Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

In Between Dances

Es ist jetzt schon eine Weile her seit ich meinen letzten Blog-Post geschrieben habe.
Es war aber auch eine Menge los und so hatte ich keine Zeit hier einen neuen Beitrag zu schreiben. Im Oktober war ich eine Woche im Engadin unterwegs. Was für eine traumhafte Woche. Es schneite zwar zuerst als wir Mitte Oktober im Engadin ankamen. Doch die Lärchen waren perfekt. Die ersten drei Tage im Engadin waren von Schnee und Nebel geprägt, aber dann zeigte sich der Herbst nochmals von seiner besten Seite.
Ein paar Bildideen konnte ich umsetzen und ein paar neue habe ich mit nach Hause genommen. Zurück vom Engadin hatte ich dann leider keine Zeit die gemachten Bilder zu entwickeln. Die Vorberitungen für den bevorstehenden ersten Foto-Event am Belchen Mitte November stand bevor. Es gab noch einiges zu organisieren und meine Bildpräsentation musste ich auch noch machen. Nun, letztes Wochenende, am Samstag 14.November 2015 fand der erste Belchen Foto-Event statt. Es war ein voller Erfolg. Jetzt habe ich endlich wieder mal Zeit ein paar Bilder zu entwickeln und auch wieder einmal einen Blog-Beitrag zu schreiben.
Mein neustes Bild heisst „In Between Dances“ fotografiert diesen Oktober am Stazersee bei St.Moritz. Ein Morgen wo einfach alles zusammenpasst. Schnee und goldene Lärchen sind immer ein schönes Motiv. Hat man dazu dann noch so eine Traumhafte Spiegelung und das schöne Morgenlicht, darf man Dankbar sein dies erlebend zu dürfen.
In Between Dances

Nikon D810, 24-70/f2.8 @44mm, Iso64, f11, 1/160sec, Pano aus 12 Einzelaufnahmen

 

Hapiness & Gratidude (Die Geschichte hinter dem Bild)

Könnt Ihr Euch erinnern wann Ihr das letzte Mal restlos Glücklich gewesen seid? Ich meine ein wirkliches Glücksgefühl hattet und einfach nur Dankbar wart für diesen einen Moment.
Viele Menschen streben heute nach Ruhm, Anerkennung und Geld und meinen Sie könnten darin auch das Glück finden. Andere wiederum sind so damit beschäftigt, dass wahre Glück in Ihrem Leben zu finden, dass Sie erst gar nicht bemerken, dass das Glück eigentlich schon lange bei Ihnen ist.
Wir alle haben die Wahl wie wir unser Leben, gestalten und leben wollen. Wir können entweder unser Leben voll auskosten und ich meine hier nicht die materiellen Werte, sondern beziehe mich auf das eigene ich und meine Umgebung. Die Zufriedenheit im Leben kommt davon, wenn man ein Leben lebt, das dir selber Freude macht.
Den meisten Menschen wird es so gehen wie mir: jeder hat etwas das ihm/ihr noch fehlt, Dinge die wir gerne noch haben oder erreichen möchten, aber bis wir dies evt. einmal haben und unser sogenanntes Ziel erreichen, sollten wir unser Leben dennoch mit grösster Freude leben und dankbar sein für das was wir haben, denn wir wissen nie was uns morgen noch erwartet.
Das ist ein Grund unter vielen anderen wieso ich immer wieder in die Natur fotografieren gehe, inmitten der Nacht mich auf den Weg mache für irgendwo den Sonnenaufgang zu sehen, die frische Luft zu atmen, den Himmel, die Wolken und die Sterne über mir zu beobachten, den frischen Wind auf meinem Gesicht zu spüren, den Geräuschen in der freien Wildnis zu lauschen – das sind Momente wo ich einfach nur Zufrieden bin mit mir und der Welt. In solchen Momenten wenn ich draussen in der freien Natur bin, bin ich einfach nur unendlich Dankbar für das Leben, und bin auch Dankbar die Fähigkeit zu besitzen sich an kleinen Sachen im Leben zu erfreuen, da für mich gerade diese kleinen Sachen die wertvollsten im Leben sind. Kann man dann so einen Moment noch mit einem Menschen teilen, der genau gleich veranlagt und gleich „tickt“ wie du selber ist es noch wertvoller.
So ein Glücksgefühl hatte ich erst gerade kürzlich wieder als ich vor gut einer Woche mit Adrian Wirz und Jacqueline Fellmann im Alpstein unterwegs war.
Es ist schon weit nach Mitternacht und wir sind da alleine an diesem wunderschönen Bergsee, am Himmel funkeln Millionen von Sternen, die Milchstrasse ist von blossem Auge erkennbar, ab und zu schwirren wieder Wolken Schwaden vorbei und bedenken mal weniger und mal mehr den Nachthimmel, es ist Still und Ruhig und das Leben scheint in diesem Moment einfach nur perfekt zu sein. Wir sitzen da, sinnieren über das Leben, geniessen den Moment, fotografieren, reden und schweigen wieder – aber auch wenn wir nicht reden, man spürt das Gegenüber, fühlt sich einfach wohl und irgendwie wird einem Bewusst wie klein und nichtig wir sind. Das sind Momente die vergisst man nie mehr. Gemeinsam so einen Moment zu erleben, ist als Mensch und als Fotograf unbeschreiblich. Das ist für mich wahres Glück. Diesen Moment kann mir niemand mehr nehmen. Auch wenn das Leben es morgen vielleicht vorübergehend mit mir wieder etwas weniger gut meint, solche Momente geben mir Kraft mir auch an weniger guten Tagen ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern.
Was ich damit auch sagen will, ist, dass das Glück nicht nur der Regenbogen oder der umwerfend schöne Sonnenaufgang ist, sondern auch die Geschichte dahinter. Das dann noch in einem Bild zu vereinen ist die grosse Kunst eines Fotografen.Gratidude                 Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 Objektiv (@20mm), ISO 100, f 13, 1/3 Sekunde

