Horizontale vs. Vertikale

Vor ein paar Jahren lass ich einen Artikel über Horizontale- und Vertikale Bildkompositionen von Georg Stocking, ein Fotograf aus Phoenix/Arizona.
Ich machte mich bis zu diesem Zeitpunkt nie grosse Gedanken wieso und warum ich eine Vorliebe für Vertikale Bildformate habe. Ich entschied dies meistens vor Ort wenn ich mein Motiv im 2×3 formatigen Bildsucher komponierte. Ich habe also eine Vorliebe für Bilder im Hochformat, doch sind sicher gut 50% meiner Arbeiten auch horizontale Bildkompositionen.
Nun, in diesem Artikel ging es darum, dass weibliche Landschaftsfotografen weit weniger häufig Hochformatbilder machen als ihre männlichen Berufskollegen. Dass heisst, Frauen machen öfters horizontale Bilder. Ein vertikales Bild soll aggressiver sein als dasselbe Bild horizontal komponiert. Da jetzt Männer die Tendenz haben aggressiver zu sein als Frauen, bevorzugen männliche Landschaftsfotografen das vertikale Format.
Diese Behauptung oder Feststellung machte mich natürlich neugierig und so schaute ich mich durch verschiedene Portfolios verschiedener Fotografen, weiblich- wie männlichen Fotografen. In der Tat hält es sich in etwa die Waage, wobei schon mehr männliche Fotografen zu vertikalen Bildkompositionen neigen. Als ich durch diese verschiedene Portfolios stöberte bestätigte sich aber bei mir meine Vorliebe für Hochformats-Kompositionen. Für mich haben vertikale Kompositionen einfach mehr Tiefe und der Vordergrund wird so richtig schön betont. Natürlich ist das auch bei mir Motivabhängig, doch vor allem in letzter Zeit neige ich dazu mehr im Hochformat zu fotografieren. Ich glaube aber auch, dass meine Vorliebe für Hochformats-Kompositionen weniger mit mir selber zu tun haben, sondern vielmehr wie ich meine Motive sehe und wie ich sie dem Betrachter zeigen will…….oder ist es vielleicht doch unterbewusste psychologische Vorbestimmung?
Auch etwas anderes habe ich bemerkt als ich Portfolios verschiedener mir bekannten Fotografen durchstöberte. Schweizer Landschaftfotografen machen weitaus weniger Hochformatsaufnahmen. Es scheint hier nicht so beliebt zu sein. Fotografen hierzulande machen viel öfters Querformats-Bilder als Ihre ausländischen Kollegen. Schaut man schon über die Grenze zu unseren Nachbarn ist das schon wieder etwas anderes. An was mag das liegen. Ich denke jetzt mal, dass viele Fotografen hierzulande einfach das „Kalenderbild denken“ haben – will aber niemandem zu nahe treten – Hauptsache ist, dass das Bild seine Wirkung hat und es dem Betrachter sowie auch dem Fotografen gefällt.

Etang de la Gruère-JuraTechnische Details: Nikon D810, 27-70mm/2.8 Objektiv (@62mm), ISO 64, f14 , 1/2 sec (2 exposures für depth of field) & double processing for dynamic range, ND Grad Filter 0.6 soft, manuell überblendet in Photoshop

