Silent Prayer

Schon lange einmal wollte ich in die Dolomiten fotografieren. Letztes Jahr im Sommer konnte ich diesen lang ersehnten Traum endlich realisieren. An einem Samstagmorgen Anfangs Juli 2016 früh fuhren Adrian Wirz und ich los Richtung Österreich, Brennerautobahn, Südtirol zu unserem ersten Spot, dem Pragser Wildsee. Für mich ein «Must See», nicht mehr und nicht weniger. Es ist ein schöner Bergsee, doch die vielen Touristen schreckten etwas ab. Dennoch fand ich, dieser See ist ein Besuch wert – deshalb ist er auch in diesem Jahr in unserem Dolomiten Workshop mit dabei. Die frühen Morgenstunden verpassten wir leider am Pragser Wildsee, da wir uns vorher nicht informiert hatten, um welche Zeit der Campingplatz auf welchem wir übernachteten morgens öffnet. Ich bin mir eigentlich von Australien gewohnt, dass man die Campingplätze immer verlassen kann – doch hier öffneten die Schranken nicht vor 7 Uhr morgens. So standen wir mit unserem Auto morgens um 5 Uhr vor geschlossenen Schranken und konnten nicht durchfahren. Das war schon ziemlich ärgerlich. Von diesem Zeitpunkt fragten wir überall, auch in Berghütten, ob wir auch sicher morgens zeitig vor Sonnenaufgang hinauskönnen! Nach einer Kaffeepause ging es dann weiter Richtung Cortina d’Ampezzo zu unserem zweiten Spot in dieser Woche. Wir wählten extra nicht zu viele Fotospots aus, damit wir uns auch Zeit nahmen für die einzelnen Motive. So hatten wir nur drei verschiedene Motive, aber natürlich bei jedem verschiedene Standorte und Kompositionen eingeplant. So hatten wir auch genügend Zeit jeden einzelnen Ort zu erkunden. Als wir nach Cortina d’Ampezzo Richtung Falzarego Pass fahren wollten, hielt uns die Polizei auf und machte uns darauf aufmerksam, dass die Strasse wegen einem Radrennen für ein paar Stunden gesperrt sei. So kamen wir etwas später als gewollt in der Berghütte Rifugio 5 Torri an. Die Abzweigung zur Berghütte mussten wir noch suchen, da nur eine Schotterpiste zur Berghütte führte. Dort angekommen fing es gerade zu regnen an und nur Minuten später goss es wie aus Kübeln. So machten wir in der gemütlichen Gaststube eine Kaffeepause und warteten bis der Regen nachliess. Danach packten wir unsere Ausrüstung und wanderten zu den ca. 30 Minuten entfernten Cinque Torri. Angekommen sahen wir wegen Nebels nicht viel von den Felstürmen der Cinque Torri. Dennoch konnten wir die Umgebung schon etwas erkunden. Kurz vor Sonnenuntergang lockerte die Bewölkung etwas auf und die Sicht auf die Felsen der Cinque Torri wurde besser und interessanter. Dennoch die grosse Abendstimmung blieb aus. Am nächsten Morgen wollten wir zeitig vor Sonnenaufgang wieder oben bei den Cinque Torri sein, so holte uns der Wecker schon wieder früh aus dem Schlaf. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und dann hüpfte ich wieder ins Bett. Ausser Nebel sah ich nicht viel. Doch plötzlich sagte Adrian zu mir, bist du sicher, dass es neblig ist und mit einem erneuten Blick aus dem Fenster stellten wir fest, dass es keine geschlossene Nebeldecke war und man sogar die Sterne erkennen konnte. Wir beeilten uns, damit wir noch rechtzeitig vor der einsetzenden Dämmerung bei den Cinque Torri ankamen. Was wir dann oben sahen als wir vor den Cinque Torri standen, konnten wir selber fast nicht glauben. Es war unbeschreiblich und ich kann das nicht in Worten fassen. Nie in meinen Träumen hätte ich mir eine solche Stimmung gewünscht, weil ich nicht an so etwas glaubte. Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir so etwas vorstellen können. Atemberaubend schön! Die Cinque Torri ragen aus dem Nebel heraus. Die Dämmerung setzte kurz danach ein und zauberte die schönsten Farben an den Himmel welche sich wiederum im Nebel reflektierten. Jede Minute war der Nebel wieder anders und das Licht änderte sich ständig, doch während fast 2 Stunden hatten wir dort perfekte Bedingungen um einmalige Bilder zu machen. Ich habe diesen Spot schon genauestens geplant, doch so etwas kann man nicht planen. Das ist einfach Glück! Die Alpenrosen waren gerade am Blühen und am Abend zuvor entdeckte ich einen Spot wo ich einen Busch blühender Alpenrosen als Vordergrund für meine Komposition verwenden konnte. Manchmal hielt ich nur inne und bestaunte diese Szenerie und dann wieder war ich beschäftigt, das nächste Bild zu kreieren. Für mich persönlich einer meiner eindrücklichsten Momente als Landschaftsfotograf. Wir verbrachten dann noch den ganzen Tag in der Gegend der Cinque Torri, doch ca. 2 Stunden nach Sonnenaufgang zog der Nebel wieder komplett über die 5 Felstürme und wir verbrachten den ganzen Tag in der Nebelsuppe. Auch einen Ausflug auf den Monte Nuvolau auf 2574 Meter brachte mich nicht über die Nebelgrenze hinaus. Gerade wieder rechtzeitig zum Sonnenuntergang löste sich der Nebel wieder auf und so hatten wir wieder schönes Licht mit guter Stimmung bei den Cinque Torri. Nicht mehr so genial wie am Morgen, doch so eine Jahrhundertstimmung darf und kann man nicht zweimal an einem Tag erwarten. Diese Nacht verbrachten wir im Rifugio Scoiatolli von wo aus man einen schönen Blick auf die Türme der Cinque Torri hat. Am anderen Morgen verbrachten und fotografierten wir nochmals ein paar Stunden in der Gegend der Cinque Torri bevor es dann am späteren morgen weiter Richtung Drei Zinnen ging. Ich wusste schon als wir von den Cinque Torri zu den Drei Zinnen fuhren, dass ich in diese Gegend wieder zurückkommen werde. Es gibt noch viele andere Ansichten und Kompositionsmöglichkeiten von dieser eindrücklichen Bergwelt.
Teil 2 folgt!Sonnenaufgang bei den Cinque Torri in den Dolomiten                                                                                                                Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@15mm), ISO 64, f 13,
2 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Soft

