Biwak Pilatus

Vor wenigen Wochen verbrachte ich einen Abend/Nacht/Morgen mit Adrian Wirz und Andreas Gerth auf dem Pilatus.
Nun, der Pilatus gehört für mich nicht gerade zu meinen top-Locations, doch gab es ein Bild welches ich von dort oben schon lange einmal machen wollte. Als mich dann Adrian und Andreas fragten, ob ich Zeit und Lust hätte an diesem Abend auf den Pilatus zu kommen um zu fotografieren ging ich sehr gerne mit. Auch musste ich noch ein paar Bilder haben für mein Night-Photography E-Book – ich bin jetzt aber nicht der typische Milky Way Fotograf. Ich mache es gerne, wenn sich die Gelegenheit bietet, aber ich gehe da jetzt nicht extra hin um ein Milky Way Bild zu machen. Dennoch habe ich mich in den letzten Jahren ein paar Mal mit diesem Thema auseinandergesetzt und im letzten halben Jahr ziemlich intensiv mit der Nachbearbeitung solcher Bilder befasst. Ich war nie zufrieden mit den Ergebnissen die ich hatte und die ich auch von anderen sah. Also befasste ich mich damit, wie ich eine gute Bildqualität erhalten kann, welche man auch qualitativ hochwertig drucken kann.
Doch wie es kommen musste, machte ich auch in dieser Nacht kein einziges Milky Way Bild. Zwei Gründe gibt es dafür: erstens hat mich die Location nicht begeistert, da ich nicht einfach ein nichts-sagendes-MilkyWay Bild mit viel Sternenhimmel und unten ein paar Berge haben wollte, zum anderen will ich auch nicht unbedingt Zivilisationslichter auf dem Bild haben und so war ich schon mal nicht richtig motiviert, auch mitten in der Nacht aus dem warmen Schlafsack herauszukriechen. Also ihr seht, ich bin also kein «eingefleischter» Milky Way Fotograf. Viel lieber freute ich mich auf den Morgen und auf die Dämmerung und den Sonnenaufgang.
Doch zuerst zum Abend. Der Abend war, obwohl er schön war, für mich eher enttäuschend. Fand irgendwie keine Komposition die mich vom Licht und von der Bildgestaltung überzeugen konnte. Ich merkte eigentlich sehr schnell, das wird nichts heute Abend. So wandte ich mich der Bergstation Pilatus und dem Hotel Bellevue zu. Normalerweise nicht meine Motive, doch irgendwie überzeugte mich dieses Motiv an diesem Abend sehr. Ich fand sogar eine Komposition die mich restlos überzeugte. So dieses Bild was ich an diesem Abend machte, ist jetzt nicht typisch für mich. Doch auch am PC überzeugte mich dieses Bild. Die Bearbeitung beanspruchte aber doch einige Stunden – aber nicht, weil ich das Bild mit der Bildbearbeitung «verfälschen» oder «manipulieren» wollte, nein, es ging vielmehr um alle diese Lichter zu kontrollieren. Solche Aufnahmen während der Dämmerung können sehr anspruchsvoll sein, wenn man das Bild dann so haben will, wie man es gerne hätte.
Das Nachtlager auf dem Pilatus hatten wir vorher schon aufgeschlagen, das heisst, viel zu machen gab es da nicht. Einfach die Isoliermatte ausbreiten und den Schlafsack drauflegen und fertig ist die Schlafstelle für die Nacht. Da ich überall gut schlafen kann, hatte ich auch da keine Probleme sofort einzuschlafen. Einmal wurde ich wach und bestaunte die Milchstrasse über mir. Obwohl dies immer wieder sehr faszinierend ist, anzuschauen, hat es mich zu wenig überzeugt um aufzustehen und zu fotografieren. Um 4 Uhr morgens klingelte dann der Wecker und holte mich aus dem Schlaf. Schnell aus dem Schlafsack, gemütlich einen Kaffee trinken und etwas kleines Essen, alles wieder einpacken und dann ging es los mit der Morgenstimmung. Spätestens um 6.30 Uhr war auch das Morgenlicht schon vorbei, aber die erste Bahn fuhr erst ein paar Stunden später wieder runter – so hiess es nun warten und warten und warten. Diesmal aber nicht auf das Licht, sondern auf die Bergbahn.
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8mm Objektiv (@22mm), ISO 64, f 11,
123 Sekunden
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8mm Objektiv (@23mm), ISO 64, f 11,
1/20 Sekunde
Technische Details: Nikon D810, 70-200/f2.8mm Objektiv (@180mm), ISO 64, f 11,
1/30 Sekunden