Eye Candy

Top und Flop liegen für uns Landschaftsfotografen sehr nahe zusammen. Man kann das Wetter noch so gut studieren, man weiss trotzdem nie genau was einem erwartet. Oft wartet man Stundenlang im Nebel, setzt sich dem Wetter aus, harrt in strömendem Regen aus, steht zu Unzeiten auf, verzichtet oft auf Schlaf, steht in eisiger Kälte irgendwo bei Dunkelheit auf einem Berg, wandert im grössten Schneesturm zur gewünschten Location, steht bei tropischer Hitze in einem von Krokodil verseuchten Gebiet, kämpft mit Fliegen, Mücken und Moskitos, steht bis zu den Knie in einem eisig kalten Bergbach, wandert bei über 40° Grad Celsius durch den Busch mit über 25kg Gepäck auf dem Rücken, geht körperlich oft an sein Limit und dies alles nur um vor Ort zu sein falls die „Natur zu zaubern beginnt“. Allzu oft wartet man vergebens und man geht wieder nach Hause ohne das gewünschte Bild. Manchmal ergibt sich aber eine andere interessante Lichtstimmung und man sieht ein anderes interessantes Motiv und man kehrt nicht mit leeren Händen nach Hause. Wobei, eigentlich kehrt man nie mit leeren Händen nach Hause. Man muss sich nur eine andere Denkweise aneignen: Es zählt nicht nur alleine das Bild, sondern auch der Moment und das erlebte. Doch manchmal, trifft eben diese gewünschte Lichtstimmung ein, dieser Moment wo die Natur zu zaubern beginnt, dieser Augenblick wo man vielleicht schon Jahre darauf gewartet hat – in diesem Moment wird man entschädigt für alle diese Strapazen die man auf sich genommen hat. Aber auch in diesem Moment ist alles vergessen – was zählt ist nur dieser Moment. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ein kurzer Moment für die Ewigkeit. Man wird Zeuge eines Naturschauspiels, vielleicht ist es ein seltenes Wetterphänomen, vielleicht einfach nur eine Spielerei von Licht und Schatten oder die Natur Zauber die schönsten Farben an den Himmel. Für solche Momente lohnt sich dies alles. Diese Momente sind auch gerade deswegen so kostbar, weil man eben sehr oft auch Enttäuschungen in Kauf nehmen muss. Aber ohne Enttäuschungen auch kein Glück….und ohne Fleiss, Entbehrungen, Strapazen, Niederlagen und Geduld auch keine Erfolgserlebnisse. Ein gutes Bild braucht Zeit!
So war es auch wieder einmal an diesem Morgen auf dem Grenchenberg. Die Wetterprognosen schauten vielversprechend aus: so entschied ich mich an diesem Morgen auf den Grenchenberg zu gehen. Oben angekommen, konnte ich in der Dunkelheit knapp erkennen, dass der Himmel bedeckt ist. Würde es vielleicht wieder ein weiterer erfolgloser Versuch werden? Ich montierte mir die Schneeschuhe und stapfte durch den Schnee zu meiner gewünschten Stelle an der Wandfluh………es war immer noch ziemlich dunkel als ich dort ankam, doch ich konnte eine rötliche Verfärbung des Himmel erkennen. Irgendwie ganz seltsam! Es war noch lange bis Sonnenaufgang und trotzdem fing der Himmel zu leuchten an und das Licht reflektierte sich auf den Tannen und auf dem Fels. Was für ein atemberaubender Moment. Ich hatte gerade genügend Zeit mein Equipment aufzustellen und schon erreicht dieses Leuchten den Höhepunkt. Von diesem Moment an war das Licht fantastisch bis kurz nach Sonnenaufgang. Die Lichtstimmung mit dem aufkommenden Nebel änderte sich minütentlich. Wieder einmal waren die Strapazen und die vergeblichen Anläufe vergessen. Man war einfach wieder nur Dankbar so ein Naturschauspiel erleben zu dürfen.
Grenchenberg-Eye CandyTechnische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8 Objektiv (@86mm), ISO 100, f 11, 23 Sekunden, Polarizer

nature-moments best of 2014

….und wieder ist ein Jahr vorbei. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie immer am Anfang eines neuen Jahres schaut man noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Es war kein einfaches Jahr aus fotografischer Sicht, trotzdem konnte ich ein paar Ideen umsetzen. Einer der Höhepunkte war letztes Jahr der Trip zu den Cascade des Tufs. Ich wollte diese Location schon seit vielen Jahren aufsuchen, nun hat es endlich mal geklappt. Auch dieses Jahr steht der französische Jura wieder auf meiner Liste. Ein anderer Höhepunkt war im Oktober die mehrtägige Trip mit Landschaftsfotografen Kollege Martin Mägli in den Walliser Alpen. Auch hier konnte ich einige schöne Bilder machen. Im November konnte ich endlich nach 5 langen Jahren die Welle im Schweizer Jura (Belchen-Region) umsetzen. Diese Idee jagte ich schon seit 5 oder 6 Jahren hinterher. Auch bin ich immer noch an der Bearbeitung und Durchsichten der Bilder vom letzten Australien Besuch. Auch hier gab es einige schöne und stimmungsvolle Bilder.
Nun, untenstehend findet Ihr eine Auswahl meiner persönlichen Favoriten aus dem vergangen Jahr!