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

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Majestic

…und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Ich möchte allen Danken die mich durch dieses Fotojahr 2014 begleitet haben. Es war ein ereignisreiches Jahr mit dem Höhepunkt diesen Herbst in den Walliser Alpen und dann die fantastischen Nebelsituation in der Schweizer Belchen Region. Doch leider hatte ich dann auch gerade zu dieser Zeit Probleme mit meinen Nikon Kameras, welche von Anfang Oktober bis Anfang Dezember alle in der Reparatur waren. Von dieser Seite her betrachtet eher ein durchzogenes Jahr, da ich viele Wetterstimmungen gezwungenermassen verpasst habe. Trotzdem gab es auch viel Positives – konnte ich doch die eine oder andere Bildidee welche ich manches Jahr schon in meinem Kopf hatte, endlich mal umsetzen.
Anfang Jahr wird es dann eine „Best of….2014“ geben.
Das Bild hier war einer der Höhepunkte von diesem Jahr, obwohl die Komposition jetzt nicht was neues ist, die Farben an diesem Morgen am Stellisee waren einfach bezaubernd – und bei diesen Farben vermisste ich nicht einmal die Wolken.
Wünsche allen ein gutes 2015!Matterhorn-Majestic

Fotografische Icons

In der Landschaftsfotografie gibt es das, was wir Fotografen “Icons” nennen.
Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie „Symbol“ oder „Ikone“. „Icons“ sind meistens bekannte Sehenswürdigkeiten, Motive welche weit über Landesgrenzen hinaus bekannt sind und von denen es x-tausende von Bildern gibt. Ein solcher „Icon“ ist zum Beispiel der Delicate Arch im Arches Nat’l Park in den USA, der Uluru in Australien oder hier in der Schweiz das Matterhorn.
Diese „Icons“ sind dann meist auch noch von einem bestimmten Standpunkt aus fotografiert……nehmen wir zum Beispiel das Matterhorn: der Berg spiegelt sich bei Sonnenaufgang auf der Wasseroberfläche des Stellisees. Wieso also noch ein weiteres Bild davon machen? Dafür gibt es so viele Gründe wie es auch Gründe es nicht zu tun gibt. Wie wäre es mal mit einer neuen Perspektive oder einfach weil die Stimmung etwas ganz besonderes ist?
Jeder Fotograf, Amateur wie auch Profi will gerne so ein „Icon“ in seinem Portfolio haben.
Ich habe auch so eine Art von Check-Liste was ich noch gerne fotografieren würde oder was ich wieder fotografieren gehen will.
Obwohl ich gerne neue Perspektiven und Kompositionen von bekannten Motiven suche, fotografiere ich auch gerne die x-tausend-Male fotografierte Sicht auf diese Motive. Es gibt auch einen Grund wieso „Icons“ eben „Icons“ sind und weshalb sie in dieser Komposition am meisten fotografiert wurden.
Eine weitere Frage ist, wenn ein Fotograf einen solchen „Icon“ oder auch Wahrzeichen fotografiert, macht er dann auch etwas einmaliges, etwas spezielles?
Ich würde auf jeden Fall die Frage mit „Ja“ beantworten. Jeder Mensch sieht anders. Er fotografiert seine Vision. So wie er dieses Motiv in eben diesem Moment sieht. Dazu kommt, dass das Licht nicht immer gleich ist, die Stimmung kann jede Sekunde ändern und die Wetter-Bedingungen sind auch nicht immer gleich. Vieles kann ein Bild beeinflussen, dass es eben wieder „einmalig“ wird.
Ich persönlich gehe immer wieder zu verschiedenen Jahreszeiten, Wetterbedingungen und Lichtverhältnissen zurück an Orte die ich schon fotografiert habe. Egal ob es ein bekanntes Motiv ist oder nicht. Jedes Mal wird das Bild wieder anders. Jedes Mal wird es „einmalig“. Dass heisst aber nicht, dass ich auch jedes Mal wieder mit einem „Wow“ Effekt-Bild nach Hause komme.
Wenn man natürlich ein Motiv fotografiert welches bekannt ist, eben ein sogenannter „Icon“ wird man es nicht leicht haben. Das Bild wird immer wieder verglichen mit anderen und da läuft man Gefahr, dass man einfach ein Bild hat unter vielen anderen. Da muss schon alles stimmen, wenn man da noch beeindrucken will. Aber wenn sich das einer Bewusst ist, finde ich, sollte man die Gelegenheit nicht missen, seine Version dieses „Icons“ zu fotografieren.
Mein Matterhorn-Bild hier ist sicher keines, das sich gross aus der Masse abhebt, doch meine Komposition ist doch leicht anders. Nicht die klassische Matterhorn-Spiegelung mit der Symmetrie – doch sicher auch nicht etwas Neues. Doch die Lichtstimmung und die Farben an diesem Morgen waren eindrücklich und für mich nicht alltäglich – war ich doch schon öfters an diesem See. Ich denke man sollte die Herausforderung annehmen und „Icons“ fotografieren, denn die Situation vor Ort sowie auch das Licht und Wetterbedingungen sind nicht immer gleich und mit etwas Kreativität kann man doch seine eigene Version eines x-tausend Male fotografierten Wahrzeichens machen!Matterhorn-Pretty in Pink

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde