Mataranka Thermal Pools

Wer auf dem Stuart Highway von Darwin nach Alice Springs im Herzen des australischen Outbacks unterwegs ist, der fährt irgendwann auch Mal durch die Kleinstadt Mataranka. Die Kleinstadt liegt ca. 430 Kilometer südöstlich von Darwin und etwas gute 100 Kilometer südlich von Katherine. Mataranka liegt am Roper River und zählt ungefähr 250 Einwohner. Bekannt ist der Ort unter anderem durch die verschiedenen Thermalquellen, Mataranka Hot Springs im Elsey Nat’l Park, der Bitter- und der Rainbow Springs welche sich in unmittelbarer Umgebung befinden. Ausserdem wurde die Gegend auch bekannt durch Jeannie Gunn’s autobiografischen Roman (1909) „We of the Never Never“, der auf einem Viehzuchtbetrieb in unmittelbarer Nähe von Mataranka namens Elsey Station spielt.
Das 34 Grad und kristallklare Wasser der Mataranka Thermal Hot Springs ist umgeben von Palmenwälder und ist auch Bruttstätte für die Fliegenden Hunden (Red Flying Fox). Das Geschnatter dieser Flughund Kolonie entlang dem Ufer des Roper River fügt den palmengesäumten, glasklaren Thermal Pools einen tropischen Charme hinzu. Abends wenn die Fliegenden Hunde zu tausenden zum Flug ansetzen wird der sonst tiefblaue Himmel über dem australischen Outback schwarz. Ein unvergesslicher Moment und erinnert einem auch ein wenig an Alfred Hitchcock‘s Kino Klassiker „Die Vögel“. Doch neben den „Flying Red Foxes“ hat es auch unzählig viele Wallabies in dieser Gegend und viele scheuen sich nicht, bis vor das Zelt zu kommen. Es ist mein zweiter Besuch bei diesen heissen Quellen und fotografisch fand ich es eine grosse Herausforderung diese Quellen umgeben von tropischen Palmenwälder in ein Bild zu packen. Nach langem Suchen nach Bildausschnitten, Perspektiven und verschiedenen Kompositionen fand ich dann schlussendlich eine für mich ansprechende und interessante Komposition welche diese Landschaft zeigen soll. Am anderen Morgen machte ich mich sehr früh von unserem Camp auf den Weg zu den Mataranka Thermal Pools um das Bild zu machen. Kurz nachdem ich mein Bild auf dem Sensor hatte, kamen auch schon die ersten Frühaufsteher welche die frühen Morgenstunden in den natürlichen Pools geniessen wollten.Mataranka-Thermal-Pool
Technische Details: Nikon D800e, 14-24 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 11, 1 Sekunde

Pebblescapes

Kunjarra in der Abenddämmerung – stell dir vor eine Warumungu Aboriginal Frau tanzt den Munga Munga Dreaming Tanz um die geheimnisvollen Granitfelsen herum. Man ist inmitten des Outbacks, so zu sagen im Niemandsland, vereinzelnde Wolken ziehen am Himmel vorbei, die Sonne versinkt langsam hinter dem Horizont und die Landschaft ist in warm leuchtende Farben getränkt. Die Granitfelsen der Devils Pebbles, oder Kunjarra, wie Sie von den lokalen Aboriginals genannt werden, wechseln jetzt ständig ihre Farben, von leuchtend Rot und Orange zu tief dunklem Lila und schlussendlich zu Grau als die Sonne untergegangen ist. Dein Blick schweift über die endlose Weite des Outbacks und man ist nur restlos glücklich dies erleben zu dürfen. Manchmal ist es nur eine dünne Linie zwischen Traum und Realität. Eine bezaubernde Landschaft sind die Devil’s Pebbles mit ihrer seltsamen Ansammlung von Granit Felsbrocken und für jeden Künstler eine Inspiration.
Die Aborigines verehren die Devils Pebbles als die Eier der Regenbogenschlange und sind für sie eine heilige Stätte. Der Tradition der Warumungu Aboriginal nach, ist dieser Ort den Frauen des Stammes vorenthalten und Männer dürfen ihn nur in Begleitung aufsuchen. Ach ja, ich war in Begleitung dort!
Auch dient Kunjarra als Versammlungsort sowie eben auch als Ort für Zeremonien und Tänze.
Die Schönheit dieser Landschaft lässt sich nicht in Worte fassen und als Fotograf kann man sich einfach vor Ort inspirieren lassen.
Das Bild entstand bei tiefstehender Sonne kurz vor Sonnenuntergang an einem Spätseptembertag. Durch meine mehrmalige Besuche, Morgens sowie Abends, sowie das nochmalige Erkunden wusste ich bereits was für ein Bild ich haben wollte und so stellte ich, als die Sonne sich dem Horizont näherte, die Kamera auf, beobachtete das Licht wie es die Farben der „Pebbles“ änderte und die Stimmung immer intensiver wurde. Auch die Wolken blieben mir bis kurz vor Sonnenuntergang erhalten und somit konnte ich wieder mal ein Wunschbild umsetzen!20130923-_DSC2083-Pebblescapes

Technische Details: Nikon D800e, 14-24 Objektiv (@14mm), ISO 200, f 13, 1/125 Sekunde

 

Daly Waters

Schon mal was von Daly Waters gehört? Ich denke jeder der sich schon einmal mit Australien befasst hat, kennt diesen kleinen Ort im Outback. Oder sollte ich besser sagen, kennt das Pub im Outback. Mitten im nirgendwo ist eine kleine Siedlung mit ca. 20 Einwohner. Doch dieser kleine Ort ist auf vielen australischen Karten verzeichnet. Daly Waters liegt gut 600 Kilometer südlich von Darwin und einige Kilometer westlich des Stuart Highways in weitgehend unbesiedeltem Gebiet. Im Outback, eben! Im Laufe der Zeit wurde Daly Waters vorallem durch das Pub weltweit bekannt. Neben diesem Pub ist Daly Waters gerade noch für seinen „Stuart’s Tree“ berühmt, in welchen John McDouall Stuart 1862 auf seiner erfolgreichen Durchquerung des Kontinents von Süd nach Nord einen „S“ in die Rinde schnitzte. Daly Waters verdankt seinen Namen an den natürlichen Quellen welche John McDoull 1862 hier fand und benannte diese nach dem damaligen Gouverneur von South Australia Sir Dominick Daly.
Frisches Wasser war für die Viehtreiber lebenswichtig und Daly Waters war das letzte Wasserloch vor der gefährlichen Murranji Stock Route. Als die Durak Brüder ihre ganze Herde von Queensland an die australische Westküste trieb, war Daly Waters ein bekannter Rastplatz. Das Vieh konnte sich ausruhen und die Männer stillten ihren Durst.
Diese Tradition änderte sich bis heute nicht – doch heute sind es Reisende und Touristen die hier einen Halt machen um ihre Fahrzeuge aufzutanken und sich eine Pause gönnen auf der Fahrt von Darwin nach Alice Springs.
Vor dem zweiten Weltkrieg war Daly Waters der Standort der ersten Internationalen Landebahn in Australien und die Fluggesellschaft Qantas tankte hier ihre Flugzeuge bei Zwischenstopps auf. In dieser Zeit wurde auch der Daly Waters Pub eröffnet, der die Flugpassagiere der Qantas versorgte.
Während dem zweiten Weltkrieg spielte Daly Waters eine bedeutende Rolle zum Schutz der australischen Nordküste. Die australische und amerikanische Luftwaffe waren hier mit Mitchell Bombers, Kitty Hawks und einem Jagdgeschwader stationiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg war das Pub dann für viele Jahre geschlossen bis es Anfang der 1970er Jahre wieder eröffnet wurde. Seit der „Wiedereröffnung“ Anfang der 70 er Jahre wurde das urige Pub ein richtiger Touristenmagnet. Doch was macht dieses Pub so einzigartig: Daly Waters Pub lebt und erzählt über seine Vergangenheit. Es ist ein Stück Outback aus vergangener Zeit und doch schreibt es tagtäglich wieder eine neue Geschichte. Überall an den Wänden und Decken hängen Souvenirs und Andenken, Geschäftskarten und Banknoten aus der ganzen Welt. Sogar zurückgelassene BH’s schmücken die Wänden und zeugen von der lebendigen Geschichte dieses Pub‘s inmitten des australischen Outbacks.
Wir übernachteten eine Nacht auf dem Campground von Daly Waters, welcher gerade auf der gegenüberliegender Strassenseite des Pub’s war. Sicher nicht einer der schönsten Campgrounds in Australien, doch für eine Nacht allemal gut genug. Während unseres Aufenthalts spielte am Abend sogar eine Band im Daly Waters Pub. So speziell wie das Pub ist, so „Schräg“ war auch diese Band, welche an diesem Abend spielte. Noch nie hatte ich so eine spezielle Bühnenshow gesehen kombiniert mit hochkarätiger Musik. Die Musiker mischten sich unters Publikum und „spazierten“ im ganzen Lokal hin und her. Doch irgendwie passte die Gruppe zu diesem Pub – auf jeden Fall blieb uns dieser Abend in sehr guter Erinnerung und noch heute bin ich von dieser Band beeindruckt. Aus fotografischer Sicht ist dort natürlich das Daly Waters Pub im Mittelpunkt – und das war es auch, was ich hier hauptsächlich fotografieren wollte.20130922-_DSC1998-Daly-Waters-Pub-220130923-_DSC2016-Daly-Waters-Sunrise  20130922-_DSC1981-Daly-Waters Daly Waters Pub Daly Waters Pub

Spinifex Glow

Es war noch stockdunkel als ich mich von unserem Camp beim Three Ways Roadhouse auf den Weg machte Richtung Devils Pebbles. Es ist ungefähr eine 30 Minütige Autofahrt und nur ein paar Roadtrains kamen mir auf dem Stuart Highway entgegen bis ich auf die Schotterpiste zu den Devils Pebbles abbog. Als ich unser 4×4 am Ende der Piste parkte, konnte man weit am Horizont schon einen gelb-rötlichen Lichtstreifen erkennen. Ausgerüstet mit einer Stirnlampe, dem Fotoequipment auf dem Rücken und dem Stativ auf der Schulter machte ich mich auf den Weg zu den Devils Pebbles. Es war eine Sternenklare Nacht und somit war der Himmel Wolkenlos bis auf ein paar vereinzelte Wolkenfelder am Horizont. Da ich wusste was ich fotografieren wollte, ging ich direkt zu diesem Ort und stellte meine Kamera auf und wartete anschliessend auf das „perfekte“ Licht. Langsam wurde es heller, die Granitfelsen leuchten im kühlen Pastellfarbenen Morgenlicht rot-orange im Kontrast zum dunkelblauen Himmel mit dem Mond. Die Aufnahme war auf dem Sensor und ich dachte ich warte noch ab, bis die Sonnenstrahlen die Granitfelsen anleuchten, als ich mich umdrehte und diese Lichtstimmung vorfand. Die Sonne ging gerade auf und die ersten Sonnenstrahlen warfen lange Schatten über das endlose Outback und das Spinifex-Grass leuchtete Gold-Gelb im Gegenlicht während sich die rote Erde und die zerstreuten Granitsteinen noch in dessen Schatten befanden. Jetzt musste es schnell gehen bevor das Licht weg ist. Schnell suchte ich mir einen geeigneten Standpunkt und eine passende Komposition und wartete noch einen kleinen Moment bis das Licht meiner Meinung nach den Zenit für diese Bild erreicht hat und drückte dann auf den Auslöser.
Auch wenn man genau weiss, was man fotografieren möchte, es lohnt sich auch immer wieder weiter zu schauen und nicht mit Scheuklappen zu seinem Standort zu gehen und stur nur dieses bild zu machen. Man soll auch nach links und rechts und nach Hinten Ausschau halten. Man weiss nie, was die Natur einem noch zu bieten hat. Ich machte an diesem Morgen drei unterschiedliche Bilder und jedes davon überzeugt und gefällt mir auf seine Weise.Spinifex-Glow - Devils Pepples                                                                                                             Technische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@24mm), ISO 500, f 13, 1/80 Sekunde, ND-Grad 0.6

Ageless Beauty

Ein Ort den ich immer wieder gerne Besuche wenn wir durchs Northern Territory fahren und unterwegs sind auf dem Weg von Katherine nach Alice Springs sind die Devils Pebbles oder Kunjarra wie sie von den Aborigines genannt werden. So war es auch das letzte Mal wieder. Wir übernachten dann immer im Three Ways Roadhouse welches auch einen Campingplatz hat und nur ca. 30 Minuten Autofahrt von den Pebbles entfernt liegt. Wir erreichten Three Ways Roadhouse, ein wichtiger Knotenpunkt im australischen Outback für Reisende und Trucker im frühen Nachmittag. Nachdem wir unser Zelt aufgestellt hatten, machten wir uns dann auf den Weg zu den Devils Pebbles. Nach ca. 20km Fahrt auf dem Stuart Highway südwärts geht es dann auf eine relativ gut ausgebaute Piste (kommt immer auf die Witterung an) Richtung Devils Pebbles. Es schien alles perfekt zu sein. Nachdem wir bei unserem letzten Besuch dort nur tief blauen Himmel ohne Wolken hatten, sollte ich diesmal perfekte Bedingungen haben. Blauer Himmel mit vielen zerstreuten Cumulus Wolken am Himmel und interessantes Lichtspiel……natürlich nicht zu vergessen sind die zum Outback gehörenden Fliegen. Dort angekommen waren wir wieder einmal die einzigen Menschen weit und breit. Später gesellte sich dann noch ein älteres Australisches Ehepaar mit ihrem Hund dazu, welche gerade eine grössere Reise durch das Outback machten. Zwischendurch machen immer wieder ein paar vereinzelnde Touristen auf der Durchreise einen kleinen Abstecher zu den Pebbles – doch blieben diese meist nicht lange. Ein paar Erinnerungsfotos und weg waren sie meist schon wieder. Während ich mir mögliche Motiv suchte unterhielt sich Julie mit dem australischen Ehepaar. Inzwischen war es schon später Nachmittag und das Licht wurde immer besser. Die rötlichen Granitsteinen fingen bereits im Licht des späten Nachmittags an zu leuchten und im Kontrast zu dem tief blauen Himmel, den zerstreuten Wolken und der tief stehenden Sonne ein wunderbares Motiv. Zwischendurch wurde die Sonne immer wieder durch die Wolken verdeckt und das Sonnenlicht wurde dadurch gebrochen was wiederum interessante Lichtsituation ergab. Ein fantastisches Lichtspiel bot sich mir in den nächsten 2 Stunden mit immer wieder anderen Bedingungen. Diese Landschaft ist Inspiration pur und immer wieder ergab sich eine fantastische Lichtstimmung und der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Wieder einmal so einer dieser Momente wo man einfach nur restlos glücklich ist, dies alles erleben zu dürfen und Zeuge sein kann wenn die Natur anfängt mit Licht und Farben zu spielen. Leider verzogen sich die Wolken je näher die Sonne dem Horizont kam und somit war der Sonnenuntergang nicht so spektakulär. Doch hatte ich genügend schöne und einmalige Lichtstimmungen in den vergangenen 2 Stunden festhalten können.Devils Pebbles - Ageless Beauty
Technische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@19mm), ISO 160, f 10, 1/500 Sekunde, Polfilter