Hornseeli

Die Gegend zwischen Grindelwald und Rosenlaui ist für mich eine der schönsten Berglandschaften in den Berner Alpen. Ich besuchte diese Gegend in den letzten Jahren verschiedene Male. Schon länger auf meiner Wunschliste war dieser kleine Bergsee nicht weit von der Grossen Scheidegg. Doch ich hatte genaue Vorstellungen wie ich diesen Bergsee fotografieren wollte. Meine Vorstellungen waren folgende: eine herbstlich angehauchte Landschaft mit tiefem Sonnenstand oder dann natürlich auch das Dämmerungslicht, Spiegelung vom Wetterhorn während es schön leuchtet im letzten oder ersten Tageslicht, Schneebedecktes Wetterhorn und klares Licht. Natürlich musste es auch Windstill sein um eine glatte schöne Oberfläche des Sees zu erhalten, damit die Spiegelung absolut perfekt ist.
An diesem Tag letzten September schien alles zusammen zu spielen. Ich hätte mir noch etwas mehr Schnee gewünscht auf dem Wetterhorn, aber dies war nach so einem warmen Spätsommer und wenig Niederschlag nicht zu erwarten gewesen – aber der Rest war für mich perfekt. So machte ich mich an diesem wunderbaren Frühherbst Nachmittag mit dem Auto auf den Weg nach Grindelwald. Danach ging es noch mit dem Postauto auf die Grosse Scheidegg. Von dort ging es dann weiter auf Schusters Sohlen, zuerst noch Flach und leicht abwärts Richtung Scheidegg Oberläger. Es war ein warmer Frühherbst Nachmittag und das Gewicht von Fotoausrüstung mit Zelt, Schlafsack, Matte und Proviant für 2 Tage machte sich schon etwas bemerkbar. Spätestens beim steilen Aufstieg die letzten gut 30 Minuten spürte ich das Gewicht in meinen Beinen. Oben angekommen erwartete mich eine schöne Hochebene mit der schönsten Herbstvegetation und mitten drinnen eingebettet lag dieses idyllische kleine Bergseelein. Einfach nur wunderbar. Beim Aufstieg war ich zwar froh um den mässigen Wind der blies und mich etwas abkühlte, doch oben angekommen wünschte ich mir, der Wind würde schnellstmöglich aufhören. Von einer schönen Spiegelung war nichts zu sehen. Dennoch ich blieb positiv-denkend, ging es bis Sonnenuntergang noch ca. gute 3-4 Stunden. Nachdem ich die Gegend etwas auskundschaftete und mir ein paar Standorte merkte für mögliche Kompositionen stellte ich mir etwas abseits vom See mein Nachtlager auf. Nach einer kurzen Verstärkung wanderte ich dann hinunter zum See und installierte die Kamera für die ersten paar Bildideen. Ab jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten bis sich das Licht passte…doch zwischendurch gab es immer schon ein paar Aufnahmen und ein paar Standort-Änderungen. Die besten Bilder mit den besten Kompositionen suche ich mir dann immer erst zu Hause aus. Doch es ist jetzt nicht so, dass ich nur ständig aus den Auslöser drücke – nein, ich weiss was ich will und löse erst aus, wenn es mir in der entsprechenden Lichtsituation und Komposition gefällt. Dennoch finde ich es immer von Vorteil, wenn man verschiedene Kompositionen versucht in verschiedenen Lichtsituationen. Das Licht an diesem Abend war so wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe. Das Alpenglühen war sogar noch intensiver als ich es mir erträumt habe.
Danach ging es zurück zum Nachtlager, doch bevor ich mir das Abendessen auf meinem Gaskocher kochte, machte ich noch ein paar Aufnahmen mit dem Zelt.                        Doch danach wärmte ich mir endlich eine Pasta-Gemüse Suppe auf meinem Gaskocher. Es war inzwischen schon recht kühl geworden und ich freute mich auf die warme Suppe die mich hoffentlich etwas aufwärmen würde. Doch daraus wurde nichts. Ich hatte gerade zwei Löffel von der feinen Suppe als mir die Tasse aus der linken Hand rutschte und zu Boden fiel. Die Suppe war natürlich überall verteilt und so wurde nichts mehr mit einer warmen Mahlzeit an diesem Abend. Der Fuchs welcher dann ein paar Stunden später um mein Zelt streunte liess mir danke sagen für die leicht verdiente Nahrung. An anderen morgen weckte mich der Wecker schon sehr früh aus meinem Schlaf und ich schlüpfte aus dem warmen Schlafsack, schaute aus dem Zelt und dann ging raus in den eisigen Morgen. Es hatte Bodenfrost, doch das machte es natürlich noch interessanter zum Fotografieren. Doch freute ich mich bereits jetzt schon auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Doch bis dahin ging es noch ein paar Stunden. Zuerst einmal gab es einen warmen Kaffee und etwas Kleines zu essen. Danach ging es runter zum See zum Fotografieren. Auch an diesem Morgen war es wieder «Postkartenperfekt» – nicht immer wünsche ich mir diesen wolkenlosen Himmel, doch gerade eben für dieses Motiv wünschte ich mir es jetzt einmal. So war auch dieser Morgen wieder sehr erfolgreich. Als die ersten Sonnenstrahlen mich erwärmten und das schöne Morgenlicht vorbei war, machte ich es mir für ein paar Minuten beim Frühstück noch etwas gemütlich bevor ich das Zelt dann abbaute und mich langsam auf den Rückweg zur Grossen Scheidegg machte. Es war ein erlebnisreicher und einmal mehr wieder ein wunderschönes Erlebnis in den Bergen. Ich war zwar das erste Mal an diesem Bergsee aber sicher nicht das letzte Mal. Doch das nächste Mal wünsche ich mir etwas Dramatik.
Kurz vor Mittag erreichte ich mein Auto in Grindelwald und danach ging es direkt nach Interlaken wo ich mit Jaime Dormer, einem befreundeten Fotografen aus Australien abmachte. Am Abend fotografierten wir dann noch zusammen an der Lütschine.
Als ich ein paar Wochen später die RAW Dateien betrachten wollten, dachte ich habe diese auf den Rechner geladen, habe ich diese nicht mehr gefunden. Auch ein Suchen und wiederherstellen der Speicherkarten brachte nichts, so habe ich die Bilder von diesem Abend an der Lütschine irgendwo «verloren».
Technische Details: Nikon D810, 24-70mm/f2.8 Objektiv (@27mm), ISO 64, f 11, 1/3 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 Hard