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Wieso mache ich dieses Bild

Wieso haben wir dieses oder jenes Bild gemacht und wieso habe ich dies gerade in diesem Moment fotografiert?
War es eine Stimmung, eine Emotion, eine schöne Landschaft oder vielleicht auch eine interessante Stadtansicht – oder war es vielleicht wie das Licht mit der Landschaft zusammen spielte, Formen und Muster welche wir wahrnehmen oder war es der Farbkontrast? Es gibt auf diese Frage so viele Möglichkeiten und Antworten wie es auch Fotografen auf dieser Welt gibt!
Die Frage ist vielmehr warum ich gerade dieses bestimmte Bild in diesem bestimmten Moment machte und was möchte ich damit sagen und zeigen!
Es geht hier nicht um die Motivation wieso wir fotografieren sondern um die Motivation und das Warum eines bestimmten Bildes: Warum habe ich gerade dieses Bild gemacht!
Es muss ja einen Grund geben, wieso ich gerade dieses Bild in diesem Licht mit dieser Komposition als gut und fotogen empfunden habe!
Alles beginnt doch mit einer Vision oder einer Idee – diese Vision ist da bevor man eigentlich bei seiner Location ist und vorallem bevor man die Kamera aus der Kameratasche genommen hat. Zumindest ist das bei mir so! Ideen kommen mir beim erkunden einer Landschaft oder wenn ich vielleicht Bilder anderer Fotografen anschaue. Diese Ideen sind vielmehr Inspirationen welche ich mit einer meinen Visionen oder Ideen kombinieren kann und in meiner bevorzugten Landschaft oder einer Landschaft die ich gerade am erkunden bin umsetzen kann. Es ist auf eine Weise, ein Archiv mit Ideen, Informationen und Visionen welche ich aus meinem Gedächtnis abrufen kann – eine Vision kann aber nicht einfach so schnell entstehen.
Eine Vision ist nichts anderes als die Kunst des Sehens kombiniert mit der Fähigkeit dieses Subjekt logisch und harmonisch in einem bestimmten Licht in den von der Kamera vorgegebenen Rahmen zu komponieren und dementsprechend interessant darin zu platzieren.