Again another year is gone by! It’s incredible how time flies by. As always at the beginning of a new year I take a look back at the past year.
One of my highlights was the trip to the French Jura visiting Cascade des Tuffs. This location has been on my wish list for so many years and finnaly past spring everything seemed to be perfect to photograph these waterfalls in the French Jura. The French Jura also made it on the „to do-list“ for this year. Another highlight was the multi-day trip to the Southern Swiss Alps in october with fellow Swiss landscape photographer Mart Mägli. Weh ad for three day really great weather conditions and so I was able to bring home some real great images. Some of them are still waiting to be processed. In November I finally could fullfill a 5 year old dream: shooting the wave in the Swiss Belchen Region (Swiss Jura Mountain). I had been chasing this idea for 5-6 years and finally this past autumn the weather situation was perfect and the fog was flowing over the lower Jura Mountains. It was such an amazing moment and I am so grateful to witness such a beautiful moment. Also, I’m still processing images from our last trip to Australia!
Below you will find a selection of my personal favorites from the past year!

20131230-_DSC4226-Woodland-Solitude20131227-_DSC4177-Weites-Emmental20131230-_DSC4328-Elegance20141018-_DSC0550-Matterhorn-DelightMatterhorn-Majestic20141114-_DSC1461-Himmel-auf-Erden20140608-_DSC5611-Sommergold20140501-_DSC4964-Cascade-des-tufs20140622-_DSC5718-Verwittert20141013-_DSC0428-Pebbles-&-Leaf20141014-_DSC0372-Herbstlicht-am-Ankenballen 20141020-_DSC0835-Lac-Bleu20141129-_DSC0586-Ein-Hauch-von-Gold20130919-_DSC1642-Lilies-of-Yellow-Water20131007-_DSC3164-Apostels-Storm-Light20131001-_DSC2845-Sunrise-Glow20130923-_DSC2083-Pebblescapes20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming20130920-_DSC1856-Florence-Falls20130920-_DSC1763-Kakadu-Moonset

Fotografische Icons

In der Landschaftsfotografie gibt es das, was wir Fotografen “Icons” nennen.
Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie „Symbol“ oder „Ikone“. „Icons“ sind meistens bekannte Sehenswürdigkeiten, Motive welche weit über Landesgrenzen hinaus bekannt sind und von denen es x-tausende von Bildern gibt. Ein solcher „Icon“ ist zum Beispiel der Delicate Arch im Arches Nat’l Park in den USA, der Uluru in Australien oder hier in der Schweiz das Matterhorn.
Diese „Icons“ sind dann meist auch noch von einem bestimmten Standpunkt aus fotografiert……nehmen wir zum Beispiel das Matterhorn: der Berg spiegelt sich bei Sonnenaufgang auf der Wasseroberfläche des Stellisees. Wieso also noch ein weiteres Bild davon machen? Dafür gibt es so viele Gründe wie es auch Gründe es nicht zu tun gibt. Wie wäre es mal mit einer neuen Perspektive oder einfach weil die Stimmung etwas ganz besonderes ist?
Jeder Fotograf, Amateur wie auch Profi will gerne so ein „Icon“ in seinem Portfolio haben.
Ich habe auch so eine Art von Check-Liste was ich noch gerne fotografieren würde oder was ich wieder fotografieren gehen will.
Obwohl ich gerne neue Perspektiven und Kompositionen von bekannten Motiven suche, fotografiere ich auch gerne die x-tausend-Male fotografierte Sicht auf diese Motive. Es gibt auch einen Grund wieso „Icons“ eben „Icons“ sind und weshalb sie in dieser Komposition am meisten fotografiert wurden.
Eine weitere Frage ist, wenn ein Fotograf einen solchen „Icon“ oder auch Wahrzeichen fotografiert, macht er dann auch etwas einmaliges, etwas spezielles?
Ich würde auf jeden Fall die Frage mit „Ja“ beantworten. Jeder Mensch sieht anders. Er fotografiert seine Vision. So wie er dieses Motiv in eben diesem Moment sieht. Dazu kommt, dass das Licht nicht immer gleich ist, die Stimmung kann jede Sekunde ändern und die Wetter-Bedingungen sind auch nicht immer gleich. Vieles kann ein Bild beeinflussen, dass es eben wieder „einmalig“ wird.
Ich persönlich gehe immer wieder zu verschiedenen Jahreszeiten, Wetterbedingungen und Lichtverhältnissen zurück an Orte die ich schon fotografiert habe. Egal ob es ein bekanntes Motiv ist oder nicht. Jedes Mal wird das Bild wieder anders. Jedes Mal wird es „einmalig“. Dass heisst aber nicht, dass ich auch jedes Mal wieder mit einem „Wow“ Effekt-Bild nach Hause komme.
Wenn man natürlich ein Motiv fotografiert welches bekannt ist, eben ein sogenannter „Icon“ wird man es nicht leicht haben. Das Bild wird immer wieder verglichen mit anderen und da läuft man Gefahr, dass man einfach ein Bild hat unter vielen anderen. Da muss schon alles stimmen, wenn man da noch beeindrucken will. Aber wenn sich das einer Bewusst ist, finde ich, sollte man die Gelegenheit nicht missen, seine Version dieses „Icons“ zu fotografieren.
Mein Matterhorn-Bild hier ist sicher keines, das sich gross aus der Masse abhebt, doch meine Komposition ist doch leicht anders. Nicht die klassische Matterhorn-Spiegelung mit der Symmetrie – doch sicher auch nicht etwas Neues. Doch die Lichtstimmung und die Farben an diesem Morgen waren eindrücklich und für mich nicht alltäglich – war ich doch schon öfters an diesem See. Ich denke man sollte die Herausforderung annehmen und „Icons“ fotografieren, denn die Situation vor Ort sowie auch das Licht und Wetterbedingungen sind nicht immer gleich und mit etwas Kreativität kann man doch seine eigene Version eines x-tausend Male fotografierten Wahrzeichens machen!Matterhorn-Pretty in Pink

Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Der Wert eines Bildes

In den letzten Jahren wo ich als Landschaftsfotograf unterwegs war, musste ich „leider“ immer öfters feststellen, dass viele Leute wenig oder überhaupt keine Vorstellung haben wieviel Arbeit in einem erfolgreichen Landschaftsbild steckt. Sie scheuen sich auch überhaupt nicht uns für ein Bild weit weniger zu zahlen als uns die Zeit Wert ist. Ich möchte hier deshalb einmal klar stellen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild von der Idee bis zum fertigen Fine Art Print steckt.

1.)    Ca. ½ – 1 Stunde Planung wohin man fotografieren geht

2.)    Im Durchschnitt ungefähr 2 Stunden Zeitaufwand um die Reise vorzubereiten, wo und wie man bei einem mehrtägigen Trip übernachten soll, das Wetter studieren, Kartenmaterial sammeln, informieren über Sonnenuntergang und – Aufgang, evt. auch über Mondaufgang & Untergang, wann Vollmond ist, wann Neumond.

3.)    Das Erkunden einer neuen Landschaft oder einer neuen Location

4.)    Ausgaben für Benzin, Verpflegung und andere anfallende Kosten und Reisekosten

5.)    Dazu viele vergebliche Anläufe um ein bestimmtes Bild zu machen, weil das Wetter nicht passte oder andere Bedingungen nicht optimal waren.

6.)    Ca. 1 ½ Stunden Fotos auf die Festplatte importieren und sich entscheiden welches das Beste, das 2. Beste und das 3. Beste ist.

7.)    3-8 Stunden nachbearbeiten (entwickeln) der zwei besten Fotos, von denen ich glaube, dass sie sich verkaufen lassen und ich persönlich überzeugt bin (Von einem Tag habe ich im Durchschnitt etwa 2 Bilder welche diese Kriterien erfüllen)

8.)    Weitere 1 bis 2 Stunden „Fine Tuning“ der Bilder am nächsten Tag mit erholten Augen.

9.)    Ungefähr 1 Stunde Arbeit um die 2 Bilder für das präsentieren im Web zu optimieren und auf Google+, Facebook, 500px, Fotoforen und meine Website hochzuladen

10.)     Nochmals 1 bis 2 Stunden um die 2 Bilder für den Print zu optimieren und vorzubereiten

11.)     Besprechung mit dem Drucker um die Bilder als Fine Art Print ausbelichten zu lassen

12.)     Kosten und investierte Zeit für den Hard-Proof um die bestmögliche Qualität zu gewährleisten

13.)     Kosten für den endgültigen Druck und das Einrahmen oder Aufziehen

14.)     Schlusskontrolle der Bilder sowie die Bilder für den Versand einpacken oder an Kunde persönlich liefern

Jetzt könnt Ihr ungefähr selber rechnen wieviel so ein Bild kostet wenn man alle meine Ausgaben und investierte Zeit (aufwand) zusammenrechnet. 1 Stunde Bildbearbeitung kostet in etwa 75.- SFr und ein Tag fotografieren ist ungefähr bei 600.- SFr (exkl. Reisekosten und Verpflegung)!
Das würde nun bedeuten, dass es mir in Bezug auf meinen Aufwand und Auslagen ungefähr 1900.-SFr kommen würde bis man diese 2 Bilder im Web betrachten kann (inkl optimieren für Fine Art Print)! Das würde dann für ein Bild knapp 1000.- SFR. machen. Dazu kämen aber jetzt noch die kosten für das Ausbelichten des Fine Art Prints, das Einrahmen oder Aufziehen sowie die Schlusskontrolle und die anfallenden Kosten für den Versand dazu. Damit wären wir ca. auf 1500.- SFr/Bild von einer Grösse von 40x60cm.
Nun, ich verkaufe meine Bilder unter diesem kalkuliertem Preis, da die wenigsten bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Auch können sich es viele gar nicht erst leisten soviel Geld für ein einziges Bild auszugeben. Natürlich ist so ein Bild ein Luxusartikel!
Trotzdem bin ich nicht bereit ein Bild einfach so zu „verschenken“

Es ist also nicht so einfach wie es sich viele Leute vorstellen, dass man einfach losgeht, schnell ein paar Schnappschüsse macht und dann die Leute versucht abzuzocken indem man seine Bilder für ein paar Hundert Franken verkauft.

Ich will mich hier nicht beklagen – es ging mir bloss einmal darum, klar zu machen wieviel Arbeit und Zeit in einem einzigen Bild steckt.
Und natürlich könnte man da und dort evt. ein paar Stunden einsparen – doch es macht mir Spass und bereitet mir Freude Zeit und viel Kraft in qualitativ hochwertige Bilder zu investieren. Doch in jedem Bild steckt neben Leidenschaft und Herzblut auch sehr viel Zeit, Blut, Schweiss und manchmal zuerst auch ein paar Enttäuschungen!20140806-_DSC6261-Pastellmorgen
Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8mm Objektiv (@29mm), ISO 100, f 11, 0.6 Sekunde

 

 

Spinifex Glow

Es war noch stockdunkel als ich mich von unserem Camp beim Three Ways Roadhouse auf den Weg machte Richtung Devils Pebbles. Es ist ungefähr eine 30 Minütige Autofahrt und nur ein paar Roadtrains kamen mir auf dem Stuart Highway entgegen bis ich auf die Schotterpiste zu den Devils Pebbles abbog. Als ich unser 4×4 am Ende der Piste parkte, konnte man weit am Horizont schon einen gelb-rötlichen Lichtstreifen erkennen. Ausgerüstet mit einer Stirnlampe, dem Fotoequipment auf dem Rücken und dem Stativ auf der Schulter machte ich mich auf den Weg zu den Devils Pebbles. Es war eine Sternenklare Nacht und somit war der Himmel Wolkenlos bis auf ein paar vereinzelte Wolkenfelder am Horizont. Da ich wusste was ich fotografieren wollte, ging ich direkt zu diesem Ort und stellte meine Kamera auf und wartete anschliessend auf das „perfekte“ Licht. Langsam wurde es heller, die Granitfelsen leuchten im kühlen Pastellfarbenen Morgenlicht rot-orange im Kontrast zum dunkelblauen Himmel mit dem Mond. Die Aufnahme war auf dem Sensor und ich dachte ich warte noch ab, bis die Sonnenstrahlen die Granitfelsen anleuchten, als ich mich umdrehte und diese Lichtstimmung vorfand. Die Sonne ging gerade auf und die ersten Sonnenstrahlen warfen lange Schatten über das endlose Outback und das Spinifex-Grass leuchtete Gold-Gelb im Gegenlicht während sich die rote Erde und die zerstreuten Granitsteinen noch in dessen Schatten befanden. Jetzt musste es schnell gehen bevor das Licht weg ist. Schnell suchte ich mir einen geeigneten Standpunkt und eine passende Komposition und wartete noch einen kleinen Moment bis das Licht meiner Meinung nach den Zenit für diese Bild erreicht hat und drückte dann auf den Auslöser.
Auch wenn man genau weiss, was man fotografieren möchte, es lohnt sich auch immer wieder weiter zu schauen und nicht mit Scheuklappen zu seinem Standort zu gehen und stur nur dieses bild zu machen. Man soll auch nach links und rechts und nach Hinten Ausschau halten. Man weiss nie, was die Natur einem noch zu bieten hat. Ich machte an diesem Morgen drei unterschiedliche Bilder und jedes davon überzeugt und gefällt mir auf seine Weise.Spinifex-Glow - Devils Pepples                                                                                                             Technische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@24mm), ISO 500, f 13, 1/80 Sekunde, ND-Grad 0.6

Smell Of Eucalyptus

Wer schon einmal das Glück hatte einen Morgen am Didj Billabong, mitten im australischen Busch, umgeben von all den Eukalyptus Bäumen den Tagesanbruch zu erleben, der wird diesen bestimmten Moment sicher nie mehr vergessen! Die hohe Luftfeuchtigkeit mit dem intensiven Duft von Eukalyptus in der Luft: ein unbeschreibliches Gefühl welches mich nie mehr wieder loslassen sollte. Bevor ich dies das erste Mal riechen durfte und bevor ich diesen Ort das erste Mal besuchte, dachte ich sowas könne gar nicht möglich sein.
Jeder Mensch verbindet sicher einen bestimmten Duft mit einem Ort, einem Erlebniss in seinem Leben oder einem bestimmten Moment.

Es war Ruhe, die Wildnis, ein Gefühl von Freiheit, ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit, die Farben der Natur, der Duft, Frieden und sicher auch einwenig die Lust nach Abenteuer. Es war aber auch das unbekannte und die Ungewissheit wo ein Krokodil lauern könnte, wo sich eine Schlange versteckt hält oder ob mir ein Wasserbüffel den Weg kreuzt. Ein wenig wie kalkulierbare Gefahr wenn es denn so etwas gibt. Doch es war der Duft der Eukalyptus Bäume der mich am meisten faszinierte und für mich diesen Morgen auch unvergesslich machte. Es war auch eine Art „ein heilender Duft“ und eine Wohltat für meine Nase, suchte mich doch ein Tag vorher im tropischen australischen Norden eine Erkältung auf.

Diese Eindrücke, Gedanken, Sinne und Gefühle auf ein zweidimensionales Bild zu bringen ist eine Herausforderung und keine leichte Aufgabe. Doch für mich geht es in der Landschaftsfotografie unter anderem auch gerade darum, diese Gefühle und das erlebte in diesem bestimmten Moment auf das Bild zu bringen. Dazu haben wir verschiedene Werkzeuge: diese Werkzeuge müssen wir nun dementsprechend einsetzen damit wir dem Betrachter unser Gefühl und Eindruck von diesem Moment vermitteln können. Für dieses Bild suchte ich mir entsprechend interessante Eukalyptus Bäume – da ich die Gegend schon etwas kannte von meinem letzten Besuch wusste ich schon wo ich in etwa suchen musste, danach versuchte ich eine interessante Komposition und Perspektive zu finden. Der Nebel sollte die Luftfeuchtigkeit aufzeigen und zusammen mit dem Eukalyptus Bäumen den Duft nach Eukalyptus aufzeigen. Mit der Weitwinkel-Ansicht wollte ich die Weite des Outbacks vermitteln sowie mein Gefühl der Freiheit in diesem Moment bildlich festhalten. Die morgendlichen Farben sollten Glück, Ruhe und Frieden zeigen………sowie auch das Raue Terrain und die Gefahren welche in dieser unwirklichen Landschaft auf einem warten können. Alles zusammen kombiniert mit der Wilden Landschaft, soll auch einen Hauch von Abenteuer und Crocodile Dundee aufkommen.
Smell of Eucalyptus-Kakadu Nat'l ParkTechnische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@15mm), ISO 100, f 11, 1/30 Sekunde, ND Soft Grad Filter