Extraordinary Vision Photography Magazine

Zugegeben, als ich vor fast 2 Monaten eine E-Mail vom Herausgeber des #1 Outdoor-Fotomagazin für Smartphones und Tablets „Extraordinary Vision“ erhalten habe, hatte ich noch nie von diesem Magazin gehört. Doch als ich dann die App herunter geladen habe und mir ein paar Ausgaben durchgelesen habe, war ich von diesem Magazin wirklich überzeugt. Es war so viel anders, als die vielen anderen Fotomagazine die es Online oder am Kiosk zu kaufen gibt. Auch die Fotografen welche für das Magazin Berichte schreiben, haben mich überzeugt: es sind nicht nur Social-Media-bekannte-Fotografen darunter, sondern Fotografen welche einen hohen küsntlerischen Stellenwert haben wie Guy Tall, Rafael Rojas, Alister Benn, Art Wolve, Ian Plant und viele mehr.
Auf jedenfall war es für mich eine Ehre das ein internationales Foto-Magazin mich für eine Cover-Story haben wollte. So gab es ein Interview mit vielen Fragen, welche ich aber sehr gerne beantwortete.
Wer gerne über mich und meine fotografie mehr erfahren möchte, der darf gerne mein Artikel als PDF hier lesen. Das Magazin ist in Englischer Sprache!
Hier gehts zum PDF!
Wer gerne das ganze Magazin lesen möchte, ist hier der Link dazu. Das Magazin kann man abonieren und somit kann man jede neue Ausgabe auf sein Smartphone herunterladen. Hier ist der Link dazu.
Free issues/Gratis Exemplare zum Download  