Da ja ein Bild auch Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen ist, ist es deshalb auch schon wichtig, dass man weiss bevor man fotografiert, was man dem zukünftigen Betrachter seines Bildes zeigen oder mitteilen möchte. Wenn man mit einem anderen Menschen ins Gespräch kommen will, überlegt man sich im Grunde zuerst auch vorher was man sagen will und reiht nicht einfach sinnlos ein Wort nach dem anderen zu einem Satz zusammen. Genau gleich ist es beim fotografiere!
Ansel Adams hat ja schon gesagt „Bei jedem Bild sind immer zwei Menschen beteiligt: Der Fotograf und der Betrachter“
Wenn wir also jetzt mit den Betrachter unserer Bilder kommunizieren möchten, müssen wir eine klare Sprache sprechen damit unser Gegenüber uns auch verstehen kann, uns zuhört und wir seine Aufmerksamkeit haben.
Ein Bild ist vielmehr als nur der Moment wo man den Auslöser betätigt, der Verschluss sich öffnet bis dieser sich wieder schliesst. Nein, ein Bild fängt viel früher an – mit einer Idee, Inspiration welche sich dann zu einer Vision bildet. Dann kommen unzählige Besuche der Location bis endlich die Bedingungen stimmen, die Komposition, das warten und schlussendlich der Moment wo man das Licht auf den Sensor bannt. Jetzt geht es aber noch zum nachbearbeiten, denn dass was man bis jetzt hat sind bloss Daten welche man jetzt noch verfeinern muss. So zu sagen man gibt dem Bild jetzt noch die Würze. Hier entscheidet sich, was man beim Betrachter auslöst und was man selber ausdrücken möchte.

Wieso ich gerade dieses Bild machte oder dies in diesem Licht fotografierte in dieser bestimmten Stimmung, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Grundsätzlich fängt dies, wie oben schon erwähnt mit einer Idee an welche zu einer Vision werden kann und schlussendlich einen Reifeprozess durchmacht. Vor Ort setze ich dann meine Vision um. Manchmal wird aus dieser Vision dann ein Bild und manchmal ergibt sich vor Ort eine unerwartete Situation und es ergibt sich spontan eine neue Bildidee, welche ich dann wieder bildlich umsetze. Ich möchte dem Betrachter nicht nur ein dokumentarisches Bild zeigen, sondern ihn mitnehmen auf eine Reise durch mein „Ich“ von diesem speziellen Moment. Ich möchte ihm zeigen was ich fühlte, wie ich diesen Moment erlebt habe und möchte ihm aber auch genug Freiraum lassen für eine eigene Interpretation.
Als Fotograf finde ich es wichtig, dass man sich bei jedem Bild für sich selber die Frage stellt „Wieso und warum mache ich dieses Bild?“ Hat man keine Antwort auf diese Frage, dann ist es so als ob man redet aber nicht weiss was man sagen möchte. Man redet einfach um des Redens willen! Jetzt liegt es an jedem einzelnen ob er einfach fotografiert damit man fotografiert hat, oder man mit dem Betrachter kommunizieren möchte – ihm was mitteilen möchte!Schäfler-Appenzell
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 14,
1/13 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Soft

 

 

 

 

 

 

Das echte RAW

Wenn man es ganz genau nehmen will, dann ist jedes, aber auch jedes Bild manipuliert! Ja Ihr lest richtig! Jedes Bild! Das mag jetzt viele vielleicht schockieren und wenn jetzt ein «Purist» denkt, das betrifft mich nicht, muss ich ihn jetzt leider enttäuschen. Leider wissen viele immer noch nicht das RAW nicht gleich RAW ist und somit ein RAW eigentlich schon ein bearbeitetes Bild ist. Viele wissen das heute immer noch nicht, darunter sind auch viele Fotografen! Was ist denn nun ein RAW? Das wirkliche RAW-Original ist Schwarz/Weiss, ist sehr Kontrastarm und sehr gräulich. Eigentlich kann man das gar nicht ansehen. Viele wissen das überhaupt nicht. Das Original-RAW hat wenig bis nichts zu tun, mit der Datei welche viele als RAW und somit als Original-Bild bezeichnen. Das echte RAW wird als «Linear Gamma» bezeichnet und ist das eigentliche «Digitale Negative» Das ist die echte RAW-Datei und nicht diejenige welche wir in Lightroom oder Adobe Camera RAW sehen!!! Das will heissen, alles darüber hinaus ist eine massive Manipulation der „Original“ Raw-Datei.  Selbst wenn Sie in Lightroom oder Adobe Camera RAW mit den Standardeinstellungen geladen werden oder Sie das Bild auf dem Kamera-Monitor betrachten, sehen Sie ein stark vom ursprünglichen „Original-RAW“ geändertes Bild. Dies in der Regel meist noch auf eine langweilige Art und Weise.
Für mich geht es nicht darum Bilder zu manipulieren, sondern vielmehr diese zu optimieren. Wollen wir eine gute Kontrolle über jeden Prozessparameter haben, damit das Bild schlussendlich so aussieht wie wir es erlebt und gesehen haben. Es geht auch darum es in bester Qualität zu „entwickeln“! Optimiert Ihr eure Bilder auch in Lightroom oder Adobe Camera RAW? Macht Ihr auch noch „Fine Tuning“ in Photoshop damit Ihr noch die letzten 10-20% mehr Bildqualität aus eurer Datei herauskitzeln könnt? Wenn nicht, vergeudet Ihr in den meisten Fällen Bildqualität und Ihr könnt nicht das Maximum aus eurer Datei herausholen.
Wenn man glaubt das „Out of Cam“ das reale Bild ist welche der Wirklichkeit entspricht, hat man sich gewaltig getäuscht. Nichts entspricht weniger der Wirklichkeit als das Original-RAW und das Bild welches direkt aus der Kamera kommt! Wer daran immer noch Zweifel hat, dem kann ich nur das Buch „The Real World Camera RAW“ von Bruce Fraser weiterempfehlen.
In meinen Workshops, ob Privat oder Gruppen-Workshops, sowie auch in speziellen „Bildbearbeitungs-Coachings“ zeige ich Euch Schritt für Schritt wie ihr aus eurer RAW Datei ein hochwertiges Bild macht. Bei Interesse könnt Ihr mich einfach kontaktieren unter office@nature-moments.com
Zum Bild: Das Bild zeigt die Drei Zinnen-Hütte in den Dolomiten an einem Sommerabend vor einem heftigen Gewittersturm. Ich habe bewusst hier eine Langzeitbelichtung gemacht um die Dramatik noch hervorzuheben. Entsprechend habe ich dann das Bild im RAW Converter bearbeitet und in Photoshop fertig gestellt.20160705-_dsc2018-bergwelt-dolomiten
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@24mm), ISO 64, f 11,                  53 Sekunden, Big Stopper & Little Stopper

 

Best of 2015 (Persönlicher Jahresrückblick)

