Super Moon

Wenn drei Fotografen die gleiche Idee haben um den Mond zu fotografieren, dann trifft man sich auf dem Grenchenberg. So geschehen letzten November während dem Supermond. Als ich oben auf dem Parkplatz ankamm, war vor mir gerade Martin Mägli mit seinem Auto am herumkurven. Und als wir oben auf dem Genchenberg bei der Wandfluh ankamen, hatte es sich dort Adrian Wirz schon gemütlich gemacht.
Während dem Supermond im letzten November, machte ich mich auf den Weg auf einer „meiner“ Hausberge. Dass heisst, entweder den Grenchenberg oder den Weissenstein. Immer wieder höre ich Leute sagen, am Jurasüdfuss möchte ich nicht leben. Dann denke ich immer wieder, wieso eigentlich? Natürlich haben wir viel Nebel. Aber so schnell wie am Jurasüdfuss kann man sonst fast nirgends dem Nebel entfliehen. Innerhalb von wenigen Minuten ist man über dem Nebel. So war es auch an jenem Tag im November.
Schon lange hatte ich diese Idee im Kopf: Mondaufgang über dem Grenchenberg, unten ein gewaltiges Nebelmeer mit einer Obergrenze von etwas über 1000 Meter und eine verschneite Juralandschaft. Das dies gerade auf einen Supermond treffen sollte, war eher Zufall. Wieviel Schnee es oben auf dem Jura hatte, wusste ich nicht genau, doch ich wusste dass es genug hatte. Es schneite die Tage zuvor in den höheren Juralagen und es legte eine schöne Ladung an Neuschnee hin. Auf tiefen Winter war ich aber noch nicht eingestellt, doch dachte ich, dass ich Schneeschuhe, Winterschuhe und Handschuhe im Auto hätte. Doch weit gefehlt. Das bemerkte ich aber erst oben auf dem Grenchenberg als ich mich umziehen wollte. Also stapfte ich in Turnschuhen, Jeans und überhaupt nicht Outdoor tauglicher Kleidung zu meinem Stanpunkt durch ca. 20-25cm tiefen Schnee. Dass die Turnschuhe schon länger ersetzt werden sollten, kam mir erst wieder in den Sinn als überall Schnee hineinkam. So schön dieser Abend auch war mit dem Mondaufgang, dem Nebel und den Pastellfarben in der Dämmerung so kalt hatte ich auch. Meine Füsse spürte ich beinahe schon nicht mehr, die Hände waren so gefroren, dass ich die Kamera kaum bedienen konnte und die Kleider waren alles andere als trocken. Doch diese wunderbare Lichtstimmung liess mich beinahe vergessen, dass mir kalt war.
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8@115mm, Iso400, f8, 2 Sekunde

Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Unterwegs bei den Gastlosen

Nachdem ich die Gastlosen jetzt schon mehrmals im Sommer besuchte, wollte ich die Schönheit dieser Landschaft jetzt auch mal im Winter fotografieren. Der erste Versuch Ende letzten Jahres scheiterte, als ich die Gastlosen von oben fotografieren wollte. So versuchte ich es Anfang Februar 2016 noch einmal – diesmal aber wollte ich von Jaun aus zum Chalet du Soldat wandern. Die Woche vorher überlegte ich mir lange wohin es am Wochenende gehen sollte – doch irgendwie passte mir nichts. Doch als es gegen Ende Woche Schnee bis in tiefe Lagen gab, dachte ich plötzlich wieder an die Gastlosen. Ich schaute mir am Tag zuvor die Webcam vom Chalet du Soldat an und es sah vielversprechend aus. Doch wusste ich auch, dass am Samstag schon wieder eine Warmfront kommt und ab Samstagnachmittag sollte Föhn aufkommen. Föhn sorgt in den Alpen immer wieder für interessante Bedingungen, doch es kann durchaus auch eher langweilig werden. Ein weiterer Nachteil, waren die warmen Temperaturen. Am Freitagabend waren die Tannen alle noch weiss – von dem war am Samstag leider nichts mehr zu sehen. Dennoch, dachte ich, es könnte vielversprechend sein. Zusammen mit Jacqueline Fellmann (Jacqueline Fellmann Photography), machte ich mich am Samstag Früh dann auf den Weg in die Fribourger Alpen. Das Wetter war ok, nicht gerade berauschend um zu fotografieren, doch wir wussten das kann sich jederzeit ändern. Angekommen an unserem Ausgangspunkt für die Wanderung im Dorf Jaun, montierten wir die Schneeschuhe und machten uns auf den Weg zum Chalet du Soldat. Ich rechnete mit 3 Stunden Wanderzeit, doch es wurden 4 daraus mit ein paar Pausen unterwegs. Es war relativ warm für einen Februar-Tag und man konnte eigentlich schon fast im T-Shirt wandern. Schnee war genügend vorhanden um ein «Winter-Feeling» zu bekommen. Immer wieder machten wir eine kleine Verschnaufpause und bestaunten die Gipfeln der Gastlosen. Da wir genügend Zeit einplanten, mussten wir uns auch nicht beeilen. Der Aufstieg war anstrengend aber zu gleich auch sehr schön und im späteren Nachmittag erreichten wir dann das Chalet du Soldat auf der Krete. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Berghütte, machten wir uns weiter auf den Weg und wanderten der Krete entlang zu unserem Abendspot. Inzwischen hat sich das Wetter zu unseren Gunsten entwickelt. Interessante Föhnwolken am Himmel und die Sonne fand immer wieder einen Weg durch die Wolken und zauberte wunderschönes goldenes Licht auf die verschneite Berglandschaft. So konnten wir schon vor Sonnenuntergang ein paar Bilder machen. Plötzlich ging alles schnell, die Gastlosen fingen an zu leuchten und man konnte beobachten anhand dem Schatten auf der Gebirgskette wie schnell die Sonne jetzt hinter dem Horizont versank. Kurz darauf war das Licht auf den Gastlosen weg, doch gegen Westen färbte sich der Himmel jetzt in Goldgelb, Rot und Magenta und bot uns ein fulminantes Abschlussfeuerwerk eines schönen Winterabends. Der Wind wurde jetzt immer stärker und stärker und man konnte kaum noch aufrecht gehen. Höchste Zeit die Krete und diese exponierte Lage zu verlassen und zur Berghütte zurück zu gehen. Dort erwärmten wir uns dann noch an einer Suppe, bevor wir uns auf den Rückweg nach Jaun machten. Der Abstieg dauerte viel weniger lange und schon nach nur 90 Minuten waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt in Jaun.Gastlosen - Bathed-in-Gold
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@35mm), ISO 64, f 11,
1/800 Sekunde,Pano aus 11 Einzelaufnahmen, double processing Gastlosen-Evening-Glow
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 80, f 10,
1/40 Sekunde, Pano aus 14 Einzelaufnahmen, double processingGastlosen-Bergfeuer
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8 Objektiv (@110mm), ISO 200, f 8,
1/60 Sekunde, double processing

Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Alpine Glory

Viele beklagen sich momentan über zu wenig Schnee und zu warme Temperaturen. Zugegeben, es ist viel zu warm für Ende Dezember und es hat viel zu wenig Schnee. Auch ich finde es schade, dass nicht richtig Winter ist. Doch man sollte das Beste daraus machen mit dem was man hat. Vielleicht kann man jetzt nicht tief verschneite Landschaften fotografieren, doch der Schneemangel kann dafür neue fotografische Möglichkeiten eröffnen. So überlegte ich mir vor wenigen Wochen, wo und was man jetzt, mit so wenig Schnee, winterliches fotografieren könnte. So dachte ich an die vielen Bergseen. Normalerweise wären diese jetzt gefroren und unter einer Schneedecke im Winterschlaf. Doch da es eben jetzt gerade noch so wenig Schnee hat, könnte es durchaus möglich sein, so dachte ich, dass sie evtl. Schneefrei sind und vielleicht noch nicht einmal ganz zugefroren. So informierte ich mich über ein paar Bergseen und fand dann heraus, dass unter anderem der Oeschinensee, gefroren ist aber eben Schneefrei ist. Dennoch hatte es um den See herum genügend Schnee um es winterlich wirken zu lassen. So entschloss ich mich Mitte Dezember den Oeschinensee zu besuchen. Das Unternehmen Oeschinensee sollte wieder mal ein Abenteuer der besonderen Art werden! Ich erkundete mich über alles, aber wirklich alles und machte mich dann zusammen mit meinem Fotografen Kollegen Adrian Wirz auf den Weg zum Oeschinensee. Doch eines habe ich vergessen! Es war immer noch Zwischen-Saison und die Bergbahnen liefen noch nicht. Und so erreichten wir die Talstation der Oeschinensee-Gondelbahn an jenem Samstag Mitte Dezember und standen vor einer Bergbahn die ausser Betrieb war. Zeitlich würde es zu knapp werden hoch zu wandern und so mussten wir unser Vorhaben auf ein andermal verschieben. Eine Woche später versuchten wir es erneut. Die Winter-Saison startete an diesem Wochenende und ich dachte, dies sei gerade noch ein guter Zeitpunkt es nochmals zu versuchen. Geschneit hatte es in der Zwischenzeit immer noch nichts. An diesem Samstag hatte die Gondelbahn geöffnet und wir gingen zum Schalter um unsere Tickets zu kaufen. Die nette Frau am Schalter wollte uns aber erstmal keine Tickets verkaufen. Wir wollten eine einfach Fahrkarte da es am späteren Abend keine Rückfahrtgelegenheit mehr gab und wir uns entschieden dem Schlittelweg entlang nach Kandersteg runter zu wandern. Doch diese freundliche Frau meinte, sie dürfe nur Rückfahrkarten verkaufen, ausser wir hätten einen Schlitten oder Skier. Doch wir hatten anstelle nur unsere Fotoausrüstung und für Fotografen gebe es nur Rückfahrkarten und es sei sowieso verboten runter zu wandern. Wenn wir jetzt einen Schlitten gehabt hätten, hätten wir eine einfache Fahrkarte lösen können und dann wäre es uns auch erlaubt gewesen runter zu wandern. So lösten wir eben eine Rückfahrkarte und somit erhielten wir auch die Bewilligung runter zu wandern.
Einmal oben angekommen, präsentierte sich der Oeschinensee von einer für mich unbekannten Seite. Es war ja anscheinend seit gut 20 Jahren nie mehr der Fall, dass der Oeschinensee gefroren war und nicht von einer Schneedecke bedeckt ist. Auch bildeten sich gerade kurz vor Sonnenuntergang ein paar Wolken über den Bergen und machten somit den Himmel noch etwas interessanter. Alles in allem nach anfänglichen Schwierigkeiten ein perfekter und erfolgreicher und auch schöner Tag. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht was uns noch bevor stand. Nach der Dämmerung machten wir uns dann auf den Rückweg und wanderten dem Schlittelweg entlang. Doch irgendwann einmal kamen wir auf die Skipiste – irgendwie fanden wir den Schlittelweg plötzlich sehr breit und sehr steil und dann bemerkten wir, dass wir nicht mehr auf dem Schlittelweg waren, sondern auf der Skipiste nach Kandersteg runter. Doch wir dachten, Hauptsache wir kommen nach Kandersteg. Das ging auch recht gut, bis es noch steiler wurde und die Piste richtig eisig wurde. Am Schluss mussten wir fast auf unseren Hintern runtergleiten. Es war ein rechtes Abenteuer, doch es machte auch mega Spass. Weiter unten kamen wir dann wieder in den Schlittelweg hinein und sahen dort, dass diese Skipiste eigentlich auch für Skifahrer gesperrt wäre. Nun, solche Abenteuer gehören auch immer wieder dazu und machen das Ganze auch noch zusätzlich interessant. So zu sagen ist es manchmal auch das Salz in der Suppe. Ich meine das Fotografieren ist das eine, doch es zählt das Ganze und nicht nur das Bild. Auf jeden Fall ist es wieder ein Abenteuer mehr, welches ich mit Adrian Wirz zusammen erlebt habe und sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.Oeschinensee
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 11, 1 Sekunde, 11 Einzelbilder in Lightroom zu einem Panorama zusammengefügt