Cover Story Landscape Photographer Roland Moser

Cover-Story EV Magazine
„Capturing Nature’s Soul“

Making of Crestasee

Das wir Landschaftsfotografen manchmal etwas «verrückt» sind aus der Sicht eines «Nicht-Fotografen» ist wohl so – doch manchmal fragt man sich als Landschaftsfotograf selber, «Was mache ich eigentlich um diese Tageszeit, in diesem Wetter oder unter diesen Bedingungen hier?»
Doch um das eine spezielle Bild zu machen und einen einzigartigen Moment festzuhalten, muss man auch einiges in Kauf nehmen, Opfer bringen und die Komfortzone» auch mal verlassen.
Ähnlich ging es mir letzte Samstagnacht! Nach einer Geburtstagsparty und einem langen Arbeitstag machte ich mich auf den Weg ins Bündnerland. Andreas Gerth, ein befreundeter Fotograf war schon seit Samstag in der Ostschweiz unterwegs am Fotografieren und fragte mich, ob ich am Sonntagmorgen Interesse hätte am Crestasee zu fotografieren! Eigentlich hatte ich an diesem Wochenende nicht geplant fotografieren zu gehen, da wir ja eben am Samstagabend an der genannten Geburtstagsparty im Bernbiet eingeladen waren. Doch irgendwie reizte es mich und es war zu verlockend, vor allem als mir Andreas noch sagte, dass sein Bruder Roland Gerth ebenfalls mitkommen werde. Das letzte Mal als ich Roland Gerth traf, war 2011 am Stellisee. Dazu kommt, das der Crestasee schon seit einigen Jahren auf meiner Wunschliste steht. So dachte ich, habe ich wieder mal die Gelegenheit für ein kleines Gespräch mit Roland Gerth und komme noch dazu am Crestasee endlich mal zu fotografieren. Das Wetter sollte ja für den Sonntagmorgen auch passend sein.
Doch der Crestasee liegt ja jetzt nicht gerade um die Ecke, wenn man im Raum Solothurn wohnt. Eine gut 2-stündige Autofahrt ist es von mir zu Hause bis nach Flims zum Crestasee. Eigentlich auch keine grosse Sache, oder?
Doch nur wegen einem Bild an das andere Ende der Schweiz fahren? Lohnt sich das überhaupt? Und das erst noch in der Nacht! Und nach einer Geburtstagsparty! Ist das vernünftig? Lohnt sich der Aufwand? 12 Stunden unterwegs sein für ein einen einzigen Moment von wenigen Minuten auf den Sensor zu bannen! Für ein einziges Bild, wenn es dann noch ein gutes Bild wird! Das weiss man in der Landschaftsfotografie sowieso sehr selten. Man kann zwar sehr vieles planen, doch eine Garantie hat man nie.
Um Mitternacht waren wir wieder zu Hause von der Geburtstagsfeier, etwas früher als vermutet. So packte ich schnell meine Sachen zusammen und lud meine Ausrüstung, eine Kanne Kaffee und etwas Verpflegung für Unterwegs ins Auto und fuhr danach gleich weiter ins Bündnerland. Ich war etwas überrascht über das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn Richtung Zürich. War es doch schon nach Mitternacht! Doch anscheinend schläft die Schweiz nie! Trotzdem kam ich zügig voran und erreichte den Parkplatz beim Crestasee, wo ich mich am nächsten Morgen mit Andreas Gerth und seinem Bruder Roland Gerth treffen werde, knapp nach 2 Uhr morgens. Obwohl der Mond die Landschaft erhellte, war es relativ dunkel durch den Wald zu fahren und mit gesundem Menschenverstand und der Hilfe des Navis, fand ich dann schlussendlich den Parkplatz im Wald beim Crestasee. Mit ein paar Tassen Kaffee zwischendurch, konnte ich gegen die einsetzende Müdigkeit ankämpfen, dennoch war ich froh, als ich mein Ziel endlich erreichte und mich im Auto noch für knappe 2 Stunden hinlegen konnte. Genau um 4 Uhr morgens holte mich der Wecker aus dem Schlaf. Es reichte noch schnell für eine Tasse Kaffee und einen Ovo-Sport-Riegel bevor dann auch schon Andreas und Roland Gerth auf dem Parkplatz ankamen. Doch bevor wir zum See aufbrechen konnten, musste Andreas noch seinen obligaten «Morgenkaffee» haben. So kamen Roland Gerth und ich noch in den Genuss einen «Andreas Gerth on the Road – Kaffee’s.

Making of „Crestasee“ (Smartphone-Foto)

Danach marschierten wir gemeinsam zum Crestasee und suchten den bekannten Spot.  Ich war noch nie an diesem See, so wollte ich erstmal diesen bekannten Spot auf meine Art fotografieren.  Da Roland Gerth diesen See schon fotografierte, liess er mir und Andreas den Vorrang – war der Platz an diesem Spot doch relativ beschränkt. Zumindest wenn man Ansprüche auf eine originelle und durchdachte Komposition hat. Roland suchte nach neuen Motiven und kam schon bald zurück und zeigte uns was er gefunden hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich endlich für mich eine zufriedenstellende Bildkomposition gefunden hatte. Doch jetzt heisst es warten und warten und nochmals warten. Inzwischen sind ein paar junge Naturliebhaber welche am See übernachteten auch wach geworden und die versuchten sich mit Feuer machen. Eher mit weniger Erfolg, brachten sie es mehr dazu den See einzuräuchern. Ich hoffte nur, dass sie das Feuer in den Griff bekommen, bis die Sonne über den Horizont kommt. Doch je länger je mehr, hatte ich Zweifel daran. Zwischendurch gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer und der Rauch war fast komplett verschwunden. Doch ich war zufrieden mit meinem Standpunkt und hoffte es würde klappen mit dem gewünschten Bild. Nicht so Andreas! Er machte sich dann auf den Weg nach neuem zu suchen. Auch er wurde belohnt. Noch bevor ich überhaupt ein Bild gemacht hatte, kam er total Happy wieder zurück. Langsam näherte sich die Sonne dem Horizont und machte meine ersten Belichtungen. Ich dachte mir schon, das könnte noch schwierig werden, dies mit einer einzigen Belichtung zu machen. Auch wegen den Rauchschwaden die ab und zu wieder den Wald verdeckten. So machte ich schon einige Belichtungen bevor die Sonne zum Vorschein kam, danach machte ich einige Belichtungen als die ersten Sonnenstrahlen sanft die Landschaft berührte und zum Schluss noch ein paar Belichtungen für den Sonnenstern. Dies alles geschah innerhalb von wenigen Minuten und das Bild war im Kasten. Andreas und Roland fragten mich danach, ob es was geworden ist und ich antwortete bloss: «Das sehe ich dann zu Hause». Als ich mein Bild hatte, suchte ich dann auch noch den See nach anderen Motiven ab und fand ein paar schöne Plätze. Es gibt dort ohne Zweifel noch mehr Motive als das bekannte. Andreas Gerth sowie auch Roland Gerth fanden interessante und schöne Motive. Das schön an diesem Morgen war, dass jeder von uns komplett unterschiedliche Bilder gemacht hat.
Ich habe mich ein paar male gefragt, als sich Andreas auf den Weg machte, um neue Motive am Ufer des Crestasee’s zu suchen, ob ich wohl auch was anderes machen solle. Doch ich hatte diese Idee und blieb hartnäckig. Oft hat sich meine Hartnäckigkeit nicht gelohnt, doch auch wurde ich gerade wegen dieser Hartnäckigkeit auch des Öfteren schon belohnt. Manchmal ist es sehr schwer die richtige Entscheidung zu treffen. An diesem Morgen habe ich mich richtig entschieden. Zumindest für mich war es richtig. Wenn ich jetzt Andreas Gerth’s Foto sehe, so hat er für sich an diesem Morgen auch die richtige Entscheidung getroffen. Was für mich stimmt, muss nicht zwingend auch für einen anderen Fotografen richtig sein oder umgekehrt. So hat wohl jeder für sich an diesem Morgen die richtige Entscheidung getroffen. Es war ein toller Morgen mit zwei grossartigen Fotografen und tollen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Nach einem Kaffee mit Croissant machte ich mich dann wieder auf den Heimweg.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, Iso 64
3 Belichtungen: Basisbelichtung: f11 & 1/80 Sekunde, Sonnenstern: f22 & 1/13 Sekunde, Nebel: f11 & 1/100 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Bild des Monats: Februar 2017

Winter’s Tale
Mein letzter Foto-Ausflug liegt schon etwas länger zurück und das auch verschiedenen Gründen. Da der Winter sich in diesem Jahr schon relativ früh verabschiedet hat und ich im Februar wöhrend gut zwei Wochen alleine zu unseren zwei Afghanischen Windhunde schauen musste(durfte), entschied ich mich Ende Januar die Kamera-Ausrüstung wieder einmal Nikon zu bringen um eine Inspektion durchzuführen. Nichts ist für mich nervender als wenn das Equipment im entscheidenden Moment versagt. So brachte ich sämtliche Objektive und die Hauptkamera zu Nikon. Da ich in letzter Zeit mit den Nikon Objektiven nicht mehr so ganz glücklich bin, hat mir Patrik Oberlin von Kropf Multimedia während dieser Zeit Tamron Objektive zum testen besorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an Patrik und Kropf Multimedia! Doch da das Wetter im Februar auch nicht so stimmig war für Landschafts-Fotografie und ich sowieso ausgelastet war mit unseren Windhunden, machte ich viel Büroarbeit in dieser Zeit – natürlich neben dem Entwickeln von Bildern am PC. So gab es zwar keine neuen Bilder, doch kam ich auch endlich mal dazu, Bilder vom letzten Jahr und an den Bilder von Australien weiter zu arbeiten und fertig zu machen. Trotzdem möchte ich natürlich mein persönliches „Bild des Monats“ hier zeigen. Da der Winter jetzt dann wirklich mal vorbei ist und der Frühling schon vor der Türe steht und für uns Landschafts-Fotografen wieder viele neue Motive bereit hält, habe ich mich entschieden noch ein letztes Winter Bild zu zeigen. Zwar ist ein Bild welches ich letzten November am Etang de la Gruère gemacht habe. An jenem einzigartigen und atemberaubenden Morgen auf welchen ich so viele Jahre warten musste um meine Bildidee umzusetzen: Schnee um den See herum und auf den Tannen, dazu eine sehr schöne Spiegelung auf der glatten Wasseroberfläche und einwenig Eis am Seeufer. Das i-Tüpfelchen war dann noch diese gewaltige Stimmung die gerade zum richtigen Moment einsetzte. Nach der gewaltigen Stimmung, kam dann noch schönes goldenes Licht. An diesem Morgen hatten wir alles was das Landschaftsfotografenherz höher schlagen lässt.Landschaftsfotograf Roland Moser
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@15mm, Iso64, f13, 1/13 Sekunde, Panorama aus 16 Einzelaufnahmen

Dreaming at Derborence

Letztes Jahr war ich zweimal am Lac Derborence. Bei meinem ersten Besuch Mitte Oktober waren die Lärchen noch nicht ganz so weitdoch Wettermäßig versprach es einiges. Doch leider passte an diesem Tag nicht viel zusammen. So entschied ich mich später im Herbst nochmals zu gehen. Anfang November war ich dann erneut an diesem See. Diesmal war ich aber ein paar Tage zu spätdennoch fand ich es nicht so schlecht. Da es nicht ganz so war wie erhofft, suchte ich nach alternativ-Kompositionen. Wenn etwas nicht so ist wie erhofft, kann man entweder den Kopf hängen lassen oder nach alternative suchen. Ich entschied mich für das zweite. Da es eine klare Nacht war, war es entsprechend auch kalt. Doch es war eine unheimliche Ruhe, was mich inspirierte etwas Ruhiges und Verträumtes zu machen. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt, so suchte ich nach einem entsprechenden Platz wo ich die Spiegelung mit der Morgenstimmung festhalten konnte. Ich wurde schon nach relativ kurzer Zeit fündig. Nach ein paar Kompositionskorrekturen hatte ich dann dieses Bild hier auf dem Sensor. Kurze Zeit später drückte Nebel in das Tal hinein, was dann wieder eine andere Lichtstimmung ergab. Es war ein Tag, der sehr abwechslungsreich war und das Licht änderte ständig. Am Abend zogen dann dünne Schleierwolken auf, was dann eine komplett andere Lichtstimmung als am Morgen ergab. Es gab viele Bilder an diesem Tag, doch am Schluss blieben nur 4 Bilder übrig die das Auswahlverfahren überlebten. Doch mein Favorit von diesem Tag, ist das Bild welches ich am ersten machte an diesem Morgen am Lac de Derborence, aber erst zuletzt bearbeitete. Lange schaute ich mir dieses Bild immer wieder an und etwas schien mich immer zu stören, bis ich dann das Bild auf ein quadratisches Format zuschnitt – „das ist es“ sagte ich für mich. Für mich zeigt dieses Bild wie es für mich in diesem Moment am frühen Morgen letzten Oktober am Lac de Derborence war: Ruhig und verträumt mit schönen Pastelfarben.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8@14mm, Iso64, f13, 20 Sekunde

Bild des Monats: Januar 2017

EISZEIT
Anfang Januar 2017 hat endlich auch der Winter 2016/2017 in unseren Breitengrade Einzug gehalten. So gab es diesen Monat einige Möglichkeiten Winterbildidee umzusetzen. Ich war einige Male unterwegs in den vergangenen 4 Wochen. Unvergessen bleibt der erste Tripp im 2017 mit Heiri Roth, ein Kollege von der Windhunderennbahn Rifferseil, der mir seine Heimat das Toggenburg zeigte. Dabei hatte ich die Möglichkeit „Schwarzes Eis* zu fotografieren. Danach gings nochmals ins Toggenburg mit einem Fotografen Kollegen. An diesem Tag hatten wir einen Bilderbuch-Wintertag: Bitterkalt aber schönstes Winterwetter. Die Autofahrt nach Liechtensteig bei andauerndem Schneefall eine gute Woche später bleibt wohl auch noch lange in meinen Erinnerungen haften. Ebenfalls der etwas abenteurliche Ausflug mit Adrian Wirz und Andreas Gerth in die Innerschweiz war ein tolles Erlebnis. Doch der eindrücklichste Moment im Januar erlebte ich bei meinem spontanen Kurzbesuch am Neuenburgersee. Es war eisig kalt die Tage zuvor und es wehte eine starke Bise. Ich dachte mir, gerade richtig um mal zu diesem Badehäusschen am Neuenburgersee zu gehe. Doch musste ich mein Vorhaben auf ein paar Tage später verschieben-zuerst wollte ich gar nicht mehr gehen, doch zum Glück konnte ich mich selber dennoch dazu bewegen zu gehen. Eindrücklich was das der Wind zusammen mit dem Wasser in diesen eisigen Temperaturen zauberte.
Technische Details: Nikon D810, 24-70/f2.8@31mm, Iso100, f11, 175 Sekunde

Colors of Dawn

Wie oft bin ich wohl schon am Ufer dieses Moorsees im Schweizer Jura gestanden? Unzählige Male! Müssen in den letzten Jahren sicher über 50 Besuche gewesen sein. Manchmal verbrachte ich viele Stunden dort und andere Male ging ich nur kurz vorbei und verliess den Ort nach wenigen Minuten schon wieder, da schon die Rahmenbedingungen für mein gewünschtes Bild nicht vorhanden waren. Das kann ich natürlich nur machen, da diese Oase nicht weit von meinem Wohnort weg ist. Dieser See ist bloss 45 Autominuten entfernt und oft kann ich es mit etwas Anderem verbinden.
Seit gut 10 Jahren wünschte ich mir diesen See im Winter mit Schnee, aber noch ohne Eis anzutreffen. Dies ist sehr schwer vorzufinden, da der See meistens zufriert bevor der erste Schnee fällt. Doch an diesem Morgen Mitte November sollte es endlich passen. Am Tag vorher begann es zu schneien und da die Wochen zuvor viel zu warm waren, war die Hoffnung sehr gross, dass es endlich passen würde. So war es auch. Zumindest zum Teil. Am Ufer war der See teilweise schon mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch das fand ich noch interessant. Jetzt musst nur noch das Licht stimmen. Auch das sollte laut Wetterbericht heute Morgen passen, doch als ich an diesem Morgen so in den Himmel blickte, hatte ich nicht allzu viel Hoffnung. Doch wie man aus Erfahrung weiss, kann sich das schnell ändern.
Es hatte an diesem Morgen ungewohnt viele Fotografen am Etang de la Gruère. Es hatten scheinbar alle die gleicht Idee und Hoffnung wie ich! Ich war mit Thomas Hugi gekommen, ebenfalls ein Fotograf aus der Region. Auch er kennt der See wie kaum ein anderer – und auch er weiss wie schwer es ist diese Verhältnisse anzutreffen.
Auch Adrian Wirz, meinen langjährigeren Fotografenkollegen und Workshop-Partner, traf ich am See an, neben unzähligen anderen Fotografen.
Langsam begann es zu dämmern und trotz den unzähligen Fotografen war es ruhig und man spürte die Stimmung und die Magie von diesem Ort.
Ich suchte nach einer für mich passende Komposition, stellte die Kamera auf und dann begann wieder das warten und das Hoffen. Es ging scheinbar jedem gleich. Die Erwartungen waren hoch an diesem Morgen, doch irgendwie schob sich eine Hochnebeldecke vor die Sonne. Das Licht blieb aus. Es ist schon nach 8 Uhr und die Sonne sollte jeden Moment aufgehen, doch keine Lücke in der nebelartigen Wolkendecke zu finden.
Die Hoffnung schwindet, doch ich bin ein geduldiger Mensch. Auch aus Erfahrung weiss ich, dass man nie zu Früh resignieren sollte. Inzwischen standen wir sicher schon gute 90 Minuten in der Kälte an diesem See und es zeichnete sich immer noch keine interessante Stimmung ab. Doch ich warte weiter. Es braucht ja nur eine kleine Lücke wo das Sonnenlicht durchdringen kann. Ich hätte eigentlich wärmenden Kaffee in meiner Thermosflasche, doch an diesen dachte ich in diesem Moment nicht. Voll angespannt und trotzdem ruhig und gelassen beobachtete ich das Licht.
Doch plötzlich erkannte ich einen schwachen rötlichen Schimmer am Himmel! Kommt da noch mehr Farbe? Reicht es noch für ein klein mehr? Ich betätige das erste Mal den Auslöser. Ja und plötzlich öffnete sich am Horizont ein Fenster und die Wolkendecke leuchtete in den schönsten Farben. Geduld und Ausdauer zahlten sich wieder einmal aus. Ich glaube, keiner von uns Fotografen glaubte an diesem Morgen noch daran, dass es so gewaltig werden könnte, obwohl sicher jeder die Hoffnung bis zuletzt nicht ganz aufgegeben hat. Es war ein dramatischer und fantastischer Morgen an diesem kleinen See im Jura. Die Natur hat unsere Geduld strapaziert, doch uns alle schlussendlich mit einer atemberaubenden Stimmung belohnt. Es sind genau diese Momente, welche unbezahlbar sind.
Technische Details: Nikon D810, 14-24mm/f2.8 Objektiv (@15mm), ISO 64, f13, 1/13 sec, Nd Grad Filter 0.6

Best of 2016

Immer Anfang Jahr lasse ich das vergangene Jahr fotografisch Revue passieren indem ich mir Gedanken mache über meine Bilder, welches für mich die 12 besten Bilder des vergangenen Jahres sind. Somit beschäftigt man sich noch einmal mit seinen Bildern – und die Auswahl ist immer schwer. Man muss sich wirklich auf eine kleine Auswahl Bilder beschränken und wirklich die besten auswählen. Natürlich ist das meine persönliche Auswahl. Dieses Jahr fand ich es besonders schwer, sind doch viele Bilder welche ich dieses Jahr gemacht habe, immer noch nicht fertig, das heisst immer noch als Raw-Datei auf meinem Rechner.
Vielen Dank an alle Fotografen die mit mir im vergangenen Jahr unterwegs waren. Besonders an meinen langjährigen Fotografen Kollegen Adrian Wirz. Die Woche in den Dolomiten war sicher einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr. Vielen Dank an alle Workshop-Teilnehmer und an diejenigen welche bei mir einen Bildbearbeitungskurs besucht waren.
Jetzt wünsche ich allen ein gutes und hoffentlich auch erfolgreiches 2017!
Untenstehend findet Ihr meine persönlichen Favoriten vom 2016. (Es fehlen die Bilder von Australien! Diese werden später mal hier gezeigt als separates Best of…)

Abyss

Einmal mehr war ich wieder mal am Creux Du Van. Wie ich schon öfters erwähnt habe, ist der Creux Du Van wettermässig immer eine Wundertüte – aber gerade deswegen auch immer wieder für Überraschungen gut. Der Besuch des Creux Du Van war aber diesmal nicht unbedingt vorgesehen gewesen. Doch zwei Tage vorher telefonierte mir Jamie Dormer, Fotograf aus Southport, Queensland/Australien, spezialisiert in Natur, Landschaft und Reise-Fotografie und fragte ob ich Zeit habe, er würde noch für ein paar Tage in die Schweiz kommen bevor er dann Mitte November wieder nach Hause fliegen würde. So sagte ich ihm er solle nach Solothurn kommen und wir würden dann zusammen verschiedene Spots im Schweizer Jura fotografieren gehen. Die Herbstfarben waren gerade auf dem Höhepunkt, Nebel war auch schon ein Thema und das Wetter schien gerade perfekt zu passen. So fuhren wir früh morgens Richtung Neuenburger Jura zum Creux Du Van. Bis kurz vor der Métairie Soliat sah noch alles perfekt aus, doch dann fuhren wir in eine Nebelwand hinein. Nun, für diese Gegend sind diese Wetterverhältnisse nichts Neues. Der Weg zum Creux Du Van war dann alles andere als einfach – wir sahen kaum ein paar Meter weit und wir mussten wirklich den Weg mehr oder weniger «abtasten». Doch schlussendlich standen wir an der Krete zum Creux Du Van.  Es wurde langsam heller und auch der Nebel lichtete sich, doch die Hoffnung für einen dramatischen Sonnenaufgang mussten wir begraben. Doch wir suchten andere Motive und fanden diese auch. Der Creux du Van war an diesem Morgen wieder eine fantastische Spielwiese für Fotografen. Etwas später lichtete sich der Nebel doch noch und der Creux Du Van kam zum Vorschein. Gefreut habe ich mich vor allem für Jaime, so konnte er doch auch noch ein paar stimmungsvolle Aufnahmen vom Creux du Van machen.
Die Entstehungsgeschichte vom Bild «Abyss» ist allerdings etwas länger her. Schon immer wollte ich eigentlich gerne einen Steinbock dort auf dem Felsen stehen haben, doch bis jetzt war das noch nie der Fall. Als Jaime dort ein paar Bilder machte, sah ich zum ersten Mal die «Welle vom Creux du Van». So versuchte ich dieses Ereignis zu fotografieren – doch eine klar definierte Welle gab es jeweils immer nur sehr kurz und die Nebelgrenze wechselte immer sehr schnell so dass ich da kein ansprechendes Bild machen konnte. Jaime fragte mich dann, ob er schnell für ein paar Aufnahmen auf den Felsvorsprung gehen könnte und als ich ihn da so stehen sah, kam mir dann diese Bildidee. Nun, habe ich Jaime Dormer anstatt einen Steinbock auf dem Felsen stehen. Als ich einige Tage späte die Bilder am PC begutachtete, musste ich sagen, dass dieses Bild eines meiner Favoriten von diesem Tag ist.
Technische Details: Nikon D810, 14-24/f2.8 @ 14mm, ISO 64, f 13, 1/400, Double Processing für Dynamikumfang