Für mich ist es als ob es erst gerade gestern gewesen ist, als ich hier vor dem PC die „Best of 2014“ zusammenstellte. Und nun mache ich mir schon wieder Gedanken welches meine persönlichen Favoriten vom 2015 sind. Es ist schon auf eine Art beängstigend wie schnell doch die Zeit vergeht. Doch gerade dies zeigt mir wiederum wie wichtig es ist, das Leben bewusst zu leben und jeden Moment davon voll auszukosten und zu geniessen.
Auch in diesem Jahr konnte ich wieder ein paar Bildideen umsetzen, durfte viele schöne Momente draussen in der Natur verbringen und staunte des Öfteren in Ehrfurcht über die Wunder welche die Natur hervorbringt. Auch durfte ich viele neue Abenteuer erleben! Viele davon werden immer in meiner Erinnerung bleiben: sei es das Gewitter am Creux du Van, die Heimreise von den Cascades des Tuffs als wir in voller Fahrt auf einer Landstrasse im französischen Jura in einen Meterhohen Schneeberg fuhren, welcher die ganze Strasse blockierte und wir dann das Auto von Hand wieder freischaufeln mussten oder auch den Rückweg von der Stallfluh zum Altenhüsli im Solothurner Jura wo wir im Schneegestöber, dicken Nebel bei einer Sichtweite von wenigen Meter und Wind durch Kniehohe Schneeverwehungen stapften und den Weg nur erahnen konnten. Auch der anstrengende aber lustige Aufstieg von Wasserauen zum Seealpsee letzten September oder zu guter Letzt den Abstieg vom Oeschinensee nach Kandersteg wo wir auf einer steilen Skipiste bei Nacht wortwörtlich fast auf unseren Hintern runter rutschen mussten. Ein anderes schönes Erlebnis war die mehrtägige Tour mit Martin Mägli im August in den Tessiner Bergwelt, sowie die Woche im Engadin diesen Herbst mit Jacqueline Fellmann und Martin Mägli. Auch die Nacht welche wir zu viert in einer Hütte am Bachalpsee verbrachten und unsere Kleider noch Tagelang nach geräucherten Cervelats „dufteten“ gehört zu den Momenten im 2015 die ich sicher nicht so schnell vergessen werde.
Auch die Workshops welche ich in dem zu Ende gehenden Jahr mit Adrian Wirz durchführen durfte, werden unvergesslich bleiben. Ich erinnere mich noch gerne an den allerersten Workshop im 2015 vom vergangenen Januar, welcher eigentlich ein „Winter-Workshop“ sein sollte, doch die Verhältnisse waren alles andere als winterlich. Beim zweiten „Belchen-Winter-Workshop“ war es dann dafür tiefer Winter. Ja das war dann der „Überlebens-Workshop“. Die Teilnehmer mussten bei eisigen Temperaturen stundenlang draussen sein und durch Meterhohe Schneeverwehungen wandern. Dann war da noch der wunderschöne und erfolgreiche Frühlings-Workshop mit einer ausgesprochen sehr aufgestellten Gruppe. Auch gab es diesen Herbst wieder zwei „Herbst am Belchen-Workshops“ – diesmal zwar ohne die inzwischen bekannte Welle am Belchen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals allen Teilnehmer unserer Workshops danken. Hat mich gefreut euch kennen gelernt zu haben und dass ich Euch auf eurem fotografischen Weg ein kurzes Stück begleiten durfte.
Es war ein sehr intensives Jahr, trotzdem habe ich noch einmal weniger Bilder gemacht als im Vorjahr. Habe mich vielmehr auf die Qualität der Arbeit konzentriert – wenige Bilder gemacht, doch diese dafür versucht mit hoher Qualität herzustellen bis zu der fertigen Printausgabe. Aus diesem Grunde habe ich auch wieder viel Zeit in die Nachbearbeitung investiert und mich dort auch in diesem Jahr wieder weitergebildet. Was sich dann wieder ausbezahlt machte, als ich für andere Fotografen Gallery-Prints erstellen durfte, das heisst für Ihre Bilder das «post-production» zu machen, was auch sehr interessant ist.
Nun zu guter Letzt, möchte ich jetzt noch allen Danken die mich im vergangenen Jahr auf die eine oder andere Weise unterstützt haben. Vielen Dank auch an meine Kunden und Auftraggeber für die tolle Zusammenarbeit.
Einen besonderen Dank an alle mit denen ich letztes Jahr unterwegs sein durfte für die schönen, manchmal aber auch anstrengenden Stunden, atemberaubenden Momente die wir zusammen erleben durften, für die lustigen Augenblicke die wir teilen konnten und die Gespräche die wir miteinander führten und einfach für die Zeit zusammen – vielen Dank! Ich weiss jeden von euch zu schätzen und bin dem Leben Dankbar euch kennen zu dürfen!
Jetzt freue ich mich aufs 2016 und die vielen neuen Abenteuer!
Erster kleiner Höhepunkt im 2016 wird der Workshop Ende Januar in Deutschland sein, welche ich zusammen mit Dennis Heindrich und Adrian Wirz bei der Burg Hohenzollern durchführen werde.
Wünsche allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2016!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2015.
Birnenbaum-King of TreesSeeland-Bern-BielerseeMorgenstund-Pano Belchen-Sunrise-Schweiz Cascade-des-Tufs-Winter Neu Falkenstein - CandylandLago di Saoseo-Wild-Light Seealpsee-Alpstein-Ruhe-&-Harmonie Tessin-Sundance Creux du Van-Days-of-Thunder Giessen-Wasserfall-Wild-Spring Baselbiet-Frühling-BluetenzauberGreat Ocean Road-Gibsons-Light Rainbow Valley-Timeless-Land Florence Falls-Dreamin-at-Florence-Falls

