprechendes Bild auf dem Sensor hat, doch gerade darin ist auch der Reiz der Landschaftsfotografie! Zu einem meiner Bilder welches ich in der „Witi“ gemacht hatte, kommentierte ein Betrachter mal sehr erstaunt „Ich habe gar nicht gewusst, dass man zwischen Biel und Solothurn solche Bilder machen kann“! Er konnte kaum glauben, dass dieses Bild dort gemacht wurde. Verschiedene Stimmungen, Perspektive, Kamerastandpunkte, Bildausschnitt und Licht können ein Motiv komplett anders aussehen lassen. Gerade solche Punkte sind wichtig, wenn man sogenannte „langweilige“ und „unspektakuläre Landschaften fotografieren möchte. Mit Kreativität, dem richtigen Licht, den passenden Bedingungen und der „richtigen“ Komposition gibt es keine langweiligen und unspektakulären Landschaften.20140712-_DSC5817-Sommernebel                                                  Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@116mm), ISO 100, f 13, 1/6 Sekunde

 

 

 

 

 

Lilies of Yellow Water

So schön und faszinierend der Yellow Water Billabong auch ist, so schwer finde ich es auch dort zu fotografieren. Man findet Motive in Hülle und Fülle. Nein, an dem liegt es nicht. Es ist vielmehr, dass der Billabong eine grosse Fläche abdeckt und schwer zugänglich ist. Das bekannteste Motiv, welches auch ohne Zweifel sicher auch eines der schönsten ist, ist auch dasjenige welches man am besten erreichen kann. Ich denke mal deshalb ist es auch das meistfotografierte Motiv am Yellow Water Billabong. Doch gerade auch dieses Motiv mit dem Blick über das Wasser zu den abgestorbenen Bäumen in den Morgen- oder Abendstunden ist recht anspruchsvoll zu fotografieren, wenn man das so sagen darf, vorallem wenn man eine neue originelle Ansicht zeigen möchte. Ohne Zweifel macht man dort aber sehr stimmungsvolle Bilder. Soll man es jetzt trotzdem noch fotografieren oder soll man es sein lassen? Glaubt Ihr, dass dies schon alles fotografiert wurde. Vielleicht ja, doch glaube ich nicht daran! Ich persönlich finde, man soll fotografieren, man sollte auch immer wieder an den gleichen Ort zurückkehren. Der Yellow Water Billabong ist für mich ein Ort an den ich immer wieder zurückkehren „muss“ wenn wir im Top End sind. Jedes Mal wenn wir ihn wieder besuchten war es anders. Auch die Jahreszeit macht gerade dort ein sehr grosser Unterschied aus: Regenzeit – Trockenzeit. Während es in der Regenzeit zum Teil schwer zugänglich ist, kann man während der Trockenzeit, je nachdem wie die Wege freigegeben sind, den Billabong auch einwenig zu Fuss erkunden. Nur schon Morgen oder Abend macht ein Unterschied! Immer wieder gibt es neue unbekannte Sachen zu entdecken. Obwohl der Yellow Water Billabong sicher zu den meist fotografierten Landschaften im Kakadu National Park zählt, glaube ich, man kann immer wieder neue Ansichten, Perspektiven und Stimmungen einfangen. Manchmal scheint es schon fast als ob der Ort durch andere Wetterbedingungen oder anderes Licht eine total andere Persönlichkeit annehmen würde. Es gibt so viele Möglichkeiten Einfluss auf das Bild zu nehmen: andere Jahreszeit, anderes Licht, Sonne, Regen oder Nebel, bei Nacht mit dem Himmelszelt oder bei Vollmond. Auch kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen mit den entsprechenden Kameraeinstellungen, den Gebrauch von Filtern und schlussendlich noch die „Entwicklung“ in der digitalen Dunkelkammer.
Viele Fotografen denken, es ist schon alles fotografiert. Sie glauben, dass ein Ort/Landschaft schon so oft fotografiert wurde, dass es nicht möglich ist, etwas Neues und Einzigartiges zu fotografieren. Aber ich denke es ist möglich! Es ist vielleicht nicht möglich beim ersten oder zweiten Besuch – doch es ist möglich. Ich bin davon überzeugt, dass man sich die Mühe machen muss, die Seele der Landschaft welche man gerne fotografieren möchte, kennen zu lernen. Das ist für mich der Schlüssel um einzigartige Bilder von oft-fotografierten Motiven zu machen. Wenn man sich dafür Zeit nimmt, dann kann man diese einzigartigen Bilder machen.
Natürlich kann man jetzt entgegen halten und sagen, dass man nicht immer die Möglichkeit hat, eine Location wieder und wieder zu besuchen. Das ist absolut richtig. Aber man kann ja auch mal ein Risiko eingehen und etwas weiter gehen, etwas neues Versuchen und nicht beim erst besten Platz stehen bleiben, die Kamera aufstellen und auf das Licht warten. Entdecken Sie die Landschaft für sich. Schauen Sie weiter. Die Inspiration ist dort. Wir müssen Sie nur finden!