Val Bever

Als ich mich an diesem Samstag Mitte Oktober auf den Weg ins Val Bever machte, wusste ich nicht auf was ich mich einliess. Ich rechnete zwar damit, dass es evtl. Schnee haben könnte und die Sicht und das Licht nicht unbedingt gut sein könnten – es war ja eigentlich bloss nur eine Erkundungs-Tour um in der darauf folgende Woche dort Bilder zu machen wenn das Wetter dazu ideal sein sollte. Bei leichtem Schneefall wanderte ich in Bever ab. Nach einer guten Stunde befand ich mitten im Val Bever in einem Schneesturm und die Sicht betrug teilweise nur wenige Meter. Da fragte ich mich schon was ich da eigentlich machte. Mit so einem Schneesturm hätte ich nie gerechnet. Da es die Tage zuvor schon geschneit hatte hatte es orfendtlich Schnee – doch denke ich, sicher nicht aussergewöhnlich für diese Jahreszeit, wo man in den Bergen immer mit solchen Wetterverhältnissen rechenen sollte. Nun, ohne Schneeschuhe stapfte ich zum Teil durch fast Kniehohen Schnee. Auf andere Wanderer bin ich an diesem Tag nur sehr, sehr selten gestossen. Ich wusste eigentlich auch nicht wie weit ich ins Tak hinein und hinauf gehen musste, um das zu finden was ich suchte. Vielleicht würde ich es ja gar nicht finden. Ich überlegte mir auch ein paar Male ob ich umkehren sollte, doch war mein Wille grösser und aufgeben wollte ich nicht. Also stapfte ich weiter das Tal hoch durch den Schnee. Doch schliesslich nach gut zwei Stunden fand ich dann schlussendlich die Landschaft welche ich erhoffte vorzufinden. Der Schneefall hatte zwischenzeitlich auch nachgelassen und so suchte ich noch nach interessanten Spots und Kompositionen. Obwohl ich nicht beabsichtigte zu fotografieren, zumindest nicht für Bilder welche ich dann entwickeln würde, machte ich einige Probeaufnahmen. Aber irgendwie fand ich eine Kompositione welche mir dieses difuse Licht gerade gelegen kam: bedeckter Himmel, Zeichnung in den Wolken, diffuses Licht und die Lärchen leuchteten so schön in dieser weissen Winter/Herbst-Landschaft. Der Kontrast von dem weissen zu den leuchtenden Lärchen war einfach fantastisch! So kam es zu diesem Bild „Val Bever“. Die Herausforderung: es war relativ windig, hatte leichtes Schneegestöber mit Gegenwind und somit war mein Objektiv innert kürzester Zeit voll Wassertropfen. Da ich aber unter anderem eine lange Belichtungszeit von einigen Sekunden wollte um das Wasser weicher und harmonischer darstellen zu können, musste ich mehrere Anläufe machen bis ich endlich ein Bild hatte ohne Wassertropfen auf der Linse. Da es aber auch sehr windig war, hatte ich jetzt mit dieser Aufnahme noch Bewegungsunschärfe in den Ästen und Zweige der Lärchen, was ich natürlich gar nicht haben wollte. Also musste noch eine weitere Belichtung gemacht werden, mit einer kurzen Belichtungszeit um die Bewegung der Lärchen, verursacht durch den Wind, einzufrieren. Zusätzlich kam aber noch hinzu, um die best-mögliche Qualität an Schärfe zu haben, dass ich hier Focus-Stacking machen musste. Also machte ich noch 10 Einzelaufnahmen für das Fokus-Stacking. In Lightroom machte ich dann für jedes einzelne Bild die RAW-Entwicklung, respektive machte ich diese bei einem Bild und dann verwendete ich die gleichen einstellungen bei den anderen 9 Bilder. Das Bild für den Bach, entwickelte ich separat. Dabei beachtete ich, dass natürlich der Weissabgleich und die Belichtung zu den anderen 10 Bilder passen. Anschliessend habe ich die 10 Bilder in Photoshop zusammengefügt. Dabei ist das automatische Überbelnden ein gutes Werkzeug. Am Schluss habe ich dies in 100% Ansicht überprüft und manuell korrigiert falls es nötig war. Danach musste ich jetzt noch das Wasser (Bach) in das Bild einblenden. Dazu verwendete ich verschiedene Überblendungstechniken und Techniken die ich mir über die Jahre angeeignet habe. Zum Schluss gabe es dann noch die Feinjustierung in Photoshop: lokale Kontrastanpassungen, selektive Farbkorrekturen, Glanz ins Bild geben und Sättigungskorrekturen.
Sicher einmal ein anderes Herbstbild mit dieser winterlichen Lichtstimmung.Val-Bever
Technische Details: 10 Einzelbilder für Focus-Stacking (Nikon D810, 24-70/f2.8 @29mm, Iso64, 1/60Sekunden, f8) & 1 Aufnahme für weiches Wasser (Iso 200, 6.0 Sekunden, f11)

In Between Dances

Es ist jetzt schon eine Weile her seit ich meinen letzten Blog-Post geschrieben habe.
Es war aber auch eine Menge los und so hatte ich keine Zeit hier einen neuen Beitrag zu schreiben. Im Oktober war ich eine Woche im Engadin unterwegs. Was für eine traumhafte Woche. Es schneite zwar zuerst als wir Mitte Oktober im Engadin ankamen. Doch die Lärchen waren perfekt. Die ersten drei Tage im Engadin waren von Schnee und Nebel geprägt, aber dann zeigte sich der Herbst nochmals von seiner besten Seite.
Ein paar Bildideen konnte ich umsetzen und ein paar neue habe ich mit nach Hause genommen. Zurück vom Engadin hatte ich dann leider keine Zeit die gemachten Bilder zu entwickeln. Die Vorberitungen für den bevorstehenden ersten Foto-Event am Belchen Mitte November stand bevor. Es gab noch einiges zu organisieren und meine Bildpräsentation musste ich auch noch machen. Nun, letztes Wochenende, am Samstag 14.November 2015 fand der erste Belchen Foto-Event statt. Es war ein voller Erfolg. Jetzt habe ich endlich wieder mal Zeit ein paar Bilder zu entwickeln und auch wieder einmal einen Blog-Beitrag zu schreiben.
Mein neustes Bild heisst „In Between Dances“ fotografiert diesen Oktober am Stazersee bei St.Moritz. Ein Morgen wo einfach alles zusammenpasst. Schnee und goldene Lärchen sind immer ein schönes Motiv. Hat man dazu dann noch so eine Traumhafte Spiegelung und das schöne Morgenlicht, darf man Dankbar sein dies erlebend zu dürfen.
In Between Dances

Nikon D810, 24-70/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 1/160sec, Pano aus 12 Einzelaufnahmen

 

Hapiness & Gratidude (Die Geschichte hinter dem Bild)

Könnt Ihr Euch erinnern wann Ihr das letzte Mal restlos Glücklich gewesen seid? Ich meine ein wirkliches Glücksgefühl hattet und einfach nur Dankbar wart für diesen einen Moment.
Viele Menschen streben heute nach Ruhm, Anerkennung und Geld und meinen Sie könnten darin auch das Glück finden. Andere wiederum sind so damit beschäftigt, dass wahre Glück in Ihrem Leben zu finden, dass Sie erst gar nicht bemerken, dass das Glück eigentlich schon lange bei Ihnen ist.
Wir alle haben die Wahl wie wir unser Leben, gestalten und leben wollen. Wir können entweder unser Leben voll auskosten und ich meine hier nicht die materiellen Werte, sondern beziehe mich auf das eigene ich und meine Umgebung. Die Zufriedenheit im Leben kommt davon, wenn man ein Leben lebt, das dir selber Freude macht.
Den meisten Menschen wird es so gehen wie mir: jeder hat etwas das ihm/ihr noch fehlt, Dinge die wir gerne noch haben oder erreichen möchten, aber bis wir dies evt. einmal haben und unser sogenanntes Ziel erreichen, sollten wir unser Leben dennoch mit grösster Freude leben und dankbar sein für das was wir haben, denn wir wissen nie was uns morgen noch erwartet.
Das ist ein Grund unter vielen anderen wieso ich immer wieder in die Natur fotografieren gehe, inmitten der Nacht mich auf den Weg mache für irgendwo den Sonnenaufgang zu sehen, die frische Luft zu atmen, den Himmel, die Wolken und die Sterne über mir zu beobachten, den frischen Wind auf meinem Gesicht zu spüren, den Geräuschen in der freien Wildnis zu lauschen – das sind Momente wo ich einfach nur Zufrieden bin mit mir und der Welt. In solchen Momenten wenn ich draussen in der freien Natur bin, bin ich einfach nur unendlich Dankbar für das Leben, und bin auch Dankbar die Fähigkeit zu besitzen sich an kleinen Sachen im Leben zu erfreuen, da für mich gerade diese kleinen Sachen die wertvollsten im Leben sind. Kann man dann so einen Moment noch mit einem Menschen teilen, der genau gleich veranlagt und gleich „tickt“ wie du selber ist es noch wertvoller.
So ein Glücksgefühl hatte ich erst gerade kürzlich wieder als ich vor gut einer Woche mit Adrian Wirz und Jacqueline Fellmann im Alpstein unterwegs war.
Es ist schon weit nach Mitternacht und wir sind da alleine an diesem wunderschönen Bergsee, am Himmel funkeln Millionen von Sternen, die Milchstrasse ist von blossem Auge erkennbar, ab und zu schwirren wieder Wolken Schwaden vorbei und bedenken mal weniger und mal mehr den Nachthimmel, es ist Still und Ruhig und das Leben scheint in diesem Moment einfach nur perfekt zu sein. Wir sitzen da, sinnieren über das Leben, geniessen den Moment, fotografieren, reden und schweigen wieder – aber auch wenn wir nicht reden, man spürt das Gegenüber, fühlt sich einfach wohl und irgendwie wird einem Bewusst wie klein und nichtig wir sind. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Gemeinsam so einen Moment zu erleben, ist als Mensch und als Fotograf unbeschreiblich. Das ist für mich wahres Glück. Diesen Moment kann mir niemand mehr nehmen. Auch wenn das Leben es morgen vielleicht vorübergehend mit mir wieder etwas weniger gut meint, solche Momente geben mir Kraft mir auch an weniger guten Tagen ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern.
Was ich damit auch sagen will, ist, dass das Glück nicht nur der Regenbogen oder der umwerfend schöne Sonnenaufgang ist, sondern auch die Geschichte dahinter. Das dann noch in einem Bild zu vereinen ist die grosse Kunst eines Fotografen.Gratidude                 Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@20mm), ISO 100, f 13, 1/3 Sekunde