Der unbezahlbare Moment

Wieviel ist Euch eigentlich ein Bild Wert? Damit meine ich jetzt nicht der materielle Wert eines Bildes! Nein, vielmehr geht es mir darum was Ihr alles in Kauf nehmen würdet um „Das Bild“ zu machen! Wieviel investiert Ihr in ein Bild! Ein Bild ist für mich eigentlich unbezahlbar – natürlich hat ein bestimmtes Bild vielleicht für mich persönlich mehr Wert als ein anderes Bild. Das hängt aber davon ab, was mich mit dem Bild verbindet. Was ist die Geschichte zum Bild. Jedes Bild ist irgendwie wie ein eigenes Kind. Jedes Bild hat seine eigene Geschichte. Dieses Bild hier konnte ich vor knapp 2 Wochen fotografieren. Ich dachte mir schon im Vorfeld, dass an diesem Abend alles passen könnte. Der Wetterbericht und die Wetterlage am Nachmittag des bestimmten Tages – alles schien perfekt zu sein. Und so war es auch – es passte wieder einmal alles zusammen. Das sind dann diese Momente wo Landschaftsfotografen entschädigt werden, für alle Ihre Mühen und Strapazen die Sie auf sich nehmen um das perfekte Licht einzufangen. Doch das Fotografieren und diesen Moment festzuhalten ist eine Sache – den Moment zu erleben und ihn bewusst wahrzunehmen eine andere und eine ebenso schöne Sache. Wenn man so ein Naturschauspiel bewundern darf, ist man einfach nur „Dankbar“ – doch wird einem auch die Kraft der Natur erst wirklich richtig bewusst. Wir Menschen können viel kontrollieren, doch der Kraft und der Gewalt der Natur sind wir machtlos ausgesetzt und in so einem Moment wird einem auch klar, wie klein und nichtig wir eigentlich sind.
Als wir, Adrian Wirz und ich, an diesem Abend das Auto auf dem Parkplatz der Metairie Le Soliat parkten und unser Equipment sowie Zelt und Schlafsack auf den Rücken packten, schien es nach einem relativ friedlichen Abend auszusehen. Ich machte mir schon ein paar Gedanken und hoffte, dass mir ein paar Restwolken bis zum Sonnenuntergang übrig bleiben würden. Abends finde ich den Creux Du Van relativ schwierig zu fotografieren damit wirklich alles stimmt und somit kam für mich eigentlich nur ein Standpunkt in Frage – vor allem auch, weil ich von dort schon seit längerem eine Bildidee versuchte umzusetzen. Dort angekommen, sah es schon mal nicht schlecht aus, doch aus fotografischer Sicht war das Licht noch nicht optimal und eine grosse dicke Wolke schob sich vor die Sonne und verdeckte diese sicher für die nächsten 30 Minuten. Weil wir unser Gepäck am anderen Ende der Felsarena deponiert hatten und uns jetzt entschieden haben, auf dieser Seite des Creux Du Van unsere Zelte aufzuschlagen, entschied ich mich, die Zelte und Schlafsäcke schnell zu holen. Ich beeilte mich, wollte ich doch nichts verpassen und gerade rechtzeitig war ich wieder zurück. Und was sich dann abspielte, hätte ich nicht mal im Traum daran gedacht, dass wir so ein Naturschauspiel erleben würden an diesem Abend. Eine riesen Wolke türmte sich vor uns auf, dahinter schien aber die Sonne und die Wolken brachen das Licht. Die bedrohlich wirkende Wolke wurde immer grösser und man konnte sehen wie es am Horizont in Strömen regnete – und der Himmel unter der Wolke färbte in schönen warmen Farbtönen. Eine Stimmung wie kurz vor Weltuntergang. Einfach nur atemberaubend. Wir waren so vertieft in dieses Naturschauspiel, dass uns nicht einmal die dunkle Wand hinter uns auffiel. Adrian bemerkte diese dann, doch mich konnte diese schwarze Wolkenwand nicht tief beeindrucken – oder noch nicht. Doch kurze Zeit später, stimmte ich Adrian zu, dass wir uns auf den Rückweg machen sollten. Doch weit kamen wir nicht. Das Naturschauspiel war so faszinierend und wenn man einmal so was erleben darf, dann will ich es auch fotografieren und „erleben“! Mir war zu diesem Zeitpunkt schon bewusst, dass wir hier ein wenig mit dem Feuer spielten, doch ich wusste auch um ein gutes Bild zu machen, muss man auch bereit sein, dieses kleine Stück mehr geben zu wollen als die anderen. Ich sage immer, man muss dorthin gehen wo es einem weh tut. Man muss bereit sein, sich aus der „Komfortzone“ heraus zu wagen! Plötzlich sahen wir die Sonne als glutrote Kugel wie sie sich durch die dünne Wolkenschicht unter der bedrohlich wirkenden Riesenwolke durchkämpfte. Doch nachdem die Sonne am Horizont untergangen ist, machten wir uns dann schleunigst auf den Rückweg. Ich glaubte zwar immer noch nicht so Recht, dass das Gewitter zu uns kommt, und wenn doch, dann hätten wir sicher schon im Auto Schutz gefunden. Doch es sollte anders kommen. Auf einmal ging alles schnell. Wir waren auf dem Abstieg von höchsten Punkt auf der Krete als plötzlich die ersten grossen und schweren Regentropfen auf uns runter fielen. In der Zwischenzeit donnerte es schon gewaltig und ab und zu sah man in der Distanz auch schon die ersten Blitze runter gehen. Uns war inzwischen Bewusst, dass wir es nicht mehr bis zum Auto schaffen werden und so suchten wir Schutz in dem kleinen Buchenwald. Dann krachte es gewaltig in unmittelbarer Nähe von uns. Ein Blitz schlug in der Nähe ein! Spätestens jetzt wurde mir Bewusst, in welcher Situation wir steckten. Es begann wie aus Kübeln zu Regnen. Innerhalb wenigen Minuten waren wir durch und durch nass. Ich wollte dann zum Schutz noch ein Zelt aufstellen, doch da war nichts zu wollen. Also lagen wir uns auf den Boden entlang der Steinmauer neben unserem Gepäck und zogen zum Schutz vor dem Regen die Zeltblache über unsere Köpfe. Doch jetzt ging es erst richtig los. Es war ein Inferno und wir mitten drin. Es blitzte und donnerte um uns herum und zum Teil war es, obwohl es mittlerweile schon Dunkel war, Taghell! Die Zeit schien endlos zu sein und irgendwie verlor ich das Zeitgefühl dort unter der Zeltblache. Schätzungsweise nach einer Stunde, schien es vorbei zu sein und wir dachten das Schlimmste überstanden zu haben! Doch genau in diesem Moment schlug ein Blitz ganz in der Nähe ein. Es war wie ein Urknall – Ohrenbetäubend! Und so hiess es weiter warten. Wie lange wir unter dieser Zeltblache verbrachten, kann ich nicht mehr genau sagen, aber es müssen sicher an die zwei Stunden gewesen sein. Gegen Mitternacht konnten wir uns dann auf den Weg machen zum Auto. Es donnerte und blitzte immer noch – und in der Dunkelheit hatten wir noch Mühe den Rückweg zu finden. Natürlich war nichts mehr mit biwakieren an diesem Abend. Alles war durch und durch nass. Während der Zeit unter der Zeltblache machte ich mir einige Gedanken, wieviel mir ein gutes Bild Wert ist. Ich nehme viel in Kauf für ein gutes Bild und ich denke man muss dazu auch bereit sein ein gewisses Risiko einzugehen. Man muss auch bereit sein etwas mehr geben zu wollen als die meisten zu geben bereit sind. Manchmal muss man sicher das glück auch etwas herausfordern – doch ich denke das Risiko sollte auch kalkulierbar sein. Kein Bild ist es Wert, sein Leben dafür zu geben – doch man muss bereit sein an sein Limit zu gehen und noch ein bisschen mehr. Ein gutes Bild muss man „leben“ und fühlen. Ich sage mir jetzt, jeder einzelne Donner und jeder einzelne Blitz waren mir diese Bilder und dieser Abend Wert. Es sind aber nicht alleine die Bilder die zählen, sondern auch, dass man das Glück hatte so einen Moment erleben zu können und Zeuge eines einzigartigen Naturschauspiel sein durfte.Creux Du Van - Approaching Storm

Technische Details: Nikon D810, 14-24mm Objektiv (@14mm), ISO 64, f 11, 1/20 Sekunde, double processing (Dynamikumfang)

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde

 

 

Stadtansichten Solothurn

Nach einer gut 3-wöchigen Sommerpause gib es jetzt wieder in regelmässigen Abständen neue Blog Beiträge. Neue Hintergrunberichte, „making of’s“ und Foto-Reiseberichte warten auf Euch. Auch werden viele Beiträge in nächster Zeit auch über meine letzjährigeFoto-Tour durch das Northern Territory in australien sein. Es gibt auf jeden Fall viele interessante Berichte und Hintergrundinformationen über die Landschaftfotografie.

Der erste Beitrag nach der Sommerpause wird über Solothurn sein – die schönste Barockstadt der Schweiz.
Ein Projekt welches mich jetzt schon einige Jahre begleitet, ist die Stadt Solothurn. Immer wieder besuche ich die Stadt Solothurn und schaue mich nach neuen Stadtansichten um. Andere Stimmungen und Jahreszeiten ergeben auch immer wieder neue Kompositionen und Bildideen. Da die Wetterlage in den Alpen eher schlecht und unsicher war zum fotografieren und nur selten gutes Licht lieferte, setzte ich mich wieder einwenig mit Solothurn auseinander. Hier konnte ich schnell handeln, wenn die Wetterlage interessant wurde. Aus dieser Sicht betrachtet bot mir das wechselhafte Wetter der letzten Wochen, auch immer wieder interessante Stimmungen und somit ergaben sich wieder neue Ideen und Ansichten der Barockstadt. Hier eine Auswahl der neusten Stadtansichten von Solothurn.20140721-_DSC5982-Stadtmauer-Solothurn
Technische Details: Nikon D800e, 24-70mm Objektiv (@24mm), ISO 100, f 9,                10 Sekunde20140720-_DSC5916-Solothurn-im-Morgenlichtn
Technische Details: Nikon D800e, 24-70 Objektiv (@24mm), ISO 100, f 11, 1/6 20140720-_DSC5927-Kunst-in-SolothurnSekunde
Technische Details: Nikon D800e, 14-24 Objektiv (@18mm), ISO 100, f 9, 1/8020140719-_DSC5883-St-Ursen-Cathedral Sekunde
Technische Details: Nikon D800e, 70-200 Objektiv mit 2x Converter (@400mm), ISO 320, f 13, 1/20 Sekunde