Für dieses Bild „Lilies of Yellow Water“ waren wir mit einem Boot und einem Führer unterwegs, welcher die Gegend sehr gut kannte. Das Boot ist eigentlich die einzige Möglichkeit wenn man einen etwas unbekannteren Teil von diesem Billabong und weniger fotografierte Ansichten fotografieren möchte.
Es hat zwar ein paar Trails, aber die können je nach Krokodil-Sichtung und Jahreszeit geschlossen sein. Auch wenn sie frei gegeben sind, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt. Krokodile und andere Wildtiere können überall lauern. Man sollte auch immer daran denken, dass nicht das Krokodil welches man sieht das gefährliche ist, sondern dasjenige welches man nicht sieht!
Wir waren an diesem Morgen schon eine Weile auf dem Billabong unterwegs, haben schon etliche Krokodile zu Gesicht bekommen, sowie auch Kingfisher(Eisvögel) und viele andere Vogelarten die im Kakadu National Park heimisch sind, als ich plötzlich diese Stimmung entdeckte mit den zwei Bäumen, dem Nebel und den Wasserlilien. Unser Führer fuhr mit dem Boot so nahe wie möglich an die Wasserlilien heran und ich versuchte bestmöglich auf dem wackligen Boot mein Bild zu machen. Immer wieder musste er das Boot umplatzieren da wir sonst zu tief in die Lilien hineingetrieben wären. Auch hätte es gerade noch ein „Saltie“ in der Nähe gehabt, doch dieser hatte keine Lust mit aufs Bild zu kommen. Es erwies sich als gar nicht so leicht dort eine ansprechend komponiertes Bild zu kreieren. Ich machte verschiedene Aufnahmen um dann am Bildschirm zu entscheiden welches die beste ist. Doch ich denke mir ist es hier sehr gut gelungen eine neue Ansicht oder zumindest eine nicht oft fotografierte Ansicht und Komposition vom Yellow Water Billabong zu zeigen.Yellow Water Billabong

Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@56mm), ISO 250, f 8, 1/250 Sekunde, Polarizer

 

Day’s End

Eine Bildidee die ich jetzt doch schon etwas länger in meinem Kopf hatte. Inspiriert von einem Bild von Ian Plant. Der Himmel mit den warmen Farben der untergehenden Sonne und das Nebelmeer im kalten Farbton, dazu die Jurahügel welche aus dem Nebelmeer ragen. Die Nebelobergrenze sollte an diesem Tag ca. bei 1000 bis 1100 Meter über Meer sein. So war es auch. Als ich an diesem Nachmittag auf der Passhöhe des „Chilchzimmersattel’s“ ankam waren die Bedingungen dazu gerade perfekt. Oberhalb des Nebels blauer Himmel und man konnte auf das unendliche Nebelmeer blicken welches sich unterhalb wie ein Fluss durch die hügelige Landschaft schlängelt. Als ich dann ca. eine viertel Stunde später auf der Geissflue ankam, musste ich mich schon fast beeilen. Die Sonne stand schon sehr Tief und bevor ich meine Bildidee umsetzte, wollte ich die Gelegenheit noch nutzen den Sonnenuntergang zu fotografieren. Was mir hier die Natur bot, war ein unglaubliches Schauspiel aus Farben und Licht. Um diese Stimmung fest zu halten benötigte ich eine Belichtungsreihe von 2 Aufnahmen kombiniert mit einem ND Hard Filter von 0.6.  2 Aufnahmen waren hier genug um den ganzen Dynamik-Umfang einzufangen.
Zur Entwicklung zu Hause am PC: Da ich hier eine Belichtungsreihe von 2 Belichtungen machen musste, muss ich diese 2 Belichtungen nun überblenden. Viele verwenden dazu die HDR Technik (HDR Software) welche zwar relativ schnell zu einem Ergebnis führt aber für mich nicht befriedigend und zu ungenau ist. Dazu wirkt es noch unrealistisch und künstlich. Aus diesem Grunde überblende ich immer manuell. Dies nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch, doch liefert dies natürlichere und genauere Resultate. Dabei mache ich die RAW Konvertierung wie immer in Lightroom und öffne anschliessend die einzelnen Belichtungen als Ebenen in Photoshop. Dabei ist das dunklere Bild über dem helleren platziert. Danach erzeugte ich eine Maske. Dazu verwende ich oft die Luminosity Masks von Tony Kuyper. Ich wählte die passende Maske aus und verfeinerte sie anschliessend noch mit einem Pinsel (schwarz oder weiss) und dann noch mit dem Abwedler- und Nachbelichterwerkzeug. Eine genaue Regel dazu gibt es hier bei mir nicht. Das ist jedes Mal wieder etwas anders. Bei diesem Bild war das überblenden etwas schwieriger da der Kontrast zwischen den Bäumen und dem viel hellerem Nebelmeer sehr hoch war und ich einen Saum um die Äste der Bäume hatte. Dieser musste ich jetzt noch entfernen. Dazu verwendete ich die Option „Maskenkante“ – aber auch hier musste ich einfach ausprobieren welche Einstellungen das Beste Ergebnis lieferten. Anschliessend wurde dann wieder mit dem Pinsel entweder mit weiss oder mit schwarz und der passenden Deckkraft und Pinselgrösse Feinarbeit gemacht. Auch habe ich dann noch eine Verlaufsmaske erstellt um die beiden Bilder noch besser mit einander zu überblenden. Auch hier wieder: es gibt kein Patentrezept. Es braucht einfach Erfahrung und mit der Erfahrung geht es auch immer wie einfacher. Danach habe ich noch einzelne Stellen im Bild abgewedelt und nachbelichtet. Dazu verwende ich aber nicht die in Photoshop zur Verfügung gestellten Werkzeuge, sondern arbeite da auch mit einer eigens dafür erzeugten Maske und male dann mit dem Pinsel entweder mit Schwarz oder Weiss auf die gewünschten Bereiche. Damit nur die von mir gewünschten Tonwerte betroffen werden, wähle ich die zu bearbeitende Helligkeitsbereiche mit Hilfe von Tony Kuyper’s Masken aus. Danach noch die Sättigung einstellen – dies ebenfalls mit speziellen Masken damit man nur dort die Farben sättigt wo man es auch will.Ankenballen
Technische Details: Nikon D700, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 200, f 11, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/80 Sekunde & 1/25 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard, manuell überblendet in Photoshop

Into The Light

Ein für mich sehr ereignisreiches und auch erfolgreiches Fotojahr neigt sich dem Ende zu.
Der Höhepunkt dieses Fotojahres war unser Trip durch das Northern Territory, South Australia und zum Abschluss noch die Great Ocean Road und Melbourne. Viele dieser Bilder werdet Ihr im nächsten Jahr hier auf meinem Blog oder auch auf Facebook, Google+, 500px und anderen Sozialen Netzwerke auch zu sehen bekommen. Die besten werde ich dann auch auf meine Website nature-moments.com hochladen.
Ein paar Bildideen konnte ich in diesem Jahr wieder verwirklichen, aus Visionen wurden Bilder, manchmal machte das Wetter mit, manchmal auch wieder nicht, einige Ideen liessen sich (noch) nicht umsetzen und viele neue Ideen kamen dazu.
Ich danke allen welche mich durch mein Fotojahr 2013 begleitet haben und wünsche allen ein gutes 2014!
Dieses Bild hier machte ich gestern Morgen auf dem Creux Du Van im Neuenburger Jura.
Ich war an diesem Tag das erste Mal mit Martin Maegli unterwegs, einen Fotografen dessen Bilder ich schon ein paar Jahre bewundere aber selber noch nie getroffen hatte.

Bis jetzt war ich auf dem Creux Du Van nicht gerade mit Glück überhäuft worden. So schien es zuerst auch diesen Morgen wieder zu sein. Angekommen etwas unterhalb von Le Soilat, dem Ausgangspunkt – von dort aus ging es mit Schneeschuhen weiter – war der Himmel zwar noch Sternenklar, doch je näher wir dem Creux Du Van kamen, desto mehr kamen wir in dichten Nebel. Oben angekommen warteten wir dann auf „das Licht“, welches dann tatsächlich auch kam. Und was für ein Licht und was für eine Stimmungen! Solche Momente sind einfach nur „Magie“ und die Belohnung für manache Stunde die man im Nebel wartend verbracht hat oder das Wetter einfach nicht stimmte und man schlussendlich ohne ein Bild wieder nach Hause gegangen ist. Zwar konnte ich auch an diesem Morgen meine urprüngliche Bildideen nicht umsetzen, aber dafür ergaben sich total neue Bildideen und Lichtstimmungen die einfach nur atemberaubend waren.
Oft geht es auch nicht darum, dass man mit unzähligen Bildern auf der Speicherkarte heimkommt – natürlich, jeder Fotograf wünscht sich das – doch vielmehr zählt auch solche Naturwunder erleben zu dürfen.
Was uns die Natur an diesem Tag bot, war einfach nur atemberaubend. Den ganzen Tag lang konnte man fotografieren, das Licht und die Stimmung änderte sich ständig – natürlich musste man Geduld haben, wenn man wieder ein Motiv entdeckt hat, doch meistens wurde man an diesem Tag dafür auch belohnt.
Auch dieses Bild hier war nicht geplant! Es hat sich einfach so ergeben als wir darauf warteten, dass der Nebel sich etwas lichtet – und plötzlioch kamen diese Tannen zum Vorschein! Mancham hat man das Glück eben auf seiner Seite!Creux Du Van -Into The Light                          Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@58mm), ISO 100, f 11, 1/40 Sekunde

Nebellicht(„Im Auge des Fotografen“)

Wer kennt das nicht! Man hat soeben sein Bild fertig „entwickelt“ und zeigt es einem Fotografen-Kollegen oder lädt es auf sein bevorzugte Fotografie-Forum hoch und das Bild wird „negativ“ kritisiert. Man zeigt es ja auch anderen um hoffentlich ein ehrliches Feedback zu kriegen und andere Meinungen zu dem betreffenden Bild zu hören. Wenn möglich mit Begründung und Anregung was der oder die andere anders gemacht hätte.
Doch oft genug bekommt man nur zu hören, dass die Farben nicht stimmen, das Bild nicht der Realität entspreche und es in „Natura“ nicht so aussehen würde. Jeder ist nur von seiner Ansicht der Realität überzeugt und versucht die anderen zu belehren wie es auszusehen hat. Wer darf den von sich aus Behaupten, dass nur seine Ansicht der Wirklichkeit entspricht!
In Wahrheit können auch beide Ansichten, die des Fotografen sowie die des Betrachters der Realität entsprechen. Die Realität, dass heisst die Wahrnehmung einer Stimmung ist bei jedem einzelnen anders. Sie liegt auch im Auge des Betrachters.
Um eine Szene so realistisch wie möglich und vorallem so wie ich sie erlebt habe, wiederzugeben, fotografiere ich seit Jahren nur noch im RAW-Format. Das bedeutet, ich übernehme die volle Kontrolle über jeden einzelnen Parameter  der Aufnahme. Dies erlaubt mir die Stimmung so zu zeigen wie ICH sie gesehen habe und überlasse die Kontrolle über Farbgebung, Sättigung, Weissabgleich und Tonwerte nicht einer „kopflosen“ Kamera oder Software. In Wahrheit geben Jpeg’s nie einen einzigen Parameter korrekt wieder.
Da aber jetzt jeder Mensch eine andere Wahrnehmung einer Szene hat, anders fühlt und jeder Parameter selber einstellt, würde jetzt auch ein Bild welches mit der gleichen Kamera, gleiches Objektiv zur gleichen Zeit, bei gleichem Licht sowie dieselbe Hardware und Software beim „postprocessing“ verschieden aussehen. Doch beide Bilder würden oder können sicher der Wirklichkeit entsprechen.
Vielleicht sollten wir darüber Nachdenken wenn wir das nächste Mal ein Bild von einem Kollegen kommentieren und kritisieren. Das einzige was doch wirklich wichtig ist, ist dass der Fotograf mit seiner Interpretation der Szene zufrieden ist und er die Stimmung so wiedergibt so wie er sie erlebt und gefühlt hat. Jeder Fotograf interpretiert eine Landschaft mit der gleichen Stimmung anders als der andere.Belchen
Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@35mm), ISO 200, f 11, 1/500 Sekunde, polarizer

Meine Vorstellung

Um meine Visionen umzusetzen versuche ich immer wieder verschiedene und neue Techniken beim fotografieren wie auch in der digitalen Dunkelkammer aus, wobei die Dunkelkammer nur die Arbeit des „Entwickelns“ übernimmt. Bei diesem Bild hier  habe ich die vorhandenen Farben zu meinen Gunsten benutzt. Von der Bildkomposition her ist es noch nicht was ich mir schon seit Jahren vorstelle, doch von der Stimmung, Farben und Dynamik kommt es an meine ursprüngliche Idee sehr nahe ran. Um diese Idee umzusetzen musste ich etwa bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang warten mit fotografieren. Die Zeitspanne kurz nach Sonnenuntergang bis kurz vor Finsternis schien ideal dafür zu sein, doch sollte ich noch genügend Restlicht haben um den gewünschten Effekt zu bekommen. Es sollte auch leicht dunstig sein, damit sich der Himmel gelb, rötlich färben kann. Da die Wolken in der blauen Stunde vom Restlicht des reflektierenden Himmel bläulich schimmert, nutzte ich diesen Effekt für meine Zwecke. Meine Absicht war den Warm/Kalt-Kontrast zu betonen. Damit der Nebel Dynamik bekommt, benötigte ich eine längere Verschlusszeit. Allerdings auch nicht eine zu lange Verschlusszeit, sonst gehen die Strukturen und die Details in der Nebeldecke verloren. Also musste ich den Moment genau abwarten und mit Hilfe der Iso die richtige Belichtungszeit wählen, welche zwischen 30 Sekunden und maximal 60 Sekunden liegt. Durch die längere Verschlusszeit werden die Farben auf dem Kamerasensor noch intensiver welches die Farbstimmung noch verstärkte. Auch dies wollte ich für meine Vision nutzen.
Um die von mir gewünschte Verschlusszeit von ca. 45 Sekunden einzustellen, verwendetet ich für diese Aufnahme den „Big Stopper“ von Lee. Das Bild wollte ich auf das wesentliche beschränken und somit die Formen, Linien und Farbe des Nebels zu betonen. Auch, wie schon erwähnt, zielte ich hier auf den Farbkontrast des bläulich schimmernden Nebels zum warmen Farbton des Himmels. Um dies optimal umzusetzen entschied ich mich beim „Entwickeln“ für die „double processing“ Technik. Dass heisst, ich entwickle die RAW-Datei in Lightroom und lege ein Kopie davon an, welche ich dann wiederum neu entwickle. Somit habe ich zwei RAW-Dateien aus einem Bild – eine für den Nebel und eine andere für den Himmel. Beide Dateien werden dann in Photoshop geladen und manuell überblendet. Die Kameratechnik ist bei solchen Stimmung oft überfordert und kann nicht Schatten und Licht zusammen korrekt wiedergeben. Hier suchte ich natürlich auch die zwei extremen: Das kalte Blau der Nacht und das warme Licht.
Nebelmeer