Gibsons Light

Es gibt Orte die begleiten mich schon ein ganzes Leben lang, obwohl ich die meisten davon noch nie besucht habe. Sie stehen nicht einmal auf meiner Wunschliste weit oben. So ein Ort sind auch die Twelve Apostels an der australischen Südküste. Dieses Bild von den Kalksteintürmen welche aus der rauen See ragen, hat mich schon immer fasziniert. Sie sind sicher neben dem Uluru die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens.
Niemals im Leben habe ich mir nur erträumt, diese Landschaft mal zu sehen. Viel zu weit weg von Europa und viele Jahre hatte ich eigentlich auch nie die Absicht dieses Land Downunder zu besuchen. Nicht weil es mir nicht gefallen würde, sondern weil einfach die Interesse anders waren und mich der lange Anfahrtsweg sicher auch etwas abschreckte. Doch als ich endlich meine erste Reise nach Downunder antrat, gehörte der Port Campbell-Nationalpark natürlich auf meine „to-do-Liste“!
Es war ein einmaliges Gefühl, es war überwältigend und atemberaubend. Irgendwie kannte man es schon, doch es war dennoch ganz anders. Es war schöner als jedes Bild das ich von dieser Landschaft je gesehen habe. Dieser Ort, diese Landschaft ist Magie. Man kann es kaum in Worte fassen. Kann man diese Landschaft in so einer Intensität auf ein Bild bringen. Da sind Gefühle und Emotionen, aber auch Gerüche und das „Sehbare“, diese Farben, die Landschaft als Ganzes und das Lichtspiel: x-tausendmal gesehen auf einem Bild und inzwischen auch schon ein paar Male „live“ vor Ort erlebt, doch immer wieder faszinierend und immer wieder anders. Es ist als ob eine höhere Macht hier mit dem Farbpinsel spielt und eine Illusion für uns Menschen malt – und dennoch ist die Illusion keine Illusion, sondern sie ist Wirklichkeit. Diese Landschaft kann schön, zugleich aber auch rau und wild und unberechenbar sein. Sie kann alles von einem abverlangen. Eine Landschaft so malerisch wie Sie eigentlich nur von einem Maler gemalt sein könnte. Und dennoch ist sie Wirklichkeit.
Ausblick auf Gibson Beach an einem Spätnachmittag als gerade Regenwolken über Australiens Südküste aufzogen. Das diffuse Sonnenlicht lässt den Küstenstreifen in schönen zarten Farben leuchten.Gibsons-Light-Twelve Apostlesls
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 100, f 11, 1/125 Sekunde, Polarizer