Unspektakuläre Landschaften

Gibt es langweilige Landschaften? „Was ist eine langweilige Landschaft?“ ist dann die daraus folgende Frage! Meiner Meinung nach gibt es sicher langweilige Landschaften, aber auch diese können es in sich haben. Es kommt immer auf die Bedingungen drauf an. Ich denke man kann mit jeder Landschaft interessante Bilder gestalten. So wenig wie es „kein schlechtes Wetter“ für Fotografen gibt, gibt es demnach auch keine „langweilige Landschaften“. Es liegt am Fotografen daraus etwas interessantes und spektakuläres zu machen. Eine langweilige Landschaft könnte zum Beispiel auch eine unendliche Wüste sein oder eine Ebene mit nichts als nur Büschen oder Grass. Aber gerade ich, finde die Wüste fantastisch zum fotografieren. Gerade die unendliche Weite des Outbacks finde ich eine spektakuläre Landschaft. Für mich eine Inspiration und für einen anderen eventuell nichts als eine langweilige Landschaft.
Die Gegend zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland ist nicht gerade eine Landschaft wo sich viele Landschaftsfotografen tummeln. Es ist auch nicht gerade eine spektakuläre Landschaft. Die Gegend ist auch stark besiedelt und zersiedelt. Doch hat sie dennoch einige kleine Perlen die sich lohnen besser kennen zu lernen. Gibt es doch das Naturschutzgebiet „Häftli“ und die „Witi“. Doch wenn man auf der Autobahn von Biel nach Solothurn fährt, wirkt sie nicht gerade spektakulär, führt doch die Autobahn gerade durch die „Witi“. Eine flache Ebene mit Ackerland, zwischen dem Jura und dem Bucheggberg und mittendurch führt die Aare mit ihren zahlreichen Schlaufen. Doch nimmt man sich Zeit und wandert über die Witi, dann sieht man es mit anderen Augen. Na gut, es ist jetzt nicht diese spektakuläre Landschaft, doch man kann die Ruhe geniessen, die Augen können sich in der Weite verlieren und die Witi ermöglicht auch das Beobachten von Wildtieren. Doch was für das blosse Auge als schön empfunden wird, eignet sich nicht unbedingt auch immer zum fotografieren. Das will heissen, man muss als Landschaftsfotograf anders sehen. Gerade dort ist die Herausforderung solcher Landschaften. Auch sind solche Landschaften nicht immer „fotogen“! Obwohl die „Witi“ sich von Grenchen bis nach Solothurn ausdehnt, hat man auch immer wieder Siedlungen, Wege, die Autobahn und in der Distanz sieht man die Städte Grenchen und Solothurn. Also als Fotograf ist man gefordert. Trotzdem finde ich kann diese Landschaft auch für Landschaftsfotografen viel zu bieten haben, gibt es doch in der „Witi“ der Aare entlang im Sommer und im Frühherbst immer wieder Nebelbänke. Gerade wegen diesen Nebelbänken, kann man dort oft stimmungsvolle und fantastische Aufnahmen machen. Solche Landschaften brauchen vielleicht etwas mehr Versuche, bis man ein entsprechendes und ansprechendes Bild auf dem Sensor hat, doch gerade darin ist auch der Reiz der Landschaftsfotografie! Zu einem meiner Bilder welches ich in der „Witi“ gemacht hatte, kommentierte ein Betrachter mal sehr erstaunt „Ich habe gar nicht gewusst, dass man zwischen Biel und Solothurn solche Bilder machen kann“! Er konnte kaum glauben, dass dieses Bild dort gemacht wurde. Verschiedene Stimmungen, Perspektive, Kamerastandpunkte, Bildausschnitt und Licht können ein Motiv komplett anders aussehen lassen. Gerade solche Punkte sind wichtig, wenn man sogenannte „langweilige“ und „unspektakuläre Landschaften fotografieren möchte. Mit Kreativität, dem richtigen Licht, den passenden Bedingungen und der „richtigen“ Komposition gibt es keine langweiligen und unspektakulären Landschaften.20140712-_DSC5817-Sommernebel                                                  Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@116mm), ISO 100, f 13, 1/6 Sekunde